Lexikon: Nebenniere

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Die Nebennniere, lateinisch Glandula adrenalis oder Glandula suprarenalis, ist eine paarige -Drüse. Die Nebennieren befinden sich beim Menschen auf den oberen Polen beider Nieren, bei den nicht aufrecht stehenden n am vorderen Nierenpol. Sie unterliegen dem hormonellen Regelkreislauf und dem vegativen Nervensystem.

Eine menschlichen Nebenniere wiegt in etwa 5 Gramm, ist ca. 3 cm lang und 1,5 cm breit. Beim Pferd ist sie ungefähr 8×3 cm groß.


Histologischer Aufbau

Die Nebennieren sind von einer feinen Bindegewebskapsel umgeben und bestehen aus Mark und Rinde. Beide Anteile sind ontogenetisch unterschiedlicher Herkunft und bilden bei niederen n noch zwei separate Organe (Interrenalorgan bzw. Adrenalorgan).

Das Nebennierenmark, Medulla, besteht aus chromaffinen Zellen, in welchen aus Tyrosin|L-Tyrosin sowohl als auch gebildet und bei Bedarf direkt an das Blut abgegeben werden. Man kann das Mark auch als sympathisches Paraganglion ansehen.

Die Nebennierenrinde, Cortex, lässt sich in drei Schichten gliedern:

  • Zona arcuata bzw. glomerulosa
  • Zona fasciculata und
  • Zona reticularis.

In der äußeren Zone sind die Zellen bogenförmig (Arcus: lat. Bogen), bei Paarhufern knäuelförmig (Glomerulum=Knäuel) angeordnet. Diese relativ kleinen Zellen bilden vorwiegend .

Als mittlere Schicht folgt die Zona fasciculata (Fasciculus=Strang) mit relativ großen Zellen. Sie sind strangartig angeordnet und reich an Lipoidgranula ("Spongiozyten"). Zwischen diesen Zellsträngen liegen sinusoid erweiterte Kapillaren. Die Zellen bilden vorwiegend Glukokortikoide, wie .

Zum Mark hin folgt die Zona reticularis (Reticulum=Netz) mit netzförmig angeordneten, kleinen Zellen. Sie bilden vorwiegend Androgen.


Erkrankungen der Nebenniere

Infolge der Vielzahl der in der Nebenniere gebildeten Hormone können bei Störungen vielfältige Krankheitsbilder auftreten.

Eine durch Erkrankung des Organs bedingte Überproduktion von führt zum Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) mit erhöhtem Blutdruck und erniedrigtem Kaliumblutspiegel. Eine Unterfunktion wird als Hypaldosteronismus bezeichnet. Sie tritt vor allem als Nebenwirkung nach Gabe von Aldosteronantagonisten auf.

Eine vermehrte Glukokortikoidbildung führt zum Hyperadrenokortizismus (Morbus Cushing oder Cushing-Syndrom). Dies kommt häufiger beim Menschen, aber auch bei Hunden und Pferden (Equines Cushing-Syndrom) vor. Meist ist dies durch eine Überproduktion von adrenokortikotropem Hormon (ACTH) in der (Hirnanhangsdrüse) bedingt, welches die Bildung von Kortikoiden in der Nebenniere reguliert, seltener durch Erkrankung der Nebennierenrinde selbst. Ein Cushing Syndrom äußert sich in erhöhtem Blutzuckerspiegel, Stammfettsucht, Hautveränderungen und Knochen- und Muskelabbau. Langzeitanwendungen mit den als Entzündungshemmer eingesetzten Glukokortikosteroiden (z.B. Prednisolon, Dexamethason) haben entsprechende Nebenwirkungen.

Eine verminderte Glukokortikoidbildung bezeichnet man als Hypadrenokortizismus (Morbus Addison). Morbus Addison äußert sich in schneller Ermüdbarkeit, Appetitverlust und Abmagerung.

Unterfunktionen des Nebennierenmarks kommen nicht vor. Selbst der völlige Ausfall des Nebennierenmarks wird vom Sympathicus und den endokrinen Zellen der Paraganglien kompensiert. Durch Tumore (Phäochromozytom) bedingte Überfunktionen können sich in anfallsartigem Bluthochdruck (paroxysmale Hypertonie) äußern.

Weblinks


Kategorie:Endokrines Organ

en:Adrenal gland es:Glándula suprarrenal fr:Glande surrénale it:Surrene ja:副腎 lt:Antinkstis nl:Bijnier pl:Nadnercze pt:Glândula supra-renal