Lexikon: Nitrat

 

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Das Nitrat-Ion (NO3-) ist das Anion der . , die das Nitrat-Ion enthalten, bezeichnet man als Nitrate. Nitrate werden in der als eingesetzt.


Ein Nitratsalz entsteht beispielsweise bei der Reaktion einer Lauge mit .

Beispielsreaktion: Ba(OH)_2 + 2HNO_3 => Ba(NO_3)_2 + 2H_2O

Bariumhydroxid + => Bariumnitrat +


Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass übermäßiger Düngeeinsatz zu einem erhöhten Nitratgehalt in insbesondere oberflächennahen Trinkwasservorkommen führen kann. Der aktuelle Grenzwert für NO3- liegt laut der deutschen Trinkwasserverordnung z.Zt. bei 50 mg/l, laut der schweizerischen Gewässerschutzverordnung bei 25mg/l. Wässer, die diesen Grenzwert überschreiten, werden von Wasserversorgern oft mit nitratärmerem Wasser vermischt, um den Grenzwert einzuhalten.

Bei übermäßeigem Eintrag verschiebt sich der Nährstoffhaushalt Trophiensystem|oligotropher Standorte (Böden, Gewässer) zugunsten Eutrophierung|eutropher Bedingungen, wodurch nitrophytische Pflanzengesellschaften bevorzugt werden. Damit geht eine Reduktion von Biodiversität einher. Besonders bei Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit kann im Zusammenwirken mit Phosphorverbindungen ein vermehrtes Algenwachstum entstehen.

Vorbeugend können in der Landwirtschaft Zwischenfrüchte angebaut werden, die den Nitrateintrag in die Gewässer verringern. Weitere Maßnahmen wären die Reduktion des Düngemitteleinsatzes oder die Verwendung von Nitrifikationshemmstoffen im Dünger. Politisch wurde mit der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie auf die ökologische Bedeutung reagiert.

Gesundheitliche Gefahren

Zu viel Nitrat im Trinkwasser und in gedüngtem Gemüse kann zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen. Gerade bei Säugling|Säuglingen bis zum sechsten Monat besteht die Gefahr einer akuten durch zu viel Nitrat. Da Säugling|Säuglinge noch sehr wenig Magensäure besitzen, kann sich im Magen des Säuglings Nitrat in das giftige Nitrit umwandeln. Nitrit verhindert den Sauerstofftransport im Blut. Die Vergiftung, die so genannte Blausucht (Methämoglobinämie), äußert sich in Atemnot und einer bläulichen Verfärbung der Lippen und Haut.

Weiterhin können durch die Verbindung von Nitrit mit körpereigenen Aminen und Amiden cancerogene Nitrosamine und Nitrosamide entstehen.

In der Aquaristik bewirkt ein zu hoher Nitrat-Wert des Wassers eine Gefährdung der Wassertiere, die mitunter zum Tode führen kann.

Nitrate

  • Kaliumnitrat – KNO3
  • Natriumnitrat – NaNO3
  • Bariumnitrat – Ba(NO3)2
  • Blei(II)-nitrat – Pb(NO3)2
  • Calciumnitrat – Ca(NO3)2
  • Eisen(II)-nitrat – Fe(NO3)2
  • Kupfer(II)-nitrat – Cu(NO3)2
  • Magnesiumnitrat – Mg(NO3)2
  • Aluminiumnitrat - Al(NO3)3
  • Chrom(III)-nitrat – Cr(NO3)3
  • Eisen(III)-nitrat – Fe(NO3)3

Manche Nebengruppenelemente wie Wolfram bilden keine Nitrate.

Anwendungen

Nitrate sind Bestandteile von Dünger|Düngemitteln. Kaliumnitrat ist Bestandteil des Schwarzpulvers. Es kann ggf. auch durch andere Nitrate ersetzt werden, wenn farbige Lichteffekte in der Pyrotechnik gewünscht werden.

Als Lebensmittelzusatzstoff kann Natriumnitrat E 251 oder Kaliumnitrat E 252 als Pökelsalz zur Konservierung von Wurst verwendet werden.

Literatur

Rohmann, Ulrich und Heinrich Sontheimer (1985): Nitrat im Grundwasser, Karlsruhe

Weblinks

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