Lexikon: Peking

 

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北京市
Běijīng Shì
Abkürzung: 京 JÄ«ng
Basisdaten
Fläche: km²
Einwohner: 11.653.700 (2005)
Bevölkerungsdichte: 693 Einwohner je km²
Höhe: NN

Geografische Lage: 39° 55' n. Br., 116° 23' ö. L.
Offizielle Website: chinesisch und englisch

Politik
Bürgermeister: Wang Qishan
Bild: China-Beijing.png

Peking(Chinesische Schrift|chin. 北京, Pinyin: BěijÄ«ng , Wade-Giles: Pei-ching; wörtlich: Nördliche Hauptstadt) ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Peking ist heute eine Administrative Gliederung der Volksrepublik China|regierungsunmittelbare Stadt, das heißt sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und besitzt den Status einer Provinz.

Die 11.653.700 Einwohner leben auf einem Gebiet von 16.807,8 Quadratkilometer, was ungefähr der Fläche von Thüringen oder der Steiermark entspricht. Peking und das umgebende Territorium sind im westlichen Sinne eher als Provinz zu bezeichnen. Die eigentliche Stadt ohne Vorortgürtel hat 7.490.618 Einwohner, in der Agglomeration 11.244.673 (Stand jeweils 1. Januar 2005).

Peking ist das politische und kulturelle Zentrum der Volksrepublik China. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt die Stadt ein weltweit einmaliges Kulturerbe. Sehenswert sind der Tiananmen|Tiananmen-Platz (chinesisch "Platz des Tors des himmlichen Friedens"), die Verbotene Stadt mit dem 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast und verschiedene Tempel. Peking ist 2008 Austragungsort der Olympische Sommerspiele 2008|Olympischen Spiele. Image:Forbidden_City1.JPG|thumb|300px|Verbotene Stadt

Der Name der Stadt

Der im deutschen übliche Name "Peking" kommt von der Aussprache des Namens in mehreren nordchinesischen Dialekten. Auf Hochchinesisch (Mandarin), dessen Aussprache auf dem Peking-Dialekt beruht, heißt die Stadt "BěijÄ«ng". Das ist auch die heutige offizielle deutsche Bezeichnung. Allerdings ist der Name Peking nachwievor im Sprachgebrauch üblicher.

Der chinesische Name "BěijÄ«ng" bedeutet "Nördliche Hauptstadt". Im Gegensatz dazu ist die Bezeichnung für "NánjÄ«ng" (Nanking) "Südliche Hauptstadt" und "Dongjing" (Tokio|Tôkyô, Japan) "Östliche Hauptstadt".

Geografie

Geografische Lage

Image:Skyway.jpg|thumb|200px|Straße in Peking Peking liegt 110 Kilometer nordwestlich des Golfs von Bo Hai inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine unabhängig verwaltete Stadtprovinz mit einer Fläche von 16.807,8 Quadratkilometern, was in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Thüringen oder der Steiermark entspricht.

Sie befindet sich am nordwestlichen Rand der dicht bevölkerten Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. Zum Pekinger Verwaltungsgebiet gehören ausgedehnte ländliche Gebiete. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Gebiet über 180 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 170 Kilometer.

Die geografischen Koordinaten sind 39,55 Grad nördlicher Breite und 116,23 Grad östlicher Länge. Weitere große Städte in der Provinz Peking sind (Stand 1. Januar 2005): Mentougou 197.772 Einwohner, Tongzhou 163.326 Einwohner, Shunyi 117.623 Einwohner und Huangcun 104.904 Einwohner.

Geologie

Peking liegt in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 140 Kilometer östlich von Peking, das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volkrepublik China über die Zahl der Toten beträgt 242.419, doch manche Schätzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, auch die Stärke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben führte auch in Peking und anderen Städten der Region zu Schäden.

Stadtgliederung

Bild: Beijing.png

Die eigentliche Stadt Peking ohne Vorortgürtel formiert sich aus acht Stadtbezirken:

Chaoyang (朝阳区: Cháoyáng Qū), Chongwen (崇文区: Chóngwen Qū), Dongcheng (东城区: Dōngchéng Qū), Fengtai (丰台区: Fēngtái Qū), Haidian (海淀区: Hǎidián Qū), Shijingshan (石景山区: Shíjǐngshān Qū), Xicheng (西城区: Xīchéng Qū) und Xuanwu (宣武区: Xuānwǔ Qū).

In der nahen Umgebung der Stadt Peking befinden sich weitere sechs Bezirke. Diese wurden zwischen 1986 bis 2001 in Bezirke geändert:

Mentougou (门头沟区: Méntóugōu Qū), Fangshan (房山区: Fángshān Qū) – Landkreis Fangshan bis 1986, Tongzhou (通州区: Tōngzhōu Qū) – Landkreis Tongxian bis 1997, Shunyi (顺义区: Shùnyì Qū) – Landkreis Shunyi bis 1998, Changping (昌平区: Chāngpíng Qū) – Landkreis Changping bis 1999 und Daxing (大兴区: Dà xīng Qū) – Landkreis Daxing bis 2001.

Weiter vom Stadtgebiet entfernt gibt es noch zwei Bezirke, diese wurden 2001 in Bezirke geändert und zwei Landkreise.

Die Bezirke sind: Pinggu (平谷区: Pínggǔ Qū) – Landkreis Pinggu bis 2001 und Huairou (怀柔区: Huáiróu Qū) – Landkreis Huairou bis 2001. Die Landkreise sind: Miyun (密云县: Mìyún Xià n) und Yanqing (延庆县: Yánqìng Xià n).

siehe auch: Bezirke Beijings

Klima

Bild: Klima_beijing.jpg

Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein warm-gemäßigtes, kontinentales , d.h. warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Der JahresNiederschlag|niederschlag beträgt 619 Millimeter, davon fallen etwa 70 Prozent in den Monaten Juli und August.

Im Winter herrschen Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius und ein eisiger, aus den mongolischen Ebenen wehender Wind. Der Sommer (Juni bis August) ist schwül und heiß mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius, der kurze Frühling (April und Mai) trocken, aber windig. Im Herbst (September und Oktober) herrscht trockenes und mildes Wetter.

Geschichte

  • Urgeschichte

Im Gebiet der heutigen Stadt Peking lebten schon vor 500.000 bis 230.000 Jahren Vertreter des Homo erectus (Sinanthropus pekinensis, Peking-Mensch), deren Überreste in den 1920er und 1930er Jahren bei Zhoukoudian, 50 Kilometer südwestlich der heutigen Stadt, entdeckt wurden. Am Fundort wurden viele Steinwerkzeuge und Knochenwerkzeuge gefunden, außerdem eine sehr dicke Ascheschicht. Diese wird als Artefakt der Feuerbenutzung interpretiert. Der Peking-Mensch beherrschte also das Feuer, benutzte es zum Wärmen, aber auch schon zum Braten. Steinwerkzeuge und Tierknochen waren seine Arbeitsgeräte.

Im Jahre 1991 wurde der Fundort von der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization|UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

  • Die Zeit bis zur Machtübernahme der Yuan-Dynastie

Image:Lcv5r8tpalace-yuen-peking-Allom.jpg|thumb|200px|Palast in Peking. Historische Zeichnung. Die Geschichte der Stadt Peking reicht zurück bis in die westliche Zhou-Dynastie (1121 v. Chr.|1121 bis 770 v. Chr.) als sie den Namen Ji (Schilf) trug. Unter diesem Namen wurde die Stadt 1000 v. Chr. zum ersten mal urkundlich erwähnt. Ji war zu dieser Zeit ein Zentrum für den Handel mit den Mongolen und Koreanern sowie verschiedenen Stämmen aus Shandong und Zentralchina.

In der Zeit der Streitenden Reiche war Peking die Hauptstadt der Yan, weshalb die Stadt den Namen Yanjing ("Hauptstadt der Yan") trug. 221 v. Chr. besetzte der spätere erste Kaiser Qin Shi Huang Di, (259 v. Chr.|259-210 v. Chr.) bei seinem Reichseinigungskrieg die Stadt. Unter seiner Regierung wurden die nördlichen Mauern befestigt.

Die Kaiser der Qin-Dynastie änderten den Namen erneut in Ji. Unter ihrer Herrschaft verlor Peking seinen Status als Hauptstadt an Xianyang. Ji war eine wichtige Militärbasis zur Verteidigung der Nordgrenzen Chinas und wurde wegen ihrer strategischen Bedeutung mehrfach durch Steppen- und Nomadenvölker aus dem Norden besetzt.

In der Zeit der T'ang-Dynastie (618-907 n. Chr.) regierte in der Stadt, die nun Youzhou hieß, ein Militärgouverneur. Sie stand stehts im Schatten der damaligen chinesischen Hauptstadt Xi'an ("Westlicher Frieden"). Erst unter der Fremdherrschaft der Liao-Dynastie erreichte Peking einen Teil seiner früheren Bedeutung zurück.

Im Jahre 937 n. Chr. eroberten die Kitan unter Te-kuang (926-947) einen Teil Nordchinas und errichteten in Peking ihren Herrschaftssitz. 960 entstand den Kitan in der Song-Dynastie ein ebenbürtiger Gegner. Die Song-Dynastie versuchte 979 Nordchina zurück zu erobern, konnte aber den Kitan-General Yelü Hsiu-ko vor Peking nicht besiegen. Auch 986 blieb Yelü Hsiu-ko siegreich.

Nach der Eroberung durch die Jurchen im Jahre 1153 wurde Peking zur Hauptstadt der Jin-Dynastie (1125-1234)|Jin-Dynastie und unter dem Namen Zhongdu ("Mittlere Hauptstadt") prächtig ausgebaut. Über 100.000 Arbeiter wurden für die Erweiterung der Stadt verpflichtet. 1215 nahmen die Heerscharen des Dschingis Khan (1162-1227) Peking ein.

Sie plünderten die Stadt und setzten sie in Brand. Auf den Trümmern ließ Dschingis Khan dann Daidu (die große Hauptstadt) errichten, die auch unter dem Namen Khanbaliq ("Stadt des Khan", bei Marco Polo "Kambaluk") bekannt wurde. Mit der Schaffung des Mongolenreiches erlangte die Stadt im Laufe des 13. Jahrhunderts eine vorherrschende Stellung.

  • Die Herrschaft der Yuan-Dynastie

Während der Herrschaft von Kublai Khan (1215-1294), dem Begründer der Dynastie, wurde Peking als Hauptstadt der Yuan-Dynastie|Yuan geplant und ausgebaut. Die Stadt war von 1264 bis 1368 Hauptresidenz der Mongolen. Zu dieser Zeit unterstand dem Enkel des Dschingis Khan fast ganz Asien und die ersten Europäer - unter ihnen auch Marco Polo (1254-1324) - kamen über die berühmte Seidenstraße nach Peking.

Marco Polo, der Kublais Gast war und eine Zeit lang in der Stadt arbeitete, war angesichts der großen Kultiviertheit überaus beeindruckt: "So zahlreich sind Häuser und Menschen, dass niemand ihre Zahl nennen könnte... Ich glaube es gibt keinen Ort auf der Welt, der so viele Händler, so viele kostbare und eigentümliche Waren und Schätze sieht, wie aus allen Himmelsrichtungen in diese gelangen..."

Image:Wan song monk pagoda01.jpg|thumb|200px|Wansong-Pagode Der Reichtum war auf die Lage der Stadt am Ausgangspunkt der Seidenstraße zurückzuführen, und nach Polos Beschreibungen waren es "fast täglich mehr als eintausend mit Seide beladene Karren", die in der Stadt eintrafen, um von dort ihre Weiterreise in Ländereien westlich von China anzutreten.

In einer für die Khans, die später Kaiser genannt wurden, beispiellosen Entfaltung von Stil und Pracht errichtete sich Kublai ein an allen Seiten durch Mauern geschützten und über Marmortreppen zugänglichen Palast enormer Ausmaße.

  • Machtentfaltung unter der Ming-Dynastie

1368 wurde die Yuan- von der Ming-Dynastie abgelöst. Zhu Yuanzhang (1328-1398), der erste Kaiser der Ming-Dynastie, ließ seine Hauptstadt an dem Fluss Yangzi bei Nanjing (Südliche Hauptstadt) errichten und änderte den Namen Daidus in Beiping ("Nördlicher Friede"). Nach seinem Tod wurde die Stadt in Peking ("Nördliche Hauptstadt") umbenannt.

Im Jahre 1421 wurde sie Hauptstadt der Ming-Dynastie. Die Verbotene Stadt und der Himmelstempel waren wichtige Elemente der Stadtentwicklung, deren Bau unter Kaiser Zhu Di (1360-1424) begonnen wurde. Während der nachfolgenden Qing-Dynastie (1644-1911) wurde die Stadt durch Tempel und Paläste erweitert. Diese Periode war vom Aufstieg und Niedergang der Mandschu beziehungsweise der Qing-Dynastie gekennzeichnet.

Ihre größte Blütezeit erlebte die Hauptstadt während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In jener Zeit errichteten die Qing nördlich der Stadt auch den legendären Sommerpalast, eine in der Welt einzigartige Gartenanlage für den Adel mit 200 Pavillions, Tempeln und Palastbauten vor der Kulisse einer weitläufigen Landschaft aus künstlich angelegten Seen und Hügeln. Gemeinsam mit dem Kaiserpalast bildete er den Mittelpunkt und das Symbol chinesischer Herrlichkeit und Machtentfaltung.

Im Zweiter Opiumkrieg|Zweiten Opiumkrieg drangen jedoch britische und französische Truppen im Jahre 1860 bis an die Mauern der Hauptstadt vor, und der Sommerpalast wurde von den Briten zunächst geplündert und dann in Brand gesteckt, wobei er praktisch bis auf die Grundmauern niederbrannte. Während der Kaiserhof in einer separaten, ummauerten Stadt auf großzügigem Raum lebte, mußte die Zivilbevölkerung unter menschenunwürdigen Bedingungen wohnen.

Mit Geldern, die eigentlich für die Modernisierung der chinesischen Marine gedacht waren, begann die Kaiserinwitwe Cixi (1835-1908) ab 1884 einen neuen Sommerpalast für sich zu errichten. Ihr Projekt markierte als letztes großes Symbol das Ende kaiserlichen Bauglanzes und Patronats - und wurde wie sein Vorgänger von ausländischen Soldaten während des Boxeraufstands im Jahre 1900 durch Brand verwüstet. Zu jener Zeit standen das Reich und die kaiserliche Hauptstadt infolge sukzessiver Wellen ausländischer Besatzung kurz vor dem Zusammenbruch.

  • Peking nach der Abdankung der Mandschu

Image:BeijingCityWalls1.jpg|thumb|200px|Überreste der Stadtmauer Nach der Abdankung der Mandschu und der Gründung der Republik China im Jahre 1912 blieb Peking bis 1928 das politische Zentrum Chinas. Dann richtete Chiang Kai-shek (1887-1975) die Hauptstadt in Nanjing ein. Peking war unter der Kontrolle von rivalisierenden Warlords und wurde daher von der Kuomintang 1928 in Beiping („Nördlicher Friede”) umbenannt, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Hauptstadt handelt.

Während der turbulenten 1920er Jahre kam es in Peking zu Massenkundgebungen der Bewohner, zuerst 1925, um gegen das Massaker an chinesischen Demonstranten in Shanghai durch britische Soldaten zu protestieren, und 1926, um ihren Unmut über die schmähliche Kapitulation der Regierung vor Japan kundzutun. Als die Demonstranten auf Regierungsbehörden zumarschierten, eröffneten Soldaten das Feuer auf sie.

Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1937 und 1945 von Japan besetzt, wurde jedoch nicht stark beschädigt. 1945 besetzten eine Allianz aus Kuomindang-Truppen und USA|US-amerikanischen Marines die Stadt.

  • Die Zeit seit der Machtübernahme durch die Kommunisten

Image:BeijingEastChanganAv.jpg|thumb|200px|Changan-Allee Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking ein - neun Monate bevor die Flucht Chiang Kai-sheks nach Taiwan den endgültigen Sieg zur Gewissheit werden ließ. Im Anschluss an die Gründung der Volksrepublik China durch Mao Zedong am 1. Oktober 1949 erklärte die kommunistische Regierung Peking wieder zur Hauptstadt.

Der Umbau der Hauptstadt und die Tilgung der Symbole früherer Regimes besaßen für die neuen Machthaber höchste Priorität. Im Eifer, sich von der Vergangenheit zu befreien und eine moderne Hauptstadt des Volkes zu bauen, wurde ein Großteil der alten Bausubstanz zerstört und zweckentfremdet. So wurde zum Beispiel der Tempel der Gepflegten Weisheit zu einer Drahtfabrik umfunktioniert und im Tempel des Feuergottes wurden Glübirnen hergestellt. In den Jahren besaß die Stadt noch 8.000 Tempel und Denkmäler, in den 1960er Jahren war diese Zahl auf nurmehr 150 geschrumpft.

Zum Schauplatz eines massiven Aufbegehrens durch das Volk wurde Peking 1989, als auf dem Tiananmen-Platz im Zentrum der Stadt zwischen April und Juni des Jahres fast eine Million Demonstranten ihren Unmut über das schleppende Tempo von Reformen, den Mangel an Freiheit und die weit verbreitete Korruption kundtaten. Eine riesige Statue, die Göttin der Freiheit, die man in beiden Händen eine Fackel tragen ließ, wurde von Kunststudenten angefertigt und dem Porträt Mao Zedongs auf dem Tiananmen-Platz gegenübergestellt.

Voller Zorn über die Demütigung durch das eigene Volk verhängte die chinesische Regierung am 20. Mai des Jahres das Kriegsrecht. Am 4. Juni 1989 wurde die friedlich demonstrierende Demokratie-Bewegung durch die Armee blutig niedergeschlagen; tausende Zivilisten kamen ums Leben.

Am 20. Oktober 1998 wurde in Peking die erste Menschenrechtskonferenz des Landes eröffnet. An der Konferenz nahmen mehr als 100 Vertreter aus 27 Staaten teil und im Juli 2001 erklärte das Internationale Olympische Komitee Peking zum Austragungort der Olympischen Sommerspiele 2008.

Die größten Probleme, denen sich die Stadt wegen der verfehlten modernen Stadtplanungspolitik heute gegenübersieht, sind die wachsende Zuwanderung, die Luftverschmutzung, verursacht durch unmoderne Fabrikanlagen und der ausufernde Verkehr, der seinen Teil zur schlechten Luftqualität beiträgt und die Stadt an den Rand eines Verkehrskollapses bringt.

Einwohnerentwicklung

Image:Modern Beijing Skyline Oct2004.jpg|thumb|200px|Skyline von Peking

Hatte Peking 1953 noch 2,8 Millionen Einwohner in der eigentlichen Stadt, so sind es heute (2005) mit 7.490.618 zweieinhalb mal soviel. Diese leben auf einer Fläche von 1.369,9 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 5.468 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800.

Die meisten Einwohner Pekings wohnen in Hochhäusern. Zwei Wohngebiete sind dafür besonders wichtig: das Wangjing-Gebiet im Nordosten sowie das Huilongguan-Wohngebiet im Nordwesten.

Da die Geburtenrate niedrig ist, ist das Bevölkerungswachstum vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. In der Stadt befinden sich etwa eine Million Gastarbeiter und illegale Einwanderer, die von amtlichen Statistiken nicht erfasst werden und vielfach in großer Armut in den Elendsvierteln mit hoher Kriminalitätsrate leben.

Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen, daneben gibt es unter anderem Mandschu und Mongolen. Das in Peking gesprochene Mandarin (Putonghua) beziehungsweise Hochchinesisch ist zugleich Amtssprache der Volksrepublik China.

In der Metropolregion Peking, zu der auch die eigentliche Stadt umgebende Vorortgürtel gehört, leben 11.244.673 Menschen auf einer Fläche von 8.859,9 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 1.269 Einwohner pro Quadratkilometer.

In der ganzen Provinz Peking leben 11.653.700 Menschen auf einer Fläche von 16.807,8 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 693 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Image:BeijingWangfujingCommercialStreet.jpg|thumb|200px|Wangfujing-Straße

        Jahr         Einwohner
1890 805.100
1900 693.000
1918 805.000
1921 811.100
1930 1.556.000
1936 1.574.000
1939 1.603.000
        Jahr         Einwohner
1953 2.768.119
1957 4.010.000
1970 5.000.000
1982 5.597.955
1990 5.641.634
2000 6.892.000
2005 7.490.618

Politik

Städtepartnerschaften

Peking unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

  • seit 14. März 1979: Tokio,
  • seit 25. Februar 1980: New York City,
  • seit 14. Oktober 1980: Belgrad, Serbien und Montenegro
  • seit 21. November 1983: Lima,
  • seit 15. Mai 1984: Washington, D.C.,
  • seit 16. September 1985: Madrid, Spanien
  • seit 24. November 1986: Rio de Janeiro, Brasilien
  • seit 14. September 1987: Köln,
  • seit 20. Juni 1990: Ankara, Türkei
  • seit 28. Oktober 1990: Kairo,
  • seit 8. Oktober 1992: Islamabad, Pakistan
  • seit 8. Oktober 1992: Jakarta, Indonesien
  • seit 26. Mai 1993: Bangkok, Thailand
  • seit 13. Juli 1993: Buenos Aires, Argentinien
  • seit 23. Oktober 1993: Seoul, Südkorea
  • seit 13. Dezember 1993: Kiew, Ukraine
  • seit 5. April 1994: Berlin,
  • seit 22. September 1994: Brüssel, Belgien
  • seit 6. Oktober 1994: Hanoi, Vietnam
  • seit 29. Oktober 1994: Amsterdam,
  • seit 16. Mai 1995: Moskau, Russland
  • seit 23. Oktober 1997: Paris,
  • seit 28. Mai 1998: ,
  • seit 18. Oktober 1999: Ottawa, Kanada
  • seit 14. September 2000: Canberra, Australien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Image:TempleofHeaven-HallofPrayer.jpg|thumb|200px|Die Halle des Erntegebets, Teil des Himmelstempels Image:Xishiku_church01.jpg|thumb|200px|Xishiku-Kathedrale

Theater

Es gibt zahlreiche Theater (zum Beispiel das Theater des Volkes), sowie die Pekinger Konzerthalle für Musikveranstaltungen. Nach Peking ist die berühmte Peking-Oper benannt, die eine besondere Vermischung verschiedener Kunstformen, wie Gesang, Tanz, Akrobatik und Mimik|mimischem Spiel, darstellt. Die Handlung fußt meist auf historischen oder mythologischen Stoffen.

Das zeitgenössische Theater ist demgegenüber in raschem Wandel begriffen und zeigt neuerdings chinesische Übersetzungen westlicher Stücke und experimentierfreudige Produktionen einheimischer Dramaturgen.

Das Sprechtheater hielt erst im 20. Jahrhundert Einzug auf chinesischen Bühnen. Seine Heimat wurde das Volkskunst-Theater in Peking, wo vor der Kulturrevolution europäische Stücke mit einer klaren sozialen Botschaft gezeigt wurden. 1968 wurde diese Kunstform jedoch von Jiang Qing, Mao Zedongs dritter Frau, bis auf wenige Stücke - die für die Gesellschaft als erbaulich eingestuft wurden - verboten. Das Theater und die meisten Kinos wurden für rund zehn Jahre geschlossen.

Museen

Neben zahlreichen Kunstmuseen verfügt Peking auch über ein Naturhistorisches Museum. Das Ergebnis der Sammelleidenschaft eines Qing-Kaisers zeigt ein ungewöhnliches Uhrenmuseum im Kaiserpalast in der Verbotene Stadt|Verbotenen Stadt. Die meisten Exponate sind überbordende Beispiele barocker Ornamentik aus Großbritannien und Nordirland|Großbritannien und , am beeindruckendsten ist jedoch vielleicht die riesige chinesische Wasseruhr.

Gute zeitgenössische Kunst ist in Peking relativ schwer zu finden. Ein Großteil der anspruchsvolleren Ausstellungen findet in alternativen Galerien statt, die nur selten in den Stadtmagazinen verzeichnet sind. Die bekanntesten sind die "Courtyard Gallery" in der Donghuamen Dajie und die "Red Gate Gallery" im "China World Hotel" in der Jianguomenwai Dajie.

60 Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das interessante "Luftfahrtmuseum". In einem riesigen Hanger und einer Ausstellungshalle werden mehr als 300 Fluggeräte gezeigt, angefangen von einem Nachbau des Flugzeugs der Gebrüder Wright, das Feng Ru (1883-1912), der erste chinesische Flugzeugingenieur und Pilot im Jahre 1909 steuerte, bis hin zu Kampfhubschraubern, die im Erster Golfkrieg|Ersten Golfkrieg zum Einsatz kamen. Zur Sammlung gehören außerdem Kampfflugzeuge aus dem Koreakrieg, der Bomber der 1964 Chinas erste Atombombe abwarf, sowie Mao Zedongs persönliche Maschine und jenes Flugzeug, aus dem die Asche von Zhou Enlai verstreut wurde.

Bauwerke

  • Altstadt und Kaiserpalast

Bild: Hydrant.JPG Die ursprünglich von einer großen Mauer umgebene Altstadt von Peking wurde als Abbild des Kosmos - von Griechische Sprache|griechisch kósmos = die Welt-ordnung - geplant und bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiser-, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Altstadt, in Nord-Süd-Richtung, befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die Verbotene Stadt - sie war ursprünglich nicht für das einfache Volk zugänglich - beherbergt den mit einer Mauer umgebenen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast. Der Ort diente 24 chinesischen Kaisern der Ming-Dynastie|Ming- und Qing-Dynastien und ihren Familien als Residenz. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum.

Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen im nördlichen Teil gelegenen Inneren Stadt, die von 1409 bis 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitestgehend denen der Hauptstadt Daidu in der Yuan-Dynastie (1271-1368). In der Inneren Stadt lag die Kaiserstadt, in der sich Regierungsgebäude, Paläste, Tempel, Garten- und Parkanlagen sowie die Verbotene Stadt befanden. Außerhalb der Kaiserstadt lagen Viertel mit Märkten und Tempeln sowie Wohnviertel. Die Mauer war circa 25 Kilometer lang.

Die im südlichen Teil gelegene Äußere Stadt wurde während der Ming-Dynastie zwischen 1521 und 1566 erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometer Länge. Es befanden sich sowohl wichtige Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China am 1. Oktober 1949 wurden die alten Stadtmauern niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten.

Das Palastmuseum (Gugong) in der Verbotenen Stadt ist die frühere Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Dieser Komplex - im 15. Jahrhundert errichtet - umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Westlich dieses Komplexes befindet sich das Gebiet Zhongnan Hai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist.

  • Der Tiananmen-Platz

Image:BeijingTiananmenSquare.jpg|thumb|200px|Der Tiananmen-Platz Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt und des Palastmuseums liegt der Tiananmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens), das Zentrum der Stadt. Auf dem Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Mit seiner Fläche von 40 Hektar ist er einer der größten öffentlichen Plätze der Welt. Er wurde in seiner gegenwärtigen Größe im Anschluss an die Machtübernahme der Kommunisten angelegt. Jedes Jahr finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt.

An der Westseite des Platzes steht die Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befindet sich ein Museum zur chinesischen Geschichte und Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und das Grab des früheren Vorsitzenden Mao Zedong (1893-1976) beherrschen den Platz in seiner Mitte.

In seiner neueren Geschichte diente der Platz zahlreichen historisch bedeutsamen Massenkundgebungen als Rahmen: am 4. Mai 1919 den ersten Forderungen nach Demokratie und Liberalismus durch Studenten, die gegen den Versailler Vertrag demonstrierten; am 9. Dezember 1935 den antijapanischen Protesten, mit denen zu einem Krieg des nationalen Widerstands aufgefordert wurde; 1966 den acht bühnenreif inszenierten Massenaufmärschen, die den Beginn der Kulturrevolution markierten und für die jedesmal circa eine Million Rotgardisten nach Peking befördert wurden, um auf die revolutionären Ideale eingeschworen und dann voller Schaffensfreude in die Provinzen entsandt zu werden; und im April 1976 der brutal unterdrückten, dem Gedenken an den früheren Premierminister Zhou Enlai (1898-1976) gewidmeten Qing-Ming-Demonstration, die zum ersten Mal auf den späteren Fall der Viererbande hindeutete.

Heute ist der Platz jedoch vor allem wegen der entsetzlichen Ereignisse von 1989 im Gedächtnis geblieben, als Studenten und Arbeiter friedlich für Demokratie demonstrierten und tausende am 4. Juni des Jahres vom chinesischen Militär getötet wurden.

  • Tempelanlagen

Image:Fa_yuan_temple01.jpg|thumb|200px|Fayuan-Tempel Von den vielen Tempeln ist der Himmelstempel (Tiantan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (unter anderem mit der Halle der Jahresgebete). Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuzianische und der Lamatempel (Yonghegong) sowie der Tempel der Weißen Pagode, die zum Gedenken an den Besuch des Dalai Lama Ngawang Lobsang Gyatso (1617-1682) aus Tibet im Jahre 1651 errichtet wurden. Des Weiteren sind der kaiserliche Neuer Sommerpalast (Peking)|Sommerpalast (Yihe Yuan) sowie die Ruinen des Alter Sommerpalast (Peking)|Alten Sommerpalastes (Yuanming Yuan) zu nennen.

  • Weitere Bauwerke

In den nordwestlichen Vororten (Shisan ling) befinden sich die Gräber einiger Kaiser der Ming-Dynastie (1368-1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Chinesische Mauer|Chinesischen Mauer.

Interessant als Relikt vergangener Zeiten ist das Alte Observatorium. Die erste Sternwarte an dieser Stelle entstand auf Anordnung von Kublai Khan (1215-1294), um den damals fehlerhaften Kalender durch Astronomen korrigieren zu lassen. Später als die islamischen Wissenschaften ihre Blüte erlebten, gelangte es unter muslimische Kontrolle, um im 17. Jahrhundert schließlich in die Hände von christlichen -Missionaren überzugehen, die bis in die 1830er Jahre die Hausherren blieben.

Im Komplex befindet sich ein idyllischer Garten und acht astronomische Instrumente aus der Ming-Zeit - wunderbar gearbeitete Armillarsphären, Theodolite und Ähnliches - auf dem Dach. Angegliedert ist ein kleines Museum mit einer Ausstellung von frühen, durch Astronomie inspirierten Töpferarbeiten und Navigationsinstrumenten.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der 400 Meter hohe Fernsehturm und das Central Chinese Television Headquarters (Fertigstellung 2008).

Parks

Image:BeijingBookstore.jpg|thumb|200px|Buchhandlung und Gingko-Bäume Image:Skyway3.JPG|thumb|200px|Brücke in Peking Der allgemein als Sommerpalast bezeichnete Yiheyuan gehört zu den reizvollsten Parkanlagen in Peking. Das riesige Areal, zwei Drittel davon ein See, diente den letzten Kaisern als Ort der Sommerfrische, an den sie sich samt Hofstaat während der heißesten Monate des Jahres zurückzogen. Und die von Hügeln umgebene, vom See gekühlte und durch eine Gartenanlage geschützte Lage ist ideal.

Kaiserliche Pavillions gibt es hier schon seit dem 11. Jahrhundert, die heutige Anlage stammt jedoch größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und entstand unter dem Mandschu-Kaiser Qialong.

Weitere Parks sind der Jingshan-, der Ditan- und der Nordmeer-Park (Beihai Gongyuan). Sehenswert ist auch der Zoo von Peking.

Kulinarische Spezialitäten

Nirgendwo auf dem chinesischen Festland ist die kulinarische Vielfalt größer als in Peking. Neben allen chinesischen Küchen sind hier auch nahezu alle asiatischen und die meisten Weltküchen vertreten. Angesichts dieser Fülle wird oft nicht beachtet, dass Peking selbst eine eigene Kochtradition besitzt und mit Spezialitäten wie Peking-Ente (Beijing kaoya) und mongolischem Feuertopf einen schmackhaften Beitrag leistet.

Peking-Ente wird in chinesischen Restaurants auf der ganzen Welt serviert und besteht aus kleinen Fleischstücken, die in Pflaumensoße getunkt und anschließend mit gehackten Zwiebeln in einen Pfannkuchen gerollt werden.

Ein anderes bekanntes Gericht ist der mongolische Feuertopf, bei dem in einem Topf mit kochender, meist von unten auf Temperatur gehaltener Brühe in Streifen geschnittenes Hammelfleisch sowie Kohl und Nudeln gestippt werden. Der Rest wird am Ende mitunter als Suppe getrunken.

Wirtschaft und Infrastruktur

Image:WangfujingCathedral.jpg|thumb|200px|Wangfujing-Kathedrale Peking ist mittlerweile das zweitgrößte Industriezentrum der Volksrepublik China. Wichtige Industriezweige wurden in den Satellitenstädten angesiedelt: die Herstellung von petrochemischen Produkten in Fangshan, Maschinenfabrikation in Fentai, Eisen- und Stahlfabrikation in Shijingshan sowie Motorfahrzeugherstellung in Tongxian.

Über zwei Millionen Arbeiter der Provinz sind in der beschäftigt. Es werden Bekleidung, Konserven, Baumwoll- und Synthetikstoffe, Farben, Papier, Schmiermittel und elektronische Produkte hergestellt. Seit dem Beginn von Wirtschaftsreformen im Jahre 1978 gewinnt die Baubranche zunehmend an Bedeutung. In ihr sind rund 700.000 Bauarbeiter beschäftigt.

In der der Provinz arbeiten rund 900.000 Menschen. Zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Geflügel- und Schweinefleisch, Getreide, Gemüse (Kohl, Tomaten, Auberginen, Möhren und Zwiebeln), Milch und Eier.

Zahlreiche Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe haben sich in den vergangenen Jahren in Peking angesiedelt (über eine Million Beschäftigte). Die Stadt ist ein Einkaufs- und Modezentrum. Es gibt mehrere moderne Einkaufsbezirke (zum Beispiel in der Wangfujing-Straße). Tradition haben unter anderem Goldemaillearbeiten (Cloisonné), Jadeschnitzerei und die Teppichweberei.

Seit den Wirtschaftsreformen der 1980er und 1990er Jahre gibt es auch Betriebe, die von ausländischen Investoren getragen werden. Es entstanden viele Privatunternehmen. In Peking gibt es rund 100.000 privat angestellte Arbeitnehmer (Getihu) in Gewerbebetrieben. Das Dienstleistungsgewerbe zählt über 30.000 Betriebe mit rund 200.000 Beschäftigten. Peking hat schwerwiegende Probleme mit der Luft- (Kohleverbrennung) und Wasserverschmutzung.

Verkehr

Image:BeijingRailwayStation.jpg|thumb|200px|Bahnhof in Peking Image:Beijing-2008.png|thumb|200px|U-Bahn-Netz von Peking Als Verkehrsknotenpunkt verfügt Peking über Flughäfen und Bahnverbindungen in alle Teile des Landes, wie auch eine interkontinentale Strecke über Ulan-Bator und die Transsibirische Eisenbahn nach Europa. Der Hauptflughafen (Flughafen Peking) liegt im Gebiet Shunyi, circa 20 Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum entfernt. Über den Kaiserkanal hat Peking Verbindung mit dem Hwangho (Gelber Fluss) und dem Jangtse.

Peking ist mit anderen Städten Chinas durch neun Autobahnen verbunden. Das Autobahnnetz Peking wird ständig erweitert. Für den innerstädtischen Verkehr stehen fünf Ringstraßen und einige Durchgangsstraßen zur Verfügung. Man klassifiziert das Stadtzentrum als den Teil von Peking, der innerhalb der 2. Ringstraße (Peking)|2. Ringstraße liegt und den Großraum der Stadt Peking als den Teil, der innerhalb der 5. Ringstraße (Peking)|5. Ringstraße liegt.

Ähnlich wie Moskau entwickelt Peking sich in Form von Ringen. Das hat leider Probleme für den Straßenverkehr mit sich gebracht. Staus sind häufig, und der Neu- und Ausbau von Ringstraßen scheint das Verkehrsproblem nicht zu lösen.

Innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel gibt es im Form von fast eintausend Bus- und Trolleybuslinien. Der erste Oberleitungsbus fuhr am 26. Februar 1957 in der Stadt. Am 24. Juni 1899 fuhren die ersten elektrischen Straßenbahnen in Peking, der Betrieb wurde aber schon während des Boxeraufstands am 13. Juni 1900 wieder eingestellt. Am 17. Dezember 1924 wurde das System wiedereingeführt. Diesmal verkehrten die Straßenbahnen bis 6. Mai 1966.

Zwar gibt es heute keine Tramlinien mehr, dafür aber vier Untergrundbahnlinien (zwei unterirdisch und zwei auf Bodenebene). Der erste Streckenabschnitt der U-Bahn Peking wurde am 1. Oktober 1969 eröffnet. Etwa fünf weitere U-Bahnlinien sind für die Olympischen Spiele 2008 geplant. Trotzdem kommt es immer zu langen Staus und stockendem Kolonnenverkehr. Neben dem gut ausgebauten Bussystem und den U-Bahnlinien existiert noch eine S-Bahn in Form einer Hochbahn. Aufgrund der hohen Kosten wird sie allerdings kaum genutzt.

Bildung

Von den vielen Hochschulen der Stadt sind die Peking-Universität (eröffnet 1898) und die Qinghua-Universität (eröffnet 1911) am bekanntesten. Landesweit bekannt sind auch die Volksuniversität und die Pädagogische Hochschule Peking. Am BLCU (vormals Sprachinstitut), studieren vor allem ausländische Studenten die chinesische Sprache.

Ebenso interessant ist die Sportuniversität Peking (Beijing Tiyu Daxue), die wichtigste Sportuniversität Chinas, bei Ausländern besonders für ein Studium des Wushu, oft in Kombination mit einem Sprachstudium, beliebt. Daneben gibt es die Chinesische Akademie der Wissenschaften (Academia Sinica) und eine Reihe ihr unterstehender Forschungsinstitute.

Über 250.000 Menschen sind im wissenschaftlichen und technischen Bereich angestellt. Rund 500.000 Personen sind im Bildungs- und Kommunikationswesen tätig. Die Peking-Bibliothek ist die bedeutendste in der Volksrepublik China (circa zehn Millionen Bände; mit Beständen aus den Bibliotheken der Sung-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastien).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Es gibt nicht mehr als circa ein paar Dutzend Menschen, die zum Ehrenbürger des Stadt Peking erklärt wurden. Größtenteils sind es sogenannte Huaren, das heißt, Ausländerinnen und Ausländer ohne Staatsangehörigkeit der Volksrepublik China, die aber von Chinesen abstammen. Nur wenige Ehrenbürger Pekings kommen aus dem Ausland.

Literatur

  • Kai Strittmatter Atmen einstellen bitte! Pekinger Himmelsstürze. Picus-Verlag 2001, ISBN 3-8545-2742-X

Weblinks



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