Lexikon: Pollen

 

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image:Pollen_(Meyers_Konversationslexikon_1888).png|thumb|150px|Pollenkörner. Der Pollen wird von zur Geschlechtliche Fortpflanzung|geschlechtlichen Fortpflanzung produziert. Ein Pollenkorn enthält den Haploid|haploiden Teil des Genom|Erbguts einer Blütenpflanze.

In den Bedecktsamer|bedecktsamigen Pflanzen werden die Pollen in Blüte (Botanik)|Blüten produziert, bei den Nacktsamige Pflanzen|Nacktsamern spricht man von Zapfenblüten.

Pollen werden vom , , , n oder anderen kleinen n verbreitet. Manche Pflanzen (z.B. die ) haben eine enge mit einer InsektenArt (Biologie)|art entwickelt, so dass das Aussterben der Pflanze das des Insektes mit sich zieht.

Entwicklung und Bildung des Pollenkorns

Pollenkörner werden in den Pollensäcken der Androeceum|Anthere des Androeceums gebildet. Sie werden von den Pollenmutterzellen (auch Mikrosporenmutterzellen genannt) durch 2 aufeinanderfolgende Zellteilungen, wovon eine eine Meiose|meiotische ist, gebildet. Es sind nun 4 Pollenkörner entstanden, die auch Mikrosporen oder Meiosporen genannt werden.

Vor der Öffnung der Androeceum|Antheren teilen sich die Pollenkörner in eine große vegetative Zelle (der Pollenschlauchzelle) und einer kleinen generativen Zelle (antheridiale Zelle genannt). Letztere teilt sich dann nochmals in 2 Spermazellen, so dass zum Zeitpunkt des Bestäubens die Pollenkörner 3-zellig sind.

Aufbau und Funktion

Der Pollen einer jeden Pflanzenart zeigt eine charakteristische Oberflächenstruktur der Pollenwand, die eine Zuordnung zu Familie (Biologie)|Familien und teilweise auch bis zur Art (Biologie)|Art erlaubt.

Die Pollenwand (auch Sporoderm genannt) besteht aus 2 Teilwänden. Die innere Wand wird als Intine bezeichnet und besteht aus Pektinen und . Die Exine (also die äußere Wand) besteht dagegen aus Sporopollenin, einer von der Struktur her an erinnernde Substanz, die äußerst widerstandsfähig und langkettig ist. Auf ihr sind nach außen Stäbchen (Bacula) aufgelagert, die am äußeren Ende zu einem Dach, dem Tectum verschmolzen sind. Auf der inneren Seite bildet sie die Nexine (das Wort stammt aus nicht skulptierte Exine) aus. Auf dem Tectum aufgelagert oder in den Zwischenräumen der Bacula befindet sich eine ölige Substanz: das Pollenkitt. Auch andere Substanzen, die unter anderen die Erkennung von eigenen oder fremden Pollen erlauben, befinden sich dort.

An den Pollenkörnern befinden sich eine oder meist mehrere Keimöffnungen (Aperturen). Hier fehlt die äußere Exine-Schicht. Durch sie hindurch kann dann die Intine als Pollenschlauch hindurch wachsen und dann den Fruchtknoten|Pflanzenembryo bilden. Je nach Art und Anzahl der Öffnungen können ganze Pflanzenklassen unterteilt werden. So kommen monocolpate (also Pollenkörner mit nur einer Keimöffnung) bei den n vor und tricolpate (solche mit 3 Öffnungen oder Furchen) sind für Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige typisch.

Ausbreitung

Da Pollen durch den Wind weit verbreitet wird und oft in Sediment|Seesedimenten oder en erhalten bleibt, ist er in der und Klimaforschung von großem Interesse. Anhand der gefundenen Pollen kann man auch Rückschlüsse z.B. auf die Geschichte des Waldes in Mitteleuropa und damit auch auf das einer geologischen Periode ziehen. Die sich mit dieser Thematik beschäftigende Wissenschaft nennt man Palynologie.

Daneben sind vom Wind verbreitete Pollen für viele Menschen mit n problematisch.

Pollenflugkalender

In sind folgende Pollensorten üblicherweise anzutreffen im ...

  • Januar: Hasel
  • Februar: Erle, Hasel
  • März: Erle, Pappel, Ulme,
  • April: , Eiche, Erle, Esche, , Gräser, , Hasel, Pappel, , , Ulme, Weide, Wiesenfuchsschwanz
  • Mai: Birke, Eiche, Flieder, , Gräser, Hafer, Hainbuche, schwarzer , , Linden (Botanik)|Linde, Plantane, Robinie, , Raps, Rotbuche, Spitzwegerich, Wiesenfuchsschwanz
  • Juni: , Gänsefuß, Gerste, Glatthafer, Gräser, Hafer, Hainbuche, schwarzer Holunder, falscher Jasmin|Jasmin (falscher), Liguster, Linde, , Raps, Roggen, Robinie, Spitzwegerich, Wiedenfuchsschwanz, Wiesenschwingel
  • Juli: Beifuß, Brennessel, Gänsefuß, Glaskraut, Glatthafer, Gräser, Liguster, Mais, Ragweed, Raps, Roggen, Spitzwegerich, Wiesenfuchsschwanz, Wiesenschwingel
  • August: Beifuß, Brennessel, Gänsefuß, Glaskraut, Glatthafer, Gräser, Mais, Ragweed, Raps, Roggen, Spitzwegerich, Wiesenschwingel
  • September: Beifuß, Brennessel, Gänsefuß, Glaskraut, Glatthafer, Gräser, Mais, Ragweed, Spitzwegerich, Wiesenschwingel
  • Oktober: Brennessel, Gänsefuß, Glaskraut, Gräser, Ragweed

Siehe auch

Weblinks

Kategorie:Botanik Kategorie:Bienenzucht


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