Lexikon: Privathaushalt

 

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Unter Privathaushalt im Sinne der Hauswirtschaft (auch Privathaushalt) versteht man die Gemeinschaft einer Familie (Soziologie)|Familie, einer privaten Gemeinschaft oder einer Einzelperson (Single (Lebensform)|Single), welche die tägliche Lebensführung gemeinsam (oder im Einzelhaushalt eben allein) bestreiten.

Der private Haushalt tritt als Anbieter von Arbeitskraft und als Endkäufer von Verbrauchs- und Gebrauchsgütern in Erscheinung.

Die täglichen Arbeiten können unter anderem umfassen

  • Einkauf
  • der Kochen|Zubereitung und Verabreichung von Mahlzeiten
  • Reinigungsarbeiten der Wohnung und Kleidung
  • Kinderversorgung und -betreuung
  • Reparatur von Haushaltsware|Gegenständen des Haushaltsbedarfs
  • Ausbesserungsarbeiten der Wohnung
  • Pflege von Zimmerpflanze|Pflanzen und en, gegebenenfalls auch von en und des Gartenarbeit|Gartens
  • Anfertigung von Kleidung, Tischwäsche und Mobiliar
  • Pflege und Reparatur der Transportmittel (Fahrrad, Kraftfahrzeug)
  • Krankenpflege|Betreuung kranker Familienangehöriger in der Wohnung
  • Verwaltungsarbeiten

Diese kurze und unvollständige Übersicht zeigt, dass die Führung eines Haushalts eine komplexe und vielfältige Aufgabe ist, die das Zusammenwirken aller Beteiligten erfordert. Dabei ist nicht nur Geschicklichkeit erforderlich, sondern ebenso Organisationstalent, Übersicht und Disziplin vor allem bei der Zeiteinteilung und in finanziellen Angelegenheiten.

Natürlich variieren die Aufgaben sehr stark mit der Zahl und der Demographie|demographischen Zusammensetzung des jeweiligen Haushalts. Einzelhaushalte sind am einfachsten zu organisieren, andererseits müssen aber alle Arbeiten von einer Person erledigt oder bei Bedarf haushaltsferne Hilfskräfte hinzugezogen werden.

Es haben sich im Aufgabenbereich "Haushalt" verschiedene Berufsgruppen entwickelt, die Dienstleistungen anbieten:

  • Au Pair, meist junge Frauen, die in Gastfamilien mithelfen
  • Kindermädchen
  • Dorfhelfer, im landwirtschaftlichen Bereich
  • Altenpfleger zur Betreuung alter und hilfsbedürftiger Menschen
  • Hauswirtschaftshelfer für kleine und Großfamilien
  • Tierheim zur zeitweisen Betreuung von Haustieren bei Abwesenheit wegen Krankheit oder Urlaub

Die steigende Lebenserwartung und die Vereinzelung der Gesellschaft führen zu einer Zunahme der Haushalte in Deutschland und auch in den angrenzenden Ländern.

Anzahl Haushalte:

  • in 38,994 Millionen (2003)
  • in 3,24 Millionen (2000)
  • in der 3,1 Millionen (2000)

Diese produzieren in einem erheblichen Ausmaß Waren und Dienstleistungen, die jedoch typischerweise selbst verbraucht werden und deshalb Statistik|statistisch nicht erfasst werden. Statistische Daten sind andererseits für Unternehmen im Konsumgüter- und Dienstleistungsbereich außerordentlich interessant.

Ein in der Zwischenzeit abgeschaffter Haushaltstag ermöglichte es Familien, einen Tag lang notwendige Arbeiten im eigenen Haushalt zu erledigen, ohne daß dieser Tag als Fehlzeit berücksichtigt wurde.

Bruttoeinkommen der Privathaushalte

Über ein Viertel (26 Prozent) der Bruttoeinkommen privater Haushalte entfiel im Jahr 2003 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf öffentliche Transfers. Im Jahr 1993 hat dieser Anteil nur 20 Prozent betragen. Dramatisch ist die Lage in den neuen Bundesländern. Hier stammt nur noch jeder zweite Euro aus Erwerbseinkommen. Ursache dafür sind vor allem mehr Rentnerhaushalte und die mehrmalige Anhebung des Kindergeldes. Zugenommen haben jedoch auch die Zahlungen an Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose.

Das Bruttoeinkommen der Privathaushalte in den neuen Ländern und Berlin lag durchschnittlich bei 2734 Euro pro Monat, was 76 Prozent des Westniveaus (3619 Euro) entspricht.

Bei den verbleibenden Nettoeinkommen - also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben -betrug die Spanne 660 Euro, was 77 Prozent des Westniveaus entspricht. Im Schnitt liegen die Nettoeinkommen aller Haushalte bundesweit bei 2771 Euro. Im Westen bei 2895, im Osten bei 2233 Euro. Damit hat sich der Aufholprozeß des Ostens seit 1998 verlangsamt. Beim Einkommen sowie beim Verbraucherverhalten gibt es zwar auch ein Nord-Süd-Gefälle sowie Differenzen zwischen Stadtstaaten und Flächenländern, am ausgeprägtesten sind jedoch die Ost-West-Differenzen. Das betrifft auch das Konsum- und Sparverhalten.