Lexikon: Raumausstatter

 

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Raumausstatter/Raumausstatterin ist ein Beruf aus dem Bereich des Handwerks. Er befasst sich mit der Gestaltung von Innenräumen.

Geschichte des Berufs

Der Raumausstatterberuf ist bereits sehr alt. Früher hieß dieser Beruf Tapezierer. Diese Bezeichnung stammt vom französischen Tapissier, der als Beruf seit dem Jahr 1295 bekannt ist. Am Hof Ludwig XIV. erlangte der Beruf erstmals große Bedeutung, wo der Tapissier Räume mit wertvollen Wandteppichen, Wandbespannungen und Stoffdrapierungen ausstattete und gepolsterte Sitz- und Liegemöbel herstellte. Später und auch regional unterschiedlich nannte man diesen Beruf auch Polsterer und Dekorateur bzw. Tapezierer-Dekorateur. Seit 1965 mit der Erneuerung der Handwerksordnung wird der Beruf offiziell als Raumausstatter bezeichnet. Auch der Sattler ist ein eng verwandter Beruf.

Arbeitsbereiche

Der Raumausstatterberuf umfasst die Bereiche

  • Polstern
  • verlegen von textilem Bodenbelag, PVC- oder CV-Belag
  • Fensterdekoration
  • Wandbekleiden (textile Wandbespannung bzw. Tapeten)

Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit dem Bestehen der Gesellenprüfung. Nach einer Reihe von Berufsjahren kann die Meisterprüfung abgelegt werden. Daneben kann auch ein Fachstudium absolviert werden, z.B. zum Innenarchitekt.

Chancen

Der Beruf des Raumausstatters ist sehr gut für beide Geschlechter geeignet. In der Regel handelt es sich bei Raumausstattungen um relativ kleine, oft auch Familienbetriebe. Eine Ausnahme bilden Objektausstatter, die sich auf Großkunden wie Hotels, Krankenhäuser, Seniorenheime, etc. spezialisieren. Durch geringe Gründungskosten (es werden kaum teure Arbeitsgeräte verwendet) bietet sich hier die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Aufgrund des Wegfalls des Meisterzwangs nach der Überführung in Anlage B der Handwerksordnung haben seit 2004 auch Gesellen die Möglichkeit zur Selbstständigkeit. Auch die Tätigkeit als Einrichtungsberater in einem Möbelhaus ist möglich.

Voraussetzungen

Neben handwerklicher Begabung sollten gestalterische Neigungen vorhanden sein. Die körperlichen Voraussetzungen sind so unterschiedlich wie die verschiedenen Arbeitsgänge. Das Dekorieren und Wandbekleiden ist körperlich nicht übermäßig anstrengend, erfordert aber viel Geschick. Das Bodenlegen mit seinen Vorbereitungsarbeiten (herausreißen von Altbelag, schleifen, gundieren und spachteln des Untergrunds, etc.) erfordern Kraft, da auch Gewichte transportiert werden müssen. Zum Polstern ist Kraft und Gefühl in den Händen gefragt. Da man bei den meisten Tätigkeiten viel mit Kunden zu tun hat, sollte man kontaktfreudig und freundlich sein. Mathematik steht hier weniger im Vordergrund, zeichnerisches Talent und Farb-und Formgefühl ist dagegen von Vorteil.

Weblinks

Kategorie:Handwerksberuf