Lexikon: Regiomontanus

 

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Bild: Johannes Regiomontanus.jpg

Johannes Müller von Königsberg (auch kurz Hans Müller), Latinisierung|latinisiert Regiomontanus (* 6. Juni 1436 in der Unterfranken|unterfränkischen Stadt Königsberg (Bayern)|Königsberg, Ortsteil Unfinden; †6. Juli 1476 in ), war ein bedeutender Mathematiker, Astronom und Verleger des Spätmittelalters.

Lebenslauf

Mit elf Jahren begann Regiomontanus in Leipzig Astronomie und Mathematik zu studieren. 1450 wechselte er nach Wien (mit der damals bedeutendsten mathematisch-astronomischen Schule Mitteleuropas). Dort lernte er den Humanismus kennen; besonders prägte ihn Georg von Peuerbach. 1457 wurde er selbst Magister und lehrte Mathematik und Philologie. 1461 begab er sich mit Kardinal Bessarion nach Rom, wo ihm die (von Peuerbach begonnene) kritische Kommentierung des Almagest des Ptolemaios übertragen wurde. Diese Arbeit diente später Nikolaus Kopernikus|Kopernikus und Galileo Galilei|Galilei als Lehrbuch. Aufenthalte in Ferrara, Padua und Venedig folgten. Mit dem Werk „De triangulis omnimodis“ von 1464 begründete er die neuzeitliche Trigonometrie.

1467 begab er sich nach Ofen (Stadt)|Ofen (Ungarn), wo ihn der Erzbischof von Gran mit der Erstellung astronomischer Tafeln beauftragte. Hier konstruierte er eigene Beobachtungsinstrumente; weiter erstellte er Sinus- und Tangententafeln (bis zu sieben Stellen Genauigkeit). Regiomontanus war auch als Astrologe tätig.

1471 zog er nach Nürnberg. Hier eröffnete er eine eigene Druckerei, in der er seine Tabellenwerke in bester Qualität herstellen ließ. Auch errichtete er eine Sternwarte mit - in eigener Werkstatt gefertigten - Instrumenten, die hohe wissenschaftliche Ansprüche erfüllten. Nachdem er von Papst Sixtus IV. zur Mitarbeit an der anstehenden Kalenderreform eingeladen worden war, ging er 1475 nach Rom. Bereits ein Jahr später starb er (wahrscheinlich an einer Seuche) im Alter von nur 40 Jahren.

Der latinisierte Name „Regiomontanus“ (für Königsberger) soll erstmals 1531 von Melanchthon verwendet worden sein.

Wirken

Regiomontanus gilt als bedeutendster Mathematiker (u. a. Begründer der modernen Trigonometrie) seiner Zeit und früher Reformator des Julianischer Kalender|Julianischen Kalenders.

1468 erschienen seine Tabellen für die Deklination (Astronomie) |Sonnendeklination (Tabula primi mobilis). Sein Calendarium für die Zeit 1475-1531 mit neu berechneten Positionsangaben von Sonne und Mond einschl. präzisen Zeitbestimmungstabellen, sowie die Ephemerides astronomicae ab anno 1475-1506 wurden für die Seefahrer seiner Zeit unverzichtbare Hilfsmittel - auch wegen der Zuverlässigkeit seiner Berechnungen und der Druckqualität. Seine Ephemeriden (Sterntafeln) haben durch die verbesserten Navigationsmöglichkeiten die Entdeckungsfahrten von Seefahrern wie Christoph Columbus oder Vasco da Gama erheblich erleichtert.

Regiomontanus war ein typischer Vertreter des Humanismus der Renaissance: Eigene Beobachtung und Vergleich mit den Ergebnissen der antiken Wissenschaft (Aristoteles) sollten nach seiner Ansicht die Astronomie erneuern und helfen, „die Wahrheit“ zu finden. Mit dieser Haltung wurde er neben Nikolaus von Kues der wesentliche Wegbereiter des kopernikanischen Weltbildes.

Die Genauigkeit seiner astronomischen Beobachtungen wurde erst von Tycho Brahe|Tycho de Brahe übertroffen. Seine Beiträge zur und Trigonometrie waren wegweisend.

Die Gregorianischer Kalender|Gregorianische Kalenderreform mit dem einmaligen Fortfall von zehn Kalendertagen und der Einführung einer Schaltjahr-Regelung erfolgte erst über 100 Jahre nach seinem Tod. Regiomontanus' Nachlass an wissenschaftlichen Instrumenten wird heute im Germanisches Nationalmuseum|Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg als Leihgabe der dortigen Stadtbibliothek(?) aufbewahrt.

Weblinks

  • (website Johannes Müller)

Kategorie:Mann Kategorie:Astronom des Mittelalters Kategorie:Mathematiker


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