Lexikon: Roggen

 

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Roggen
Bild: Illustration_Secale_cereale0.jpgRoggen (Secale cereale)
'
: Commelinaähnliche
(Commelinidae)
: Süßgrasartige (Poales)
: Süßgräser (Poaceae)
: Pooideae
: Roggen (Secale )
: Roggen (Secale cereale)

Roggen (Secale cereale), eine der Arten von Roggen ist eine in gemäßigten Breiten verbreitete Getreide|Getreideart. Es ist keines der klassischen Getreide der . Man vermutet seinen Ursprung vor 2000-3000 Jahren als Unkraut in Weizenfeldern Kleinasiens, wo es im Mischanbau verbreitet wurde.

Roggen ist besser an kühle und trockene te angepasst als . Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, vereint Eigenschaften beider Arten.

Im Jahr 2004 wurden laut FAO weltweit 19,5 Mio. t Roggen geerntet.

Roggen wird besonders in Mitteleuropa|Mittel- und Osteuropa als Brot|Brotgetreide verwendet. Die Backeigenschaften des Roggen sind denen des Weizens aufgrund des geringen Gluten|Glutengehaltes unterlegen. Oft werden daher Mischbrote und Brote aus hergestellt.

Der vergleichsweise hohe Lysin|Lysinanteil macht Roggen zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Ernährungsphysiologisch und backtechnisch interessant ist Roggen in der menschlichen Ernährung vor allem durch die sogenannten Pentosane. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle während der Teigführung und des Backvorgangs (Reiner et al., 1979, Winterroggen aktuell). Roggengebäcke zeichnen sich im Gegensatz zu Weizengebäcken durch einen dunklen, festen und aromatischen Teig aus, dem aber das "luftige" des Weizenteiges fehlt. Verschiedenen, z. T. widersprüchlichen Untersuchungen zufolge sollen die Pentosane und die damit längere Verweildauer des Nahrungsbreis im Verdauungsapparat, eine antikarzinogene Wirkung haben.

Verwendung: In Deutschland wird Roggen vor allem in der Tierernährung als Futter und als Brotgetreide eingesetzt. Seit 2004/05 wird Roggen jedoch auch als Grundlage für die Bioethanolherstellung angebaut. Mehr Informationen bietet das Roggenforum e.V. Roggen wird auch zur herstellung verwendet. Beispielsweise werden die besseren -Sorten aus Roggen hergestellt. Der in Norddeutschland häufig getrunkene "Korn" wird ebenfalls meistens aus Roggen hergestellt. Einer der größten Roggenverarbeiter in der Herstellung von Trinkalkohol ist Nordbrand Nordhausen GmbH.

Bestandteile

            10,95%
    Protein|Eiweiß        14,76%
               2,5%
     69,76%
    Ballaststoffe 14,6%
    Mineralstoffe  2%

Angaben je 100 Gramm|g

Brennwert 1400 Joule|kJ
  • e
    Calcium     33 mg
            2,67 mg
      121 mg
       374 mg
         264 mg
          6 mg
             3,73 mg
           0,450 mg
    Mangan       2,680 mg
    Selen        0,035 mg

Roggen_mit_Mutterkorn1.jpg|thumb|Roggen mit [[Mutterkorn verunreinigt]]

  • Vitamin|Vitamine
    Thiamin          0,316 mg
    Riboflavin       0,251 mg
    Niacin           4,270 mg
    Pantothensäure   1,456 mg
    Vitamin B6       0,294 mg
             0,060 mg
    Vitamin E        1,870 mg
    Alpha-Tocopherol 1,28 mg
  • Aminosäure|Aminosäuren
    Tryptophan   0,154 g
    Threonin     0,532 g
    Isoleucin    0,549 g 
    Leucin       0,980 g
    Lysin        0,605 g
    Methionin    0,248 g
    Cystin       0,329 g
    Phenylalanin 0,674 g
    Tyrosin      0,339 g
    Valin        0,747 g
    Arginin      0,813 g
    Histidin     0,367 g
    Alanin       0,711 g
    Aspartin     1,177 g
    Glutamin     3,661 g
    Glycin       0,701 g
    Prolin       1,491 g
    Serin        0,681 g

In diesem Zusammenhang von großem Interesse ist ein wissenschaftlicher Dauerversuch, der an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale durchgeführt wird: An der dortigen Landwirtschaftlichen Fakultät wird auf einem Feld seit nunmehr 120 Jahren ununterbrochen nur Roggen angebaut, und zwar ohne Düngung. Und seit Jahrzehnten liefert das Feld gleich bleibend etwa eineinhalb Tonnen Roggen je Hektar, das heißt rund die Hälfte des Ertrags, den ein Vergleichsfeld mit Düngung erzielt, und dies, obwohl dem Boden Jahr um Jahr zentnerweise Kalium, Phosphor und Stickstoff entzogen werden! Dutzende von wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind darüber schon erschienen. Das Ganze läuft unter dem Namen Langzeitdüngungsversuch "Ewiger Roggenbau".

Literatur

  • Elisabeth Schiemann; , Roggen, . Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
  • Reiner, L. et al.; Winterroggen aktuell. DLG Verlag, 1979

Weblinks

Versuch "Ewiger Roggenbau"


Kategorie:Süßgräser Kategorie:Nutzpflanze|Roggen Kategorie:Getreide|Roggen

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