Lexikon: Rom

 

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Rom
Image:Roum.jpg|250px|Rom
Wahlspruch: S.P.Q.R.
Basisdaten
Provinz:
Region: Latium
Fläche: 1.285,306 Quadratkilometer|km²
Einwohner: 2.643.771 (2005)
Bevölkerungsdichte: 2.057 Einwohner/km²
Höhe: NN
Vorwahlen: 0039 (Italien) - 06 (Stadt)
Geografische Lage: 41° 53' n. B.
12° 29' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: RM und ROMA
Stadtgliederung: 19 Munizipien, 155 Stadtbereiche
Offizielle Website: www.comune.roma.it
E-Mail-Adresse: XXX
Politik
Bürgermeister Walter Veltroni (Stand: 2004)

Rom (Italienische Sprache|italienisch: Roma) ist seit 1871 die Hauptstadt s, der Region Latium und der Provinz Rom. Die weitere Umgebung ist die Campagna Romana oder kurz Campagna. Rom hat 2.643.771 Einwohner in der eigentlichen Stadt und 3.615.972 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005). Innerhalb der Stadt bildet der unabhängige Vatikanstadt|Staat der Vatikanstadt ein Enklave. Der Vatikan ist der Sitz des Papstes, des Bischof von Rom|Bischofs von Rom und Oberhauptes der Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche.

Außerdem ist Rom auch der Sitz des Malteserorden|Malteser Ritterordens, der ein eigenständiges, jedoch nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt ist. Somit kann Rom als dreifache Hauptstadt gelten. In der Geschichte war Rom vor allem als Zentrum des Imperium Romanum sowie als Sitz des Papsttums von Bedeutung. Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe erklärt.

Geografie

Geografische Lage

Image:LocationRoma.jpg|thumb|200px|Lage Roms in Italien Rom liegt im Zentrum des Landes, am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres durchschnittlich drei Meter über dem Meeresspiegel. Im Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Süden die Albaner Berge. Rom liegt in der Tiberebene, in welcher sich Tiber und Aniene kurz vor der Stadt vereinigen. Die geografischen Koordinaten sind 41,53 Grad nördlicher Breite und 12,29 Grad östlicher Länge.

Die Provincia di Roma grenzt im Norden an die Provincia di Viterbo und die Provincia di Rieti, im Westen an die Provincia di L'Aquila in der Region Abruzzi, sowie im Süden an die Provincia die Frosione und die Provincia di Latina.

Stadtgliederung

Rom gliedert sich in 19 Munizipien und 155 Stadtbereiche. Die Munizipien sind Stadtbezirke, welche zur leichteren Regierbarkeit der Stadt Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurden. Ursprünglich waren es 20 municipi, aber das Municipio XIV ist Mitte der 1990er Jahre ausgemeindet worden und heute als Stadt Fiumicino bekannt. Die Stadtbezirke sind:

  • Area Nord-Est: Municipi I, III, V und XVII
  • Area Nord-Ovest: Municipi II, IV, XVI, XVIII, XIX und XX
  • Area Sud-Ovest: Municipi XII, XIII und XV
  • Area Sud-Est: Municipi VI, VII, VIII, IX, X und XI

Klima

Das Klima Roms ist von seiner mediterranen Lage geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,4 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge 756 Millimeter im Mittel.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 21 bis 23,8 Grad Celsius und die trockensten Juni und Juli mit 19 bis 21 Millimeter Niederschlag im Mittel. Die größten Niederschläge sind im Herbst und Winter mit durchschnittlich 74 bis 104 Millimeter zu verzeichnen. Der kälteste Monat ist der Januar mit 7,9 Grad Celsius im Mittel.

Geschichte

Gründung

Nach der Römische Mythologie|Gründungssage wurde Rom am 21. April|21. April 753 v. Chr.|753 v. Chr. von Romulus und Remus|Romulus gegründet. Romulus brachte später seinen Zwillingsbruder Romulus und Remus|Remus um. Die Zwillinge waren nach der Sage die Kinder des Mars (Mythologie)|Mars mit einer Vestalin. Sie seien auf dem Tiber ausgesetzt, von einer Wölfin gesäugt und dann von dem Hirten Faustulus am Velabrum unterhalb des Palatin gefunden und aufgezogen worden.

Das Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Zeitskala des Kalender (Römisches Reich)|Römischen Kalenders, lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c., deutsch „von der Gründung der Stadt (Rom) an“. Ausgrabungen auf dem Palatin fanden tatsächlich Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 vor Christus.

Königszeit und Republik

Bild: 7_Hügel_Roms.jpg Die Zusammenfassung einzelner Siedlungen zu einem Gemeinwesen könnte sich nach Auffassung der Historiker tatsächlich um das legendäre Gründungsdatum herum ereignet haben. Die sprichwörtlichen sieben Hügel Roms sind: Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius (auch Caelian(us)).

Zu Beginn seiner Geschichte war Rom ein Römische Königszeit|Königreich, als erster Etruskerkönig wird Tarquinius Priscus (616 v. Chr.|616 bis 578 v. Chr.) genannt. Nach Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus - angeblich im Jahr 509 v. Chr. - wurde Rom eine Römische Republik|Republik - wenngleich dies wohl erst um 475 v. Chr. geschah. Die Folgezeit war von Ständekämpfen zwischen den rechtlosen, wenn auch freien, Plebejern und den adeligen Patriziern gekennzeichnet. Rom begann nun die umliegenden Gebiete anzugliedern.

Obwohl sich Rom 390 v. Chr. einer Invasion der Gallier kaum erwehren konnte, expandierte die Stadt dennoch ständig. Zum Schutz vor weiteren Übergriffen wurde die Servianische Mauer errichtet. Es folgten 312 v. Chr. der Bau des ersten Aquädukts, sowie der Bau der Via Appia. Zur Expansion Roms trugen besonders auch die Punischer Krieg|Punischen Kriege (264 v. Chr.|264-146 v. Chr.) bei.

Nachdem die Brüder Tiberius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus, die versuchen Landreformen durchzusetzen, ermodertet wurden, kam es zu einer Phase der Instabilität, welche im Römische Bürgerkriege|Bürgerkrieg ihren Höhepunkt fand. Gaius Iulius Caesar setzte als Diktator eine Reihe von Reformen durch, wurde jedoch 44 v. Chr. ermordet. Zu diesem Zeitpunkt erreichte das Forum Romanum bereits eine Bebauungsdichte, die eine Ausweitung des Areals nötig machte. Aus diesem Grund begann Caesar mit dem Bau des Forum Iulium.

Kaiserzeit

Bild: RomaBasilicaMassenzioDaPalatino.JPG Im 1. Jahrhundert vor Christus war Rom wohl bereits eine Millionenstadt und geographisch, als auch politisch Zentrum des Reiches. Es verfügte über ein funktionierendes Frisch- und Abwassersystem, ein gut ausgebautes Straßennetz, funktionierende Bevölkerungsschutzeinheiten (Vigiles) welche als Feuerwehr mit Polizeibefugnissen ihren Dienst versahen. Trotzdem wurde der Ausbau Roms, welcher besonders unter Caesars Erbe Augustus|Kaiser Augustus forciert worden war, durch einen großen Brand unter Nero im Jahr 64 vorübergehend zurückgeworfen.

Unter der Herrschaft der Flavier|Flavischen Dynastie (69-96 n. Chr.) begannen umfangreiche Bautätigkeiten. Zu diesen neuen Bauwerken gehören die berühmtesten Baudenkmäler, wie das Kolosseum und die Kaiserforen. Das letzte dieser Foren wurde Anfang des 2. Jahrhunderts unter Trajan fertiggestellt. Zu dieser Zeit erreichte Rom den Höhepunkt seiner Zivilisation. Große Thermen wie die von Caracalla und Diokletian, welche sogar Bibliotheken einschlossen, waren fester Bestandteil des römischen Lebens geworden. Besessen vom Gigantismus errichteten die Kaiser immer größere Bauwerke, wie die Maxentiusbasilika. Hierin begann bereits der Niedergang des Kaiserreiches sich abzuzeichnen.

Spätantike und Niedergang

Bild: 450_roman-hunnic-empire_1764x1116.jpg Zu Beginn der Spätantike erreichte Rom wohl seine größte Bevölkerungszahl, verlor aber bald an politischer Bedeutung. Im 5. und 6. Jahrhundert kam es dann zu Katastrophen, die das Ende der antiken Herrlichkeit der Stadt bedeuteten: Auch die im 3. Jahrhundert gebaute Aurelianische Mauer konnte nicht verhindern, dass Rom während der Völkerwanderung 410 von den Westgoten, 455 durch die Vandalen und 472 durch die Burgunder geplündert wurde. Gleichwohl wurden auch nach dem formellen Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 bekannte städtische Einrichtungen wie die Diokletiansthermen und das Kolosseum zunächst weiter unterhalten, trotz sinkender Einwohnerzahlen bestand das antike Leben fort.

Noch Prokopios stellte fest, dass die Bauwerke der Stadt während der Herrschaft der Ostgoten instand gehalten worden seien. Um 530 lebten wohl noch immerhin etwa 100.000 Menschen in Rom. Die eigentliche zivilisatorische Katastrophe war dann der Gotenkrieg mit der endgültigen Zerstörung fast aller römischen Wasserleitungen durch Witichis 537, der Auslöschung der das antike Erbe bewahrenden Senatorenschicht und einem mehrjährigen Aussetzen des städtischen Lebens durch oströmisch-gotische Belagerungskämpfe.

Das letzte spätantike Bauwerk in der Stadt ist die 608 errichtete Phokassäule. Die Stadt entging nur knapp einer vollständigen Zerstörung. Rom gehörte zwar formell seit 554 wieder zum Oströmisches Reich|Oströmischen Reich, die Ordnungsfunktionen wurden jedoch in den Zeiten der Völkerwanderung mehr und mehr vom Papsttum ausgeübt. Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert folgten weitere Belagerungen, Angriffe und Plünderungen durch Langobarden, Sarazenen und Normannen, so dass sich das Stadtgebiet zeitweise kaum über die Tiberufer hinaus erstreckte.

Hochmittelalter und Neuzeit

Image:Plan of Rome in the Middle Ages - Historical Atlas by William R. Shepherd, 1923.jpg|thumb|right|200px|Rom im Mittelalter Seit Pippin erlangte Rom, das im nur noch etwa 20.000 Einwohner zählte, neue Bedeutung als Hauptstadt des Kirchenstaates (Patrimonium Petri) und als wichtigster Wallfahrtsort des Christentums neben Jerusalem und Santiago de Compostela. Neuer Glanz kam im Jahr 800 in die Stadt, als Karl der Große durch Leo III. (Papst)|Papst Leo III. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde.

Die Gräber der nach dem Brand Roms unter Nero im Jahre 64 hingerichteten Apostel Simon Petrus und Apostel Paulus|Paulus sowie unzählige andere Reliquien in Rom|Reliquien verhießen ab 1300 in den Heiliges Jahr|Heiligen Jahren den Pilgern außergewöhnliche Gnaden und Ablass|Ablässe. Das Aufblühen Roms in der Renaissance wurde 1527 durch das Sacco di Roma ("Plünderung Roms") unterbrochen, als die Söldnertruppen Karl V. (HRR)|Karls V. Rom plünderten und verwüsteten.

In christlicher Zeit sind viele bedeutende Bauten entstanden, so zum Beispiel die so genannten vier Patriarchalbasilika|Patriarchalbasiliken Sankt Paul vor den Mauern über dem Grab des heiligen Apostel Paulus|Apostels Paulus aus dem 4. Jahrhundert, der Lateran, ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert, von Francesco Borromini barockisiert, Santa Maria Maggiore aus dem 5. Jahrhundert und vor allem der Petersdom, der in der heutigen Form aus der Renaissance und dem Barock stammt.

Insgesamt fand in der Renaissance und im Barock die Stadt ein neues Gepräge, das hauptsächlich von Kirchen in Rom|Kirchen bestimmt wird, aber auch von neuen Straßenzügen mit Sichtachsen auf Obelisken in Rom|Obelisken, Palästen und Plätze in Rom|Plätzen mit Brunnen in Rom|Brunnen. In diesem Zustand ist Rom bis heute verblieben, weshalb die römische Altstadt neben dem Vatikan eines der beiden Weltkulturerbe in Rom darstellt.

Hauptstadt Italiens

Nach dem Ende des Kirchenstaates wurde Rom 1871 die Hauptstadt des neuen . Unter Mussolini wurden die Differenzen zwischen Staat und Kirche durch die Lateranverträge mit dem Heiligen Stuhl 1929 beendet und der unabhängige Vatikanstadt|Staat der Vatikanstadt begründet. Nach dem Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg verließ 1946 der König das Land, und wurde Republik. 1960 fanden in Rom die Olympische Sommerspiele 1960|XVII. Olympischen Sommerspiele statt.

Rom heute

Image:Kolumna Trajana i Kosciol Najswietdzego Imienia Marii.JPG|thumb|200px|Trajans Säule

Die großen Bauten des 20. Jahrhunderts wurden fast alle in den Außenvierteln wie dem E.U.R. errichtet, so etwa der Palazzo del lavoro. In der Innenstadt dagegen sind Baumaßnahmen aus denkmalpflegerischen Gründen nur selten erlaubt. Derzeit finden große Grabungen im Bereich der antiken Kaiserforen statt. So ist etwa das Theater des Pompeius am Campo de' Fiori aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., in dessen Vorhof zu Cäsars Zeit die Kurie untergebracht war und er wohl auch getötet wurde, noch zu großen Teilen erhalten.

Heute befinden sich darin Keller und eine Tiefgarage, Restaurants und Bars, Privatwohnungen und Hotelpensionen. Alle Zimmer haben aufgrund der ursprünglichen halbrunden Theaterstruktur einen trapezförmigen Grundriß, was für die Römer im Alltag oft zu großen Problemen führt. Schon der Bau einer riesigen Tiefgarage zum Jahr 2000 in einen Tuffhügel am Petersplatz war umstritten, weil die Zerstörung archäologischer Reste befürchtet wurde. Aus demselben Grund wurde die immer noch dringend benötigte dritte Metro-Linie bis heute nicht gebaut.

Größere Probleme als die historische Innenstadt machen die oft unschönen Vorstädte mit ihrer hohen Kriminalitätsrate. Dort waren nach dem 2. Weltkrieg oft nachträglich gegen eine Gebühr genehmigte Gebäude fast unkontrolliert in die römische Campagna gebaut worden. Während in der Innenstadt die Kirchen aufgrund ihrer Überzahl oft kaum noch zu erhalten sind, fehlten sie in der Umgebung häufig völlig. Bis heute sind in der einstigen Stadt der "Thermen für alle" öffentliche Bäder kaum vorhanden.

Die Einwohner die es sich leisten können, besitzen eine Wohnung in einem der oft begrünten und sorgsam gepflegten Innenhöfe oder gar eine kleine Villa im Stadtbereich. Insgesamt hat sich seit der Wahl des grünen Bürgermeisters Rutelli Anfang der 1990er Jahre und unter der Regierung von Silvio Berlusconi die Situation nur wenig gebessert.

Unter dem Pontifikat Papst Johannes Paul II. erlebte die Stadt zweimal einen nie zuvor dagewesenen Menschenandrang. Im Jahr 2000 kamen zum Gottesdienst am Weltjugendtag zwei Millionen Menschen vor die Tore der Stadt. An den Begräbnisfeierlichkeiten am 8. April 2005 auf dem Petersplatz nahmen 200 Staats- und Regierungschefs sowie drei bis vier Millionen Menschen aus aller Welt teil, von denen aber nur 300.000 Platz fanden, die übrigen verfolgten die Zeremonien auf Videogroßbildschirmen.

  • Siehe auch: Zeittafel Rom

Religionen

Image:Swiss Guard.jpg|thumb|200px|Schweizer Garde In der Antike war die Römische Mythologie mit ihren Kulten die am weitesten verbreitete Religion in der Stadt. Dennoch waren in diesem Kulturzentrum auch alle anderen Religionen vertreten. Bereits sehr früh entstand eine Christentum|christliche Gemeinde in der Stadt, welche trotz der Christenverfolgungen rasch anwuchs.

Ab der Herrschaftszeit Konstantin der Große|Konstantins des Großen nahm das Christentum im Römisches Reich|Römischen Reich einen Aufschwung und überlebte auch dessen Untergang. Nachdem die Stadt mehrfach von heidnischen Völkern geplündert und zerstört wurde, setzte sich Rom als Zentrum des Kirchenstaates durch. Infolgedessen wurden in Rom unzählige Kirchen errichtet, die die wichtigsten Heiligtümer beherbergen.

Nachdem Rom 1797 von Napoleon Bonaparte erobert worden war, wurde es nach dem Wiener Kongress 1815 wieder unter päpstliche Hoheit gestellt. Da das italienische Nationalbewusstsein unter der französischen Besatzung gewachsen war, kam es zum Krieg zwischen dem inzwischen vereinigten Italien und dem Papstsitz Rom.

Der Papst zog sich darauf hin in den Vatikan zurück, der 1929 in den Lateranverträgen als eigenständiger Staat akzeptiert wurde. Seitdem ist Rom wieder das geistliche Zentrum des Christentums.

Einwohnerentwicklung

Roms Geschichte begann etwa 800 v. Chr. mit einem Bündnis verschiedener kleiner Dörfer mit wenigen hundert bis tausend Einwohnern. Von da ab wuchs Rom in den nächsten Jahrhunderten kontinuierlich zur Megastadt an, die über eine Million Einwohner zählte. Erst mit dem Einsetzen des s nahm die Bevölkerung wieder ab und sank rasch bis zum Jahr 530 auf 100.000 ab.

Im frühen Mittelalter war Rom mit 20.000 Einwohnern nur mehr eine Kleinstadt. Erst mit dem Aufstieg des Kirchenstaates blühte Rom erneut auf und konnte als Wallfahrtszentrum bis zum Ende des 19. Jahrhunderts seine Einwohnerzahl wieder auf 230.000 steigern. Erst im 20. Jahrhundert wuchs Rom erneut zur Millionenstadt heran, indem es in rund 100 Jahren seine Einwohnerzahl mehr als verzehnfachte.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1858 handelt es sich um Schätzungen, von 1861 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.

Image:Rzym Oltarz Ojczyzny.jpg|thumb|200px|Piazza Venezia

Jahr Einwohner
1750 156.000
1800 163.000
1820 139.900
1850 175.000
1853 175.800
1858 182.600
31. Dezember 1861 194.500
31. Dezember 1871 212.432
31. Dezember 1881 273.952
10. Februar 1901 422.411
10. Juni 1911 518.917
Jahr Einwohner
1. Dezember 1921 660.235
21. April 1931 930.926
21. April 1936 1.150.589
4. November 1951 1.651.754
15. Oktober 1961 2.188.160
24. Oktober 1971 2.781.993
25. Oktober 1981 2.840.259
20. Oktober 1991 2.775.250
21. Oktober 2001 2.546.804
1. Januar 2005 2.643.771

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Überblick

Bild: RomaCastelSantAngelo-2.jpg Bild: Paolo_fuori_%283%29.jpg Rom wurde der Überlieferung zufolge im Jahre 753 v. Chr. auf einem der sieben Hügel gegründet. Jedoch lassen Funde darauf schließen, dass bereits 1000 v. Chr. in diesem Bereich menschliche Siedlungen existiert haben müssen. Das Bild der Hügel Kapitol und Palatin, sowie des Tales zwischen den beiden, ist besonders durch antike Bauwerke bestimmt.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Kapitol lange als Sitz der Regierung des Imperium Romanum diente, während der Palatin vor allem als Residenzhügel der Kaiser verwendet wurde. Im Tal zwischen den beiden Hügeln befindet sich das Forum Romanum, welches das Zentrum des städtischen Lebens im antiken Rom darstellte.

Als Innenstadt Roms gilt der Bereich innerhalb der Aurelianische Mauer|Aurelianischen Mauer, welche im 3. Jahrhundert um das Gebiet der 7 Hügel, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius, Aventin und Palatin, errichtet wurde. Das historische Zentrum breitet sich fast ausschließlich am linken Ufer des Tibers aus.

Hier befinden sich die meisten und größten Baudenkmäler aus der . Die christlichen Gebäude hingegen sind auf beiden Seiten des Tiber verstreut. Die Vatikanstadt, mit dem weithin sichtbaren Petersdom, befindet sich jedoch auf der rechten Seite des Tibers. Das historische Zentrum von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe erklärt.

Die äußere Stadt und der Peripherie Roms befindet sich im Bereich außerhalb der aurelianischen Mauer. Die Konzentration antiker Bauwerke ist hier deutlich geringer, wenn man auch immer wieder solche antrifft. Man findet jedoch zahlreiche Kirchen, welche auch in diesem Bereich errichtet wurden, so zum Beispiel die Basilika St. Paul vor den Mauern.

Theater

Rom spielt eine führende Rolle im italienischen Kulturleben. Im Opernhaus der Stadt, das zu den größten in Italien zählt, im Sommer auch in den Caracalla-Thermen, werden Opernaufführungen geboten. Außerdem gibt es in Rom etwa 20 Theater und sechs Konzertsäle, die außerhalb der Sommermonate mit einem abwechslungsreichen Programm aufwarten. Im April 2002 wurde im nördlichen Teil der Stadt ein Konzertpark eröffnet; das rund 50.000 Quadratmeter große Areal umfasst unter anderem drei Konzerthallen mit 700, 1.200 und 2.700 Plätzen, die nach Plänen des Genua|Genoveser Architekten Renzo Piano erbaut wurden.

Museen

Das älteste Museum Roms sind die 1471 eingerichteten Kapitolinische Museen|Kapitolinischen Museen, die neben den bedeutend größeren Vatikanische Museen|Vatikanischen Museen zu den bedeutendsten Kunstkollektionen Roms gehören.

In der Villa Giulia, dem Landhaus Julius II. (Papst)|Papst Julius II. welches Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde, ist eine herausragende Sammlung etruskischer und antiker Römischer Kunst untergebracht. Die Kunstsammlung der Familie Borghese wird in ihrem Palast aus dem frühem 17. Jahrhundert ausgestellt. Sie trägt den Namen Villa Borghese|Gallerie Borghese und besteht vor allem aus Gemälden und Plastiken.

Im von Michelangelo entworfenen Museo Nazionale Romano delle Terme sind griechische und römische Plastiken ausgestellt. Ebenfalls bedeutend sind die Gemäldegalerie im Palazzo Farnese, die Renaissance-Bronzensammlung im Palazzo Venezia und die Gemäldesammlung im Palazzo Barberini.

Bauwerke

Image:Bazylika sw Piotra 2.jpg|thumb|200px|Petersdom Image:Colosseum-2003-07-09.jpg|thumb|200px|Kollosseum Rom beherbergt als eine der großen Kulturstädte Europas zahlreiche Denkmäler von der Zeit der Etrusker bis hin zur Gegenwart, wobei die Zeugnisse aus der Zeit der etruskischen Könige und der römischen Frühgeschichte eher spärlich sind. Umso umfangreicher sind die Hinterlassenschaften aus der Epoche des Römisches Reich|Römischen Reiches.

Sie reichen vom fast vollständig erhaltenen Pantheon (gegründet im Jahre 27 v. Chr., wiederaufgebaut zwischen 118 und 128 n. Chr.), dem einzigen erhaltenen Kuppelbau der , bis zum eindrucksvollen Kolosseum (fertiggestellt 80 n. Chr.), dem größten Amphitheater der Antike, das Austragungsstätte von Gladiatorenkämpfen und anderen Schauspielen war. Seit dem Jahre 1999 dient das Kolosseum auch als Monument gegen die Todesstrafe: Immer wenn ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang hell erleuchtet – was aber nur selten geschieht.

In der Stadt findet man neben den antiken Stadtmauern Triumphbögen, einzigartige Kirchen und Paläste sowie große öffentliche Plätze; besonders bedeutend sind das Forum Romanum und die Kaiserforen, ebenso wie die Caracalla-Thermen (erbaut um 217 n. Chr.), die heute als Szenerie für die Opernaufführungen im Sommer genutzt werden, die Katakomben - weit verzweigte unterirdische Anlagen, in denen Christen ihre Gottesdienste feierten und bestattet wurden - und die Engelsburg, die als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian (Kaiser)|Hadrian erbaut und im zu einer Festung ausgebaut wurde.

Im 4. Jahrhundert wurde die Kirche "San Paolo fuori le mura" gebaut und nach der Zerstörung durch einen Brand im Jahre 1823 wiedererrichtet. Die "Basilica San Giovanni" in Laterano wurde im 4. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert|17. und 18. Jahrhundert im Wesentlichen wiederaufgebaut. Die aus dem 5. Jahrhundert stammende Kirche "San Pietro" in Vincoli ist im 15. Jahrhundert restauriert worden und beherbergt die berühmte Moses-Statue von Michelangelo Buonarroti.

Weitere bedeutende Bauwerke sind die "Piazza Navona" mit drei Brunnen (darunter die "Fontana dei Fiumi", ein Hauptwerk des italienischen Bildhauers Gian Lorenzo Bernini), die "Piazza del Campidoglio" (Kapitolsplatz mit einer Bronzestatue des Kaisers Marcus Aurelius, die im 2. Jahrhundert n. Chr. fertiggestellt wurde), die "Fontana di Trevi" (ein Barock-Brunnen aus dem 18. Jahrhundert, in den Touristen traditionell Münzen hineinwerfen und sich etwas wünschen) und die "Piazza di Spagna" mit der berühmten, aus dem 18. Jahrhundert stammenden Spanischen Treppe, die zu der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kirche "Trinità dei Monti" hinaufführt.

Weitere Sehenswürdigkeiten des christlichen Roms sind über die gesamte Stadt verstreut. Das christliche Zentrum bildet hierbei der nicht zugängliche Staat der Vatikanstadt mit dem Petersdom. Weitere große Kirchen wie San Giovanni, Santa Maria Maggiore, Sankt Paul vor den Mauern befinden sich innerhalb des Stadtgebiets. Die meisten Kirchen sind besonders Prunkvoll ausgestattet und enthalten Kunstwerke von unschätzbarem Wert.

Sehenswürdigkeiten des modernen Roms befinden sich eher in den äußeren Bezirken der Stadt, wie zum Beispiel Bauwerke für die Olympische Sommerspiele 1960|Olympischen Sommerspiele 1960, entworfen von Pier Luigi Nervi, einem der führenden italienischen Architekten des 20. Jahrhunderts, aber auch Ehrenmäler und Hochhäuser. Über die ganze Stadt verteilt sind zahlreiche weitere Baudenkmäler, Plätze, Brunnen und Obelisken, welche von großen Künstlern geschaffen und prunkvoll verziert wurden.

  • Siehe auch: Aquädukte in Rom, Brunnen in Rom, Kirchen in Rom, Obelisken in Rom und Plätze in Rom.

Sport

Image:RomaArcoGianoCostantino1.JPG|thumb|200px|Forum Boarium In der Stadt gibt es mit AS Rom und Lazio Rom zwei national und international bedeutende Fußballvereine. Der AS Rom ist zudem Rekordpokalsieger in Italien, denn er gewann 9mal die italienische Coppa Italia|Coppa. Auch in der heurigen Saison steht der Verein im Finale.

Rom war Austragungsort der Olympische Sommerspiele 1960 und der ersten Sommer-Paralympics 1960|Paralympics überhaupt. Das Olympiastadion liegt im Norden der Stadt.

Kulinarische Spezialitäten

Das kulinarische Angebot in Rom ist sehr abwechslungsreich und reicht von ausgezeichneter Küche der berühmtesten Köche internationalen Niveaus bis zur typisch römischen Küche mit ihrer Vielfältigkeit, von der Juden|jüdischer Küche zur Zubereitung von Schalentieren, von Spezialitäten aus Latium zu ausgezeichneten Fischgerichten, außerdem befinden sich in der Stadt auch zahlreiche Restaurants, die Spezialitäten aus allen fünf Erdteilen bieten.

Typische Gerichte der römischen Küche sind die "coda alla vaccinara", Schwänze junger Rinder in Wein, Tomaten und Pfefferschoten gekocht, oder die "pajata", Kalbsmagen mit Tomatensoße, der "abbacchio alla scottadito" oder die "trippa alla romana", die mit der Zeit immer weiter verfeinert wurden und heute wahre Spezialitäten sind.

Image:Img 1204.jpg|thumb|200px|Pantheon Die traditionellen Restaurants der Stadt mit echten römischen Spezialitäten befinden sich in Testaccio rund um den früheren Schlachthof, hier zum Beispiel das "Checchino dal 1887", in Trastevere das "Checco il Carrettiere", im Getto das "Giggetto" und das "Il Portico" mit einer jüdisch-römischen Küche und einzigartigen Speisen.

Rom bietet eine reiche Auswahl an absoluten Qualitätsrestaurants. Neben den raffinierten Lokalen der exklusivsten Hotels, wie dem "La Pergola dell'Hotel Hilton", dem "Les Etoiles dell'Hotel Atlante Star", der "Terrazza dell'Hotel Eden" oder der "La Veranda dell'Hotel Majestic", kann man Küche von hervorragender Qualität auch in Restaurants wie dem "Alberto Ciarla", dem "Il Convivio", dem "La Rosetta", dem "Le Sans Souci" und dem "Quinzi e Gabrielli" genießen, um nur einige zu nennen.

Unter den beliebten Lokalen steht den Pizzeria|Pizzerien sicherlich ein Ehrenplatz zu. Sie sind über die ganze Stadt verteilt, aber Trastevere bietet wahrscheinlich das größte Angebot an Pizzerien mit Holzofen: "Dar Poeta", "Ivo", "Panattoni", "Roma Sparita", "San Calisto", "Gino" in Trastevere, um nur einige der zahlreichen Lokale zu nennen.

Empfehlenswert sind hier die berühmten flachen römischen Pizza|Pizzen mit dem knusprigen Rand. Schmackhaft sind auch die "supplì al telefono", frittierte Reisklößchen gefüllt mit Mozzarella, die Kartoffelkroketten, die frittierten Klippfischfilets, die Kürbisblüten und die Bruschette, getoastete Brotscheiben mit Tomaten, Öl und Knoblauch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Image:Tiber.jpg|thumb|200px|Tiber mit Engelsbrücke Rom ist seit dem 2. Weltkrieg der wichtigste Wirtschaftsstandort in . Seine Wirtschaft basiert auf der staatlichen Verwaltung, sowie dem Fremdenverkehr. Daneben dominieren andere Dienstleistungsbranchen, wie ganz besonders der Einzelhandel.

Als Industriestandort produziert Rom vor allem die traditionellen Industrieerzeugnisse und Souvenirs für Touristen, sowie die neueren Erzeugnisse wie , Pharmazie|pharmazeutische Produkte, Maschinen, Papier- und Metallwaren. Daneben ist Rom wegen des Klimas und der Monumente auch für die Filmindustrie ein wichtiger Standort.

Die Hauptverwaltungen zahlreicher internationaler Unternehmen und Organisationen haben ihren Sitz in Rom. Hierzu zählen unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization|FAO), der Internationale Fonds für Agrarentwicklung, der Welternährungsrat und das Welternährungsprogramm.

Verkehr

Bild: Termini_-_niedrige_Qualität.jpg Rom selbst hat zwei internationale Flughafen|Flughäfen, Flughafen Rom-Fiumicino|Fiumicino (Leonardo da Vinci) und Flughafen Rom-Ciampino|Ciampino. Der an der Küste gelegene internationale Flughafen Leonardo da Vinci ist einer der geschäftigsten Flughäfen der Welt.

Als zentraler Knotenpunkt des italienischen Eisenbahnsystems verfügt Rom über die Bahnhöfe Roma Tiburtina, Roma Ostiense, Roma Trastevere, Roma San Pietro, sowie den Hauptbahnhof Roma Termini. Letzterer hat eine größere Grundfläche als der Frankfurter Flughafen.

Rom verfügt über ein gut ausgebautes ÖPNV-System, bestehend aus Bussen und U-Bahn. Während die ganze Stadt durch das Bussystem gut erschlossen ist, ist das U-Bahnsystem nur schwach ausgebaut, da viele historische Gebäude und Anlagen durch den Bau beschädigt würden. Der erste Streckenabschnitt der Metro wurde am 9. Februar 1955 zwischen Termini und Laurentina eingeweiht. Heute fährt sie auf zwei Linien mit einer Länge von 41 Kilometern.

Nachdem zwischen dem 8. Januar 1937 und dem 2. Juli 1972 schon einmal Trolleybusse in Rom fuhren, wurde das System nach einer Unterbrechung von 33 Jahren am 23. März 2005 in der Stadt wieder eingeführt. Die Straßenbahn von Rom nahm am 2. August 1877 den Betrieb auf. Sie verkehrt auf einem 84 Kilometer langen Streckennetz.

Medien

  • Tageszeitungen: La Repubblica, Il Messaggero, Corriere dello Sport, Gazzetta dello Sport (beides Sportzeitungen).
  • Fernseh-/Radiosender: RAI TV, Radio Vatikan

Bildung

Rom hat drei staatliche Universitäten: Die Universitá degli Studi di Roma La Sapienza ist eine der ältesten Universitäten Europas (Gründung: 1303) und mit 147.000 Studenten die größte Universität Europas. Die beiden anderen Universitäten sind die Tor Vergata und Roma Tre. Daneben bestehen mehrere katholische Universitäten als Einrichtungen des Heiligen Stuhls bzw. einzelner geistlicher Orden.

Außerdem ist Rom der Sitz der Akademie der Schönen Künste, der Nationalen Akademie für Tanz, der Nationalen Akademie für dramatische Kunst, des Musikkonservatoriums und des Zentralinstituts für die Restaurierung von Kunstwerken.


Persönlichkeiten

  • Mattia Battistini, * 27. Februar 1856 - †7. November 1928, Opernsänger

Literatur

  • Jansen, D. / Poeschel, S.: Rom. München, 1990.
  • Gregorovius, F.: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter vom V. bis XVI. Jahrhundert. München, 1988.
  • Neumeister, C.: Das antike Rom. - Ein literarischer Stadtführer. München, 1991.
  • Coarelli, F.: Rom. - Ein archäologischer Führer. Freiburg, 1989.
  • Titus Livius: Ab urbe condit. Rom, ab 27 v.Chr.

Filme

  • La dolce vita, Regie: Federico Fellini, 1960
  • Roma (Film)|Roma, Regie: Federico Fellini, 1972
  • Gente di Roma, Regie: Ettore Scola, 2003
  • Roman Holiday (1953), Regie: William Wyler

Siehe auch

  • Portal Rom|Portal und Themenliste Rom
  • Römisches Reich


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