Lexikon: Schlafzimmer

 

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Das Schlafzimmer ist das Zimmer einer Wohnung oder eines Haus|Wohnhauses, in dem dessen Bewohner schlafen.

Bild: Vincent Willem van Gogh 135.jpg: Van Goghs Schlafzimmer, 1889]] Zu diesem Zweck enthält das Zimmer mindestens ein Bett (oft auch ein Doppelbett). In kleineren Wohnungen wird das Schlafzimmer oft mit einem anderen Raum kombiniert. Auch ein Kinderzimmer ist eine Kombination aus Schlafzimmer und dem persönlichen Raum des es.

Das Schlafzimmer spiegelt als intimer Raum die Ansichten und die Individualität der Bewohner wieder.

Neben der Schlafgelegenheit enthalten Schlafzimmer oft ein Nachttisch|Nachttischchen zur Aufbewahrung diverser Utensilien mit Nachttischlampe und Wecker (siehe auch Radiowecker) sowie einen Schrank zur Aufbewahrung der Kleidung (siehe auch Einbauschrank, Kleiderschrank). Der ist vielen Fällen mit Teppich ausgelegt, da Parkett oder Fliesenbodenbelag mit nackten Füssen nicht gleich angenehm zu betreten sind.

Geschichte des Schlafzimmers

Bild: Rogier van der Weyden 030.jpg: Verkündigung an Maria, um 1435 (in einem Schlafzimmer der Entstehungszeit des Gemäldes)]] Schlafzimmer sind in Mitteleuropa eine relativ neue Erfindung. Während der , Eisenzeit waren Schlafzimmer weitgehend unbekannt, man schlief und wohnte meist im selben Raum auf Strohlagern. Die ersten Betten tauchten im auf, waren aber ein Privileg von Adel|Adligen, reicheren Bürgern und sehr wohlhabenden freien Bauern. Einfache Bauern schliefen mit dem Vieh (als Wärmespender) unter einem Dach, aber auch Handwerker und vor allem Tagelöhner schliefen im gleichen Raum, den sie als Wohnzimmmer benutzten, oder in der Küche. Dienstboten hatten nicht selten eine kleine Kammer, in die sie sich zurückziehen konnten. Diese enthielt kaum mehr als einen Alkoven oder ein Bett sowie einen Waschtisch. Manche Dienstboten mussten sich allerdings Bett und Kammer mit anderen Dienstboten teilen.

Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein waren besondere Schlafzimmer vor allem für Arbeiter ein unerschwinglicher Luxus. In waren Schlafzimmer aufgrund der Wohnraumbewirtschaftung und Einquartierung von Flüchtlingen und Ausgebombter|Ausgebombten auch nach dem Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg knapp. So waren viele Menschen gezwungen, im Wohnzimmer zu schlafen, dafür wurden spezielle Bettsessel und Schlafcouches entwickelt. In den 1960er Jahren entspannte sich die Situation, oft konnten neben den Eltern einer Kleinfamilie auch die Kinder ein eigenes Zimmmer erhalten.

Literatur

  • Pascal Dibie: Wie man sich bettet. Von Bärenfellen, Prunkgemächern, Lasterhöhlen und Lotterbetten. (Deutsche Ausgabe von Ethnologie de la chambre à coucher). dtv, München 1993 ISBN 3-423-30388-3
  • Josef Kern: "Wie man sich bettet". Anmerkungen zum Thema Schlafzimmer. in: Bayerische Blätter für Volkskunde NF 4 (2002) Heft 1


Kategorie:Raum Kategorie:Schlaf

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