Lexikon: Spektrallinie

 

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Als Spektrallinien bezeichnet man voneinander scharf getrennte Linien eines s emittierter oder absorbierter Elektromagnetische Welle|elektromagnetischer Wellen, im engeren Sinne innerhalb des Wellelängenbereichs des Sichtbares Licht|sichtbaren Lichts. Spektrallinien besitzen eine Linienintensität und eine Linienbreite.

Spektrallinien sind das von einem oder aufgrund eines quantenmechanischen Übergangs abgegebene oder absorbierte einer genau definierten . Angewandt wird dies bei der instrumentellen Atomspektroskopie oder der Flammenfärbung.

Die Frequenz einer Spektrallinie wird durch die des emittierten oder absorbierten Photons bestimmt, die gerade den Unterschied zwischen den Energien der quantenmechanischer Zustand|quantenmechanischen Zustände bestimmt.

Erstmals entdeckt wurden Absorptionslinien 1802 durch William Hyde Wollaston und 1813, unabhängig von ihm, durch Joseph von Fraunhofer im der . Diese dunklen Linien im Sonnenspektrum werden auch Fraunhofersche Linien genannt.

Eine Emissionslinie ergibt sich durch Übergang von einem höheren auf ein tieferes Energieniveau. Hierbei wird ein Photon ausgesendet. Dies kann entweder spontan geschehen (spontane Emission), oder, wie beispielsweise beim , durch Licht passender Frequenz angeregt werden (stimulierte Emission). Sie zeigt sich im Spektrum als helle Linie.

Eine Absorptionslinie ergibt sich durch eines passenden Photons des eintreffenden Lichts, wodurch ein Übergang von einem niedrigeren in ein höheres Energieniveau induziert wird. Sie zeigt sich als dunkle Linie im kontinuierlichen Spektrum des einfallenden Lichtes.

Das Licht einer Spektrallinie enthält nicht eine Frequenz, sondern einen (schmalen) Frequenzbereich. Die Breite dieses Bereiches nennt man Linienbreite. Die Linienbreite einer Emissionslinie setzt sich aus mehreren Beiträgen zusammen:

  • Die natürliche Linienbreite ergibt sich aus der Lebensdauer des Ausgangszustands durch die Heisenbergsche Unschärferelation. Diese hat die Form einer Lorentzkurve. Es ist nicht möglich, diese zu verringern. Hierbei findet oft auch der Begriff homogene Linienverbreiterung Verwendung.
  • Aufgrund der thermischen Bewegung der Atome entsteht ein , der das Licht eines einzelnen Atoms oder Moleküls je nach Bewegungsrichtung rot- oder blauverschiebt. Aufgrund der statistischen Bewegung ergibt sich insgesamt eine breitere Frequenzverteilung. Diesen Effekt nennt man Dopplerverbreiterung. Sie hat die Form einer Gaußkurve und ist Temperaturabhängigkeit|temperaturabhängig. Meist dominiert die Dopplerbreite deutlich über die natürliche Linienbreite. Der Mechanismus ist auch unter dem Begriff inhomogene Linienverbreiterung bekannt.
  • Eine Lorentzkurve endlicher Breite erscheint bei einer Messung gegenüber seiner bekannten Form verändert, wenn die Apparatefunktion der Messanordnung eine Halbwertsbreite in der Größenordnung der betrachteten Lorentzkurve aufweist. Die Linienform läßt sich dann durch die Faltung aus Lorentzkurve und Apparatefunktion beschreiben. Folgt letztere einer Gaußkurve, spricht man bei dem Ergebnis der Faltung von einem Voigt-Profil

Die Spektrallinien waren einer der Effekte, die zur Entwicklung der beitrugen. Ein klassisches kann elektromagnetische Wellen beliebiger Frequenzen abgeben, die Existenz von diskreten Linien war klassisch nicht erklärbar. Die Entdeckung, dass die Frequenzen der Spektrallinien des atoms proportional zu einem Ausdruck der Form (1/n2 - 1/m2) mit ganzen Zahlen m und n sind, führte zum Konzept der Quantenzahl und brachte Niels Bohr schließlich auf sein Bohrsches Atommodell, das erste (heute überholte) quantenmechanische Atommodell. Die moderne Quantenmechanik kann die Spektrallinien der Atome mit sehr hoher Genauigkeit vorhersagen.

Siehe auch

Linienspektrum, Flammenfärbung, Atomspektroskopie

Kategorie:Atomphysik Kategorie:Optik Kategorie:Spektroskopie

en:Spectral line fr:Raie spectrale it:Linea spettrale nl:Spectraallijn pl:Linie spektralne