Lexikon: BASF

 

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Die BASF Aktiengesellschaft ist eines der führenden unternehmen der Welt. BASF stand früher für die Abkürzung „Badische Anilin- und Soda-Fabrik“. Heute sind die vier Buchstaben der eingetragene Markenname des Unternehmens. Die BASF-Gruppe besteht aus mehr als 160 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie Produktions- und Verbundsstandorten in 41 Ländern in Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Der Hauptsitz befindet sich in Ludwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz), dem größten zusammenhängendem Chemiewerk der Welt. Etwa 82.000 Mitarbeiter arbeiteten Ende 2004 für das Unternehmen weltweit, davon mehr als 48.000 in Deutschland. Der Konzern unterhält Geschäftsbeziehungen zu Kunden in über 170 Ländern und liefert rund 8.000 Verkaufsprodukte weltweit an eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen. Im Jahr 2004 hat die BASF-Gruppe einen Umsatz von 37,5 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Sondereinflüssen von etwa 4,8 Milliarden Euro erzielt. Die BASF erweitert derzeit ihre internationalen Aktivitäten und baut ihre Standorte besonders im asiatischen Raum aus. Dort werden zwischen 1990 und 2005 5,6 Milliarden Euro unter anderem in die Standorte nahe Nanjing und Shanghai (Volksrepublik China|China) investiert.


Geschäftsfelder

Die BASF ist in verschiedenen Märkten tätig. Die Hauptgeschäftsfelder sind Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Pflanzenschutz und Ernährung sowie Öl und Gas.

Umsatz nach Segmenten (2004) in Millionen Euro
Chemikalien 7.020 (18,7%)
Kunststoffe 10.532 (28.1%)
Veredelungsprodukte 8.005 (21.3%)
Pflanzenschutz und Ernährung 5.147 (13,7%)
Öl und Gas 5.263 (14,0%)
Sonstige 1.570 (4,2%)
Umsatz nach Regionen (2004) in Millionen Euro
Europa 20.967 (55,9%)
Nordamerika (NAFTA) 8.182 (21,8%)
Südamerika 2.064 (5,5%)
Asien, Pazifischer Raum, Afrika 6.324 (16,8)

Chemikalien

Die BASF stellt eine breite Palette an Chemikalien wie beispielsweise Weichmacher, Amine, Harze, Leime, Elektronikchemikalien, petrochemische Grundstoffe und anorganische Chemikalien her. Die wichtigsten Abnehmer dieses Geschäftsfeldes sind die Pharma-, Bau-, Textil- und Automobilindustrie.

Kunststoffe

BASF ist einer der international führenden Hersteller von Styrol-Kunststoffen. Technische Kunststoffe gehen an Spritzgusshersteller in vielen Branchen. Die Polyurethane des Unternehmens werden weltweit in vielfältiger Form angewendet.

Veredlungsprodukte

Das Chemieunternehmen produziert eine Vielzahl von Veredlungschemikalien, Lacke und Veredlungspolymere, wie beispielsweise Rohstoffe für Waschmittel, Textil- und Lederchemikalien, Pigmente und Klebrohstoffe. Abnehmer sind Hersteller von Automobilen, Öl, Papier, Verpackungen, Textilien, Hygieneartikeln, Waschmitteln, Baustoffen, Lacken sowie die Druck- und Lederindustrie.

Pflanzenschutz und Ernährung

BASF ist ein Lieferant von Pflanzenschutzmitteln und Feinchemikalien für die Landwirtschaft, Tierernährung sowie für die Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. In der Pflanzenbiotechnologie konzentriert sich die Aktiengesellschaft auf die Forschung auf die Bereiche leistungsfähige Landwirtschaft, gesündere Ernährung und Pflanzen zur effizienteren Herstellung von Produkten. Produkte dieses Geschäftsfeldes sind unter anderem Pestizide, Fungizide, Herbizide, Vitamine, Pharmawirkstoffe und -Lichtschutzmittel für Sonnencremes.

Öl und Gas

Durch ihre Tochtergesellschaft Wintershall AG erschließt und fördert die BASF Öl und Erdgas. Gemeinsam mit ihrem russischen Partner Gazprom ist Wintershall Erdgas in Mittel- und Osteuropa tätig.

Geschichte der BASF

Image:Basf-ludwigshafen-ww-1.jpg|thumb|Werksgelände der BASF in Ludwigshafen

Die Anfänge

Die BASF wurde am 6. April 1865 in Mannheim (heute Baden-Württemberg) von Friedrich Engelhorn zur Produktion von Farbstoffen gegründet, doch bereits eine Woche nach der Gründung zog sie auf die andere Rheinseite ins damals Geschichte Bayerns|bayerische Ludwigshafen am Rhein|Ludwigshafen um. 1897 konnte die künstliche Herstellung des wichtigen Naturfarbstoffes Indigo erfolgreich aufgenommen werden. Indigo wurde bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich in Indien aus der Pflanze Indigofera tinctoria gewonnen und war teuer. Nach der Entwicklung des s 1908/1912, das die Synthese (Chemie)|Synthese von ermöglicht, erweiterte die BASF 1913 mit der weltweit ersten Ammoniak-Syntheseanlage in Ludwigshafen-Oppau|Oppau ihre Produktpalette um Düngemittel.

Bericht aus dem Jahr 1889

Der "Pfälzer Kurier" schrieb im März 1889 über die BASF:

"Das qualmt und zischt und dampft und kocht an allen Ecken und Enden, als ob die Schlünde der Unterwelt sich öffnen wollten, als ob wir an Vulcans Feueresse säßen. Glücklicherweise treibt heute ein frischer Nordost die dunklen Rauchmassen, die diesen ewigen Feuern entsteigen, von hinnen."

Zeit der Weltkriege

1916 errichtete die BASF mit den Leuna-Werken ein zweites Ammoniak-Synthesewerk. Es diente neben der Herstellung von Düngemitteln während des Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges auch der Versorgung mit Sprengstoffen. Im Oppauer Werk fand am 21. September 1921 eine Explosion statt, bei der 565 Menschen ums Leben kamen (siehe Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes). Dies war eine der größten Katastrophen der deutschen Industrie. Image:Oppau1921.jpg|thumb|Luftbild der Explosion von 1921

1925 wurde die IG Farbenindustrie AG gegründet. In ihr gingen neben der BASF Hoechst und Bayer sowie die AGFA, die Chemische Fabrik Weilerter-Meer und Griesheim Elektron auf. Die Produktpalette wurde um Kautschuk, Treibstoffe und Lacke erweitert. 1935 präsentierte die BASF in Zusammenarbeit mit AEG (Unternehmen)|AEG das Magnetophon auf der Funkausstellung in Berlin. Im Zeichen von NS-Autarkiepolitik und Rüstungswirtschaft profitierte die IG Farben von Mengen- und Preisgarantien und Zwangsarbeitern.

Wirtschaftswunderjahre

Das durch den Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte Firmengelände wurde nach dem Krieg erfolgreich wieder aufgebaut. Die Alliierten lösten die IG-Farben im November 1945 auf. Am 28. Juli 1948 ereignete sich eine schwere Explosion auf dem Werkgelände in Ludwigshafen. 207 Menschen starben. 1952 wurde die BASF wieder unter eigenem Namen im Handelsregister eingetragen. Mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren erweiterte die BASF ihre Produkte um Kunststoffe wie Nylon. 1951 brachte das Unternehmen Styropor(R), geschäumtes Polystyrol, auf den Markt.

Von Ludwigshafen in die Welt

In den 1960er Jahren wurde die Auslandsproduktion aufgebaut und es entstanden Anlagen in Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, , Großbritannien und Nordirland|Großbritannien, Indien, , , , Spanien und den . In den 1960er und 1970er Jahren wurde das Augenmerk stärker auf hochveredelte Endverbraucherprodukte wie Magnetband-Kassetten, Lacke und Farben oder Arzneimittel gelenkt. Um der fortschreitenden Verlagerung der Rohstoffbasis der chemischen Industrie von Kohle auf petrochemische Grundstoffe Rechnung zu tragen, erwarb die BASF 1969 die Wintershall AG. Am 25. Oktober 1990 erweiterte sich das Chemieunternehmen um den 1935 durch die Braunkohle-Benzin-AG (BRABAG) errichteten, späteren VEB Synthesewerk Schwarzheide (heute BASF Schwarzheide GmbH).

Kennzahlen der BASF-Gruppe

Stand: 2001

  • Umsatz: 32,500 Mrd. Euro;
  • Hauptumsatzanteile bei Kunststoffen und Fasern sowie Veredelungsprodukten (je ca. 25 %)
  • ca. 93.000 Mitarbeiter, davon ca. 63.000 in Europa

Stand: 2002 Quelle:BASF-Homepage

  • Umsatz: 32,216 Mrd. Euro;
  • Mitarbeiter: 89.389

Stand: 2003 Quelle:BASF-Homepage

  • Umsatz: 33,361 Mrd. Euro;
  • Mitarbeiter: 87.159

Stand: 2004 Quelle:Geschäftsbericht

  • Umsatz: 37,537 Mrd. Euro;
  • Mitarbeiter: 81.955

Weblinks


Kategorie:Chemie- und Pharmazieunternehmen Kategorie:Automobilzulieferer

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