Lexikon: Tetrodotoxin

 

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Bild: Tetrodotoxin.png Das Tetrodotoxin (kurz TTX) ist ein , welches vor allem beim Kugelfisch, aber auch bei Blaugeringelter Krake|Blaugeringelten Kraken (Hapalochaena spec.) oder dem kalifornischen Molch Taricha torosa vorkommt. Die Tiere bilden es jedoch nicht selbst, sondern es ist in den Algen enthalten, die sie fressen; sie selbst sind immun dagegen. Es handelt sich um ein Alkaloid aus der Imidazolan- und Pyrimidingruppe.

Es konnte erstmals 1950 aus Ovarien isoliert werden, wobei die Isolierungsversuche bereits seit 1909 andauerten. 1963 konnte erstmals die Struktur des Tetrodotoxins aufgeklärt werden. In Aceton ist es löslich, in nur schlecht. Die Biosynthese des Tetrodotoxins ist noch nicht aufgeklärt, es wird angenommen, das die meisten Tiere es nur aus externen Quellen erhalten.

Tetrodotoxin blockiert Spannungsaktivierung|spannungsaktivierte Natrium-Kanal|Natrium-Kanäle in Neuronen. Dadurch können keine Aktionspotenzial|Aktionspotentiale mehr ausgelöst werden. Das heißt, jegliche Nerven- und Muskelerregung ist unterbunden. Die Folge sind motorische und sensible Lähmungen. Die tödliche Dosis des Giftes beträgt etwa 10 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei der biologischen und neurologischen Forschung wird TTX gern verwendet, um im Experiment selektiv Natriumkanal|Natriumkanäle zu blockieren.

Die Symptome der Vergiftung nach einer Aufnahme des Giftes (etwa beim Verzehr des Fugu) beginnen innerhalb einer recht kurzen Zeit von etwa 45 Minuten. Der Patient zeigt diverse Lähmungserscheinungen, darunter die Lähmung der Skelettmuskulatur und somit auch der Atemmuskulatur, des Weiteren fallen Koordinations- und Wahrnehmungsprobleme auf, die durch die Lähmung von hervorgerufen werden. Eine Beatmung und die orale Gabe medizinischer Kohle kann helfen. Wenn der Patient die ersten 24 Stunden nach Aufnahme des Giftes überlebt, sind die Prognosen sehr gut.

Beispiel: Bei Konsum der letale Dosis|letalen Dosis von 0,5 bis 1 Milligramm auf oralem Wege tritt die Vergiftung|tödliche Wirkung erst nach einem gewissen Zeitraum ein, so dass eine Rettung der Opfer meist noch möglich ist. Wird das Gift jedoch intravenös Injektion|injiziert, so wird in Folge schneller Ausbreitung das gesamte lahmgelegt und der Betroffene erliegt nach kurzer Zeit einer Atemlähmung.

Tetrodotoxin wird auch in gewissen Kulten genutzt. Siehe: Zombie, Voodoo.


Kategorie:Alkaloid

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