Lexikon: Wasserdampf

 

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Bild: Kochendes wasser02.jpg In der Umgangssprache versteht man unter Wasserdampf die Dampfschwaden kondensierter Wassertropfen, die auch als Nebel oder Wolke|Wolken bezeichnet werden.

Im technisch-naturwissenschaftlichen Kontext ist Wasserdampf jedoch ausschließlich Gas|gasförmiges , das in diesem Aggregatzustand#Dampf|Aggregatzustand genauso unsichtbar ist wie Luft. Wasserdampf ist chemisch äußerst stabil und wird nur durch sehr agressive Reagentien wie zum Beispiel oder Wassergas|glühenden Kohlenstoff angegriffen.

Entstehung und Zustände

Bild: TS-Wasserdampf_100.png Unter Normalbedingungen|Normaldruck von 1 Atmosphäre (Einheit)|atm Siedepunkt|siedet Wasser bei 100° wobei die Verdampfungswärme 2250 kJ/kg beträgt. Sein ist dann genau so groß wie der äußere Druck, es bilden sich Blasen aus Wasserdampf. Wird das Wasser von unten erhitzt, wie auf dem Foto, steigen die Dampfblasen vom Boden aus an die Oberfläche.

Beim Verdampfen entsteht aus 1 Liter Wasser bei 100 °Celsius 1,7 Kubikmeter|m³ Wasserdampf. Bei seiner Expansion leistet es gegenüber dem Luftdruck die Arbeit W:

\ W = p \cdot \Delta V = {100\ \mathrm{kPa} \cdot 1{,}7\ \mathrm{m}}^3 = {170\ \mathrm{kNm}}

Die zugeführte Verdampfungswärme erhöht die innere Energie des Dampfes und leistet die Verschiebearbeit. Beide Beiträge ergeben die Enthalpie|Verdampfungsenthalpie H, die sich im :Bild:HS-Wasserdampf.png|Enthalpie-Entropie-Diagramm bei 1bar als Diffenenz auf der y-Achse ablesen lässt. Das abgebildete -Entropie (Physik)|Entropie-Diagramm stellt ebenfalls die für die Verdampfung notwendige Wärme in Form der gepunkteten blauen Fläche dar.

Ebenso lässt sich dabei der Zuwachs an Verdampfungsentropie ermitteln:

\triangle S = \frac{2250 \; \mathrm{kJ}}{373{,}15 \; \mathrm{K}} = 6,0297 \; \mathrm{\frac{kJ}{K}}


Entsprechend dem Phasendiagramm Sieden|siedet Wasser bei einem Luftdruck von 0,4 bar, wie er beispielsweise auf dem Mount Everest gegeben ist, schon bei etwa 75 °C. Die aufzuwendende ist jedoch größer, ebenso die Volumenzunahme des Dampfes. Mit steigendem Druck nimmt die Verdampfungswärme des Wassers entsprechend den kleiner werden Flächen im T-s-Diagramm ab, bis sie im Kritischer Punkt|kritischen Punkt gleich Null ist.

Erscheinungsformen

Bild: Dampfdruckkurve.png Der des Wassers ist temperaturabhängig, bei Temperaturen unterhalb des Siedepunktes spricht man von . In Sättigung (Physik)|gesättigter Umgebungsluft stellt sich ein Gleichgewicht zwischen verdunstendem Wasser und kondensierendem Wasserdampf ein.

Durch die ständige Luftbewegung trocknet Wäsche im Freien recht schnell, da die abgekühlte und gesättigte Umgebungsluft durch wärmere Luft verdrängt wird.

Die Übergangsbedingungen zwischen flüssigem Wasser und Wasserdampf sind in der kurve des Phasendiagramm|Zustandsdiagramms dargestellt, welche in der rechten Abbildung dargestellt ist.

Wenn man Wasser in einer kälteren Umgebung unter Zufuhr von Wärme verdampft, Kondensation|kondensieren Teile des gasförmigen Wassers wieder zu feinsten Tröpfchen. Der Wasserdampf besteht dann aus feinsten Tröpfchen und gasförmigen, unsichtbarem Wasser. Diese Mischung bezeichnet man als Nassdampf, den man zum Beispiel beim Wasserkochen sehr gut sehen kann. Im T-s-Diagramm erstreckt sich der Bereich des Nassdampfes bis zum kritischen Punkt bei 374 °C und 221,2 bar. Oberhalb dieser Temperatur sind Wasserdampf und flüssiges Wasser in ihrer Dichte nicht mehr voneinander zu unterscheiden, weshalb man diesen Zustand „überkritisch“ nennt. Überkritisches Wasser hat chemisch gesehen besonders aggressive Eigenschaften. Es wurden daher Versuche unternommen mit dessen Hilfe biologisch schwer abbaubare organische Schadstoffe, wie z.B. Dioxine, PCB etc., hydrolytisch zu spalten. Unterhalb des kritischen Punktes ist der Wasserdampf folglich „unterkritisch“, wobei er sich in einem Gleichgewicht mit dem flüssigen Wasser befindet. Wird er in diesem Bereich nach dem vollständigen Verdampfen der Flüssigkeit über die zugehörige Verdampfungstemperatur weiter erwärmt, so entsteht „überhitzter Dampf“ oder „Heißdampf“. Diese Form des Dampfes beinhaltet keinerlei Wassertröpfchen mehr und ist in seinem physikalischen Verhalten ebenfalls ein Gas und nicht sichtbar.

Der Grenzbereich zwischen Nass- und Heißdampf heißt „Sattdampf“ oder in Abgrenzung zum Nassdampf gelegentlich auch „Trockendampf“. Auf diesen Zustand sind die meisten Tabellenwerte über Wasserdampf bezogen. Der Inhalt an flüssigem Wasser innerhalb des Nassdampfes ist durch den Massenanteil x gekennzeichnet, der sich mit folgender Formel berechnen lässt:

x = \frac{m_{Dampf}}{m_{Fl\ddot ussigkeit} + m_{Dampf}}

Eine besondere Bedeutung kommt den beiden Grenzkurven x = 0 und x = 1 im T-s-Diagramm zu, die sich im Kritischer Punkt|kritischen Punkt treffen: Die Kurve x = 0 grenzt das Gebiet der Flüssigkeit vom Nassdampf ab, während die Kurve x =1 den Nassdampf vom Heißdampf trennt und gleichzeitig den Zustand des Sattdampfes markiert. Andere Bezeichnungen für die Kurve x=0 sind Siedelinie oder untere Grenzlinie, die Kurve x=1 wird auch Taulinie, Sattdampfkurve oder obere Grenzlinie genannt. Die Schreibweise mit x für den Massenbruch ist hierbei nicht einheitlich definiert, da vor allem in der der Massenanteil mit w angegeben wird und x hier mehrheitlich für den Stoffmengenanteil steht. Da beide Größen ineinander umrechenbar sind und sich in den Grenzwerten 0 und 1 gleichen, spielt dies hier eine untergeordnete Rolle.

Gasförmiger oder überhitzter Wasserdampf ist, wie die meisten Gase, farblos und damit unsichtbar. Nassdampf ist durch die mitgerissenen Wassertropfen dagegen sichtbar. Bei Kontakt mit hinreichend kühler Umgebungsluft kommt es zur Unterschreitung des es und folglich einer Kondensation weiterer feinster Wassertropfen. An ihnen wird Licht Streuung|gestreut, so dass dadurch die Existenz des Wasserdampfs in der Luft sichtbar wird.

Tabellen, Diagramme und Formeln

Wegen seiner enormen Bedeutung in der Energiewirtschaft zählt Wasserdampf zu den am besten erforschten Stoffen innerhalb der Thermodynamik. Seine Physik|physikalischen Eigenschaften wurden durch Messungen und Berechnungen bestimmt und in umfangreichen Tabellenwerken, den so genannten Wasserdampftafeln erfasst.

T-s-Diagramm

Bild: Ergänzungen im TS-Diagramm.PNG- Diagramm von Wasserdampf]]

Im Temperatur-Entropie-Diagramm ist klar zu erkennen, dass beim Übergang von der Flüssigkeit auf den Dampf die Entropie zunimmt. Dies entspricht der Anschauung, dass die Teilchen einer Flüssigkeit wesentlich Ordnung|geordneter sind, als die Chaos|chaotische Vermengung der Teilchen bei einem Gas. Auf Grund dieses Sachverhaltes wird die Entropie_(Physik)#Entropie_und_Unordnung|Entropie auf der x-Achse aufgetragen. Eine weitere Besonderheit des Diagramms ist seine Eigenschaft, die zur Verdampfung des Wassers notwendige Wärmemenge als Fläche darzustellen. Mit der Beziehung: ΔH = T Â· Î”S ergibt sich für die Verdampfungsenthalpie eine Rechteckfläche die zwischen T = 0 K und der jeweiligen Verdampfungsgeraden aufgespannt wird.

h-s-Diagramm

Bei einem Mollier-Diagramm wird die Entropie des Dampfes auf der x-Achse und die zugehörige Enthalpie auf der y-Achse aufgetragen. Die grundlegenden physikalischen Eigenschaften des Wasserdampfes lassen sich hier nicht so einfach interpretieren, jedoch können die zur Zustandsänderung des Dampfes notwendigen Wärmemengen, also beispielsweise die Verdampfungsenthalpie, direkt von der y-Achse abgelesen werden.

Magnus-Formel

Eine Näherungsformel für die Berechnung des Sättigungsdampfdruck|Sättigungsdampfdruckes in Abhängigkeit von der Temperatur ist die Magnus-Formel. Sie wird vor allem in der Meteorologie und innerhalb der Bauphysik zur bestimmung verwendet:

E(\theta)=E\mathrm(\theta=0\,^{\circ}\mathrm{C})\cdot\exp\left(\frac{C_1\theta}{C_2+\theta}\right)\ ;

mit der Temperatur θ in °C und den Koeffizienten

E(\theta=0\,^{\circ}\mathrm{C})=610{,}78\,\mathrm{Pa}\ ,
C_1=\left\{\begin{matrix}

17{,}08085&\mbox{falls }\theta\ge 0\,{}^{\circ}\mathrm{C}\\ 17{,}84362&\mbox{falls }\theta<0\,{}^{\circ}\mathrm{C} \end{matrix}\right.\ ,\quad C_2=\left\{\begin{matrix} 234{,}175\,{}^{\circ}\mathrm{C}&\mbox{falls }\theta\ge 0\,{}^{\circ}\mathrm{C}\\ 245{,}425\,{}^{\circ}\mathrm{C}&\mbox{falls }\theta<0\,{}^{\circ}\mathrm{C} \end{matrix}\right.

Diese Formel ist sehr genau (< 0,22 %) im Bereich zwischen 0 und 100 °C und immer noch gut (<4,3 %) zwischen -20 und 374 °C (maximaler Fehler bei 290 °C). Sie wird wegen ihres einfachen Aufbaues und wegen ihrer hohen Genauigkeit bei den auf der Erde üblichen Temperaturen der vor allem in der Meteorologie und in der Bauphysik verwendet.

Mit leicht unterschiedlichen Koeffizienten

E(\theta=0\,^{\circ}\mathrm{C})=611{,}2\,\mathrm{Pa}\ ,
C_1=\left\{\begin{matrix}

17{,}62&\mbox{bei Wasser }\,\\ 22{,}46&\mbox{bei Eis } \end{matrix}\right.\ ,\quad C_2=\left\{\begin{matrix} 243{,}12\,{}^{\circ}\mathrm{C}&\mbox{bei Wasser }\\ 272{,}62\,{}^{\circ}\mathrm{C}&\mbox{bei Eis } \end{matrix}\right.

ergeben sich Werte, die auf 0,1 % mit der in DIN 4108 abgedruckten Tabelle für bauphysikalische Berechnungen übereinstimmt.

Die Magnus-Formel wurde von H. G. Magnus auf Empirik|empirischem Weg, das heißt durch Messungen, gefunden und seitdem lediglich durch genauere Werte ergänzt. Eine aus der Thermodynamik abgeleite Gesetzmäßigkeit für Phasendiagramm|Phasendiagramme stellt die Clapeyron-Gleichung bzw. die Clausius-Clapeyron-Gleichung dar. Aufgrund vieler praktischer Probleme in Bezug auf diese eher theoretischen Gleichungen, stellt die Magnus-Formel jedoch trotzdem die beste bzw. praktischste Näherung dar. Durch eine Anpassung der Werte auf ein Genauigkeitsoptimum in anderen Temperaturbereichen ließe sich bei Bedarf mit der Magnus-Formel auch bei diesen Temperaturen eine bessere Näherung ermöglichen.

Beeinflussung des Klimas

Bild: Feuchte_Luft.png Im terristischen Wettergeschehen spielt Wasserdampf eine entscheidende Rolle. Ein kg kann bei 30 Â°C und 1 bar Druck bis zu 30 Gramm Wasserdampf als aufnehmen. Diese Menge fällt beispielsweise bei 10 Â°C auf etwa 10 g/kg ab. Die überschüssige Menge wird als Tau (Niederschlag)|Tau, Reif, Rauhreif, Nebel, Schnee oder Regen aus der Luft ausgeschieden. Durch die Bildung von Wolken aufgrund des kondensierenden Wasserdampfs wird eine starke Dämpfung der neinstrahlung auf die Erde hervorgerufen.

Der in der vorhandene Wasserdampf ist zudem ein Treibhausgas und zu einem großen Teil (66 %) für den Treibhauseffekt verantwortlich, wobei dieser die globale Durchschnittstemperatur von circa -18 Â°C auf ein Niveau von 15 Â°C anhebt, welches das auf der Erde überhaupt erst ermöglicht. In der Stratosphäre vorhandene Spuren von Wasserdampf gelten andererseits als besonders klimaschädlich. Die Klimaforschung|Klimaforscher beobachteten in den letzten 40 Jahren einen Zuwachs des Wasserdampfs in der Stratosphäre von 75% (siehe Polare Stratosphärenwolken|polare Stratosphärenwolken) und machen diesen für die Erhöhung der mittleren Erdtemperaturen mit verantwortlich. Die Herkunft des Wasserdampfs in diesen Höhen ist noch unklar, man vermutet jedoch einen Zusammenhang mit der in den letzten Jahrzehnten stark gestiegenen Methan|Methanproduktion im Rahmen der industriellen . Methan Oxidation|oxidiert in den großen Höhen zu und Wasserdampf, womit allerdings nur die Hälfte der Zuwächse zu erklären sind.


Natürliches Vorkommen

Reiner Wasserdampf kommt in der auf der Erde (Planet)|Erde in Vulkanen, Fumarolen und bei Geysiren vor. Hierbei ist er der wichtigste Parameter bei Vulkanismus|vulkanischen Vulkanausbruch|Eruptionen und bestimmt deren Charakter mit. Es ist dabei maßgebend, dass viele e bzw. e Wasser oder andere flüchtige Stoffe in ihr Kristallgitter einbinden, besonders unter der Wirkung hoher Drücke. Da Magma beim Aufsteigen in der Erdkruste|Kruste eine Druckentlastung erfährt, treibt der Wasserdampf zusammen mit anderen Fluiden aus dem Magma aus und bildet Blasen, welche durch den Druck jedoch zunächst nicht frei expandieren. Unterschreitet der Druck einen bestimmten Wert, so verbinden sich diese Fluidblasen jedoch und führen zu einer Art enormen Siedeverzug, werden also explosionsartig frei. Dabei reißen sie jedoch auch größere Mengen Magma mit und verursachen die vergleichsweise seltenen explosiven Vulkanausbrüche. Da der Anteil an Fluiden in den Gesteinen bei Plattentektonik|konvergierenden Plattengrenzen besonders groß ist, zeigt sich bei diesen auch die deutlichste Tendenz für diesen Vulkantyp.

Wasserdampf ist zudem ein wichtiges Hilfsmittel für den Mensch|menschlichen Wärmehaushalt. Bei hohen Umgebungstemperaturen wird zur Thermoregulation durch Schweiß|Schwitzen die überschüssige Körperwärme (Verdunstungskälte) an die Umgebung abgegeben. Die dabei umgesetzten Wärmemengen sind erheblich, zur eines Gramms Schweiß werden 2,43 kJ Wärme benötigt. Der gesunde Mensch erzeugt bei normalen Umgebungstemperaturen täglich etwa 500 g Wasserdampf durch Schwitzen, hinzu kommt noch einmal die doppelte Menge mit der ausgeatmeten Atemluft. Mit dieser Menge wird die auf 37°C Regelung|geregelt.

Wasserdampf im Abgas

Bei der Verbrennung von Erdölprodukten werden die Kohlenwasserstoffe der Erdölraffinerie|Erdölfraktionen im wesentlichen in Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf umgesetzt. Im Autoverkehr sind dies Benzin und Dieselkraftstoff|Diesel, im Luftverkehr Kerosin, in der Hausheizung Heizöl und in der Industrie Schweröle. Bei der Verbrennung von , das mittlerweile zur von Gebäuden verwendet wird, fällt wegen der 4 Wasserstoffatome im Methanmolekül doppelt soviel Wasserdampf wie Kohlenstoffdioxid an. Dies ist der Grund dafür, weshalb Brennwertgeräte für Erdgas effektiver arbeiten als solche für Heizöl.

Wasserdampf wird bei vielen großtechnischen Prozessen als Abfallprodukt in die Atmosphäre eingetragen. Als Abgas wird Wasserdampf auch in der Wasserstoffwirtschaft auftreten.

Wasserdampf in der Klimatechnik

Eine Klimaanlage ist eine Gebäudeausstattung die einen definierten Wasserdampfgehalt der Luft garantiert. Um Fertigprodukte aus Eisen-und Stahlwerkstoffen vor Rost (Korrosion)|Korrosion, Lagerbestände wie Bücher vor Verwitterung und Lebensmittel vor Austrocknung zu schützen, werden Lagerhallen klimatisiert. In der Wohnraumklimatisierung trägt der Wasserdampfgehalt in erheblichem Maße zum Wohlbefinden des Menschen bei. Bei der Beurteilung der Raumluft spielt der Begriff der Behaglichkeit eine zentrale Bedeutung; ein Aspekt ist der als angenehm empfundene Zusammenhang zwischen Raumlufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Dieser wird von einer Klimaanlage sichergestellt.

Quantifizierung von Wasserdampf

Da der Wasserdampf bei verschiedensten Gegebenheiten und Prozessen eine große Rolle spielt, wird er mit unterschiedlichsten Messmethoden bzw. -geräten erfasst und in einer Vielzahl von Größen angegeben.

Für meteorologische Zwecke in Bezug auf die feuchten Luft wird oft die relative Luftfeuchte φ verwandt. Diese kann man unter anderem mit einem Hygrometer|Haarhygrometer messen. In der Technik wird in der Regel die absolute Feuchte x verwandt. Diese misst man mit LiCl-Gebern oder Feuchtesensoren, bei welchen ausgehend von stark hygroskopischen Diphosphorpentoxid auf den Wasserdampfgehalt der Luft geschlossen wird. Eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung des Wasserdampfgehaltes der Luft ist die Messung ihrer Temperatur an je einem trockenen und angefeuchteten Thermometer, wobei die Messstelle des zweiten Thermometers mit einem wassergetränkten Gewebe (Textil)|Gewebe umwickelt und zur Förderung der mit einem kleinen Lüfter angeblasen wird. Mithilfe der beiden abgelesenen Werte lässt sich aus dem Mollier-h-x-Diagramm sofort die zugehörige Luftfeuchtigkeit ablesen. Das Psychrometer ist das praktische Ergebnis der Weiterentwicklung dieser Meßmethode.

In Dampferzeugern dienen neben Thermometer auch Manometer zur einfachen Messung der Dampfparameter.

Wasserdampf in der Geschichte

Die Erscheinung des Wasserdampfes ist den Menschen seit der Nutzbarmachung des s bekannt; er entstand mehr oder weniger unbeabsichtigt beim Kochen oder beim Löschen der Feuerstelle mit Wasser. Erste Überlegungen zur technischen Nutzung von Wasserdampf werden Archimedes zugeschrieben, der eine Dampfkanone konstruierte. Leonardo da Vinci stellte zu diesem Thema erste Berechnungen an, nach der eine acht Kilogramm schwere Kugel aus einer solchen Kanone verschossen etwa 1250 Meter weit fliegen würde.

Heron von Alexandria erfand den Aeolipile|Heronsball, eine erste Dampfturbine. Seine Erfindung hatte in der keinen praktischen Nutzwert, sie zeigte aber die technischen Möglichkeiten der Nutzung von Wasserdampf auf.

Auf Denis Papin geht die praktische Ausführung des Schnellkochtopfes zurück. Dieser erste Druckbehälter wurde von Anfang an mit einem Sicherheitsventil ausgerüstet, nachdem ein Prototyp (Technik)|Prototyp bei den ersten Versuchen Explosion|explodiert war.

Die Erfindung und Nutzung der Dampfmaschine machten es notwendig, das Arbeitsmittel Wasserdampf Theorie|theoretisch und Praxis|praktisch zu untersuchen. Zu den Praktikern gehören James Watt und Carl Gustav Patrik de Laval, die durch die Vermarktung ihrer Maschinen zu wohlhabenden Männern wurden. Zu den Theoretiker gehörte dagegen Nicolas Léonard Sadi Carnot, der sich vom Wasserdampf und der Dampfmaschine zu seinen Überlegungen inspirieren ließ. In die Reihe der Forscher, die sich eingehend mit den Eigenschaften von Wasserdampf beschäftigten, gehören auch Rudolf Julius Emanuel Clausius und Ludwig Boltzmann.

Nutzung in der Technik

Bild: Grundfliessbild Dampfkraftwerk.png von Wasser und Dampf in einem Dampfkraftwerk]] Wasserdampf wird in der in Dampfkesseln erzeugt und beispielsweise zu folgenden Zwecken verwendet:

  • als Arbeitsmittel in Dampfmaschinen, Dampflokomotiven und Dampfturbinen,
  • bei der Erd%C3%B6l#Gewinnung|Förderung von Erdöl und als Hilfsmittel beim Steamcracken für die Herstellung von Benzin,
  • als Zwischenprodukt bei der Meerwasserentsalzung#Vielstufige_Entspannungsverdampfung|Meerwasserentsalzung,
  • als ein Rohstoff für die Herstellung von Wassergas|Wasser- und Generatorgas durch das Dampfreformierung|Steam-Reforming,
  • in Dampfheizung|Dampfheizungen als Träger der Wärmeenergie.
  • zum Fördern von flüssigem Wasser mit einer Dampfstrahlpumpe,
  • bei der Wasserdampfdestillation als Treibmittel,
  • Erzeugen eines s durch Verdrängung der aus einem geschlossenen Druckbehälter mit anschließender Kondensation.

Die derzeit größten Dampfkraftwerk|Kraftwerk-Dampferzeuger haben eine Leistung von bis zu 3600 Tonne (Masseneinheit)|Tonnen Dampf pro Stunde. Derartige Mengen werden beispielsweise mit einem Wasserrohrkessel bereit gestellt.

Beim technischen Einsatz von Wasserdampf ist zu beachten, dass Nassdampf im Unterschied zu den meisten anderen en und Gas|Gasen nicht Pumpe|gepumpt werden kann. Die beim Verdichten des Dampfes auftretenden Wasserschlag|Wasserschläge würden die Fördermaschine innerhalb kürzester Zeit zerstören.

Weitere Anwendungen

  • zur Reinigung mittels Dampfreiniger|Dampfreinigern,
  • in der Küche zur schnellen und schonenden Zubereitung von n in einem Schnellkochtopf,
  • zum Biegen von Beplankung|Planken im Bootsbau,
  • zum Erzeugen eines Vakuum|Vakuums in geschlossen Druckbehälter|Druckbehältern durch Verdrängung der und anschließender Kondensation,
  • zur von medizinischen und mikrobiologischen Instrumenten (sog. Autoklav|autoklavieren),
  • im Privathaushalt|Haushalt zum Bügeleisen|Bügeln von Wäsche.

In der und Therapie|Therapeutik wird Wasserdampf für die Wärmeübertragung und als Träger therapeutischer Stoffe verwendet:

  • Inhalation zur , etwa von , oder zur Linderung von Erkältungen, z.B. mit Inhalator|Inhalatoren oder einer Gesichtssauna,
  • im Wellness|Wellnessbereich in Dampfbad|Dampfbädern.

Gefahren durch Wasserdampf

Geringe Mengen Wasserdampf können große Mengen Wärme und damit transportieren. Aus diesem Grund ist das Zerstörung|zerstörerische Potenzial von dampfführenden Apparaturen wie Dampferzeuger und Rohrleitungen erheblich. Kesselzerknalle von Dampfkesseln gehörten zu schwersten Unfall|Unfällen in der Technikgeschichte, derartige Ereignisse haben in der Vergangenheit mit einem Schlag ganze betriebe ausgelöscht.

Der mit hoher Temperatur und Druck aus einer defekten Rohrleitung frei austretende Wasserdampf ist unsichtbar und kann einen Strahl von erheblicher Länge bilden. Ein großflächiger Kontakt mit diesem Strahl ist wegen der augenblicklich eintretenden Verbrühungen tödlich. In der letzten Zeit sind im Zusammenhang mit Wasserdampf weniger Unfälle geschehen, weil sich der Stand der Technik auf diesem Gebiet permanent zu größeren Sicherheiten entwickelt hat.

Begriffe und Stoffwerte

Bild: WD Begriffe.PNG

Name
Wasserdampf
weitere Namen
Diagramm rechts
H2O
Dichte bei 100 °C und 1,01325 bar
0,598 kg/m3
Wärmekapazität|spez. Wärmekapazität cp
2,08 kJ/kgK
 \lambda
0,0248 W/(m·K)
Tripelpunkt
0,01 °C entspricht 273,165 K
0,00612bar
kritischer Punkt
374,150 °C
221,20 bar


Siehe auch

  • Kinetische Gastheorie|Kinetische Gastheorie

Literatur

  • Allgemeine Meteorologie Nr. 1, Selbstverlag des Deutscher Wetterdienst|Deutschen Wetterdienstes, Offenbach, 1987
  • Meyers Rechen Duden, Bibliographisches Institut, Mannheim, 1965
  • Taschenbuch für den Maschinenbau|Dubbel Kapitel D Springer-Verlag 17. Auflage 1991 ISBN 3-540-52381-2
  • Mollier h,s-Diagram for Water and Steam, Springer-Verlag 1998 ISBN 3-540-64375-3
  • Wagner W., Wasser und Wasserdampf im Anlagenbau, (Kamprath-Reihe) Vogel Buchverlag 2003, ISBN 3-8023-1938-9

Weblinks

Kategorie:Wasser Kategorie:Thermodynamik Kategorie:Gas

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