Lexikon: Wellensittich

 

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Wellensittich
Bild: wellesittiche_dnbb_wikipedia.jpg´

Wellensittiche (Melopsittacus undulatus)

'
' (Aves)
: Papageien (Psittaciformes)
: Eigentliche Papageien
(Psittacidae)
' Plattschweifsittiche (Platycercinae)
: Wellensittiche (Melopsittacus)
' Wellensittich (M. undulatus)

Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) hat seinen Namen von dem wellenförmigen Muster seines Gefieders und ist eine Vögel|VogelArt (Biologie)|art, die zur Ordnung (Biologie)|Ordnung der Papageien (Psittaciformes) und zur Familie (Biologie)|Familie der Eigentliche Papageien|Eigentlichen Papageien (Psittacidae) gehört. Seine taxonomische Stellung innerhalb der Familie ist umstritten.

Aussehen

Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Wellensittichs ist grün mit gelbem Gesicht. Eine schwarze Querbänderung beginnt am Hinterkopf und zieht sich über den Rücken und über die Flügeldecken. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern gleich. Männchen haben eine blaue (in der Jugend violette), glatte Wachshaut (= Bereich über dem Schnabelansatz). Männliche Albinos (weißer Vogel mit roten Augen) oder Lutinos (gelber Vogel mit roten bzw. schwarzen Augen)können jedoch eine ähnlich gefärbte Schnabelhaut wie die Weibchen vorweisen, das heißt, die Wachshaut ist braun-grau.Wellensittiche mit rotem oder schwarzem Gefieder sind nicht bekannt. Jungvögel unterscheiden sich von den ausgewachsenen Wellensittichen neben der Wachshaut (hellbraun und glatt) durch die vollkommen schwarzen Augen (die weiße Iris ist noch nicht zu sehen) und die schwarze Zeichnung, die bei ihnen bis fast zum Schnabel reicht.

Verbreitung

Der Wellensittich ist über den ganzen Australien (Kontinent)|australischen Kontinent verbreitet. Gelegentlich sind sie auch schon in den Parks von Städten anzutreffen, die über ein zumindest Subtropen|subtropisches Klima verfügen. In Deutschland findet man manchmal Gefangenschaftsflüchtlinge, die jedoch kaum den Winter überleben.

Lebensraum

Ursprungsgebiet der Wellensittiche sind die Grassteppen Australien (Kontinent)|Australiens. Nomadengleich ziehen sie Regenfällen hinterher von Wasserstelle zu Wasserstelle. Tagsüber sind die in großen Schwärmen lebenden Vögel mit der Futtersuche am Boden beschäftigt. Mittags ziehen sie sich zum Schutz vor der meist großen Hitze in Baumkronen zurück, wo sie auch nachts zu finden sind.

Zur Brutzeit besiedeln Elterntiere alte, ausgehöhlte Bäume. Das Weibchen bebrütet das Gelege von ca. 4 Eiern etwa 18 Tage lang, während es vom Männchen versorgt wird. Junge Wellensittiche sind Nesthocker und werden mit etwa 4-5 Wochen flügge.

Geschichte

Der Wellensittich wurde angeblich 1788 durch den Strafgefangenen Thomas Watling entdeckt, der wegen des Fälschens von Banknoten in die Strafkolonie Australien deportiert worden war. 1831 gelangte das erste Mal ein ausgestopfter Wellensittich nach Europa.

John Gould führte 1840 erstmals lebende Exemplare nach England ein. Kurz darauf wurden große Wildfänge nach importiert, wo sich später erste Zuchterfolge einstellten. In den folgenden Jahren nahm der Export von Wellensittichen so stark zu, dass 1884 von der australischen Regierung ein Exportverbot erlassen wurde. Dieses Gesetz gilt bis heute, obwohl der Wellensittich in Australien nicht zu den bedrohten Arten zählt.

Mittlerweile wird der Vogel in zahlreichen Farbschlägen (blau, gelb, grau, weiß,...) gezüchtet. 1872 tauchten erstmals gelbe Tiere auf. Um 1900 kamen blaue hinzu, 1920 die ersten weißen Wellensittiche. Heute gibt es rund 100 "Standard-Farbschläge", die von den Zuchtverbänden anerkannt werden. Auf Vogelschauen wird der so genannte Standardwellensittlich zur Schau gestellt. Er ist deutlich größer als der normale Wellensittich.

Bild: Wellensittich.jpgWellensittich â™‚ (Melopsittacus undulatus), Lacewing

Haltung

Aufgrund seiner relativ leichten Züchtung war der Weg zur Haustierwerdung vorprogrammiert. Anfangs stellten Wellensittiche Ornithologen jedoch vor Rätsel, da sie sich in Gefangenschaft einfach nicht vermehren wollten. Erst als durch Zufall herausgefunden wurde, dass Wellensittiche ihre Eier in Hohlräumen oder eben in den schon erwähnten hohlen Baumstämmen ablegen, stellten sich Zuchterfolge ein.

Der Wellensittich zeichnet sich vor allem durch sein fröhliches Wesen und die verhältnismäßig problemlose Haltung aus. Ein Wellensittich kann unter guten Haltungsbedingungen bis zu 16 Jahre alt werden.

Grundsätzlich sollten diese geselligen Vögel mindestens paarweise gehalten werden. Der Käfig hat im Idealfall ein Mindestmaß von 80x40x60 cm und der tägliche Freiflug ist unverzichtbar.

Von einer Haltung im Freien ist unter dem hier vorherrschenden Klima grundsätzlich abzuraten, zumindest in der kälteren Jahreszeit. Bei entsprechender Eingewöhnung und witterungsgeschützter Unterbringung ist aber auch eine Überwinterung im Freien möglich, beispielsweise in einer Volière|Außenvolière.

Das Grundfutter besteht aus einer im Fachhandel erhältlichen ausgewogenen Körnermischung. Allerlei Sorten von Rispenhirse (als gelegentliches Leckerli, da sehr kalorienreich) und tägliche Gaben von Obst, wie Äpfel und Birnen, oder Gemüse, beispielsweise Gurke oder Karotte, runden den Speiseplan ab. Da der Wellensittich jedoch nicht alle Obst- und Gemüsesorten verträgt, sollte man vorher Erkundigungen einholen. Man sollte Wellensittiche von der menschlichen Nahrung fernhalten, weil manche die gern fressen. So gibt es Tiere die Käse, Nudeln, Gebäck und sogar Wurst naschen. Das macht dick und ist für die Vögel ungesund.

Das Wasser, das in einer Badewanne angeboten werden kann, ist mindestens einmal täglich zu wechseln. Es ist nicht unnormal, wenn der Vogel nicht baden will, dann kann man es mit einer "Dusche" versuchen (Wasser mit einer Sprühflasche oder den Fingern verspritzen).

Die Verwendung von Sand als Einstreu ist inzwischen umstritten, da dieser Verdauungsstörungen und Kropfreizungen verursachen kann. Alternativ kann man Buchenholzspäne verwenden oder den Käfig einfach mit Küchenrolle/Zeitung (kein buntes Hochglanzpapier, möglicherweise giftige Farben!) auslegen.

Wichtig ist, falls nicht mit Muschelgrit versetzter Sand benutzt wird, Grit in einer eigenen Schale anzubieten - er ist für die Verdauung unabdingbar. Die Einstreu muss mindestens einmal wöchentlich gewechselt werden. Grundsätzlich gilt: Bei starker Verschmutzung muss sie sofort ausgetauscht werden, da die Vögel ansonsten schnell krank werden können. So kann das Gefieder von Milben befallen werden.

Vor Zugluft sind Wellensittiche unbedingt zu schützen.

Weiteres Inventar: Gekauft werden sollte eine Sepiaschale zum Abwetzen des Schnabels und/oder ein Mineralstein. Statt der handelsüblichen Plastiksitzstangen, die schwere Fußleiden verursachen können, sollten Naturäste in verschiedenen Durchmessern (nicht direkt vom Straßenrand) verwendet werden.


Mit Spielsachen aus Kunststoff sollte eher gespart werden, jedoch spricht nichts gegen Zweige, an denen die Vögel auch nagen können. Plastikwellensittiche und Spiegel sind sehr umstritten und bei Einzelhaltung auf jeden Fall zusätzlich schädlich. Für im Schwarm gehaltene Vögel allerdings verlieren diese "Ersatzpartner" sowieso jede weitere Attraktivität.

Wellensittiche sind Schwarmvögel und sollten deshalb niemals allein gehalten werden. Vielfach wird noch die irrige Meinung vertreten, dass er alleine auch glücklich ist. Das ist auf keinen Fall richtig. Denn der Mensch kann niemals ein Ersatzpartner für den Wellensittich sein, da der Wellensittiche für ihn typische soziale Verhaltensweisen nicht ausüben kann. Die Tatsache, dass sich Wellensittiche in Einzelhaltung in besonderem Maße dem Menschen zuwenden, ist ein Zeichen von geistiger Verkümmerung und ist als solches schon als Krankheitszeichen anzusehen.

Erkrankungen und Entstellungen

Krankheiten

Aspergillose, Französische Mauser, Legenot und Papageienkrankheit.

Entstellungen und Behinderungen geistig sowie psychisch

Bastard, Featherduster, Federbalgzysten, Federmissbildungen, Federrupfen und Inzucht.

Parasiten

Rote Vogelmilbe, Sittichräude (Befall mit Grabmilben) und Federlinge.

Literatur

  • Siegfried Schmitz: Der Wellensittich und seine Verwandten. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München 1993, ISBN 3405138574

Weblinks

Kategorie:Heimtier Kategorie:Papageien

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