Lexikon: Wind

 

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Als Wind wird in der Meteorologie eine gerichtete Luft|Luftbewegung in der Erdatmosphäre|Atmosphäre bezeichnet. Winde mit Windstärken zwischen 2 und 5 haben die Bezeichnung Brise. Winde mit Windstärken zwischen 6 und 8 bezeichnet man als Wind mit den Abstufungen starker, steifer und stürmischer Wind.
Bei Windstärken ab 9 spricht man von einem Sturm. Winde mit der Windstärke 12 bezeichnet man als Orkan. Eine heftige Luftbewegung von kurzer Dauer bezeichnet man als Bö. Auf der Erde (Planet)|Erde beträgt die maximale Windgeschwindigkeit 520 Meter|km/Stunde|h - diese wird auch im stärksten Tornado nicht überschritten und tritt in der Regel nur bei Jetstreams auf.

Bild: Jetsteam_gradientkraft_vom_aequator_zum_pol_1.png folgend, vom Höhenhoch über dem zum Höhentief über dem Pol (Geographie)|Pol]] Bild: Jetsteam_hoehenkarte_nordhalbkugel.png lenkt die Luftbewegung auf der Nordhalbkugel zu Westwinden ab (Westwinddrift)]] Bild: Foehn.png Hauptursache für Winde sind Unterschiede im Luftdruck zwischen Luftmassen. Dabei fließen Luftteilchen aus dem Gebiet mit einem höheren Luftdruck (Hochdruckgebiet) solange in das Gebiet mit dem niedrigerem Luftdruck (Tiefdruckgebiet), bis der Luftdruck ausgeglichen ist. Es handelt sich bei einem Wind daher um einen Massenstrom, welcher nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik eine Gleichverteilung der Teilchen im Raum (Physik)|Raum und damit eine maximale Entropie anstrebt. Die zugehörige Kraft bezeichnet man als Gradientkraft|Druckgradientkraft. Je größer der Unterschied zwischen den Luftdrücken ist, um so heftiger strömen die Luftmassen in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck und um so stärker ist der aus der Luftbewegung resultierende Wind.

Die Windrichtung, meist in Form einer Hauptwindrichtung angegeben, wird durch die Lage von Tiefdruckgebiet und Hochdruckgebiet bestimmt. Dabei wird sie aber durch die Corioliskraft in Bewegungsrichtung nach rechts (Nordhalbkugel) bzw. nach links (Südhalbkugel) abgelenkt. Unterhalb der Freie Atmosphäre|freien Atmosphäre wird der Wind zusätzlich durch Reibung beeinflusst und kann auch durch Geomorphologie|morphologische Strukturen wie Berge, Tal|Täler und Canyons stark variieren (Beispiel: Föhn bzw. Fallwind, Aufwind, Talwind, Bergwind). Bei Rotationsbewegung|rotierenden en wie Wirbelsturm|Wirbelstürmen spielt zusätzlich die Zentrifugalkraft eine entscheidende Rolle. Man unterscheidet Grundsätzlich die Meridionaler Wind|meridionale und die Zonaler Wind|zonale Komponente eines Windes.

Man teilt Winde daher auch in verschiedene Gruppen ein:

  1. Euler-Winde:
    • direkter Druckgradientwind
    • keine Coriolis-, Zentrifugal- oder Reibungskraft
    • Äquatornah (geringe Corioliskraft)
  2. Geostrophischer Wind|geostrophische Winde bzw. quasigeostrophische Winde:
    • Gleichgewicht zwischen Durckgradient- und Corioliskraft
    • Isobarenparallel (ohne Krümmungen)
    • oberhalb der Bodenreibungsschicht (freie Atmosphäre)
    • hängt nur vom horizontalen Druckgradienten ab
    1. Ageostrophischer Wind|ageostrophische Windkomponente (isallobarischer Wind):
      • reale Ausgleichskomponente zum idealisierten geostrophischen Wind
      • basierend auf Fluktuationen, die zum Masseausgleich führen
  3. Gradientwinde:
    • Gleichgewicht zwischen Durckgradient-, Zentrifugal- und Corioliskraft
    • Isobarenparallel (mit Krümmungen)
    • oberhalb der Bodenreibungsschicht (freie Atmosphäre)
    • hängt nur vom horizontalen Druckgradienten ab
  4. Zyklostrophischer Wind|zyklostrophische Winde:
    • Gleichgewicht zwischen Durckgradient- und Zentrifugalkraft
    • meist nah (geringe Corioliskraft) oder hohe Windgeschwindigkeit
    • auftreten nur bei Zyklonen
    • sofortige Instabilität des zyklostrophischen Gleichgeichts bei Antizyklonen


Auch eine Unterscheidung nach der Dimension und Beständigkeit der Winde ist üblich. Es werden dabei im wesentlichen drei Gruppen unterschieden:

  1. Synoptische Meteorologie|synoptischer Winde - umfasst alle obigen Winde bis auf ageostrophische Windkomponenten; große räumliche und in der Regel auch zeitliche Skalen)
  2. gerade noch vorhersagbare Winde - sehr lokal, beispielsweise an Morphologie orientiert
  3. stark lokale, also unvorhersagbare, räumlich wie zeitlich stark eingeschränkte Winde - Sekunden bis Minuten, wenige hundert Meter)

Die räumliche und zeitliche Skala sagt hierbei nichts über die letztendliche Stärke des Windes aus, besonders letztere sind daher und aufgrund ihrer Unberechenbarkeit sehr gefährlich für die Luftfahrt.

Auf einer Wetterkarte werden Linien gleicher Windrichtung als Isogone (Meteorologie)|Isogonen und Linien gleicher Windgeschwindigkeit als Isotachen bezeichnet.


Siehe auch

  • Planetarische Zirkulation
  • Wind und Luftdruckgürtel
  • Winde und Windsysteme
  • Windenergie
  • Barisches Windgesetz
  • Ekman-Spirale|Korkenzieherströmung
  • Seewind
  • Passat (Windsystem)|Passat
  • Monsun
  • Kármánsche Wirbelstraße (singende Drähte im Wind)

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