Lexikon: Wirbeltiere

 

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Wirbeltiere
Graeca_034.jpg|250px|Griechische Landschildkröte
Griechische Landschildkröte
'
: Vielzeller (Metazoa)
: Gewebetiere (Eumetazoa)
: Bilateria
: Neumünder (Deuterostomia)
: Chordatiere (Chordata)
: Wirbeltiere (Vertebrata)
n
  • (Gnathostomata)
  • Kieferlose (Agnatha)

Die Wirbeltiere (Vertebrata), oft auch Schädeltiere (Craniota oder Craniata) genannt, bilden einen Unterstamm der Chordatiere (Chordata) und umfassen etwa 54.000 Art (Biologie)|Arten.

Der Name Vertebrata wird mitunter auch für Schädellose+Kieferlose+Kiefermäuler oder für Kieferlose+Kiefermäuler jedoch unter Herauslassung der Schleimaal|Schleimaale verwendet. Aufgrund der hohen Verbreitung und des Bekanntheitsgrades wird hier für das Kieferlose + Kiefermäuler der Name "Wirbeltiere" (Vertebrata) verwendet. Der Name Schädeltiere ist jedoch für zukünftiges Arbeiten wegen seiner Eindeutigkeit vorzuziehen.


Grundplan

Die Monophylie der Wirbeltiere wird durch eine Reihe gemeinsamer abgeleiteter (neuer) Grundplanmerkmale (Synapomorphien) unterstützt:

  • mehrschichtige Epidermis
Die Epidermis differenziert sich in mehrere übereinanderliegende Zellschichten. Innerhalb der Wirbeltiere kommt es zur Ausbildung der "Haut" mit mehreren Schichten und zugehörigen Strukturen wie Schuppen, Federn etc.
  • Neurocranium
Das Gehirn und die großen Sinnesorgane werden von einer Kapsel geschützt.
  • Neuralleiste
Eine embryonale Struktur aus pluripotenten Zellen, welche aus dem Ektoderm an der Grenze zwischen epidermalem Ektoderm und neuralem Ektoderm hervorgehen. Sie bilden unter anderem Skelettstrukturen des Kopfes, Pigmentzellen, Kapillarbildner, neurale Zellen wie Rohon-Beard-Zellen, Ganglien und Odontoblasten.
  • Placoden
Verdickungen der embryonalen Epidermis. Zellen der Placoden sind an der Ausbildung neuraler Organe beteiligt
  • Labyrinthorgan
Das Gleichgewichtsorgan
  • Gehirn
Der vordere Teil des Neuralrohres ist zu einem (mehrteiligen) Gehirn ausdifferenziert.
  • Hirnnerven|Gehirnnerven
Im Grundplan zehn Nerven völlig unterschiedlicher Natur, welche das Gehirn mit der Peripherie verbinden. Sie sind innerhalb der gesamten Wirbeltiere ziemlich konstant vorhanden.
  • Spinalganglien
Den Spinalnerven können Ganglien zugeordnet werden

Einordnung ins System

Die Wirbeltiere gelten als Schwestergruppe der Schädellosen. Siehe Chordatiere

Verwandtschaftsverhältnisse

Die Verwandschaftsverhältnisse der Wirbeltiere sind umstritten. Im Augenblick ist die wahrscheinlichste Hypothese ein Schwestergruppenverhältnis zwischen Neunaugen und Kiefertieren. Die Schleimaale wiederum sind nach dieser Systematik Schwestergruppe dieser beiden Gruppen.

Schleimaale+(Kiefertiere+Neunaugen)

Dieses System widerspricht der alten "Agnathen"-Hypothese: Bei dieser wird ein Schwestergruppenverhältnis zwischen Neunaugen und Schleimaalen angenommen, welche als Taxon "Kieferlose" den Kiefertieren gegenübergestellt werden. Begründet wird dies durch das Fehlen eines Kiefers. Dies ist jedoch ein ursprüngliches Merkmal, welches die beiden Gruppen mit allen Nicht-Kiefertieren teilen (eine Symplesiomorphie) und somit für die Verwandtschaftsanalyse unbedeutend.

(Schleimaale+Neunaugen)+Kiefertiere

Verwendetes System

Die Wirbeltiere untergliedern sich in die folgenden Überklassen:

  • Wirbeltiere (Vertebrata) (54.000 Arten)
    • Kieferlose (Agnatha) (50 Arten)
      • Rundmäuler (Cyclostomata)
      • Panzerfische (Ostracodermi)
    • (Gnathostomata) (53.950 Arten)
      • Landwirbeltiere (Tetrapoda) (29.325 Arten)
        • Amphibien (Amphibia) (4.000 Arten)
        • (Reptilia)
        • (Mammalia) (4.000 Arten)
        • (Aves) (9.000 Arten)
      • (Pisces) (24.625 Arten)
        • Knorpelfische (Chondrichthyes) (625 Arten)
        • Knochenfische (Osteichthyes) (24.000 Arten)
          • Strahlenflosser (Actinopterygii)
          • Muskelflosser (Sarcopterygii)

Siehe auch: Systematik des Tierreiches, Portal Lebewesen

Literatur

  • G. Mickoleit, Phylogenetische Systematik der Wirbeltiere, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, 2004
  • W. Westheide, R. Rieger, Spezielle Zoologie. Teil 2: Wirbel- oder Schädeltiere, Spektrum Akademischer Verlag, 2003, ISBN 3-8274-0900-4


Kategorie:Tiere

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