Lexikon: Wissenschaft

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Wissenschaft bezeichnet

  • den Bestand des Wissens einer Zeit
  • den Erwerb neuen Wissens mit wissenschaftlichen Methoden.

Wissenschaftler erwerben neues Wissen durch Forschung, Dokumentation|dokumentieren es in Veröffentlichungen und vermitteln es in der Lehre weiter.

Wissenschaftliche Methode

Wissenschaft ist eine zum Wissenserwerb. Ziel der wissenschaftlichen Methode ist es, ausgehend von einer oder mehreren n eine tragfähige Theorie zu entwickeln.

Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliche Arbeit muss besondere Kriterien erfüllen:

Wissenschaftliche Ergebnisse werden ausführlich dokumentiert. Dafür gibt es Standards, die die Nachvollziehbarkeit aller Teilschritte der Schlussfolgerungen sicher stellen sollen. Wichtig ist dabei auch eine ausführliche Dokumentation verwendeter Zitation|Quellen und die Berücksichtigung des aktuellen Standes der Forschung auf einem Gebiet. Dadurch werden Forschungsergebnisse vergleichbar und ein inhaltlicher Fortschritt in einem Fachgebiet erst möglich. Forschungsarbeiten beziehen sich aufeinander. Sie stützen, widerlegen oder verfeinern vorhandene Theorien.

Ein wichtiges Prinzip jeder ernsthaften Wissenschaft ist die Skepsis im Sinne einer kritischen Haltung gegenüber eigenen wie fremden Ergebnissen und Thesen. Wissenschaftliches Wissen unterscheidet sich von doktrinärem Wissen dadurch, dass beim doktrinärem Wissen offene oder subtile Machtmittel zur Durchsetzung von Behauptungen benutzt werden und Hinterfragung durch einzelne unerwünscht ist, während wissenschaftliches Wissen zumindest prinzipiell von jedem durch den Gebrauch des eigenen Verstandes und eigener Erfahrung eigenständig überprüft werden kann. Auf die gleiche Weise kann wissenschaftliches Wissen auch von Offenbarungswissen abgegrenzt werden. Offenbarungswissen, welches etwa durch innere Erkenntnis einzelner zustandekommt, kann durch andere nicht eigenständig überprüft werden und ist somit nicht wissenschaftlich.

Wissenschaft ist nicht dogmatisch. Wissenschaft unterscheidet sich von Religion indem es kein Anspruch auf die absolute Wahrheit hat. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind falsifizierbar, sie können überprüft werden und sich als falsch herausstellen. Bei Religion ist das nicht der Fall. Wissenschaft ist der Besitz von relativen, begrenzten Wahrheiten und die unendliche (und niemals erfolgreiche) Suche nach der absoluten Wahrheit. Wissenschaft kann niemals im Besitz der ganzen Wahrheit sein. Wir können durch Wissenschaft niemals alles wissen.

Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnis

Wissenschaftliche Erkenntnis wird in folgenden Schritten gewonnen (in manchen Wissenschaften ist nur ein Teil der aufgezählten Schritte durchführbar):

  1. Beobachtung von Phänomenen
  2. Sammeln und Ordnung|Ordnen von Material
  3. Aufstellen von n und Modell-Erstellung
  4. Prüfung der Hypothesen des Modells durch Experimente, Tests, Versuche
  5. Bestätigung oder Widerlegung der Hypothesen
  6. Veröffentlichung der Ergebnisse, um sie von anderen überprüfen zu lassen
  7. Veränderung, Erweiterung oder Verwerfen des Modells, je nach Ergebnis der Tests und der Kritik
  8. Im Falle der Bestätigung Entwicklung einer fundierten Theorie, die gewisse Kriterien erfüllen muss
  9. Solange die Theorie nicht falsifiziert wird, kann sie als wissenschaftliche Erkenntnis gelten

Kriterien eines wissenschaftlichen Experiments

  • Objektivität (Intersubjektive Überprüfbarkeit): Ein Experiment ist objektiv, wenn verschiedene Forscher unter den selben Bedingungen die selben (End-)Ergebnisse erzielen.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Ein Experiments ist reliabel, wenn es bei wiederholter Anwendung unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse liefert, die Ergebnisse also reproduzierbar sind.
  • Validität (Gültigkeit): Ein Experiment ist valide, wenn die Versuchsanordnung tatsächlich das misst, was sie zu messen vorgibt. Hierzu muss sichergestellt sein, dass andere, nicht beobachtete Eigenschaften keinen Einfluss auf das Ergebnis haben. Allerdings erfordert dies sehr weit reichende Standardisierung der Versuchsbedingungen. Dies wiederum kann die Gültigkeit negativ beeinflussen. Wenn beispielsweise in streng kontrollierten Tierversuch Verhaltensauffälligkeiten durch Treatment A erfasst werden sollen, kann es sein, dass sich die Verhaltensauffälligkeit nicht durch das Treatment, sondern durch die Umstände (kleiner, langweiliger Käfig etc.) hervorgerufen werden.
  • Standardisierung und Vergleichbarkeit: Ergebnisse eines Experiments sind nur dann vergleichbar, wenn sie bestimmten, vorher festgelegten Standards genügen. Um die Wiederholbarkeit und Überprüfung eines Versuchs zu gewährleisten, gehörte es somit zu den wissenschaftlichen Tugenden, die Versuchsanordnung so einfach wie möglich zu halten.

Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie

  • Zirkelschlussfreiheit
  • innere Konsistenz (Widerspruchsfreiheit)
  • äußere Konsistenz - Widerspruchsfreiheit in Bezug auf andere anerkannte Theorien
  • Erklärungswert - bislang ungeklärte Sachverhalte können durch die Theorie erklärt werden
  • Empirie|Empirische Überprüfbarkeit
  • Ockhams Rasiermesser|sparsame Erklärung
  • Falsifizierbarkeit: Eine Theorie muss so formuliert werden, dass sie Voraussagen trifft, die prinzipiell durch ein Experiment widerlegt werden könnten. Nicht falsifizierbare, also experimentell nicht widerlegbare Theorien gelten nach diesem Kriterium als unwissenschaftlich.

Wissenschaftstheorie

Als Begründer der modernen wissenschaftlichen Methode gilt Francis Bacon (Philosoph)|Francis Bacon. Im 20. Jahrhundert hat sich unter Anderen Karl Popper als Begründer des Kritischer Rationalismus|kritischen Rationalismus in der Wissenschaftstheorie einen Namen gemacht; das Kriterium der Falsifizierbarkeit, ursprünglich von Popper formuliert, hat sich als Qualitätsmerkmal seriöser Wissenschaft weitgehend durchgesetzt, es dient der Unterscheidung von Wissenschaft und bzw. Glaubenslehren.

Insbesondere die Kritik Thomas Samuel Kuhn|T.S. Kuhns an der von Popper dargelegten Wissenschaftsentwicklung führte allerdings zu diversen Weiterentwicklungen des Falsifikationsbegriffes in der neueren wissenschaftheoretischen Entwicklung. Zu nennen wären hier etwa die von Imre Lakatos entwickelte Sichtweise der Wissenschaft als das Verfolgen komplexer Forschungsprogramme oder der - neben anderen - von Joseph D. Sneed entwickelte Wissenschaftstheoretischer Strukturalismus|wissenschaftstheoretische Strukturalismus.

Philosophisch steht dahinter ursprünglich der Kritischer Rationalismus| kritische Rationalismus, der eine Theorie nur dann als wissenschaftlich anerkennt, wenn sie falsifizierbar (das heißt prinzipiell widerlegbar, siehe oben) ist. Abgesehen davon, dass komplexe Theorien im allgemeinen nicht verifizierbar sind, würde Verifizierbarkeit allein - ohne gleichzeitge Falsifizierbarkeit - nicht ausreichen, um eine Theorie als wissenschaftlich einzustufen. Erst die Falsifizierbarkeit garantiert, dass eine Theorie Einschränkungen über mögliche Beobachtungsdaten macht, und damit überhaupt eigentliche Information über die uns empirisch zugängliche Welt enthält. Der kritische Rationalismus wurde und wird von seinen Gegnern zuweilen auch als "Falsifikationismus" bezeichnet und wird insbesondere unter dieser Bezeichnung im Gegensatz zu anderen philosophischen Denkrichtungen gesehen (siehe unten).

Es waren die bereits oben erwähnten Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn sowie Paul Feyerabend, die mit wissenschaftshistorischen und wissenschaftssoziologischen Untersuchungen aufzuzeigen suchten, dass wissenschaftliche Forschung in der Praxis anders ablaufe als der Kritische Rationalismus von Popper es behauptet, oder - wie die Verteidiger Poppers entgegnen - seine Gegner es ihm unterstellen. Wissenschaftler trachten demnach in den gewöhnlichen Phasen ihrer Forschung kaum danach die Grundannahmen ihrer Theorien zu hinterfragen, sondern bewegen sich im Rahmen eines unhinterfragten Paradigmas bzw. Forschungsprogramms, das ihnen Wege zur Lösung jener Rätsel aufzeigt, welche das Paradigma aufwirft. Das Paradigma bzw. Forschungsprogramm steht im Zuge dieser gewöhnlichen Phase der Forschung nicht zur Disposition, besteht also aus Vorannahmen, deren Falsifizierbarkeit meist gar nicht möglich sei. Gemäß Imre Lakatos sei dies auch nicht nötig, da ihre Hauptfunktion mehr darin bestehe die "Struktur" einer Theorie zu bestimmen und es nur nötig sei, diese Vorannahmen durch falsifizierbaren Zusatzannahmen zu einer kompletten, falsifizierbaren Theorie erweitern zu können. Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Lakatos Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme und Feyerabend anarchistische Erkenntnistheorie sind zudem Wegbereiter der modernen Wissenschaftsforschung (Karin Knorr-Cetina, Bruno Latour), die bestrebt ist, das reale Forschungsverhalten der Wissenschaftler im Labor und im Feld zu untersuchen. Die dabei zu Tage geförderten Daten widersprächen sehr stark den klassisch-wissenschaftstheoretischen Annahmen Poppers oder des Wiener Kreises über das Wesen wissenschaftlicher Forschung.

Der Konstruktivismus (Philosophie)|Konstruktivismus geht in seiner Ablehnung noch weiter und lehnt die These des Falsifikationismus ab, dass laufende Veränderung von falsifizierten Thesen eine asymptotische Annäherung an die Wirklichkeit brächten.

Der Relativismus sieht wissenschaftliche Paradigma|Paradigmen sogar als Sache des Glaubens an, die jeweils nur innerhalb einer bestimmten Wissenschafts-Kultur als wahr oder falsch gelten könnten.

Wissenschaftliche Einrichtungen

Ein großer Teil wissenschaftlicher Arbeit findet traditionell an Universitäten statt. Doch auch Akademien, privat finanzierte Forschungsinstitute und die finanzieren die Tätigkeit vieler Wissenschafter. Mit staatlicher Förderung stellen auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder anderer Träger den Max-Planck-Instituten, der European Space Agency| ESA, dem CERN und anderen Groß-Forschungsprojekten die notwendigen Ressourcen zur Verfügung. In Österreich entsprechen der DFG die Forschungsfonds FWF und FFF in der Schweiz und Frankreich die Nationalen Forschungsfonds. Andere Fonds werden z.B. von Großindustrien oder dem Europäischen Patentamt dotiert.

Der für Wissenschafter so zentrale Austausch mit anderen Forschern erfolgt durch Wissenschaftliche Veröffentlichungen und bei Fachkonferenzen, bei Kongressen der internationalen Dachverband|Dachverbände und scientific Unions (z.B. IUGG, COSPAR, IUPsyS, ISWA, SSRN) oder der UNO-Organisation. Auch Einladungen zu Seminaren, Institutsbesuchen, Arbeitsgruppen oder Gastprofessuren spielen eine Rolle. Von großer Bedeutung sind auch Auslandaufenthalte und internationale Forschungsprojekte.

Wissenschaftliches Arbeiten in der Gesellschaft

Wissenschaftliches Arbeiten dient der Vermittlung von Kulturgut, das sich über Jahrtausende entwickelt hat, der Grundlagenforschung, der Weiterentwicklung bestehender Ergebnisse, der Gewinnung neuer Erkenntnisse und auch der Suche nach neuen Technologien.

Inhalte, Methoden und Ziele der Wissenschaft werden stets auch von außerwissenschaftlichen Faktoren beeinflusst - damit angefangen, dass berufsmäßige Wissenschaftler für ihren Lebensunterhalt auf Finanzen der Gesellschaft, der Wirtschaft oder spezieller Gruppierungen angewiesen sind.

Die Kommunikation der Wissenschaftler untereinander und mit der Gesellschaft gewährt Inspiration und Kritik. Sie ist insofern eine essentielle Voraussetzung für produktive Forschung, kann aber auch in gemeinsamem Irrtum bestärken; nicht zuletzt deshalb werden wichtige Ergebnisse zuweilen von wissenschaftlichen Außenseitern erzielt. Gemeinsame Begeisterung für aktuelle Themen kann die Form einer wissenschaftliche Mode|wissenschaftlichen Mode annehmen.

Für interdisziplinäre Forschung wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von (Forschungs-)Instituten geschaffen, in denen Industrie|industrielle und Universität|universitäre Forschung zusammenwirken. Zum Teil verfügen Unternehmen aber auch über eigene Forschungseinrichtungen, in denen Grundlagenforschung betrieben wird.

Die Weitergabe wissenschaftlicher Erkenntnisse kann propädeutisch erfolgen.

Kritik an der Wissenschaft

Die "Disziplin" der Marginalistik Parodie|parodiert die Methoden und die Infrastruktur der Wissenschaft. Berühmt für ihre Wissenschaftsparodien sind The Journal of irreproducible results und The Annals of improbable research.

Wissenschaft und Religion

Heftige Kritik an der Gültigkeit wissenschaftlicher Theorien entzündet sich in manchen Zeitepochen an Widersprüchen zu Religion|religiösen Überlieferungen und Dogma|Dogmen.

In den Naturwissenschaften ist das wohl facettenreichste Beispiel die Kreationismus-Debatte um eine Vereinbarkeit von biblischer Schöpfungsgeschichte mit Theorien der oder der Evolutionsbiologie. Die Thematik ist heute durch die Biblische Hermeneutik weitgehend gelöst. Ein älteres Beispiel ist der Umgang der katholischen Kirche mit Galileo Galileis öffentlichem Abrücken vom Geozentrisches Weltbild|geozentrischen Weltbild.

In den Geisteswissenschaften stoßen manche historisch-kritische Methode| historisch-kritischen Analysen von - und anderen heiligen Büchern auf Kritik. Insbesondere, wenn die aufgrund neuerer Quellenlage oder früherer Übertragungsfehler überarbeiteten Glaubenstexte im Widerspruch zur dogmatisch akzeptierten Version des Glaubenstextes stehen.

Da für den Gläubigen das Dogma Definition|per definitionem wahr ist, wird mancher einseitige Kritiker die wissenschaftliche Theorie abtun und den dogmatischen Lehrsatz unreflektiert aufrechterhalten. Im Fundamentalismus (z.B. des Islam) haben wörtliche Auslegungen heiliger Texte eine hohe Priorität.
Eine differenziertere Form der Kritik akzeptiert die wissenschaftliche Methode weitgehend und übernimmt ihre Fachbegriffe. Bisweilen werden im philosophisch-religiösen Bereich Ausnahmen von wissenschaftlichen Kernprinzipien (wie Experiment|Reproduzierbarkeit, Falsifizierbarkeit) eingefordert oder Kernbegriffe anders definiert.

Meistens lösen sich aber Widersprüche zwischen naturwissenschaftlich und religiös begründeten Aussagen dadurch, dass sie verschiedene Ebenen betreffen. So thematisiert die Schöpfungsgeschichte der Bibel das Verhältnis zwischen Gott, Welt und Mensch, aber nicht die Wissenschaft von der sichtbaren Natur (siehe auch biblische Biblische Exegese|Exegese und Hermeneutik).

Wissenschaftsgläubigkeit

Die Kritik richtet sich gegen die Verwendung von Wissenschaft als "Ersatzreligion" (Szientismus), ein Kennzeichen ist der Glaube an Naturgesetze. Wissenschaftliche Theorien, die nach dem modernen Wissenschaftsbegriff falsizierbar (widerlegbar) sind, werden als unanfechtbare Gewissheiten angesehen. Es wird kritisiert, dass manche Wissenschaftler die Welt ausschließlich durch die Brille ihrer bevorzugten wissenschaftlichen Theorien sehen. Beobachtungen, die mit ihnen nicht vereinbar scheinen, werden ausgeblendet; im Extremfall führt das zur Betrug und Fälschung in der Wissenschaft|Fälschung von Experimenten, um eigene Theorien zu schützen. In der gemäßigten Form erklärt diese Neigung, am eigenen Weltbild festzuhalten, manche Verzögerung, mit der sich neue Paradigma|Paradigmen in der Wissenschaft durchsetzen können. Auch wird kritisiert, wenn Wissenschaftsgläubige den Aufwand eigener sorgfältiger wissenschaftlicher Arbeit scheuen und sich an Autoritäten orientieren.

Elfenbeinturm

Die Kritik richtet sich gegen den Rückzug der Wissenschaft in ihren sprichwörtlichen Elfenbeinturm. Die Kritiker nehmen die Wissenschaft als schwer nachzuvollziehendes Gedankengebäude wahr, das nur noch Eingeweihten verständlich ist. Bei den Naturwissenschaften verstellt den Zugang, bei den Geisteswissenschaften eine unverständliche Fachsprache. Obwohl sich viele Menschen für wissenschaftliche Fragestellungen und populärwissenschaftlich aufgearbeitete Ergebnisse interessieren, wird die eigentliche wissenschaftliche Arbeit als unverständlich wahrgenommen. Die Kritiker erleben Wissenschaftler entweder als Rationalismus|Rationalisten, die ohne Bezug zur sinnlichen Erfahrung (Empirie) komplizierte Modelle entwickeln, als übertrieben Skeptizismus|skeptische Wissenschaftsgläubige, als Bürokratie|Bürokraten eines unüberschaubaren akademischen Apparats oder als Diener der Wirtschaft oder des Staates.


Betrug

Laut neueren Untersuchungen ist das Fälschen oder Verfälschen von Untersuchungsergebnissen wesentlich verbreiteter als allgemein angenommen. (vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,359630,00.html) Dennoch werden Ergebnisse häufig auch dann als wissenschaftlich fundiert akzeptiert, wenn sie nicht von weiterer Stelle überprüft wurden. Das ist ein Problem, da Betrug und Fälschung in der Wissenschaft, welche durch eine Minderheit begangen werden, die Glaubwürdigkeit insgesamt diskreditiert.

Ethik wissenschaftlichen Handelns

siehe Hauptartikel Wissenschaftsethik

Einteilung der Wissenschaften

Eine allgemeingültige Einteilung der Wissenschaften kann es nicht geben, jegliche Einteilung der Wissenschaften ist letztendlich willkürlich und nicht 'beweisbar'. Es existieren deshalb verschiedene Systematiken (siehe zum Beispiel die Dewey Decimal Classification). Frühere Autoren sprachen von einem Baum der Wissenschaft.

Viele Disziplinen stellen eine Mischung verschiedener Fachgebiete dar und entziehen sich deshalb einer eindeutigen Zuordnung. Als Beispiel sei hier die Wirtschaftsinformatik genannt, die neben einem Kern eigener Inhalte unter anderem auch Teile aus Informatik, , Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften enthält.

Wissenschaftstheorie

  • Erkenntnistheorie
  • Methodologie
  • Wissenschaftsforschung

Strukturwissenschaften

  • Logik
    • Algebra
      • Lineare Algebra
    • Analysis
      • Funktionalanalysis
      • Funktionentheorie
    • Arithmetik
      • Differentialgeometrie
    • Mengenlehre
    • Stochastik
      • Kombinatorik
      • Statistik
      • Wahrscheinlichkeitstheorie
    • Topologie (Mathematik)| Topologie
    • Technische Mathematik
  • Informatik
    • Programmierung
    • Künstliche Intelligenz
    • Technische Informatik
    • Theoretische Informatik
      • Automatentheorie
      • Berechenbarkeitstheorie
      • Komplexitätstheorie
  • Informationswissenschaft
  • Linguistik
    • Computerlinguistik
    • Semiotik
  • Systemtheorie

Naturwissenschaften

    • Experimentalphysik
    • Aerodynamik|Aero- und Hydrodynamik
    • Elektrodynamik
    • Festkörperphysik
    • Kinematik
    • Mechanik
    • Optik
    • Quantenphysik
    • Teilchenphysik
    • Theoretische Physik
    • Thermodynamik
    • Allgemeine Chemie
    • Anorganische Chemie
    • Organische Chemie
    • Analytische Chemie
    • Physikalische Chemie
    • Theoretische Chemie
    • Astrometrie
    • Planetologie
    • Stellardynamik
    • Stellarstatistik
  • Geowissenschaften
    • Geodäsie
    • Geographie
    • Geophysik
    • Meteorologie
    • Ozeanografie
    • Pedologie
    • Bioinformatik
    • Biophysik
    • Cytologie
    • Immunbiologie
    • Neurobiologie
    • Ökologie
    • Verhaltensbiologie|Verhaltensforschung
    • Zoologie
      • Faunistik
    • Humanmedizin
        • Unfallchirurgie
      • Gerontologie
      • Innere Medizin
      • und
      • Notfallmedizin
      • Pädiatrie
      • Umweltmedizin

Humanwissenschaften

  • Anthropologie
  • Human
  • Ethnologie
  • Ethnopsychoanalyse
  • Linguistik
  • Psychoanalyse
  • Soziologie

Ingenieurwissenschaften

  • Automatisierungstechnik
    • Kybernetik
    • Robotik
  • Bauingenieurwesen und
    • Hochbau, Tiefbau
    • Kulturtechnik und Wasserbau
    • Statik
    • Bodenmechanik und Geotechnik
    • Innenarchitektur
    • Raumplanung / Stadtplanung
  • Elektrotechnik
    • Elektronik und Mikroelektronik
    • Energietechnik
    • Nachrichtentechnik
    • Hochfrequenztechnik
  • Feinwerktechnik
    • Feinmechanik
    • Medizintechnik
    • Technische Optik
  • Maschinenbau
    • Anlagenbau
    • Energietechnik
    • Fertigungstechnik
    • Fördertechnik
    • Klimatechnik
    • Kraftfahrzeugtechnik
    • Luft- und Raumfahrttechnik
    • Materialwissenschaft
    • Mechatronik
    • Reaktorphysik
    • Schiffbau
    • Verkehrstechnik
    • Umwelttechnik
  • Vermessungswesen
    • Geoinformatik
    • Ingenieurgeodäsie
    • Katastertechnik

Sozialwissenschaften

  • Anthropologie
    • Philosophische Anthropologie
  • Demografie
  • Ethnologie
  • Politikwissenschaft|Politologie
  • Sozialpsychologie
  • Rechtswissenschaft
  • Soziologie

Wirtschaftswissenschaften

  • Betriebswirtschaftslehre
    • Organisationspsychologie
    • Arbeitsrecht
    • Entwicklungsforschung
    • Marketing
    • Unternehmensführung
  • Volkswirtschaftslehre
    • Mikroökonomik
    • Makroökonomik
  • Sozioökonomie

Kulturwissenschaften (Geisteswissenschaften)

  • Musikwissenschaften
  • Kunstgeschichte, Kunstwissenschaften
  • Sprachwissenschaft|Sprach- und Literaturwissenschaften
    • nach Sprachen und Kulturräumen
      • Altphilologie
      • Ägyptologie
      • Afrikanistik
      • Altamerikanistik
      • Amerikanistik
      • Anglistik
      • Germanistik
      • Gräzistik
      • Indologie
      • Japanologie
      • Judaistik
      • Keltologie
      • Mongolistik
      • Orientalistik
      • Romanistik
      • Sinologie
      • Slawistik
      • Turkologie
    • Theaterwissenschaft
    • Kommunikationswissenschaft
      • Medienwissenschaft
      • Publizistik
      • Szientometrie
  • Pädagogik
    • Didaktik
  • Geschichte
    • Archäologie und Frühgeschichte
    • Alte Geschichte, Mediävistik,
    • Neuere Geschichte, Zeitgeschichte
    • Wirtschafts- und Sozialgeschichte
    • Wissenschaftsgeschichte
    • Volkskunde,

Philosophie und Religionswissenschaften

  • Ethik
  • Metaphysik
    • Naturphilosophie
  • Religionsgeschichte
  • Theologie
    • Judaistik
    • Christliche Theologie
    • Islamwissenschaft
    • Buddhismus
    • Hinduismus
    • Biblische Exegese
    • Fundamentaltheologie, Moraltheologie, Pastoraltheologie

Literatur

  • Max Weber: Wissenschaft als Beruf, 1919. ISBN 3150093880 (Onlinetext)
  • Paul Feyerabend: Wider den methodenzwang. Entwurf einer anarchistischen Erkenntnistheorie. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1975.
  • Ludwig Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2002. ISBN 3518279122 (Original auf deutsch 1935)
  • Thomas Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1962.
  • Karl R. Popper: Logik der Forschung, Tübingen (Mohr-Siebeck) 2002. ISBN 3161478371

Siehe auch

  • Wissenschaftliches Arbeiten: Fachsprache, Wissenschaftssprache, Wissenschaftlichkeit, Ockhams Rasiermesser, Korrespondenzprinzip
  • Klassifizierung der Wissenschaftsgebiete: Liste der Fachgebiete, Universelle Dezimalklassifikation
  • Teilgebiete: Angewandte Wissenschaft, Humanwissenschaft, Agrarwissenschaft
  • Abgrenzung: Betrug und Fälschung in der Wissenschaft, , Parawissenschaft
  • Gesellschaftlicher Rahmen: Forschungsfreiheit, Forschungsprojekt
  • Wissenschaftsgeschichte: Europäische Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaft in der DDR, Wissenschaft in der Sowjetunion, Wissenschaft in den USA

Weblinks

Kategorie:Wissenschaft| ! Kategorie:Liste (Wissenschaft)|

an:Zenzia ast:Ciencia be:Навука bn:বিজ্ঞান ca:Ciència cs:Věda da:Videnskab el:Επιστήμη en:Science eo:Scienco es:Ciencia et:Teadus fi:Tiede fr:Science gd:Saidheans gl:Ciencia gu:વિજ્ઞાન he:מדע hi:विज्ञान hu:Tudomány ia:Scientia id:Sains io:Cienco is:Vísindi it:Scienza ja:科学 ka:მეცნიერება ko:과학 ku:Zanist la:Scientia li:Weitesjap lt:Mokslas ms:Sains nah:Tlapowalmatilistli nds:Wetenschop nl:Wetenschap no:Vitenskap pl:Nauka pt:Ciência ru:Наука simple:Science sl:Znanost su:Élmu sv:Vetenskap sw:Sayansi th:วิทยาศาสตร์ tl:Agham tr:Bilim uk:Наука wa:Syinces zh:科学