Lexikon: Ägypten

 

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جمهوريّة مصرالعربيّة
Dschumhūriyyat Misr al-‘Arabiyya
Arabische Republik Ägypten
Egypt flag 300.png|185px|none|Flagge Ägyptens
(Flagge Ägyptens|Details) (Wappen Ägyptens|Details)
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Kairo
Staatsform Präsidialrepublik
Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak
Regierungschef Ahmad Nazif
Fläche 1.001.450 km²
Einwohnerzahl 76.117.421 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte Niltal und -delta: 1120 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit Großbritannien
Währung Ägyptisches Pfund = 100 Piaster
Zeitzone UTC +2
Kfz-Kennzeichen ET
Internet-TLD .eg
Vorwahl +20
Image:LocationEgypt.png|Karte Afrikas, Ägypten hervorgehoben
Karte Ägyptens.png|Landkarte Ägyptens

Ägypten (arabisch: مصر Miá¹£r) liegt im Nordosten Afrikas, die zu Ägypten gehörende Halbinsel Sinai wird im allgemeinen zu gezählt. Das Land grenzt an das Mittelmeer, das Rotes Meer|Rote Meer (Golf von Aqaba), den Gaza-Streifen, Israel, Libyen und den Sudan. Die Landfläche Ägyptens besteht im wesentlichen aus der Stromoase des s sowie der Libysche Wüste|Libyschen Wüste im Westen und Süden und der östlichen Arabische Wüste|arabischen Wüste.

Geographie

Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der Wüstengebiete und dem dicht besiedelten, bewässerten Kulturland entlang des s. Diese Landfläche macht etwa 5% des Territoriums aus.

Die Küsten liegen im Norden zum Mittelmeer, im Osten zum Rotes Meer|Roten Meer, beide sind durch den Sueskanal miteinander verbunden.

Klima

Am Nil-Delta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, kaum Regen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im tal, im Nildelta, am Sueskanal und am touristisch bedeutsamen Rotes Meer|Roten Meer. In den westlichen Oasen Fajum, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen.

Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand 1.1. 2005): Kairo (7,7), Alexandria (3,8) und Gizeh (2,4), Assuan und Sues.

Siehe auch: Liste der Städte in Ägypten

Ethnien

Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber hinaus sind im Süden Ägyptens Nubier ansässig. In der Libysche Wüste|libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprachen|Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden.

Neben der Sunniten|sunnitischen Mehrheit findet man in Kairo und Alexandria, jedoch auch in Mittel- und Oberägypten, Christen|christliche Minderheiten (v.a. Kopten). Es gibt dort unter anderem auch Schiiten.

Sprachen

Die Ägyptische Sprache|Sprache des alten Ägyptens, die sich im Koptische Sprache|Koptischen fortsetzt, wird heute nur noch als Sakralsprache gesprochen.

Heute spricht man ägyptisch-arabische Sprache|Ägyptisch-Arabisch, einen Arabische Dialekte|neuarabischen Dialekt. Schriftsprache ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jh. das arabische Sprache|Hocharabische, nur in der Kopten|koptischen Kirche wird als Liturgiesprache noch das Koptische verwendet, das in eigener Koptisches Alphabet|Schrift, die der griechischen verwandt ist, geschrieben wird.

In der Oase Siwa (auch Siwah) spricht man noch eine Berbersprachen|Berbersprache, das so genannte Siwi.

Im Süden und in der Oase Charga sprechen viele Menschen Nubische Sprache|Nubisch.

Als ist Englische Sprache|Englisch und in der Oberschicht auch noch Französische Sprache|Französisch verbreitet.

Bevölkerungsentwicklung

Image:Egypt demography.png||500px|right Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Um 1800 hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre 1900 erreichte die Bevölkerung etwa 12 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen. In der Vergangenheit, etwa in sicheren Zeiten unter den Pharaonen hatte das Land zwischen 4 bis maximal 12 Millionen Einwohner, eine Bevölkerungszahl, die wohl auch in der Spätantike erreicht wurde.

Geschichte

Bild: Egypt.Giza.Sphinx.01.jpg]] Die Anfänge der ägyptischen Zivilisation liegen ca. 7.000 Jahre in der Vergangenheit. Die ägyptische Geschichte wird in viele Epochen gegliedert:

  • Prädynastik (Ägypten)|Vordynastische Zeit bis 3150 v. Chr.
  • nenzeit
    • Frühdynastische Periode (Ägypten)|Frühdynastische Zeit 3032 v. Chr.|3032 - 2707 v. Chr.
    • Altes Reich (Ägypten)|Altes Reich 2707 v. Chr.|2707 - 2216 v. Chr.
    • Erste Zwischenzeit (Ägypten)|Erste Zwischenzeit 2216 v. Chr.|2216 - 2025 v. Chr.
    • Mittleres Reich (Ägypten)|Mittleres Reich 2010 v. Chr.|2010 - 1793 v. Chr.
    • Zweite Zwischenzeit (Ägypten)|Zweite Zwischenzeit 1648 v. Chr.|1648 - 1550 v. Chr.
    • Neues Reich (Ägypten)|Neues Reich 1532 v. Chr.|1531 - 1075 v. Chr.
    • Dritte Zwischenzeit (Ägypten)|Dritte Zwischenzeit 1075 v. Chr.|1075 - 652 v. Chr.
    • Spätzeit (Ägypten)|Spätzeit 652 v. Chr.|652 - 332 v. Chr.
    • Griechisch-Römische Zeit (Ägypten)|Griechisch-Römische Zeit 332 v. Chr. - 395
  • Byzantinische Zeit (Ägypten)|Byzantinische Zeit 395 - 638
  • Frühislamische Zeit (Ägypten)|Frühislamische Zeit 640 - 968
  • Fatimidenzeit 669 - 1171
  • Ayyubidenzeit 1171 - 1250
  • Mamlukenzeit 1250 - 1517
  • Osmanenherrschaft in Ägypten 1517 - 1801
  • Ägyptische Expedition 1798 - 1802
  • Dynastie des Muhammad Ali 1805 - 1882
  • Britische Herrschaft in Ägypten 1892 - 15. März 1922
  • Königreich Ägypten 19. April 1922 - Juli 1952
  • Republik Ägypten seit Juli 1953

Speziell die Einteilung der geschichtlichen Perioden der vorchristlichen Zeit geht auf Manetho zurück, der die Herrscherlisten des alten Ägyptens bis zum letzten ägyptischen Pharao in 30 Dynastien eingeteilt hat.

Siehe dazu auch den Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägypten

Aus der Altes Ägypten|altägyptischen Kultur sind bis heute eine Reihe von Bauwerken erhalten. Die wohl bekanntesten sind die Pyramiden von Gizeh, die auch zu den 7 antiken Weltwundern zählen. Die alten Ägypter beherrschten die Kunst der Mumifizierung und zahlreiche Mumien sind gefunden worden. Die Wissenschaft, die sich mit der altägyptischen Kultur und Geschichte befasst, ist die Ägyptologie.

Während der Griechisch-Römische Zeit (Ägypten)|römischen und der Byzantinische Zeit (Ägypten)|byzantinischen Zeit waren die Aegyptus|Ägyptischen Provinzen einer der wirtschaftlich stärksten des gesamten Mittelmeerraumes. Sie galt als Kornkammer des Reiches und war direkt dem Kaiser unterstellt.

Bis in die Spätantike war Alexandria ein herausragendes Zentrum der Wissenschaften, vor allem der Judentum|jüdischen und Christentum|christlichen Theologie und Philosophie (siehe auch Alexandrinische Schule).

In späterer Zeit wurden christliche Kirchen und Kloster|Klöster gebaut. Das bekannteste Kloster ist das auf der Sinai-Halbinsel liegende Katharinenkloster. Die meisten der in islamischer Zeit errichteten Moscheen stehen in Kairo. Deren bedeutendste Moschee ist wohl die zur gleichnamigen Universität gehörige Azhar|Al-Azhar-Moschee.

Politik

Siehe auch: Politisches System Ägyptens

Ägypten ist seit dem 18. Juni 1953 eine Republik. Das Staatsoberhaupt ist seit 14. Oktober 1981 Muhammad Husni Mubarak, der gleichzeitig Führer der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) ist. Ein Referendum über die Wahl eines vom Parlament vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten findet alle 6 Jahre statt, nach einer Ankündigung von Mubarak vom 26. Februar 2005 sollen daraus jedoch in Zukunft freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten werden. Die nächsten Parlamentswahlen (alle 5 Jahre) sollen im Oktober/November 2005 stattfinden. Die letzten Wahlen (2000) zum 454 Sitze umfassenden "Rat des Volkes" (10 Sitze werden vom Präsidenten vergeben) gewann die NDP mit 86%, es folgten die Unabhängigen (darunter die Kandidaten der Muslim-Bruderschaft) mit 8%, die Neue Wafd-Partei (NWP) mit 2%, die Nationalprogressive Gewerkschaftsvereinigung Al-Tagammu‘ (NPUG) mit 1% und die Nasseristische Partei sowie die Liberale Partei mit jeweils weniger als 1%.

Verwaltungsgliederung

Siehe hierzu: Gouvernorate Ägyptens

Wirtschaft

Image:Agriculture (Primitive) CNE-v1-p58-I.jpg|thumb|right|220px|Landwirtschaft in Ägypten, 1920er-Jahre Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen befinden. Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Dennoch ist Ägypten nicht fähig, seine stark anwachsenden Bevölkerung zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln importiert werden müssen - im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen aus dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut wurde. Die Lebensmitteleinführung macht etwa einen Viertel der Gesamteinfuhr aus, was etwa 3 Mrd. US-Dollar entspricht. Zudem existiert ein riesiges Missverhältnis zwischen Im- und Export, was zu einer enormen Auslandsverschuldung geführt hat. Dieses Problem wird sich auch nicht so schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr arid sind und kaum Wasserquellen für künstliche Bewässerung vorhanden sind. Ein weiterer negativer Punkt für den Lebensmittelanbau in Ägypten ist die Errichtung des Assuan-Staudamms; er sorgte dafür, dass die Überflutung des Nils fast nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und unfruchtbarer wurden. Zurzeit werden jedoch im Rahmen des Toshka-Projekt|Toshka-Projekts Teile der ägyptischen Wüste westlich des Nil|Nils für die Landwirtschaft nutzbar gemacht.

Die wichtigsten Exportgüter Ägyptens sind , Baumwolle und Aluminium, die wichtigsten Importgüter sind Nahrungsmittel, Chemie|chemische Produkte, e und Maschinen.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der nach den Terroranschlägen in Luxor am 17. November 1997 und in den USA am 11. September 2001 jedoch starke Einbrüche verkraften musste.

Tourismus

Bild: Luxor Tempel.jpg Der Fremdenverkehr|Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh und Kairo wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an.

Die Touristenhochburg ist unbestreitbar Hurghada am Roten Meer. Der moderne Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchen|Tauchsports sehr beliebt. Allerdings ist der Touristenansturm auf Sharm El-Sheikh und die Sinai-Halbinsel an sich seit den Anschlägen im Oktober 2004 stark zurückgegangen.

Kultur

Siehe auch: Musik Ägyptens

Das Deutsche Welle-TV strahlt ab dem 28. Februar 2005 täglich drei Stunden arabisches Programm über den ägyptischen Satelliten NileSat in den Nahen Osten aus.

Literatur

  • Ägypten, Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888 (Scan)
  • Ägypten, Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888 (Stand Mai 2003: noch nicht bearbeitet)

Zum alten Ägypten siehe:

  • Altes Ägypten/Literaturliste|Umfangreiche Literaturliste zum Thema
  • Hermann A. Schlögl: Das alte Ägypten (Beck Wissen), München 2003 (knappe Einführung mit Literatur).

Weblinks




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