Lexikon: Aggregatzustand

 

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Als Aggregatzustände bezeichnet man qualitativ verschiedene, Temperatur|temperatur- und Druck (Physik)|druckabhängige physikalische Zustände von Stoff (Chemie)|Stoffen.

Die Abhängigkeit des Aggregatszustandes beziehungsweise des in der Thermodynamik enger gefassten Begriffs der Phase (Thermodynamik)|Phase von diesen Zustandsgrößen, wird üblicherweise in einem Phasendiagramm dargestellt.

Die klassischen Aggregatzustände

Es gibt drei klassische Aggregatzustände:

  • fest - in diesem Zustand behält ein Stoff im Allgemeinen sowohl Form als auch Volumen bei.
  • flüssig - hier wird das Volumen beibehalten, aber die Form ist unbeständig und passt sich dem umgebenden Raum an.
  • gasförmig - hier entfällt auch die Volumenbeständigkeit, ein Gas füllt den zur Verfügung stehenden Raum vollständig aus.

Einen Stoff im festen Aggregatzustand nennt man Festkörper, einen Stoff im flüssigen Aggregatzustand nennt man und einen Stoff im gasförmigen Aggregatzustand nennt man .

In verschiedenen Anwendungsbereichen des Begriffs unterscheidet man auch nach anderen Merkmalen:

  • kristallin - ein spröder Stoff, der seine Form nicht verändert. Seine Bausteine, die Kristalle, weisen eine Fernordnung auf.
  • amorph - ein Stoff, der, je nach Viskosität, fest oder flüssig erscheint. Er ist lediglich durch eine Nahordnung ausgezeichnet und sollte nicht mit der aus Physik und Mineralogie stammenden Bezeichnung „amorph|amorphes Material“ verwechselt werden, welche sich auschließlich auf Feststoffe bezieht.
  • gasförmig - analog zur klassischen Bezeichnung.

Teilchenmodell

Die Eigenschaften der klassischen Aggregatzustände lassen sich mit einem Teilchenmodell erklären. Dabei nimmt man an, dass ein Stoff aus so genannten Teilchenmodell#kleinste Teilchen|kleinsten Teilchen besteht. In der Wirklichkeit sind zwar diese kleinsten Teilchen von anderer Form (e, e oder Ionen), aber für die Erklärung der Aggregatzustände reicht es aus, die Teilchen als kleine, runde Kugeln anzusehen.

Zustände

fest/kristallin

Bild: Teilchenmodell_Feststoff.png Bewegung: Die kleinsten Teilchen sind bei einem Feststoff nur wenig in Bewegung. Sie schwingen (bei Temperaturen über 0 Kelvin|K) um eine feste Position, ihren Gitterplatz und rotieren meist um ihre Achsen. Bei 0 K sind die Teilchen nicht mehr in Bewegung. Je höher die Temperatur wird, desto heftiger schwingen/rotieren sie und der Abstand zwischen den Teilchen nimmt (meist) zu. Ausnahme: Dichteanomalie.

→ Die Form des Feststoffes bleibt unverändert.

Das Mittel der so genannten Brownsche Molekularbewegung|brownschen Molekularbewegung, das heißt die mittlere kinetische Energie aller Teilchen, ist ein Maß für die Temperatur.

Hinweis: Betrachtet man die Teilchen mit Quantenmechanik|quantenmechanischen Grundsätzen, so dürfen aufgrund der Heisenbergsche Unschärferelation|Heisenbergsche Unschärferelation eigentlich Teilchen nie ruhig stehen. Sie haben kleine Schwingungen, die man auch als Vakuumfluktuation|Nullpunktsfluktuationen bezeichnet. Das entspricht dem Grundzustand des Harmonischer Oszillator|Harmonischen Oszillators.

Anziehung: Zwischen den kleinsten Teilchen wirken verschiedene Kräfte, das sind die Van-der-Waals-Kraft, die elektrostatische Kraft zwischen Ionen, Wasserstoffbrücken oder atomaren Bindungen. Die Art der Kraft ist durch den atomaren Aufbau der Teilchen (Ion (Chemie)|Ionen, Moleküle, Dipole, ...) bestimmt. Bei Stoffen, die auch bei hohen Temperaturen fest sind, ist die Anziehung besonders stark.

→ Stoffe im festen Aggregatzustand lassen sich nur schwer aufteilen.
→ Sie lassen sich nur schwer Verformung|verformen (geringe Verformbarkeit, Sprödigkeit|spröde).

Anordnung: Durch die schwache Bewegung und den festen Zusammenhalt sind die Teilchen regelmäßig angeordnet.

→ Die meisten festen Reinstoffe haben deshalb eine regelmäßige Struktur (Kristall), nur wenige sind amorph.

Abstand: Durch die starke Anziehung sind die Teilchen eng beieinander (hohe Packungsdichte)

→ Das Volumen eines Feststoffes lässt sich durch Verdichtung|Kompression nicht verringern. Lediglich Temperaturänderungen bewirken Veränderung des Volumens durch Wärmeausdehnung.

flüssig/amorph

Bild: Teilchenmodell_Fluessigkeit.png

Bewegung: Wegen der Erhöhung der Temperatur werden die Teilchen immer schneller.

Anziehung: Durch die Erwärmung ist die Bewegung der Teilchen so stark, dass die Wechselwirkungskräfte nicht mehr ausreichend sind, um die Teilchen an ihrem Platz zu halten. Die Teilchen können sich nun frei bewegen.

→ Ein flüssiger Stoff verteilt sich von alleine, wenn er nicht in einem Gefäß festgehalten wird.
→ Ein Farbstoff verteilt sich von alleine in einer Flüssigkeit ().

Abstand: Wenn der Abstand der Teilchen durch die schnellere Bewegung ein wenig größer wird (die meisten festen Stoffe nehmen beim Schmelzen einen größeren Raum ein), so hängen die Teilchen aber weiter aneinander.

→ Das Volumen einer Flüssigkeit lässt sich nicht stark durch Kompression verringern.

Anordnung: Obwohl die Teilchen sich ständig neu anordnen und Zitter-/Rotationsbewegungen durchführen, kann eine Anordnung festgestellt werden.

Siehe auch: Flüssigkristall

gasförmig

Bild: Teilchenmodell_Gas.png

Bewegung: Bei Stoffen im gasförmigem Zustand sind die Teilchen schnell in Bewegung.

→ Ein Gas oder gasförmiger Stoff verteilt sich schnell in einem Raum.
→ In einem geschlossenen Raum führt das Stoßen der kleinsten Teilchen gegen die Wände zum Druck (Physik)|Druck des Gases.

Anziehung: Beim gasförmigen Zustand unterliegt die Kohäsionskraft der kinetische Energie|Bewegungsenergie der kleinsten Teilchen. Durch die hohe Geschwindigkeit halten sie nicht mehr zusammen.

→ Die kleinsten Teilchen des gasförmigen Stoffes verteilen sich gleichmäßig im gesamten, zur Verfügung stehenden, Raum.

Abstand: Durch die schnelle Bewegung der Teilchen in einem Gas sind sie weit voneinander entfernt. Sie stoßen nur hin und wieder einander an, bleiben aber im Vergleich zur flüssigen Phase auf großer Distanz.

→ Ein gasförmiger Stoff lässt sich komprimieren, d.h. das Volumen lässt sich verringern.

Anordnung: Aufgrund der Bewegung sind die Teilchen ungeordnet

In der Physikalische Chemie|physikalischen Chemie unterscheidet man zwischen einem so genannten und einem so genannten Gas.

Beide sind physikalisch gesehen nichts anderes als der gasförmige Aggregatzustand; die Begriffe haben auch nicht direkt mit Reales Gas|realem Gas und Ideales Gas|idealem Gas zu tun. Was umgangssprachlich als "Dampf" bezeichnet wird, ist physikalisch gesehen ein aus flüssigen und gasförmigen Bestandteilen.

Bei einem Dampf im engeren Sinn handelt es sich um einen Gleichgewichtszustand zwischen flüssiger und gasförmiger Phase. Er kann ohne Arbeit verrichten zu müssen verflüssigt werden, das heißt beim Verflüssigen erfolgt kein Druckanstieg. Ein solcher Dampf wird in der Technik als Naßdampf bezeichnet im Gegensatz zum so genannten Heißdampf oder überhitzten Dampf, der im eigentlichen Sinn ein reales Gas aus Wassermolekülen darstellt und dessen Temperatur oberhalb der Kondensationstemperatur der flüssigen Phase beim jeweiligen Druck liegt.

Ab einer bestimmten Temperatur ist die Energie der kleinsten Teilchen viel zu groß, um sie durch Erhöhen des Drucks wieder flüssig zu bekommen.

In Stern|Sonnen beispielsweise sind sich die kleinsten Teilchen näher als in einer Flüssigkeit, aber die Anziehungskraft ist nicht groß genug, damit sie kondensieren könnten. Man hat es in der Sonne mit einem Plasmagas zu tun.

Beispielwerte für ausgewählte Stoffe

Reinstoffe werden entsprechend ihres Aggregatzustandes bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius|°C und einem Druck von 1013,25 Hektopascal|hPa (Normaldruck) als Feststoff, Flüssigkeit oder Gas bezeichnet. Diese Bezeichnungen werden zwar auch für die jeweiligen Aggregatzustände der Stoffe selbst gebraucht, im engeren Sinne beziehen sie sich jedoch nur auf diese Bedingungen und sind daher allein stoffspezifisch und Druck- wie Temperaturunabhängig.

Beispielwerte
Stoff Schmelztemperatur Siedetemperatur Aggregatzustand bei Raumtemperatur (25 °C)1 Aggregatzustand im Gefrierschrank (-10 °C)1
1535 °C 2750 °C fest fest
-272 °C -269 °C gasförmig gasförmig
Brom -7 °C 59 °C flüssig fest
-101 °C -35 °C gasförmig gasförmig

1 bei Normaldruck

Änderung des Aggregatzustands

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Aggregatzuständen haben spezielle Namen und spezielle Übergangsbedingungen (bei Reinstoffen Druck und Temperatur). Letztere entsprechen Punkten auf den Phasengrenzlinien. Hierbei ist für jeden Phasenübergang eine bestimmte Wärmemenge notwendig bzw. wird dabei freigesetzt.


von→   \   nach↓ Feststoff Flüssigkeit Gas
Feststoff - Schmelzen
am ()
Sublimation/Sublimieren
am Sublimationspunkt (Sublimationswärme)
Flüssigkeit Erstarren/Gefrieren
am Gefrierpunkt (Erstarrungswärme)
- Verdampfung/Sieden
am ()
Gas Resublimation/Resublimierung/Solidifikation
am Resublimationspunkt (Resublimationswärme)
Kondensation
am Kondensationspunkt (Kondensationswärme)
-

Die Sublimation und das Verdampfen kommt auch unterhalb der Sublimations- beziehungsweise Siedepunktes vor. Man spricht hier von einer .

Siehe auch: Leidenfrost-Effekt

Alltagsbeispiele

Man kann alle Übergänge im Alltag beobachten, zum Beispiel am :

  • Schmelzen ... holt man Eis aus dem Kühlschrank, so fängt es an flüssig zu werden, weil außerhalb des Gefrierfaches Temperaturen oberhalb der Schmelztemperatur herrschen.
  • Sublimieren ... wenn man feuchte Wäsche bei Frost draußen aufhängt, gefriert zwar zuerst das Wasser, wenn man aber lange genug wartet, wird die Wäsche trotzdem trocken. Das feste Wasser (Eis) kann auch direkt in den gasförmigen Zustand übergehen.
  • Erstarren ... wird Wasser abgekühlt, so bilden sich erst Eiskristalle, die dann immer größer werden, bis das Wasser zu einer kompakten Masse aus Eis geworden ist.
  • Verdampfen ... wird Wasser über seine Siedetemperatur erhitzt, so wird das Wasser gasförmig. Das blubbernde Kochen kommt dadurch zustande, dass der gasförmige Wasserdampf unter der Wasseroberfläche entsteht.
  • Resublimieren ... das Ergebnis einer Resublimation kann man im Winter zum Beispiel an den Autoscheiben sehen. in der Luft setzt sich in Form von feinen Kristallen ab.
  • Kondensieren ... Wasserdampf ist eigentlich, wie die meisten gasförmigen Stoffe, unsichtbar. Durch Abkühlen entstehen aus dem gasförmigen Wasserdampf kleine Wassertröpfchen, die man dann sehen kann.

Teilchenmodell der Phasenübergang|Phasenübergänge

Bild: Aggregatzustaende.png

Schmelzen

Durch Erhöhen der Temperatur bewegen sich die kleinsten Teilchen immer heftiger, und ihr Abstand voneinander wird (normalerweise) immer größer.

Die Van-Der-Waalschen Kräfte halten sie aber noch in ihrer Position, ihrem Gitterplatz.

Erst ab der so genannten Schmelztemperatur wird der Abstand so groß, dass die kleinsten Teilchen aneinander vorbeikommen, und dadurch verliert der Feststoff seine Form.

Erstarren

Mit sinkender Temperatur nimmt die Bewegung der kleinsten Teilchen ab und ihr Abstand zueinander wird immer geringer, auch die Rotationsenergie nimmt ab.

Bei der so genannten Erstarrungstemperatur wird der Abstand so klein, dass sich die kleinsten Teilchen gegenseitig blockieren und miteinander verstärkt anziehend wechselwirken - sie nehmen eine feste Position in einem dreidimensionalen Gitter ein.

Verdampfen & Sublimation

Die Geschwindigkeit der kleinsten Teilchen ist nicht gleich. Ein Teil ist schneller, ein Teil ist langsamer als der Durchschnitt. Dabei ändern die Teilchen durch Kollisionen ständig ihre aktuelle Geschwindigkeit.

An der Grenze eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit, dem Übergang einer Phase (Chemie)|Phase in eine gasförmige, kann es mitunter vorkommen, dass ein Teilchen von seinen Nachbarn zufällig einen so starken Impuls bekommt, dass er aus dem Einflussbereich der Kohäsionskraft entweicht.

Dieses Teilchen tritt dann in den gasförmigen Zustand über, und nimmt etwas Wärmeenergie in Form der Bewegungsenergie mit, das heißt die feste oder flüssige Phase kühlt ein wenig ab.

Ist die Sublimations- oder Siedetemperatur erreicht, geschieht dieser Vorgang kontinuierlich, bis alle kleinsten Teilchen in die gasförmige Phase übergetreten sind.

In diesem Fall bleibt die Temperatur in der verdampfenden Phase in der Regel unverändert, weil alle Teilchen mit einer höheren Temperatur aus dem System verschwinden. Die Wärmezufuhr wird somit in eine Erhöhung der Entropie umgesetzt.

Wenn Teilchen von einem Aggregatzustand in einen anderen übergehen, nehmen sie mehr Energie auf, als beim normalen Erhöhen der Temperatur (siehe Verdampfen). Daher wird zwischen Verdunstung und Sieden unterschieden.

Wenn die Kohäsionskräfte sehr stark sind, beziehungsweise es sich eigentlich um eine viel stärkere Metallische Bindung|Metall- oder Ionische Bindung|Ionenbindung handelt, dann kommt es nicht zur Verdampfung.

Kondensation & Resublimation

Der umgekehrte Vorgang ist die Kondensation beziehungsweise Resublimation. Ein kleinstes Teilchen trifft zufällig auf einen festen oder flüssigen Stoff, überträgt seinen Impuls und wird von den Kohäsionskräften festgehalten.

Dadurch erwärmt sich der Körper um die Energie, die das kleinste Teilchen mehr trug, als der Durchschnitt der kleinsten Teilchen in der festen beziehungsweise flüssigen Phase (Chemie)|Phase.

Stammt das Teilchen allerdings von einem Stoff, der bei dieser Temperatur gasförmig ist, sind die Kohäsionskräfte zu schwach, es festzuhalten. Selbst wenn es zufällig so viel Energie verloren hat, dass es gebunden wird, schleudert es die nächste Kollision mit benachbarten kleinsten Teilchen wieder in die Gasphase.

Durch Absenken der Temperatur kann man den kleinsten Teilchen ihre Energie entziehen.

Dadurch ballen sie sich beim Unterschreiten der Sublimations- oder Erstarrungstemperatur durch die Wechselwirkungskräfte mit anderen Teilchen zusammen und bilden wieder einen Feststoff oder eine Flüssigkeit.

Phasendiagramme

Hauptartikel: Phasendiagramm Bild: Phasendiagramme.pngs (Dichteanomalie)]]

Das p-T-Phasendiagramm eines Stoffes beschreibt dessen Aggregatzustand beziehungsweise Phase (Thermodynamik)|Phase in Abhängigkeit von Druck und Temperatur. Anhand der Linien kann man also erkennen, bei welchem Druck und welcher Temperatur die Stoffe ihren Aggregatzustand verändern. Man kann also sagen, auf den Linien findet der Phasenübergang|Übergang zwischen den Aggregatzuständen statt, weshalb man diese auch als Phasengrenzlinien bezeichnet. Auf ihnen selbst liegen die jeweiligen Aggregatzustände in Form eines Dynamisches Gleichgewicht|dynamischen Gleichgewichts nebeneinander vor.

Aus einem Phasendiagramm kann man außerdem folgendes erkennen:

  • Bei einem bestimmten Druck und einer bestimmten Temperatur, dem so genannten Tripelpunkt, können alle drei Aggregatzustände gleichzeitig vorliegen. Es handelt sich dabei um den Punkt in der „Mitte“ des Phasendiagramms, an welchem sich alle drei Phasengrenzlinien treffen. Der Tripelpunkt eignet sich daher als ein Ausgangspunkt dieser Linien und für die Festlegung vieler Temperaturskala|Temperaturskalen.
  • Oberhalb eines bestimmten Druckes und einer bestimmten Temperatur, dem so genannten Kritischer Punkt|kritischen Punkt, können Gas und Flüssigkeit, aufgrund ihrer identischen Dichte, nicht mehr unterschieden werden. In diesem Zustandsraum (Thermodynamik)|Zustandsraum kann daher keine Phasengrenzlinie festgelegt werden.
  • Für Drücke unterhalb des Tripelpunkt-Druckes kann die Substanz bei einer Senkung der Temperatur nur fest oder bei einer Steigerung der Temperatur nur gasförmig werden. Die Trennlinie zwischen beiden Bereichen nennt man Sublimationskurve. Auf ihr können feste und gasförmige Phasen gleichzeitig existieren. Die Sublimationskurve beginnt theoretisch am Absoluter Nullpunkt|absoluten Nullpunkt und endet am Tripelpunkt.
  • Für Drücke oberhalb des Tripelpunkt-Druckes ist die Substanz für Temperaturen unterhalb des es fest, zwischen Schmelz- und flüssig und oberhalb des Siedepunktes gasförmig. Die Trennlinie zwischen fester und flüssiger Phase, also die Kurve der Schmelzpunkte, nennt man Schmelzkurve, die Trennlinie zwischen Flüssigkeit und Gas nennt man Siedepunktskurve. Beide Kurven beginnen ebenfalls am Tripelpunkt, wobei sich die Schmelzkurve theoretisch bis in das Unendliche fortsetzt und die Siedepunktskurve am kritischen Punkt endet.
  • Die Freiheitsgrade innerhalb des Phasendiagramms sind von der betrachteten Ebene abhängig. Am Tripelpunkt und am kritischen Punkt existiert kein Freiheitsgrad, da sowohl Druck als auch Temperatur feste, lediglich stoffabhängige Werte besitzen. An den Phasengrenzlinien sind entweder Druck oder Temperatur frei wählbar und bedingen sich einander, es exisitert folglich ein Freiheitsgrad. Im reinen Zustandsraum, also in den Flächen des Phasendiagramms, sind Druck und Temperatur frei wählbar, was zwei Freiheitsgraden entspricht.
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Nicht-klassische Aggregatzustände

Neben den drei klassischen Aggregatzuständen gibt es weitere, die nur unter extremen Bedinungen auftreten (nach Temperatur, von niedrigen zu hohen, sortiert):

  • Das Bose-Einstein-Kondensat: Hierbei handelt es sich um eine Menge extrem kalter Atome, die den gleichen Quantenmechanik|quantenmechanischen Zustand einnehmen, dadurch ununterscheidbar werden, sich somit vollkommen kohärent verhalten. Quasi ein Atomhaufen, der sich wie ein riesiges Atom verhält.
  • Superfluidität|Superfluid: Ist in gewissem Sinne noch flüssiger als flüssig. Es gibt keinerlei innere Reibung mehr, das heißt interne Strömungen hören nicht mehr im Laufe der Zeit auf.
  • Atomgas: In ihm existieren keine Moleküle mehr, da die ständigen Stöße die Bindungen zerstören, allerdings sind die Elektronen noch fest gebunden.
  • Der Plasma (Physik)|Plasmazustand: Er tritt in Stern|Sonnen oder in Fusionsreaktoren auf. Bei sehr hohen en werden die e in Atom-Kern und -Hülle zerlegt, Elektron|freie Elektronen entstehen.
  • Das wird manchmal als Aggregatzustand bezeichnet.

Zu beachten ist, dass Plasma (Physik)|Plasma und keine eigentlichen Aggregatzustände sind. Grund dafür ist, dass es keine Phasenübergänge gibt, die diese Zustände abgrenzen. Ein scheinbarer Gegensatz zu den klassischen Aggregatzuständen liegt bei den sog. Chandrall-Polymer vor, die bei Zimmertemperatur fest sind und bei zunehmender Kälte flüssig werden (negative Aggregation). Es handelt sich hierbei allerdings nicht um eine tatsächliche Umkehrung der Aggregatzustände, sondern vielmehr um eine Ausnutzung der unterschiedlichen Dichten von verschiedenen in dem Polymer eingesetzten Stoffen.

Plasma

Einen gasförmigen Zustand in dem freie en und ionisierte Atome vorkommen, bezeichnet man als Plasma (Physik)|Plasma.

Dieser Zustand kann bei hohen Temperaturen (thermischer Zerfall) erreicht werden, aber zum Beispiel auch durch starke elektrische Felder (Blitz, Halogenlampe). Bei hohen Temperaturen (~ 5000 K) zerfallen Gase nahezu komplett in ein Plasma, aber auch bei niederen Temperaturen kommen freie Elektronen und ionisierte Atome (auch in Festkörpern oder Flüssigkeiten) nachweislich vor.

Es gibt daher keinen Phasenübergang zum Plasma. Daher ist auch umstritten ob ein Plasma überhaupt ein eigentlicher Aggregatzustand ist.

Bei immer höheren Temperaturen können sogar die Atomkerne gänzlich freigelegt werden, was für die interessant ist.

Grundsätzlich verhält sich ein Plasma aber wie ein Gas, nur mit Elektronen und Kationen oder Atomkernen als kleinsten Teilchen. Dadurch ist das Plasma ein guter elektrischer Leiter.

Vakuum

Ein gilt dann als erreicht, wenn die Teilchen des Gases eine mittlere freie Weglänge aufweisen welche größer ist als die Abmessungen des zur Verfügung stehenden Raumes.

Dadurch, dass die Teilchen nur noch sehr selten durch Stöße miteinander wechselwirken unterscheidet sich das Vakuum in Folgendem von einem Gas:

  • Im Vakuum treten keine Strömungsphänomene wie Verwirbelungen oder Sog auf.
  • Es gibt keinen Schall im Vakuum.
  • Es gibt keine Reibung zwischen Vakuum und Objekten im Vakuum und somit auch keinen Luftwiderstand.
  • Wärmeübergang erfolgt im Vakuum nur in Form von .

Es ist außerdem umstritten, ob makroskopische Größen wie Druck und Temperatur zur Beschreibung eines Vakuums sinnvoll sind, da man mit dem Vakuum die Leere beschreibt. Da ein reines Vakuum technisch nicht herstellbar ist, wird es dennoch teils als bezeichnet.

Bose-Einstein-Kondensat ("BEC")

BEC kann nur bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt erreicht werden. Die einzelnen Atome verlieren dabei ihre Identität und funktionieren völlig synchron, ähnlich einer trainierten Kompanie von Gardesoldaten bei einer Parade. Daher werden diese Teilchen auch als Trupp von Atomen im BEC bezeichnet, welche einen einzigen Quantenzustand zu eigen haben. Verschiedenste grundlagenphysikalische Phänomene können so beobachtet werden. Die hierbei entstehenden Eigenschaften der Atome haben viel mit der Theorie des Ideales_Gas|idealen Gases gemein. Die Atome im BEC haben eine weitere interessante Eigenschaft, nämlich, dass sie kaum mit einander wechselwirken. Erreicht werden die dazu benötigten Temperaturen durch die Laserkühlung.

Das BEC ist nicht einfach nachzuweisen bzw. sichtbar zu machen, die angewendete Methode ist vergleichsweise simpel: Der Schatten der Atome im Kondensat wird auf die Linse einer Digitalkamera geworfen und das (etwas Unscharfe) Ergebnis zeigt eine Art "Atom-Tornado", der sich schnell verdichtet.

Kategorie:Physik Kategorie:Thermodynamik

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