Lexikon: Brombeere

 

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Brombeere
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BrombeerblüteMitKäfer.jpg|center|thumb|220px|Blüte
'
: Rosanae
: Rosales
: Rosengewächse (Rosaceae)
: Ruboideae
: Rubus
: Brombeere (Rubus fruticosus agg.)

Brombeere (Rubus fruticosus agg.) ist eine Sammelbezeichnung für alle Arten der Gattung Rubus in der gleichnamigen Untergattung und Sektion. Die Gruppe enthält etwa 120 Arten und zahlreiche Unterarten, Varietäten und Formen und ist damit die größte in der Gattung.

Beschreibung

Der Brombeerstrauch ist eine Kletterpflanze (Spreizklimmer) und wird zwischen 50 und 300 cm groß, die Stängel sind sehr ig und verholzen. Die Stacheln dienen dabei als Kletterhilfe und Fraßschutz. An den Trieben, die die Pflanze ausbildet, sitzen wechselständig unpaarig drei-, fünf- und siebenzählige gezähnte und gefiederte Blätter, die im Herbst nicht abgeworfen werden.

Erst im zweiten Jahr bildet die Pflanze von den einzelnen Trieben abgehend spezielle Seitentriebe, an deren Ende sich die Blütenstände befinden. Zwischen Juni und August bilden sich die meist weißen, selten rosafarbenen n aus. Jede Blüte hat jeweils 5 Kelchblatt|Kelch- und Kronblatt|Kronblätter und über 20 Staubblatt|Staub- und Fruchtblatt|Fruchtblätter. Der Boden der Blüte ist vorgewölbt. Nach der Blüte sterben die Triebe ab.

Die blauschwarzen Früchte sind, anders als der Name der Pflanze suggeriert, keine n, sondern Sammelsteinfrucht|Sammelsteinfrüchte, die sich aus den einzelnen Fruchtblättern bilden: Jede ihrer kleinen Einzelbeeren ist im Aufbau einer Steinfrucht (zum Beispiel Kirsche) gleich. Anders als bei der ist die Frucht fest an den Blütenboden gebunden. Sie ist saftig und wohlschmeckend und kann von Juli bis Oktober gesammelt werden.

Die Brombeerblätter sind reich an en, enthalten Flavone, Anthocyanidine, Spuren von ätherisches Öl|ätherischem Öl und organische Substanzen. Die Früchte enthalten Vitamin A und Vitamin C|C. Auch kleinere Mengen Ellagsäure sind in der Frucht enthalten.

Die Brombeere dient als Futterpflanze für 85 Insektenarten, darunter 32 Kleinschmetterlinge, 29 Blattwespen, 13 Rüsselkäfer. Auf dem Blatt findet man beispielsweise Raupen des Faulbaumbläulings, des Brombeerperlmuttfalters und des Kaisermantels. Die Früchte werden von 32 Vogelarten, der Haselmaus und dem Eichhörnchen gefressen.

Verbreitungsgebiet

, Nordafrika, Vorder. Die Brombeere bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen, beispielsweise lichte Wälder oder deren Ränder, mit kalk- und stickstoffreichen Böden. Sie wird unter umständen bis zu 7m groß!

Vermehrung

Brombeeren sind selbstbefruchtend, das heißt der Blütenstaub einer anderen Pflanze ist für die Befruchtung nicht erforderlich. Eine vegetative Vermehrung geschieht in der Wildnis über Ausläufer und Absenker.

Sorten

  • Black Satin ist stachellos und gut pflückbar. Sie weist ein mittelstarkes Wachstum auf und bringt sehr große, zylinderförmige, schwarze Früchte. Der Reifezeitpunkt ist mittelspät.
  • Chester Thornless ist eine amerikanische Neuzüchtung und gilt als winterhärteste stachellose Sorte. Sie ist besonders gesundwüchsig und ertragreich. Der Reifezeitpunkt ist Anfang August bis Ende September.
  • Loch Ness rankend, dornenlos, mittelstark wachsend, mittlere Winterfrostempfindlichkeit, frühe Reife, lange Ernteperiode, große bis sehr große, länglich konische Früchte, süßlicher, aromatischer Geschmack, fest, gut pflückbar, ertragreich, hohe Anfälligkeit für falschen Brombeermehltau
  • Navaho amerikanische Neuzüchtung, halbaufrecht wachsend (keine langen Ranken), Aroma soll sich mit Theodor Reimers messen können.
  • Theodor Reimers ist eine aktuelle Hauptsorte des Erwerbsanbaus. Sie ist stark wachsend und hat Stacheln. Die Sorte bringt hohe Erträge von bisher kaum übertroffener Qualität. Sie empfiehlt sich für den Rohgenuss und die Verarbeitung einschließlich Frostung. Sie hat ein Früher Reifezeitpunkt ab Mitte August.
  • Thornfree ist eine Stachellose Hauptsorte des Erwerbsanbaus, seit Anfang der sechziger Jahre eingeführt. Sie ist stark wüchsig und relativ widerstandsfähig gegen Holzfrost. Sie bringt regelmäßige und hohe Erträge, sehr gut pflückbar, sehr große, tiefschwarze, glänzende Beeren. Geschmack ist leicht herb und säuerlich, was möglicherweise den teilweise schlechten Ruf des Geschmacks von stachellosen Brombeeren beeinflusst hat. Sie ist spät reifend.
  • Thornless Evergreen ist eine sehr dekorative Sorte mit geschlitzten Blättern. Geschmacklich weniger überzeugend.

Verwendung

Verwendung als Lebensmittel

Die Pflanze ist wegen ihrer Früchte beliebt als Gartenpflanze. Die durch ihren hohen Vitamingehalt äußerst gesunden Früchte werden häufig roh verzehrt oder aber auch beispielsweise als Marmelade, Gelee, Kompott oder Saft vielfältig in der Küche verwendet. Aus dem Saft der Früchte lassen sich Wein und Schnaps herstellen.

Aus den Blättern vor allem der Triebspitzen kann durch Fermentierung ein wohlschmeckender Tee gewonnen werden. Die Blätter sind, wie auch bei der Himbeere, der Teil, der die Heilpflanze ausmacht.

Verwendung als Heilpflanze

Der aus den Blättern bereitete Tee wird bei Magen-Darmkatarrhen verabreicht. Die Früchte wirken harntreibend. Man sagt ihm eine allgemein blutreinigende und blutzuckersenkende Wirkung nach; außerdem soll er harn- und schweißtreibend wirken. Brombeeren sind eine gute Quelle für die Vitamine A und C, sie enthalten Kalium, Magnesium und Kupfer. Zahnfleischentzündungen können damit behandelt werden. Brombeeren fördern die Blutbildung und helfen bei Verdauungsschwäche und Fieber. Brombeersaft ist, leicht angewärmt und in kleinen Schlucken getrunken, ein vorzügliches Mittel bei Heiserkeit und überanstrengter Stimme. Der Aufguss mit Brombeerblättern soll als Gurgelmittel bei akuten Halsschmerzen helfen.

Die frühere Verwendung der Wurzel als Heilmittel ist unbewiesen und nicht mehr gebräuchlich.

Verwendung als Farbstoff

Brombeere ist ein altes Färbemittel für graue und braune Farbtöne; Brombeerblätter wurden außerdem in der herstellung verwendet. Zum Färben kann man getrocknete Blätter verwenden; besonders geeignet sind aber die frischen Triebe, die im April direkt aus dem Boden hervorwachsen und dann noch ganz weiche Stacheln haben


Namensherkunft / Geschichte

"Brombeere" - auch "Schwarzbeere oder Kratzbeere" genannt - ist eine Variation des altdeutschen Wortes für "Dornbeere" (bramo-beri). Die Brombeere war dem Menschen bereits im 9._Jahrhundert_v._Chr. (Jungsteinzeit) als Nahrungsmittel bekannt. Später, zur Zeit von Hippokrates im 4._Jahrhundert_v._Chr., wurde die Brombeerpflanze auch in der Medizin verwendet. Ihrer große Widerstandsfähigkeit verdankt die Brombeere die Tatsache, daß sie viel später allmählich als Gartenpflanze akzeptiert wurde, zunächst jedoch nur an den unfruchtbarsten Stellen angepflanzt wurde. Erst im 19._Jahrhundert wurde die Brombeere gezielt in größerem Umfang kultiviert.


Weblinks

Hier sind noch nähere Informationen zum Namen "Brombeere", der Pflanze, ihren Inhaltsstoffen, sowie ein paar Rezepte.



Kategorie:Obst Kategorie:Rosengewächse Kategorie:Heilpflanze

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