Lexikon: Calciferol

 

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Strukturformel
Bild: vitamind3.png
Allgemeines
TrivialnameVitamin D3
C27H44O
Andere Namen Vitamin D, Calciferol, Cholecalciferol
E-Nummer
67-97-0
Dosierung
täglicher Bedarf 0,0025-0,01 mg
Überdosis 5-10 fache der Tagesdosis
Essentiell ja
Vorkommen Fisch, Pilze, Leber
Physikalische Eigenschaften
fest
farblos
fettlöslich
Dichte - g/cm³
384,65 g/
84-87 °C
- °C

Soweit möglich und gebräuchlich, wurden SI-Einheitensystem|SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.

Vitamin D oder Calciferol ist die Bezeichnung für eine Gruppe fettlöslicher Vitamin|Vitamine, die für die Regelung des - und -Pegels im zuständig sind.

Namen

Eine Besonderheit des Vitamin D ist, dass es bei ausreichender Sonneneinstrahlung vom Menschen in der Haut synthetisiert werden kann und deshalb im eigentlichen Sinne kein Vitamin darstellt. Aufgrund seiner endogenen Synthese und der Tatsache, dass seine Wirkung neben dem Syntheseort auch andere Gewebe betrifft, weist Vitamin D auch hormonalen Charakter auf.

Vitamin D1 ist eine Verbindung von Vitamin D2 und Lumisterin. Biologisch wichtig sind die Vitamine D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol). Vitamin D4 ist eine gesättigte Form von Vitamin D2.

Eine nicht natürliche, aber aktive Form des Vitamin D3 ist Calcitriol. Calcitriol wird durch zweifache Hydroxylierung (in 1 und 25 Position) gebildet. Dabei führt eine erste Oxidation in der Leber und die zweite in der Niere statt. Calcitriol ist als Rocaltrol(R)-Kapseln im Handel. Rocaltrol ist eingetragenes Warenzeichen der Hoffmann la Roche AG. Struktur und pharmakologische Daten finden sich unter anderem hier:

Beschreibung

Aufgabe/Funktion

Cholecalciferol ist für die Einlagerung des Calciums in die Knochenmatrix wichtig. Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann das Krankheitsbild Rachitis auslösen. Dabei ist in den Knochen nicht genug Calcium eingelagert worden, so dass sie in Folge des menschlichen Gewichts biegen und brechen können.

Vorkommen

Vitamin D bildet sich durch UV-Strahlung (Sonnenlicht!) aus Vorstufen (z.B. 7-Dehydrocholesterol, Ergosterol), den sogenannten Provitaminen. Nur wenige Nahrungsmittel enthalten Vitamin D. Es findet sich in Lebertran und -öl, Hering und Eigelb. Besonders reiche Vitamin D-Quellen (μg/100g)

  • Sardine 7,05
  • Hering 31
  • Lachs 16
  • Kabeljau 1,3
  • Leber (Geflügel) 1,3
  • Leber (Rind) 1,7
  • Kalbfleisch 3,8
  • Lebertran 330
  • Dorschleberöl 210
  • Ei 3,5

In Pflanzen ist Ergosterol enthalten, während in tierischen Geweben 7-Dehydrocholesterol vorkommt. Beide Verbindungen können sich bei ausreichender UV-Licht Bestrahlung in biologisch aktive Substanzen umwandeln, die wir unter dem Begriff Vitamin D zusammenfassen.

Bild: VitaminD2.jpg Bild: VitaminD3.jpg

Bedarf

Der Bedarf von Erwachsenen beträgt 2,5 μg/Tag. Bei Kindern, Schwangeren und Stillenden steigt er auf 10 μg/Tag.

Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Ein Mangel an Vitamin D kann bei jungen Menschen zu Rachitis und bei alten zu Osteoporose führen.

Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminose)

Eine natürliche Überdosierung (Hypervitaminose) ist unbekannt. Allerdings sind Hypervitaminosen durch zu hohe Supplementierung erfolgt.

Eine Besonderheit ergibt sich bei Wiederkäuern durch den Goldhafer: Hierin ist nicht das Vitamin D als Vorstufe des eigentlich im Körper wirksamen Vitamin D Hormon (Calcitriol) enthalten, sondern Calcitriol selbst. Goldhafer ist eine Grasart, die vor allem im alpinen Raum auftritt, da dieses Gras hier konkurrenzkräftiger als hochwertigere Gräser ist. Wiederkäuer, die ein gutes Angebot an Gras haben, selektieren ausreichend und fressen Goldhafer daher nicht. Nur wenn das Angebot knapp ist, wird auch der Goldhafer in größeren Mengen gefressen, was zu Calcinose führt: Hierbei werden die Tiere unbeweglicher, da sich immer mehr Calcium in die Gelenke einlagert.

Die Reinsubstanz ist in großen Mengen sehr giftig. Bild: Gefahrensymbol_T.png

R-Sätze: 24/25-26-48/23/24/25 Giftig bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken. Sehr giftig beim Einatmen. Giftig:Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen, Berührung mit der Haut und durch Verschlucken. S-Sätze: 22-28-36/37-45 Staub nicht einatmen. Bei Berührung mit der Haut sofort abwaschen mit viel Wasser. Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen. Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen.

Geschichte

Entdeckung Vitamin D 1918

Siehe auch:

  • ,
  • ,
  • Hypovitaminose, Hypervitaminose
  • Portal Essen & Trinken


Kategorie:Vitamin

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