Lexikon: Durchfall

 

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Der Durchfall (medizinisch auch die Diarrhoe oder Diarrhö von griechische Sprache|griechisch διάρροια, diárria - Durchfall aus δια-, dia- = durch- und ρέω, rhéo - ich fließe) ist ein .

Definitionen

Durchfall wird unterschiedlich definiert. Eine gängige Beschreibung lautet: die häufige und zu schnelle Entleerung von breiigem bis flüssigem Stuhlgang, der je nach Ursache auch mit Schleim, oder vermengt sein kann. Eine weitere Definition: der mehr als 3malige dünnflüssige Stuhlgang am Tag mit einem Gewicht von mehr als 200 g/Tag. Gesunde Kinder und Erwachsene haben ein Stuhlgewicht von bis zu 200 g/Tag, Kleinkinder bis 10g pro kg Körpergewicht.

Die Infektionskrankheit, die mit dem Durchfall einhergeht, nennt man Enteritis.

Entstehung

Die Ursachen des Durchfalls können harmlos bis gefährlich sein: , , falsche Ernährung, allergische Reaktion (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) oder e sowie en durch Bakterien, Virus|Viren, Pilze (z. B. Candida albicans), Alkohol oder Protozoen. Keime können zum Beispiel über rohe oder verdorbene Speisen (siehe auch Mindesthaltbarkeit), Eiswürfel, Trinkwasser, das Wasser im Swimming Pool oder im Meer sowie durch Tröpfcheninfektion aufgenommen werden.

Schwere Durchfallerkrankungen sind: Ruhr (Medizin)|Amöbenruhr, Cholera, Salmonellen, Typhus und Darmtuberkulose.


Behandlung

Der mit dem Durchfall verbundene Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung (Dehydratation), der gleichzeitig einhergehende Elektrolytverlust (Verlust von wichtigen Ionen wie und und ) dagegen kann zu Krämpfen führen. Bei andauerndem Durchfall können die Dehydration und der Elektrolytverlust zum Tode führen. Um der Austrocknung entgegen zu wirken, muss viel Flüssigkeit, die mit Salz und Zucker angereichert ist, getrunken werden. Weltweit sterben jährlich mehr als 2 Millionen Kinder an Diarrhöen.

Eine hilfreiche Elektrolytlösung für den Hausgebrauch besteht aus 1 Teelöffel Kochsalz und 8 Teelöffel Zucker in 1 Liter Wasser.

Der Durchfall wird je nach Schwere und Ursache behandelt, in leichten Fällen genügt eine Tablette mit dem Wirkstoff Loperamidhydrochlorid, sonst auch noch Kapseln mit dem Hefepilz Saccharomyces boulardii, Aktivkohle oder Heilerde und viel Flüssigkeit, Grapefruitkernextrakt, Diät oder (letzteres nur nach Konsultation eines es).

Der Durchfall von Säuglingen ist als Säuglingsdyspepsie das Zeichen einer Ernährungsstörung und sollte sorgfältig beobachtet werden, da es schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand der Säuglinge kommen kann.

Chronische Diarrhoe

Die über drei Wochen anhaltende Durchfallerkrankung wird als chronisch bezeichnet. Die Ursache kann sehr vielfältig sein und bedarf einer speziellen Abklärung. Die chronische Diarrhoe geht mit Allgemeinsymptomen einher, die wichtige Hinweise auf die Ursache der Erkrankung geben können.

Weitere Bezeichnungen

Umgangssprachlich gibt es eine Reihe von scherzhaften Bezeichnungen für Durchfall, zu den bekanntesten gehören die derben Begriffe Dünnschiss und Flitzekacke oder Spruehkot. Erkrankt man auf einer Reise an Durchfall, spricht man auch von Montezumas Rache, benannt nach dem herrscher Moctezuma II. (spanisch Montezuma).

Weblinks

  • http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/magen_darm/durchfall.html
  • http://www.croehnchen-klub.de

Literatur

  • G. Hahn, J.F. Riemann: Klinische Gastroenterologie, 3. Auflage 1996 352-363

Siehe auch

- Obstipation|Verstopfung, Erkrankungen im Zusammenhang mit Wasser


Kategorie:Medizin Kategorie:Gastroenterologie

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