Lexikon: Eberswalde

 

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Wappen Karte
Bild: wap_ebw.png Bild: Eberswalde-Position.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Kreis: Barnim
Fläche: km²
Einwohner: 42.102 (31. August 2004)
Bevölkerungsdichte: 723 Einwohner je km²
Höhe: NN
Postleitzahl: 16225, 16227, 16230
16202, 16204 und 16222
Vorwahl: 03334
Geografische Lage:
Kfz-Kennzeichen: BAR (früher EW)
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 052
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Offizielle Website: eberswalde.de
E-Mail-Adresse: mailto:stadtverwaltung@eberswalde.de stadtverwaltung@eberswalde.de
Politik
Bürgermeister: Reinhard Schulz (parteilos)
Partei: SPD

Eberswalde ist die Kreisstadt des Landkreis Barnim|Landkreises Barnim im Nordosten des Bundeslandes Brandenburg. Eberswalde wird auch „Waldstadt“ genannt, denn es gibt rings um die Stadt ausgedehnte Waldgebiete und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit dem Totalreservat Plagefenn. Der Begriff Waldstadt wurde vom Stadthistoriker Rudolf Schmidt und in zahlreichen Publikatonen und Postkarten des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt. Bis zur Wende war der Charakter der Stadt durch vielfältige Industrie (Kran- und Rohrleitungsbau, Walzwerke und andere Großbetriebe) geprägt. Dies wird auch durch die Bezeichnung einiger Ortsteile wie Eisenspalterei, Kupferhammer und Messingwerk Finow|Messingwerk deutlich.

Geografie

Geografische Lage

Eberswalde liegt ca. 50 km nordöstlich von Berlin und ist Kreisstadt des Landkreises Barnim im Land Brandenburg.

Der Landkreis Landkreis Barnim|Barnim grenzt an die Landkreise Landkreis Uckermark|Uckermark, Landkreis Märkisch Oderland|Märkisch Oderland, Landkreis Oberhavel|Oberhavel und das Land Berlin.

Geologie

Eberswalde liegt inmitten des 'Eberswalder Urstromtals', welches in der letzten Eiszeit | Weichseleiszeit entstanden ist und sich in ost- westlicher Richtung von der Oder bis nach Berlin erstreckt. Das Stadtzentrum liegt mitten im Urstromtal, die Stadt erstreckt sich weitgehend im Tal, nur einige Stadtteile wie Nordend, Ostende und Südend befinden sich an den Hängen des Tales auf dem Sander. Als Baugrund ist überwiegend Sand und Kiessand bis in große Tiefen anzutreffen, Lehm- oder Mergeleinschlüsse treten zeitweise auf. Der Grundwasserpegel liegt in der Innenstadt relativ hoch wenige Meter unter OFG. Einige Gebäude der Innenstadt sind deshalb als Pfahlbauten errichtet, was Neubauvorhaben hydrostatisch sehr kompliziert bzw. teuer macht. Bild: Eberswalde-markt-panorama.jpg

Ausdehnung des Stadtgebiets

  • Größe: 7,7 x 14,1 km

Orte in der Region

  • Stadt Bernau bei Berlin|Bernau (ehemalige Kreisstadt)
  • Stadt Oderberg
  • Stadt Joachimsthal (Barnim)|Joachimsthal
  • Niederfinow
  • Hohenfinow
  • Finowfurt
  • Liepe (Barnim)|Liepe

Stadtgliederung

Bild: ebw-westend.jpg Bild: Ebw-zentrum.jpg

  • Nordend (überwiegend Wohngebiet, Eigenheime, Neubauten aus DDR-Zeit, Landesklinik, kaum noch Industrie)
  • Ostende (fast ausschließlich Wohngebiet, überwiegend Eigenheime)
  • Westend (überwiegend Wohngebiet, ehemaliges Kranbau-Gelände)
  • Südend (neu seit 2003 aus den ehemaligen Artilleriekasernen an der Tramper Chaussee entstanden, welche von der Sowjetarmee besetzt waren)
  • Leibnitzviertel (Neubaugebiet aus den 1970er Jahren, gehört zu Eberswalde)
  • Eisenspalterei (ehemaliges Industriegebiet mit dem heutigen Familiengarten, auf dessen Gelände die Landesgartenschau 2002 stattfand, gehört zu Finow)
  • Kupferhammer (überwiegend Eigenheime, gehört zu Westend)
  • Brandenburgisches Viertel (Neubaugebiet aus den 1980er Jahren, gehört zu Finow))
  • Finow (ehemals Heegermühle, gemischte Bebauung, metallverarbeitende Industrie)
  • Messingwerksiedlung mehrgeschossige Wohnbauten, Kleingartenanlagen und einige Eigenheime (Messinghäuser)
  • Clara-Zetkin-Siedlung (Eigenheime)
  • Sommerfelde (Dorf östlich von Eberswalde)
  • Tornow (Dorf östlich von Sommerfelde)

Als Grenze zwischen Eberswalde und Finow wird allgemein der Bahnübergang am Fuße des Kranbaubergs angesehen.

Geschichte

Vorgeschichte und Stadtgründung

Bild: marktplatz-eberswalde.jpg Bild: Fh-bilbliothek-eberswalde.jpg]]

Die für den Verkehr wichtige Furt durch die Finow hat offensichtlich schon in urgeschichtlicher Zeit große Bedeutung und Anziehungskraft besessen. Dieser Raum ist bereits in der jüngeren Altsteinzeit von Jägern und Sammlern aufgesucht worden. Das Finowtal und seine unmittelbare Umgebung weisen in der Jungsteinzeit im Gegensatz zur Bronzezeit eine sehr spärliche Besiedelung auf. Westlich der Hospitalkapelle befand sich ein Slawen|slawischer Wohnplatz. Nördlich von Finowfurt ist eine slawische Wallburg nachgewiesen worden.

Der Golddepotfund - Hausschatz eines Semnonen|semnonischen Edelings - in der Messingwerksiedlung aus der nordischen jüngeren Bronzezeit gibt Hinweise auf Verbindungen in das heutige Siebenbürgen. Er gilt als der größte Goldfund in Deutschland. Die acht Goldschalen sowie 73 andere Teile wie Halsschmuck und Armbänder mit einem Gesamtgewicht von 2,54 Kilogramm purem Gold stammen aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. und wurden am 16. Mai 1913 bei Ausschachtungsarbeiten eines Hauses in einem Tongefäß entdeckt und nach Berlin gebracht. 1945 fielen diese offenbar der Rote Armee|Roten Armee in die Hände. Im Januar 1994 wurde bekannt, das sich der sogenannte Eberswalder Goldschatz im Moskauer Puschkin-Museum befindet. Ende Januar 2004 sind erstmals seit den Jahren wieder Originalfotos von ihm veröffentlicht worden. Eine Kopie des Schatzes ist im Eberswalder Museum zu besichtigen

Als offizielle Stadtgründung für Eberswalde gilt das Jahr 1254, sodass im Jahre 2004 Eberswalde seine 750-Jahrfeier beging. Dieses Jubiläum wird jedoch von einigen Historikern bestritten, da der Ort erst am 23. April 1276 als Everswolde erstmalig in einer Urkunde des Markgrafen Albrecht III. erwähnt wurde. Der Ortsname bedeutet Waldsiedlung eines Ever (Kurzform von Vollnamen wie Everhard, Everger und anderen, zu mittelniederdeutsch ever = Eber).

Im Zuge von Grenzsicherungen des Markgrafen von Brandenburg gegen die Pommern|pommersche Uckermark entstand auf einem der südlich der Stadt gelegenen Höhenzüge (heute Schloss- oder Hausberg) eine markgräfliche Burg. Diese wurde im Jahre 1261 erwähnt, ist aber schon im 14. Jahrhundert wieder verfallen.

Am Fuße des Schlossberges entwickelte sich das Suburbium Eversberg, welches mit dem jenseits von Finowfurt gelegenen Jacobsdorf zu einer - zwischen Finow und Schlossberg gelegenen - Marktsiedlung verschmolz. Beide Dörfer sind vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts im Zuge der Ostkolonisation angelegt worden. In der sogenannten Grenzbriefurkunde vom 24. August 1300 werden die Feldmarken beider Orte genannt. Die Dörfer existierten zu jener Zeit bereits nicht mehr selbständig, denn nach 1284 hatte der Markgraf seinen Marktflecken zur Stadt erweitert. Für diese wird im Landbuch von 1375 erstmals der Name Eberswalde velut (gleich wie) Nova civitas erwähnt, ohne dass ein Grund für diese Doppelbezeichnung ersichtlich ist. Der Name Neustadt-Eberswalde galt bis ins 19. Jahrhundert. Seit dem 30. Mai 1877 hieß die Stadt offiziell Eberswalde.

Gewerbliche Entwicklung und Dreißigjähriger Krieg

Bild: eberswalde-marktplatz.jpg Bild: eberswalde-glocken.jpg Der Grundriss der Stadt lässt noch heute die nach einheitlichem Plan angelegte Gitterform gut erkennen: drei nordsüdlich verlaufende Längs- und sechs Querstraßen mit dem rechteckigen Markt zwischen zwei Hauptstraßen im Zentrum des Ortes. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt durch eine Stadtmauer mit vorgelagerten, doppelten Wällen und Gräben befestigt. Vier Tore ermöglichten das Betreten oder Verlassen der Stadt.

Wesentliche Einnahmequellen dürften sich ergeben haben durch die 1306 erfolgte markgräfliche Überlassung des Marktzolls, 1307 Mahlzwang für umliegende Dörfer (Karutz, Gersdorf, Sommerfelde) sowie 1317 Straßen- und Stapelzwang für die Handelsstraße Frankfurt (Oder)|Frankfurt-Stettin. Eberswalde war Umschlagplatz für die Fracht aller die Finow befahrenden Oderschiffe. Der Rat konnte 1326 die Niedergerichte, 1431 die Obergerichte wiederkäuflich und 1543 erblich an sich bringen.

Die Brandkatastrophe von 1499, durch Unvorsichtigkeit beim Malzdörren ausgelöst, zerstörte die Stadt bis auf ihre steinernen Gebäude - das Rathaus, zwei Kurfürstenhäuser und die Kirche - völlig und warf sie in ihrer Entwicklung um Jahre zurück.

Der Wiederaufbau, aber auch die neue Stadtverfassung des Kurfürsten Joachim I. von 1515 bewirkten einen erneuten städtischen Aufschwung. So wurde die Stadt durch Aufkommen des metallverarbeitenden Handwerks zum frühesten Industrieort der Mark Brandenburg. 1532 gab es zwei Kupferhämmer, die 1603 an die Finow verlegt wurden. Am Kienwerder entstanden Eisen-, Blech-, Drahthämmer und Messerschmieden, außerdem wurden eine Papierfabrik, Tuchmachereien und Ziegeleien errichtet, besonders am Finowkanal, der 1620 nach 15jähriger Bauzeit mit elf Schleusen in Betrieb genommen worden ist.

Im Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg erlitt Eberswalde Zerstörungen und Verwüstungen. Neben den Lasten häufiger Einquartierungen und hohen Kontributionen mußten die Eberswalder ihren Tribut auch noch zusätzlich den großen Persönlichkeiten dieses Krieges entrichten. So kampierte am 20. Juni 1628 Feldmarschall Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein|Wallenstein höchstpersönlich in der Stadt, und vom 18. Dezember|18. zum 19. Dezember 1632 ist der in der Schlacht von Lützen gefallene Schweden|schwedische König Gustav Adolf in der Stadtkirche Maria Magdalena aufgebahrt worden. Unter großem Aufgebot an Geld und Naturalien mußte der jeweils riesige Troß der Begleiter von den Bürgern versorgt werden. Eberswalde erholte sich von den Auswirkungen des Krieges nur langsam. 1635 hatte es nur noch 20 Einwohner, 1722 waren es wieder 1.205, so viel wie vor dem Dreißigjährigen Krieg.

Image:Carl Blechen 010.jpg|thumb|Walzwerk bei Eberswalde, Blick vom Stichkanal, den spaeteren Sinterauslaeufen, auf das Altwerk, [[Carl Blechen, um 1830]] Zwischen 1743 und 1755 wanderten 120 Scheren- und Messerschmiede, Schlosser und Feilenhauer aus Thüringen und dem Rheinland mit ihren Familien ein. Der wieder einsetzende wirtschaftliche Aufschwung führte zwischen 1743 und 1746 zum erneuten Ausbau des Finowkanals, der sowohl als Verkehrsweg wie auch als Energiequelle große Bedeutung für die Stadt und die Industrie gewann. Mit dem Kanal entstand ein Wasser- und Schifffahrtsamt. Auf dem Kupferhammer der Stadt ist der Kessel für die erste 1785 in Deutschland in Betrieb genommene Dampfmaschine hergestellt worden.

Neben der Entwicklung Eberswaldes als Industriestandort bildete sich der Ruf der Stadt als Bade- und Luftkurort sowie als Waldstadt heraus. 1750 wird ein Gesundbrunnen betrieben. Es gab zahlreiche Versuche, die eisenhaltigen Quellen für einen Kur- und Bäderbetrieb zu nutzen. Dem Profil eines Kur- und Erholungsortes diente auch ab 1795 die Schaffung von Promenaden und Schmuckanlagen. 1898 ist der Badebetrieb wegen Unrentabilität eingestellt worden und Eberswalde verlor seinen Ruf als Badestadt. Luftkurort jedoch blieb die Stadt auch weiter.

Am 1. Mai 1830 ist auf Grund der ausgedehnten Wälder der Umgebung die Forstakademie von Berlin nach Eberswalde verlegt worden. Der praxisbezogene Unterricht in den forstlichen Lehrrevieren und die wissenschaftlichen Leistungen der hier wirkenden Forstwissenschaftler begründeten Eberswaldes Ruf als Waldstadt.

Industriezeitalter und Zweiter Weltkrieg=

Bild: eberswalde_002.jpg Bild: eberswalde_004.jpg Die industrielle Entwicklung ab Mitte des 19. Jahrhunderts fand ihren Niederschlag in der Gründung zahlreicher Fabriken (1851 Landmaschinenfabrik, 1852 Dachpappen- und Asphaltwerke, 1858 Seidenwarenfabrik, 1869 Hufnagelfabrik, 1883 und 1893 Eisengießereien, 1902 Ardeltwerke, heute Kranbau GmbH). Am 23. November 1877 fand die Inbetriebnahme des ersten Fernsprechapparates in Deutschland zwischen Eberswalde und der Postagentur Schöpfurth, dem heutigen Finowfurt statt.

Mit der sich beschleunigenden Industrialisierung wurde die Stadt zu einem Eisenbahnknotenpunkt ausgebaut. Am 30. Juli 1842 ist die Bahnverbindung nach Berlin und am 15. August 1843 nach Stettin fertiggestellt worden, 1866 nach Bad Freienwalde, 1898 nach Templin und 1907 nach Schöpfurth. Am 7. Januar 1878 öffnete die königliche Hauptwerkstatt für die Ausbesserung von Lokomotiven und Wagen (das spätere Reichsbahnausbesserungswerk und heutige Fahrzeuginstandhaltungswerk der Deutsche Bahn AG), das im Jahre 2003 sein 125jähriges Bestehen feierte. Außerdem entstand die Bahnhofsbrücke Eberswalde|Eisenbahnbrücke in der Nähe des Bahnhofes, die am 27. Juni 1910 polizeilich abgenommen wurde.

Parallel dazu wurde das Straßennetz ausgebaut (1843 nach Bad Freienwalde, 1848 nach Oderberg, 1860 nach Joachimsthal, 1873 nach Schöpfurth). Am 1. September 1910 eröffnete die städtische Straßenbahn. Sie verkehrte bis 2. November 1940. Einen Tag später nahm der elektrische Oberleitungsbus seinen Betrieb in Eberswalde auf.

Als der Finowkanal trotz dauernder Ausbesserungen und Veränderungen dem Verkehrsaufkommen, der Schiffstechnik und dem Energiebedarf nicht mehr gewachsen ist, wird der neue Oder-Havel-Kanal geschaffen und 1914 eingeweiht.

Ausgebaute Verkehrsstraßen und die seit Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelten Fabriken bewirkten eine explosionsartige städtische Entwicklung. Hatte Eberswalde 1831 noch 4.388 Einwohner, so ergab eine Volkszählung im Jahre 1910 26.075 Einwohner. Damit schied Eberswalde am 1. April 1911 aus dem Verband des Kreises Landkreis Oberbarnim|Oberbarnim aus und bildete einen eigenen Stadtkreis.

Im Jahre 1923 wurde Eberswalde Geburtsstätte des deutschen Rundfunks. So betrieb die Firma Lorenz AG von 1909 bis 1939 in der Nähe der Stadt eine Versuchsfunkstelle, von der auch rundfunkartige Übertragungen zwischen 1919 und 1925 durchgeführt wurden. Als größter Antennenträger ist ein eisenarmierter, abgespannter Holzgittermast von 70 Metern Höhe errichtet worden. 1923 fand das erste Original-Rundfunkorchesterkonzert statt und im Oktober desselben Jahres wurde das Festkonzert zur Jahreversammlung des Deutschen Museums in München gesendet. Diese "drahtlosen" Konzerte waren bahnbrechend und machten die deutsche Rundfunktechnik international bekannt. 1930 ist im Rahmen eines Großversuchs die des Richtfunkfeuers erprobt worden. 1939 wurde die Funkversuchsstelle aufgelöst, die Antennenanlagen demontiert und in den Gebäuden eine Forschungsstelle für Torfverwertung eingerichtet.

Der 1939 begonnene 2. Weltkrieg ging auch an Eberswalde nicht spurlos vorüber. Am 20. April 1945 gab es in Eberswalde um 19:00 Uhr den ersten Panzeralarm, etwa in dieser Stunde verließ Hermann Göring sein Anwesen Carinhall in der Schorfheide Richtung Obersalzberg. Die SS-Sondereinheit Felix Steiner|Gruppe Steiner verschanzte sich nördlich der Stadt jenseits des Oder-Havel-Kanals (damals Großschiffahrtsweg) und sprengte alle Brücken in der Nähe der Stadt.

In der Nacht vom 25. April|25. auf den 26. April 1945 wurde die Innenstadt von deutschen Flugzeugen mit Brandbomben stark zerstört. Ob diese Flugzeuge deutschem Kommando unterstanden, ist umstritten, weil die deutsche Luftwaffe zu diesem Zeitpunkt kaum noch über Treibstoffreserven verfügte. Einen strategischen Zweck erfüllte dieser Angriff nicht, da die sowjetischen Eliteeinheiten Eberswalde im Süden entlang der Bernauer Heerstraße umgingen um möglichst schnell Berlin zu erreichen. Etwa zeitgleich sind mehrere Gebäude der Stadt von der Freischärlerorganisation Werwolf (Freischärlerbewegung)|Werwolf angezündet worden: der Aussichtsturm, der Wasserfall (Ausflugsgaststätte) und andere. Erst nachfolgende Einheiten der Roten Armee besetzten am 26. April 1945 Eberswalde.

Die Entwicklung ab Ende des Zweiten Weltkrieges

Bild: eberswalde_005.jpg Bild: eberswalde_008.jpg Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ist die Stadt zu einem bedeutenden Industrie- und Agrarstandort, Verkehrsknotenpunkt und kulturellen Zentrum der Region ausgebaut worden. 1952 wurde Eberswalde auf Grund der Verwaltungsreform in der DDR Kreisstadt des neugebildeten gleichnamigen Landkreises. Zwischen 1954 und 1963 hatte das Institut für Forstwirtschaftliche Arbeitslehre der Humboldt Universität Berlin seinen Sitz in den Gebäuden der ehemaligen Versuchsfunkstelle Eberswalde.

Im Jahre 1962 wurde die 1830 eröffnete Forstakademie geschlossen beziehungsweise nach Tharandt bei Dresden verlegt. Am 1. April 1992 ist die damals unterbrochene Lehre in der neugegründeten Fachhochschule wieder aufgenommen worden. Die forstlichen Einrichtungen sind heute ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt.

1993 ist der Landkreis Barnim mit Eberswalde als Kreisstadt gebildet worden. 1994 verlassen die russischen Streitkräfte die Stadt. Am 10. April 2000 wurde der Binnenhafen eingeweiht und im Jahre 2002 fand die Landesgartenschau in Eberswalde statt.

Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 ist die Entwicklung des Industriestandortes Eberswalde durch Betriebsneugründungen forciert worden. Die heutige Kreisstadt des Kreises Barnim setzt nach dem Niedergang der großen Industriebetriebe und Forschungszentren als Verwaltungszentrum auf die Förderung des Mittelstandes, den Aufbau des Stadtzentrums - dort sind bereits viele Neubauten entstanden - mit seinen Infrastrukturen, die Instandsetzung der jahrzehntelang vernachlässigten Wohnsubstanz, die Sanierung der Industrieflächen, Kasernenbauten und des Verkehrsnetzes sowie die Wiederbelebung als Erholungs- und Freizeitzentrum.

In den 1980er Jahren hatte Eberswalde mit etwa 55.000 die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Seit Anfang der 1990er Jahre verlor die Stadt durch Abwanderung und Geburtenrückgang, bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit, ein Viertel seiner Einwohner. Bis zum Jahre 2020 wird mit einer Stabilisierung der Zahl zwischen 30.000 bis 35.000 Einwohnern gerechnet.

  • Geschichte von Finow bis 1970

Im Jahre 1970 wurde Eberswalde mit Finow vereinigt, welches 1928 durch Zusammenlegung des 1294 erstmalig genannten Dorfes Heegermühle mit den bis dahin selbständigen Gemeinden Eisenspalterei-Wolfswinkel und Messingwerk entstanden war und 1935 zur Stadt erklärt wurde.

Die unmittelbare Umgebung des Dorfes Heegermühle nahm seit Anfang des 17. Jahrhunderts auf Betreiben und mit Unterstützung des Landesherrn eine gewerbliche Entwicklung, die von günstigen Standortfaktoren, wie dem Finowkanal als Transportmittelträger, den Vorkommen von Raseneisenstein und dem Wald als damals wichtigsten Energielieferanten, begünstigt wurde.

Das erste Eisenhammerwerk in Heegermühle arbeitete bis zu seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. Ihm folgten 1660 ein Blechhammer, dessen Warenabsatz durch ein Schutzedikt von 1687 gesichert war. An seiner Stelle entstand 1697 bis 1700 ein Messingwerk. Östlich des Ortes am Finowkanal sind zur gleichen Zeit eine Eisenspalterei und ein Drahthammer errichtet worden. Eine 1726 gebaute königliche Papiermühle fiel 1760 dem Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieg zum Opfer. Eine neue Fabrik erhielt fünf Jahre später ihren Standort in Wolfswinkel. 1832 arbeitete hier die erste englische Papiermaschine, so das die manuelle Büttenpapierherstellung allmählich verschwand.

Nachdem am 16. Oktober 1907 eine Eisenbahnstrecke von Eberswalde über Heegermühle nach Schöpfurth eröffnet und 1920 die elektrische Straßenbahn von Eberswalde bis Eisenspalterei geführt worden war, verbesserte sich der Personen- und Güterverkehr bedeutend. In Wolfswinkel ging aus einer Linoleumfabrik ein chemischer Betrieb hervor, 1908 kam ein Elektrizitätswerk hinzu. Den Bau von Wohnhäusern trugen Siedlungsgesellschaften, so die Heimstättengesellschaft Heegermühle-Messingwerk. Bei der Volkszählung im Jahre 1933 hatte Finow 7.896 Einwohner, 1939 waren es 10.488 und 1964, sechs Jahre vor der Vereinigung mit Eberswalde, lebten in der Stadt 9.977 Menschen.

Eingemeindungen

Am 1. Mai 1936 wurde die Gemeinde Kupferhammer aus dem Kreis Landkreis Oberbarnim|Oberbarnim in den Stadtkreis Eberswalde eingegliedert.

Am 20. März 1970 fand die Vereinigung der bis dahin eigenständigen Städte Eberswalde und Finow unter dem neuen Namen Eberswalde-Finow statt.

Am 1. Juli 1993, zeitgleich mit der Umstellung der Postleitzahlen, wurde aus Eberswalde-Finow wieder Eberswalde.

Am 5. Dezember 1993 wurden die Gemeinden Sommerfelde und Tornow eingemeindet. Diese Dörfer haben wie andere Dörfer der Eberswalder Umgebung (Trampe, Klobbicke, Tuchen) die PLZ 16230.

Einwohnerentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1840 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Image:Bevoelkerungsentwicklung-ew.png|thumb|300px|Bevölkerungsentwicklung Eberswalde

Jahr Einwohner
1722 1.205
1817 3.881
1825 3.850
1831 4.388
1840 8.444
1. Dezember 1875 ¹ 10.483
1. Dezember 1880 ¹ 11.524
1. Dezember 1885 ¹ 13.241
1. Dezember 1890 ¹ 16.114
2. Dezember 1895 ¹ 18.164
1. Dezember 1905 ¹ 23.876
1. Dezember 1910 ¹ 26.075
Jahr Einwohner
16. Juni 1925 ¹ 29.571
16. Juni 1933 ¹ 31.369
17. Mai 1939 ¹ 40.838
29. Oktober 1946 ¹ 30.186
31. August 1950 ¹ 30.895
31. Dezember 1964 ¹ 33.078
1. Januar 1971 ¹ 46.299
31. Dezember 1981 ¹ 53.183
31. Dezember 1990 51.513
31. Dezember 1995 48.411
31. Dezember 2000 44.623
1. Januar 2005 41.384

¹ Volkszählungsergebnis

Quellen:

  • 1722-1840 Aufzeichnungen der Maria-Magdalenen-Gemeinde
  • 1875-1939 Statistik des Deutschen Reichs
  • 1946-1981 Statistisches Jahrbuch der DDR
  • 1990-2000 Statistisches Jahrbuch Deutscher Gemeinden
  • 2005 World Gazetteer

Politik

Image:Sitzverteilung-eberswalde.png|thumb|240px|Sitzverteilung Stadtverordnetenversammlung Eberswalde Die Stadtverordnetenversammlung Eberswalde zählt 36 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 wie folgt dar:

SPD: 9 Sitze
PDS: 8 Sitze
CDU: 7 Sitze
Grüne/BFB: 4 Sitze
BKB / Freie Wähler: 3 Sitze
FDP: 3 Sitze
Partei rechtsstaatliche Offensive: 2 Sitze

Landtagswahl am 19. September 2004

Neue Landtagsabgeordnete für die Stadt Eberswalde ist Margitta Mächtig (PDS). Sie setzte sich mit 35,7 % der Stimmen gegen Peter Kikow (SPD) mit 24 % und Thomas Lunacek (CDU) mit 17,5 % durch. Auch bei den Zweitstimmen erzielte die PDS das beste Ergebnis. Hier liegt die Partei mit 33,1 % vor der SPD (32,3 %) und der CDU (15,4 %). Die Wahlbeteiligung lag mit 55,3 % über der aus dem Jahr 1999.

Wappen

Bild: Foto-wappen-eberswalde.png In Silber eine grüne bewurzelte Eiche mit goldenen Eicheln, zu beiden Seiten des Stammes zwei zugewendete schwarze Eber mit goldenen Hauern und Rückenborsten, in der Baumkrone der rote brandenburgische Adler.

Die Farben der Stadt sind Schwarz, Weiß und Grün.

wörtliches Zitat aus Rudolf Schmidt Band 2:
Ortsstatut über die Farben und das Wappen der Stadt Eberswalde
Auf Grund des § 11 der Städteordnung für die östlichen Provinzen vom 30. Mai 1853 wird hiermit unter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung folgendes Ortsstatut erlassen

§ 1
Die Farben der Stadt Eberswalde sind Schwarz, Silber (Weiß), Grün.

§ 2
Als Wappen führt die Stadt in Silber einen grünen, bewurzelten Eichbaum mit goldenen Eicheln, zwischen dessen auseinandergebogenen Ästen ein rechtsstehender, goldenbewehrter roter Adler schwebt, rechts und links vom Stamme begleitet von zwei einwärtsstehenden schwarzen Ebern mit goldenen Rückenborsten.

§ 3
Vorstehendes Ortsstatut tritt mit seiner Verkündung in Kraft.

Das preußische Staatsministerium hat die Genehmigung zur Führung des Wappens unter dem 13. August 1928 erteilt. ...

Eberswalde, den 24. September 1928

Der Magistrat

Städtepartnerschaften

  • Delmenhorst (Niedersachsen)
  • Herlev (Dänemark)
  • Gorzów Wielkopolski (Polen)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bild: Maria-magdalenen-kirche-eberswalde.jpg Ausflugsziele in der Stadt beziehungsweise in unmittelbarer Umgebung

Museen

  • Museum in der Adler Apotheke

Musik

  • St. Georgs-Kapelle - Kleine Konzerthalle
  • Garage-Konzerte (unter anderem Eberswalder Jazztage)
  • Freilichtbühne auf dem Gelände des Familiengartens (ehemals Landesgartenschau)
  • Choriner Musiksommer
  • Haus Schwärzetal


Bauwerke

Bild: finowkanal-panorama.jpg
Bild: bahnhofsbruecke-eberswalde.jpg Bild: ragoeser-damm-1.jpg Bild: ragoeser-damm-2.jpg Bild: teufelsbruecke-finowkanal.jpg Bild: Lichtermeer.jpg

Im ältesten Fachwerkhaus der Stadt, der Adler Apotheke aus dem 17. Jahrhundert, befindet sich heute die Touristeninformation, das Heimatmuseum und das Standesamt. Am Marktplatz befindet sich das Alte Rathaus, es ist ein barockes Bürgerhaus aus dem Jahr 1775 und wurde als Wohnhaus des Tuchfabrikanten Heller erbaut. Ebenfalls in der Nähe des Marktplatzes befindet sich die Maria-Magdalenen-Kirche, eine hochgotische Stadtpfarrkirche aus dem 13.Jahrhundert mit der höchsten gemauerten Kirchturmspitze der Welt. Der Walter- Gropius- Bau der Landesklinik Eberswalde (Klinik für Psychiatrie) war vom 2. Weltkrieg bis nach der Wende von der Sowjetarmee besetzt, wurde umfassend renoviert. Im Stadtzentrum befinden sich am südlichen Rand des Eberswalder Urstromtals 2 Treppen: Goethetreppe und Schillertreppe. Als Neubau wurde die Bibliothek (FH Eberswalde)|Bibliothek der Fachhochschule Eberswalde mit Architekturpreisen bedacht, ist aber in der Denkmaltopographie (siehe Literatur) nicht vermerkt und bei der Bevölkerung unbeliebt.

Einige Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das Kloster Chorin, eine Ruine des von Zisterziensermönchen erbauten Komplexes. Östlich von Eberswalde findet man am Oder-Havel-Kanal den Ragöser Damm und das Schiffshebewerk Niederfinow, nördlich der Stadt unterquert die Fernbahnlinie Berlin- Stettin den Kanal (Kanalunterführung.

Die Teufelsbrücke am Finowkanal befindet sich im Stadtteil Finow auf dem Gelände des ehemaligen Messingwerkes. Sie wurde von 1824 bis 1828 als Weidendammbrücke in Berlin errichtet. 1880 wurde sie um Fußwegbahnen ergänzt. 1895 erfolgte die erste Umsetzung der Brücke, sie wurde um 13 m gekürzt in Liepe über den Finowkanal wieder aufgebaut. Im Jahr 1913 wurde sie nochmals gekürzt und über der Ausfahrt des Messingwerkhafens montiert. Der mittlere Brückenteil ist herausnehmbar, um größeren Schiffen eine Durchfahrt zu ermöglichen. Gelegentlich wird sie auch 'Treidelpfadbrücke' genannt. Die Brücke ist eine dreijochige, jetzt 23 m lange und etwa 2,30 m breite Ganzmetallkonstruktion aus genieteten und verschraubten L- Profilen und Blechen, das teilweise geschweißte Geländer ist mit Sicherheit nicht original. Das Mittelteil ist auf gußeisernen Säulen gebettet.
Die gesamte Brücke ist in sich schief, dies kann nachlässige Fertigung sein oder auf einen Transportschaden, Setzungen oder einen Unfall zurückzuführen sein. Hafen- und Kanalseite des Bauwerks sind um etwa 8 cm versetzt, was eine Schieflage von etwa 3° bedeutet. Die Widerlager sind ebenfalls schief, was Setzungen oder Unfälle am jetzigen Standort ausschließt.
Woher der Name 'Teufelsbrücke' stammt, ist nicht mehr zu ermitteln. Laut Denkmaltopographie (siehe Literatur, S. 251) besitzt sie wegen ihrer Vorgeschichte besonderen kulturhistorischen Wert.

weitere Bauwerke:

  • genietete Bahnhofsbrücke Eberswalde (typische genietete Bauweise Beginn des 20. Jahrhunderts), Abriß und Neubau 2004 / 2005
  • Kupferhäuser in der Messingwerksiedlung, Finow (entworfen u.a. vom Bauhaus-Gründer Walter Gropius)
  • expressionistischer Wasserturm neben den ehemaligen Hirsch-Werken, Finow
  • Mischfutterwerk (Betonklotz, höchstes Gebäude)

Parks

Bild: Eberswalde_zoo_014.jpg Für die Stadt hat sich der Beiname 'Waldstadt' eingebürgert, was aber nicht offiziell verbrieft ist. Auch in der Stadt finden sich viele Grünflächen, welche allerdings größtenteils durch einen Luftangriff der deutschen Luftwaffe im April 1945 und damit zerstörte Wohnbebauung im Zentrum der Stadt entstanden sind. Am südlichen Stadtrand befindet sich inmitten des Eberswalder Stadtforst der Tierpark Eberswalde und der Forstbotanischer Garten Eberswalde|Forstbotanischer Garten Eberswalde. Anläßlich der Landesgartenschau 2002 entstand in Eisenspalterei auf dem Gelände des ehemaligen Altwerkes (Walzwerk) der Familiengarten Eberswalde|Familiengarten. Im Zentrum der Stadt befindet sich nahe des Campus der Fachhochschule der Park Weidendamm.

Naturdenkmäler

Die Stadt Eberswalde ist umgeben von ausgedehnten Waldflächen. Direkt an die Stadt grenzt im Süden der Eberswalder Stadtforst, welcher sich bis nach Trampe, Klobbicke, Tuchen und Grüntal erstreckt und eine Fläche von ca. 60 Quadratkilometer|km² hat. Nordwestlich der Stadt befindet sich der Werbellinsee und direkt dahinter das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, die Schorfheide, welche eines der Kernstücke des Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin|Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist. Nordöstlich der Stadt befinden sich weitere ausgedehnte Waldflächen mit dem Totalreservat Plagefenn nördlich der Ortschaft Liepe. Rings um die Stadt liegen viele Seen, Bäche, Moore und Heiden.

Sport

Der Fußballverein MOTOR Eberswalde ist der größte Sportverein der Stadt und spielt mit seiner ersten Mannschaft in der 4. Liga (Fußball-Oberliga Nordost (Staffel Nord)). Die Sektion Segeln von Stahl Finow hat ihren Standort am westlichen Ende des Werbellinsees in Wildau (Eichhorst)| Wildau bei Eichhorst (Schorfheide)|Eichhorst. Tischtennis hat in Finow eine lange Tradition, der TTC- Finow ist nicht nur national eine Größe. In der neuen Sporthalle der Technischen Werke in Westend ist der Judoclub Eberswalde beheimatet. Der Tauchclub Werbellow ist in Eberswalde zu Haus, hat seine Tauchbasis am Werbellinsee. Vor 50 Jahren - am 15. Juli 1952 - gründete sich aus der Chemischen Fabrik Finowtal die Betriebssportgemeinschaft „Chemie Finow". Daraus entstand der heutige FSV Eintracht Finowtal. Auf das Jahr 1891 sind die ersten Anfänge des Schwimmsports in Eberswalde zurückzuführen. Seitdem hat der Eberswalder Schwimmverein viele große Erfolge gefeiert. Treffpunkt ist die Schwimmhalle (baff) im Stadtteil Westend.

Regelmäßige Veranstaltungen

Fasching / Karneval

Die ersten Faschingsveranstaltungen in Eberswalde reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Seit Mitte der 80er Jahre gibt es Fasching und Karneval in Eberswalde. Traditionell ist der Austragungsort der sog. "Schuppen", das Haus Schwärzetal (Eberswalde) | Haus Schwärzetal, der die Ausgestaltung der Räumlichkeiten für die Faschingsfeiern bietet. Fasching und Karneval sowie die Veranstaltungen andere Vereine bilden die Eberswalder Faschingstage.

"Rock me Magdalena"

Alljährlich findet am Abend des 1. Weihnachtsfeiertages (25.12.) ein Rockkonzert in der Maria-Magdalenen-Kirche statt. Diese Veranstaltungsreihe geht auf die Initiative der Evangelischen Jugendarbeit und des "Jugendkellers" zurück.

Filmfest Eberswalde

Seit September 2004 gibt es in Eberswalde ein mehrtägiges Filmfest zu Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilmen internationaler Künstler, welches jährlich stattfinden soll. Zum ersten Filmfest in den Passage Lichtspielen vom 16. bis 19. September 2004 wurden 45 Arbeiten internationaler Filmmacher aus 25 Nationen unter dem Motto "Der Private Blick" gezeigt. Zusätzlich gabe es einen Nachwuchsfilmpreis namens "Piggy". Organisiert wird das Filmfest vom Verein SEHquenz e.V. für kommunale Filmarbeit.

  • Jazz in e.
  • Finowkanalfest

Kulinarische Spezialitäten

Eberswalder Spritzkuchen

Bild: eberswalder-spritzkuchen.jpg Der Eberswalder Spritzkuchen ist ein Gebäck aus Brandteig, der in Fett ausgebacken wird. In der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise wurden von der Stadt Eberswalde zwei Notgeld-Scheine ausgegeben (25 und 50 Pfennig). Es kursiert das Gerücht, dass diese Scheine zum Bezahlen von Spritzkuchen auf dem Bahnhof gedacht waren.

Der Berliner Konditor und Lebküchler Gustav Louis Zietemann erwirkt am 23. Februar 1832 die Genehmigung, sich als Konditor niederzulassen. Am 1. April 1832 eröffnet er seine Konditorei und überrascht die Bevölkerung mit einem neuen Gebäck, dem originalen Eberswalder Spritzkuchen. Ab 1842 lieferte er seine Spritzkuchen an den Bahnhof, wo seit dem 1. August die neue Bahnlinie Berlin - Stettin verkehrte. So wurden die Spritzkuchen ein Werbeträger für die Stadt und viele Reisende verbanden den Namen von Eberswalde mit den Spritzkuchen.

Eberswalder Würstchen

Eberswalder Würstchen sind eine besondere Eberswalder Spezialität. Es sind spezielle Bockwürstchen in echtem Darm, die eine große Verbreitung auch außerhalb von Eberswalde erlangten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die industrielle Ansiedlungen in der Stadt sind geprägt durch den Rohrleitungsbau, den Binnenhafen und den Kranbau. Weiterhin gibt es einige Betriebe aus der Lebensmittelverarbeitung.

Verkehr

Bild: eberswalde-obus-skoda.jpg In Eberswalde gibt es eines der letzten O-Bus-Netze Deutschlands. Erstmals 1901 für wenige Monate, dann seit 1940 fährt der elektrische Oberleitungsbus in der Stadt. Eberswalde ist die einzige Stadt Ostdeutschlands mit einem Obus-Betrieb.

  • Flugplatz Finow
  • Bahn: Nahverkehr nach Berlin, Frankfurt (Oder), Stralsund und Templin (Fernbahnlinie Berlin-Stettin)
  • Bundesstraße: Bundesstraße 2|B 2 (Berlin - Stettin), Bundesstraße 167|B 167 (Neuruppin - Frankfurt/Oder)
  • Bundesautobahn: nahe Bundesautobahn 11|A 11 (Berlin - Stettin)
  • Oder-Havel-Kanal (Binnenhafen Eberswalde), Finowkanal

Ansässige Unternehmen

  • Fleischverarbeitungswerk in Britz
  • Mischfutterwerk
  • Kranbau Eberswalde
  • Automotive Finow

Medien

  • Märkische Oderzeitung (Auflage: ca. 31.000 regional, 312.000 gesamt)

  • Eberswalder Blitz (Auflage: ca. 91.000)
  • Eberswalde.TV (über Kabel angeschlossen: 17.000 Haushalte)
  • Medienhaus Eberswalde
  • TELTA Citynetz Eberswalde GmbH
  • textfabrik.org

Behörden, Institutionen, Körperschaften

  • Amtsgericht
  • Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik
  • Amt für Forstwirtschaft
  • Arbeitsamt
  • Arbeitsgericht
  • Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft
  • Eichamt
  • Finanzamt
  • Grundbuchamt
  • Kataster- und Vermessungsamt
  • Kreisarchiv Barnim
  • Kreisverwaltung Barnim offizielle Seiten des Landkreises Barnim
  • Landesanstalt für Großschutzgebiete Brandenburg im Geschäftsbereich des MLUR
  • Landesforstanstalt Eberswalde
  • Landeskriminalamt
  • Materialprüfungsamt des Landes Brandenburg (Abt. Holz und -werkstoffe)
  • Staatliches Schulamt
  • Stadtverwaltung
  • Wasser- und Schiffahrtsamt
  • Zollamt Eberswalde
  • Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg,NL Eberswalde (Brandenburgisches Straßenbauamt)

Bildung

Grundschulen

  • Europaschule Grundschule Mitte
  • Grundschule "Bruno H. Bürgel"
  • Grundschule Westend
  • Grundschule Finow
  • Grundschule "Schwärzesee"

weiterführende Schulen

  • Goethe-Realschule
  • Gesamtschule Mitte
  • Gesamtschule Westend
  • Gesamtschule Finow
  • Gesamtschule "Albert Einstein" mit gymnasialer Oberstufe

Gymnasien

  • Gymnasium Alexander v. Humboldt Eberswalde
  • Gymnasium Finow

Bild: Fh-bibo.jpg Bild: campus-fh-eberswalde.jpg

Fachhochschule Eberswalde

Die Fachhochschule Eberswalde (University Of Applied Sciences) hat eine lange Tradition in der Stadt. Sie wurde 1830 gegründet. 'Mit der Natur für den Menschen' steht in ihrem Leitbild. Folgende Studiengänge werden momentan angeboten:

  • Forstwirtschaft
  • Landschaftsnutzung und Naturschutz
  • Holztechnik
  • Betriebswirtschaft

Bachelor:

  • Landschaftsnutzung und Naturschutz
  • International Forest Ecosystem Management
  • Ökolandbau und Vermarktung
  • Regionalmanagement

Master:

  • International Forest Ecosystem Information Technology
  • Nachhaltiger Tourismus

Kirchen, Freikirchen, Religionsgemeinschaften

Kirchen

  • Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Eberswalde gehört zur Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz|Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und besitzt drei Kirchengebäude: die 1241 gegründete Maria-Magdalenen Kirche in Eberswalde, die 1892-94 gebaute St. Johanniskirche, die 1952-54 gebaute Pfingstkapelle Ostende. Weiterhin gibt es drei u. a. auch als Gottesdienststätten genutzte Gemeindehäuser: den Friedenskirchsaal im Stadtteil Westend, das Wartburgheim im Stadtteil Nordend und das Gemeindehaus Eisenbahnstraße 84. Zur Evangelischen Kirchengemeinde Finow gehören die Kirche im Stadtteil Finow, das im April 2001 fertig gestellte Gemeindezentrum im Brandenburgischen Viertel und das Gemeindehaus in der Clara-Zetkin-Siedlung.
  • Die Römisch-katholische Kirche besitzt jeweils eine Kirche in den Stadtteilen Eberswalde (St. Peter und Paul, 1877) und Finow (Heilige Theresia vom Kinde Jesu, 1934). Seit dem 1. Januar 1938 ist Eberswalde Sitz eines Dekanats.

Freikirchen

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde / Baptisten
  • Evangelisch-methodistische Kirche
  • Christus-Gemeinde Eberswalde e.V. - Ev. Freikirche
  • Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

bis 1940 aus Rudolf Schmidt Band 2 Nachdruck - siehe Literatur Nr. 2

1817 - David Schickler (2. September 1755 in Berlin, †3. März 1818 in Eberswalde)
war Bankier und Inhaber der Eberswalder Eisenwarenfabrik, noch heute erinnert die Schicklerstraße im Stadtzentrum an diesen Ehrenbürger
25. Oktober 1876 - Theodor Bergmann (* 17. Januar 1808 Peitz (Kr. Cottbus), †15. April 1883 Eberswalde)
war Kaufmann und Ratmann
17. August 1892 - Johann Gottlieb Schreiber (4. Dezember 1802 Trebnitz in Schlesien, †30. November 1905 Eberswalde)
war Kürschnermeister, Kaufmann und Stadtverordneter
29. August 1899 - Wilhelm Roebel (* 19. Februar 1821 Chinnow, †17. August 1901 Eberswalde)
war Mühlenbesitzer, Beigeordneter und Mitglied des Kreisausschusses Oberbarnim
29. August 1899 - August Lautenschlaeger (7. Februar 1843 Eberswalde, †23. Dezember 1918 ebenda)
war Kaufmann und Stadtrat
1900 - Dr. Bernhard Danckelmann (* 5. April 1831 Oberförsterei Obereimer bei Arnsberg, †19. Januar 1901 Eberswalde)
Landforstmeister, Forstakademiedirektor und Stadtrat; war ihm wurde ein Denkmal am Weidendamm gewidmet, eine Straße trägt seinen Namen
Paul Radack (* 14. April 1851 Kalkberge, †16. Juli 1929 Eberswalde)
war Beigeordneter und besoldeter Stadtrat
17. November 1908 - Herrmann Krause (* 12. Februar 1850 Eberswalde, †16. Juli 1932 ebenda)
war Zimmermeister und Stadtrat
11. November 1908 - Herrmann Großmann (* 30. Oktober 1837, †13. November 1927 ebenda)
war Bankdirektor, Stadtverordnetenvorsteher
4. Oktober 1917 - Prof. Dr. Otto von Schjerning (* 4. Oktober 1853 Eberswalde, †28. Juni 1921 Berlin)
war Generalstabsarzt der Armee und Chef des Feldsanitätswesens; Direktor der Kaiser- Wilhelm- Akademie und Professor an der Universität Berlin
11. Februar 1920 - Prof. Dr. Friedrich Boldt (26. Februar 1850 Grünkrug bei Deutsch-Eylau, †26. Juli 1925 Eberswalde)
war Studienrat, Realschuldirektor und Stadtverordnetenvorsteher; noch heute erinnert die Boldtstraße in Westend an diesen Ehrenbürger
30. März 1926 - Dr. August Teuber (* 8. September 1850 Janow in Pommern, †13. Juli 1927 Eberswalde)
war Geh. Studienrat, Gymnasialdirektor und Kirchenältester; noch heute erinnert die Teuberstraße in Westend an diesen Ehrenbürger
1. Juni 1927 - Ludwig Sandberg (* 1. Juni 1867, †1933 (Suizid))
war Rechtsanwalt, Notar und Justizrat; 1933 aberkannt wegen jüdischer Herkunft, 1991 wieder zuerkannt, eine Straße trägt seinen Namen
1. April 1928 - Ernst Hopf (* 3. November 1862 Insterburg, †?)
war Oberbürgermeister
2. November 1928 - Prof. Dr Adam Schwappach (* 2. November 1851 Bamberg, †9. Februar 1932 Eberswalde)
war Forstmeister und Geh. Reg.-Rat; noch heute erinnert der Schwappachweg an der südlichen Stadtgrenze an diesen Ehrenbürger

Außerdem hatten in der NS-Zeit Walter Kube, Adolf Hitler, Hermann Göring und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerschaft erhalten aber spätestens 1991 wurde ihnen diese offiziell wieder aberkannt.

Söhne und Töchter der Stadt

in Eberswalde geboren oder langzeitig tätig waren

  • Andreas Bogdain (Künstler, *1959 in Jasienica (Polen)
  • Bernhard Danckelmann (Forstwissenschaftler)
  • Werner Forßmann (Arzt, Nobelpreisträger)
  • Dagmar Frederic (Sängerin / Moderatorin, * 1945 als Tochter des Tierparkdirektors Schulz). Sie nennt sich selbst Pomp-Daggi und Kampfameise und verweist gern auf ihre derzeit fünfte Ehe (Stand: 2005)
  • Eckhard Herrmann (Künstler *1949 in Finowfurt)
  • Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil (Forstwissenschaftler, 1783 bis 1859)
  • Rudolf Schmidt (Stadtchronist, Autor) (1875-1943)
  • Paul Wunderlich (international bekannter Grafiker, Maler und Bildhauer der Stilrichtung "Phantastischer Realismus", * 1927)
  • Eva Zeller (Schriftstellerin, * 1923)

Sonstiges

Eberswalder Kanaldeutsch

Eberswalder Kanaldeutsch ist strenggenommen kein eigenständiger Dialekt, sondern eine etwas veränderte Variante des Berliner Dialektes. So wird beispielsweise „widder“ statt „wieder“ gesagt.

Literatur

  1. Rudolf Schmidt: Geschichte der Stadt Eberswalde. Band 1 bis 1740. Eberswalde 1939/Band 2 von 1740 - 1940, Eberswalde 1940
  2. Rudolf Schmidt: Geschichte der Stadt Eberswalde. Band 1 bis 1740. Eberswalde 1939/Band 2 von 1740 - 1941, Nachdruck Eberswalde 1994
  3. Verein für Heimatkunde zu Eberswalde e. V.: Eberswalder Jahrbuch 2004/2005 ISSN 1616-1882
  4. Ilona Rohowski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland - Denkmale in Brandenburg - Landkreis Barnim - Stadt Eberswalde. Band 5.1, Wernersche Verlagsgesellschaft. 1. Auflage 1997, ISBN 3-88462-136-X
  5. Stadtverwaltung Eberswalde: Zeitzeichen, Eberswalde - Geschichte und Geschichten. ISBN 3-9805947-3-4
  6. Eberswalde, in: Meyers Konversationslexikon, 4.Aufl. 1888-89, Bd. 5, S.283.
  7. Verein für die Geschichte der Mark Brandenburg, Märkische Forschungen, 20 Bände Berlin 1841 - 1887
  8. Rudolf Schmidt der Finowkanal Mitteilungen des Verein's Heimatkunde, 11. Jahrgang 1938
  9. Günter Rinnhofer|Rinnhofer / Rohlfien: Eberswalde, Wartberg- Verlag
  10. Günter Rinnhofer|Rinnhofer / Rohlfien: Eberswalde (Gestern und heute - eine Gegenüberstellung), Wartberg- Verlag

Weblinks




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