Lexikon: Elektrochemie

 

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Bild: Elektrochemische_Dreielektrodenmessanordnung.png

Die Elektrochemie ist ein Teilgebiet der Physikalische Chemie|Physikalischen Chemie, welches sich mit dem Zusammenhang zwischen elektrischen und chemischen Vorgängen befasst. Wenn eine chemische Reaktion mit einem Elektrischer Strom|elektrischen Strom verbunden ist, so ist dies ein elektrochemischer Vorgang. Entweder wird die Reaktion durch den mit einer von außen angelegten elektrischen Spannung hervorgerufenen Strom erzwungen (), oder es wird durch die Chemische Reaktion| chemische Reaktion geeigneter Substanzen eine messbare Spannung hervorgerufen (galvanisches Element). Der direkte Elektronenübergang zwischen en, Ion (Chemie)|Ionen oder en, ist kein elektrochemischer Vorgang; typisch für die Elektrochemie ist die räumliche Trennung von und Reduktion (Chemie)|Reduktion.

Elektrochemische Chemische Reaktion|Reaktionen laufen in einer Galvanische Zelle|galvanischen Zelle ab. Bei der und dem Aufladen eines Akkumulator (Elektrotechnik)|Akkumulators wird dabei zugeführt, beim Entladen einer Batterie oder bei Stromentnahme aus einer Brennstoffzelle erhält man elektrische Energie, die bei reversiblen Prozessen der Reaktionsenthalpie entspricht.

Die für die Elektrochemie entscheidenden Vorgänge laufen dabei an der Phasengrenze -Elektrolyt ab. Man kann daher definieren: Elektrochemie ist die der Vorgänge an der Phasengrenze zwischen einem Elektronenleiter () und einem Ionenleiter (Elektrolyt).

Anwendungen der Elektrochemie

  • Herstellung chemischer Substanzen
    • Reduktion von Metallsalzen zur Herstellung unedler Metalle, vor allem durch Schmelzelektrolyse, z.B. zur Herstellung von Lithium, , , Calcium, und Aluminium
      Der elektrische Strom wirkt hier als Reduktionsmittel. Da die Elektrische_Spannung|Spannung variiert werden kann, kann die Reduktionskraft angepasst werden. Der elektrische Strom ist das stärkste Reduktionsmittel der Chemie, mit dem auch die unedelsten Metalle reduziert werden können.
      Die elektrolytische Metallabscheidung wird auch in der Galvanotechnik genutzt.
    • von Ion (Chemie)|Anionen, z.B. von Halogeniden, etwa zur Herstellung von und
    • Der elektrische Strom erlaubt Redoxreaktionen ohne die Zugabe von Reduktions- oder Oxidationsmitteln. Viele weitere Redoxreaktionen können daher elektrolytisch besonders elegant ausgeführt werden oder werden erst ermöglicht. Erwähnt seien die Elektrofluorierung oder die Kolbe-Elektrolyse.
  • Galvanisieren
  • Bereitstellung einer elektrischen Spannung, vor allem für mobile Anwendungen, in
    • Galvanische Zellen (Monozellen)
    • Batterie
    • Akkumulator (Elektrotechnik)|Akkumulatoren
    • Brennstoffzellen
  • Verwendung des elektrischen Stroms zur Durchführung von chemischen Analysen und Untersuchungen: Elektroanalyse, vor allem Polarographie
  • Untersuchungen zur Thermodynamik und zum Mechanismus von Reaktionen, wichtig auch für die Korrosionsforschung

Zur Geschichte der Elektrochemie

Einen wichtigen Anstoß zur Entwicklung der Elektrochemie waren die Versuche von Luigi Galvani mit Froschschenkeln: die n kontrahierten, wenn sie mit verschiedenen en Kontakt hatten. Alessandro Volta stellte 1799 die erste funktionierende Batterie der Neuzeit her. Diese war - lange vor der Entwicklung des Generators - eine äußerst wichtige Strom- und Spannungsquelle, die viele bedeutsame Entdeckungen ermöglichte, besonders auch die erstmalige Darstellung der Metalle , , Barium, Strontium, und in den Jahren 1807 und 1808 durch Humphry Davy.

Michael Faraday, der die Begriffe , Elektrolyt, , , Anion und Kation schuf, entdeckte 1832 die Faradaysche Gesetze|Grundgesetze der Elektrolyse.

Als Beispiel für eine großtechnische Anwendung der Elektrolyse sei der 1886 entwickelte Hall-Héroult-Prozess zur Gewinnung von Aluminium genannt.

1959 erhielt Jaroslav Heyrovský für die Entwicklung eines Elektroanalytik|elektrochemischen Analyseverfahrens, der Polarographie, den für Chemie.

Schon in den Jahren 1887/1894 erkannte Wilhelm Ostwald, dass leistungsfähige Brennstoffzellen für die Energieversorgung ein gewaltiges Zukunftspotential bieten müssten. Zu den wichtigen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts gehört dementsprechend die Fortentwicklung der Brennstoffzelle, zunächst vor allem für Anwendungen im Weltraum: Für das Apollo-Programm, das 1969 zur Mondlandung führte, wurden Wasserstoff-Brennstoffzellen entwickelt, die auch trinkbares Wasser für die Astronauten lieferte. Auch im Space Shuttle dienen Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Stromversorgung.

Literatur

  • Peter W. Atkins, Physikalische Chemie, Wiley-VCH, ISBN 3527302360
  • C.H. Hamann, W. Vielstich, Elektrochemie, Wiley-VCH, 3. Aufl. 1998
  • W.Schmickler, Grundlagen der Elektrochemie, Springer 1996
  • K.Schwabe, Elektrochemie, Akademie-Verlag, Berlin 1974
  • G.Kortüm, Lehrbuch der Elektrochemie, 4. Auflage, Verlag Chemie, Weinheim 1966

Siehe auch: Doppelschicht, Photoelektrochemie,

Kategorie: Physikalische Chemie Kategorie:Elektrochemie Kategorie:Elektrotechnik Kategorie:Teilgebiet der Chemie

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