Lexikon: Fieber

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Fieber (von Althochdeutsche Sprache|althochdeutsch fiebar; Lateinische Sprache|lateinisch Febris) ist eine Erhöhung der als Folge einer Sollwertverstellung im Hypothalamus|hypothalamischen Wärmeregulationszentrum des en über 37 Grad Celsius. Im Gegensatz dazu findet bei der keine Erhöhung des Sollwertes statt.

Einleitung

Die durchschnittliche Temperatur des menschlichen Körpers beträgt normalerweise 37 Â°C, selbst bei äußerlichen Temperaturschwankungen. Bei Fieber erhöht sich die Temperatur, je nach Quelle liegt der Höchstwert zwischen 42 und 43 Â°C. Eine Temperatur über 43,5 Â°C ist meist tödlich.

Ob es sich bei Fieber um eine Abwehrreaktion des Organismus oder eine zwangsweise Reaktion auf temperaturerhöhende Stoffe, wie e handelt, ist bis heute nicht geklärt. Fieber kommt als Temperaturerhöhung auch bei vielen Tier- und sogar Pflanzenarten vor.

Symptome

Bei einer Mastdarm|rektal gemessenen Körpertemperatur werden die folgenden drei Bereiche unterschieden:

  1. Subfebrile Temperatur unter 38,0 Â°C
  2. Mäßiges Fieber bis 38,5 Â°C
  3. Hohes Fieber über 39,0 Â°C

Der Verlauf der Fieberkurve gibt bei einigen Infektionskrankheiten Hinweise auf den Krankheitserreger. Typische Fieberkurven:

  1. Kontinua (z.B. Typhus)
  2. intermittierendes Fieber mit Schüttelfrösten (z.B. Sepsis)
  3. remittierendes Fieber (z.B. Tuberkulose)
  4. Wechselfieber (Rhythmusfieber) /(z.B. Malaria)
  5. undulierendes Fieber (z.B. Brucellose)
  6. doppelgipfliges Fieber (z.B. Vogelgrippe)

Bei Fieber reguliert der Körper seine Temperatur unter anderem durch engere Blutgefäße, Muskelzittern oder Frieren. Weitere Folgen sind , Zentralisation, Verwirrtheit und Krämpfe 3.

Fieberursachen

Fieber wird durch so gennante Pyrogene (gr. Pyros = Feuer) ausgelöst. Diese stammen aus dem Körper selber als endogene Pyrogene (Interleukin-1) oder als exogene Pyrogene (sehr oft: bakterielle e).

Fieber kann durch Infektion|Infektionen auftreten, bzw. durch die körpereigene Abwehrreaktion auf diese. Auch Vergiftungen und andere chemische Stoffe lösen Fieber aus. Außerdem kann es künstlich erzeugt werden.

Bei einer Infektion wird das Fieber oft anhand deren Lokalisation unterschieden durch Atemwegsinfekte, Magen-Darminfekte, Harnwegsinfekte, Gallenwegsinfekte, Zentralnervensystem|ZNS-Infektionen, Hautinfektionen, Genitalinfektionen oder Infektionen am Herz (wie Endokarditis, Myokarditis und Perikarditis). Infektiöse Fieber werden auch nach der Art des Erregers eingeteilt. Außerdem kann Fieber autoimmun, tumortoxisch und paraneoplastisch, physikalisch-chemisch, artifiziell oder als Durstfieber erzeugt werden. Kommt es im Rahmen des Fiebers zu Blutausfluss, spricht man von Hämorrhagisches Fieber|hämorrhagischem Fieber.

Behandlung

Um das Fieber angemessen zu behandeln sollte die Körpertemperatur des Betroffenen gemessen werden. Diese kann oral, unter der Zunge, rektal, im Ohr, vaginal, im Leistenbereich oder unter den Achselhöhlen gemessen werden. Die rektale Messung ist dabei am zuverlässigsten, dabei ist die gemessene Temperatur im Vergleich am höchsten. Die Temperatur unter der Zunge liegt etwa 0,3-0,5 Â°C niedriger, die unter den Achseln um etwa 0,5 Â°C und ist relativ unzuverlässig 4. Einer britischen Studie zufolge sind bei der Messung im Ohr merkliche Schwankungen möglich 1.

Bei Fieber ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. In der ersten Phase (siehe Fieber#Symptome|Symptome), in der vielfach auch Schüttelfrost empfunden wird, sollte der Körper gewärmt werden. Steigt die Körpertemperatur über 38 Â°C ist Bettruhe einzuhalten. Konsequente Bettruhe beschleunigt die Heilung. Später sind zur Fiebersenkung Wadenwickel (bei warmen Füßen), verschiedene Arzneien oder kühlende Infusionen wirkungsvoll.

Innerhalb der ersten drei Tage sollten keine fiebersenkenden Medikamente verabreicht werden. Außerdem sollte auf die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen geachtet werden, wie z. B. Hungergefühl. Wird das Krankheitsbild bedrohlich, ist eine Krankenhauseinweisung notwendig. Bei Genesung ist ein weiterer Ruhetag wichtig 2.

Medikamente

Um das Fieber zu senken helfen Acetylsalicylsäure|Acetylsalizylsäure (z. B. ), und Novaminsulfon bzw. Metamizol (z. B. Novalgin). Die gegenteilige Wirkung kann durch e erzielt werden. Wird das Fieber von Pilzen verursacht, helfen Antimykotikum|Antimykotika wie Diflucan. Gegen Viren als Fieberursache wirken je nach Fall Herpes-, Aids-, Antiprotozoen- oder Antimalariamittel. Eine Behandlung mit Antibiotika (= Bakterienmittel) erfolgt unter anderem bei unklarem, bedrohlichem Fieber. Wirksam sind in diesem Fall z. B. Ampicillin, Cefuroxim oder Cefotaxim, Ofloxacin oder Ciprofloxacin, Refobacin, Doxycyclin, Clarithromycin, Imipenem (= Zienam), Vancomycin und Fosfomycin.

„Wenn möglich sollten Produkte mit nur einem Wirkstoff (Monopräparate) bevorzugt werden. Kombinationsmittel, welche z. B. auch noch gegen Schnupfen und Husten wirken, sind je nach Fall sinnvoll oder eher ungeeignet. Natürlich müssen auch Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, die ein Patient braucht, beachtet werden.“ (4)

siehe auch

  • System#Temperatur-Regulation


Kategorie:Krankheit

en:Fever es:Fiebre fr:Fièvre he:חום (תסמין למחלה) ms:Demam nb:Feber nl:Koorts nn:Feber pl:Gorączka pt:Febre sv:Feber