Lexikon: Ärztemangel

 

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Seit einigen Jahren wird in einigen Ländern Europas Anfang 2004 vor einem drohenden Ärztemangel gewarnt. Er deutet sich durch mehrere Aspekte an:

  • Überalterung der Vertragsärzte
  • Sinkende Zahl von Hausarzt|Hausärzten in manchen Regionen
  • geringer Zugang junger Arzt|Ärzte
  • steigende Zahl von Ärzten, die nicht mehr in der Patientenversorgung tätig sind
  • Scheu junger Ärzte, sich außerhalb von Ballungsräumen niederzulassen
  • Sinkende Zahl von Studenten der Humanmedizin.

Im Februar 2004 sprach die deutsche Bundesärztekammer diese Situation an, die vor allem die neuen Bundesland (Deutschland)|Bundesländer betrifft, aber auch künftige Versorgungslücken im Westen erwarten lässt. Im letzten Jahr nahm die Zahl der Ärzte in ganz zwar um 1% auf 304.000 zu, doch weniger als in den Vorjahren. In Ostdeutschland sank die Zahl um 1,3 Prozent.

Da 17% der niedergelassenen Ärzte über 60 Jahre alt sind, wird es in Zukunft zu Engpässen bei Fach- und Hausärzten kommen. Die sinkende Zahl neuer Ärzte ist dadurch bedingt, dass ein Viertel der Absolventen eine Tätigkeit außerhalb der Patientenbetreuung ergreift.

Die deutsche Bundesärztekammer sieht den wichtigsten Grund dafür in sinkender Attraktivität des Arztberufes und langen Einsatzzeiten. Die Überreglementierung des s führe zu vielen unbezahlten Überstunden und sinkender Honorierung.

Vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft ist die Entwicklung der genannten Zahlen problematisch. Auch besteht in vielen Landkreisen oder Bezirken keine Möglichkeit zur freien Arztwahl mehr.