Lexikon: Getreide

 

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Getreide

Bild: Oatsbarleybread lg.jpg

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: (Plantae)
: Gefäßpflanzen (Tracheobionta)
: (Spermatophyta)
: Blütenpflanzen (Magnoliophyta)
: (Liliopsidae)
: Poales
: (Poaceae, Gramineae)
Weltproduktion 2004*
  • (Zea mays L.) 705 Mio. t
  • (Triticum L.) 624 Mio t
    • Emmer
    • Einkorn
    • Kamut
  • (Oryza sativa L) 608 Mio t
  • (Hordeum vulgare L.) 155 Mio t
  • Hirse
    • (Millet) 27,6 Mio t
    • (Andropogon Sorghum) 60,2 Mio t
  • Saat-Hafer|Hafer (Avena sativa L.) 27 Mio t
  • (Secale cereale) 19,5 Mio t
  • Triticale (Triticosecale rimpaui Wittm.) 13,7 Mio t

Getreide (auch: Zerealien - nach der römischen Göttin Ceres) bilden die Nahrungsgrundlage eines Großteils der Menschheit. Sie sind entweder Grundnahrungsmittel (, , ), oder werden als Viehfutter genutzt (, ). (Die Bezeichnung "Getreide" gibt es nur in der Einzahl, die Bezeichnung "Zerealien" gibt es dagegen nur in der Mehrzahl.)

Getreide im engeren Sinne sind Zuchtformen von n (botanisch Poaceae). Den Ursprung des lichen Anbaus vieler Getreidearten kann man nicht mehr nachvollziehen.

Getreideprodukte

  • Branntwein|Getreidebranntwein, auch: Korn, Whisky
  • Getreideflocken, beispielsweise Gerste-, Haferflocken|Hafer-, Hirse-, Mais-, Reis-, Weizenflocken
  • Getreidekaffee, auch: Malzkaffee aus Gerste, Roggen, Weizen, Dinkel
  • Keimling|Getreidekeime
  • Getreidemahlerzeugnisse, wie beispielsweise , Dunst, Grieß, ( siehe aber Schrot und Korn),
  • Nährmittel|Getreidenährmittel
  • Öl|Getreidekeimöl
  • Getreidepufferzeugnisse, wie beispielsweise Puffreis, Popcorn
  • Stärke (Zucker)|Getreidestärke, meist aus Mais, Reis, Weizen gewonnen

Pseudogetreide (Pseudozerealien)

Andere Pflanzensamen, so genannte Körnerfrüchte, die ähnlich wie die eigentlichen Getreide verwendet werden (können), sind botanisch gesehen keine Gräser. Sie sind meist auch sehr stärke- und mineralstoffreich. Ein wichtiger Unterschied: Sie besitzen kein Klebereiweiß (Gluten), daher sind sie nicht zum Brotbacken geeignet - von Fladenbrot abgesehen. Das macht sie aber andererseits zu einer idealen Diätnahrung für Menschen, die an leiden. Die wichtigsten Arten sind:

  • Amarant (Lebensmittel)|Amarant (Amaranthus L. - Fuchsschwanzgewächse)
  • Bado (Nymphaea lotos L. - Ägyptische Lotosblume, Ägyptische Bohne)
  • Echter Buchweizen|Buchweizen (Fagopyrum esculentum Moench - Knöterichgewächse)
  • Quinoa (Chenopodium quinoa Willd. - Fuchsschwanzgewächse, auch: Reismelde, Inkakorn oder Perureis)

Buchweizen wird traditionell hauptsächlich in China, Russland und in Kanada angebaut, Quinoa und Amarant in Mittel- und Südamerika, sie werden hauptsächlich in der Reformernährung und Vollwertküche verwendet.


Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe verschiedener Getreidearten (je 100 g)
Maximum|max Minimum|min Energie (Joule|kJ) Protein|Eiweiß (Gramm|g) (g) (g) (mg) (mg) (mg) (mg) Vitamine
B1 (mg) B2 (mg) B6 (mg) E (mg) (mg) Niacin (mg)
Dinkel147011,52,769,0224,24471300,400,150,271,60,036,9
Gerste143011,02,172,0382,84441190,430,180,560,670,0654,8
Hafer153012,57,163,079,65,83551290,520,170,750,840,0331,8
Hirse151010,53,971,0259,02151700,460,140,750,10,014,8
Mais14989,03,871,0151,53301200,360,200,402,00,0261,5
Reis14927,52,275,5232,61501570,410,090,670,740,0165,2
Roggen13238,81,769,0645,15301400,350,170,292,00,141,8
Weizen134211,52,070,043,73,35021730,480,240,441,350,095,1

Getreideernte 2004 (sortiert nach Getreidemenge weltweit)

Bild: Weltgetreideernte 2004 BMK.png


Brotgetreideernte in der BRD 2004

Laut GMF wurden im Jahr 2004 folgende Brotgetreidemengen in Deutschland geerntet:

  • Weizen etwa 25 Mio. Tonnen, die auf 3,1 Mio. Hektar angebaut wurden. (Hektarertrag: 81,7 Metrische Tonne|dt/Hektar|ha)
  • Roggen etwa 3,75 Mio. Tonnen. Sie wurden auf 621.000 Hektar angebaut. (Hektarertrag: 61,3 Metrische Tonne|dt/Hektar|ha)

Getreideverarbeitung

Getreidetrocknung

Da Getreide erst ab 14% Feuchte oder darunter sicher lagerfähig ist, aber meist je nach Witterung mit einer höheren Feuchte gedroschen wird, muss die Feuchte durch Trocknen entzogen werden. Würde die Lagerung zu feucht erfolgen, wären Schimmelbildung oder sogar Selbsterhitzung die Folge. Getreidetrocknung ist sehr energieaufwändig. Da während der Ernte nicht gleich das gesamte angenommene Getreide getrocknet werden kann, werden in vielen Mühlen Getreidepartien vorübergehend auf +7°C gekühlt, bis sie ebenfalls getrocknet werden können.

Für die Vermahlung sind 14 % Feuchte allerdings zu niedrig, da sonst die Schale bei der Vermahlung zu sehr splittern würde und eine Trennung zwischen Kleie und Mehl schwieriger wird. Daher muss das Getreide dann vor der Vermahlung, in Abhängigkeit von der "Glasigkeit" des Korns, wieder auf 16 - 17 % Feuchte aufgenetzt werden.

Literatur

  • Kirsch/Odenthal: Müllereitechnologie - Werkstoffkunde. Zusammensetzung, Untersuchung, Bewertung und Verwendung von Getreide und Getreideprodukten. 2003, Herausgeber: Bayerischer Müllerbund, München. ISBN 3-9801688-9
  • Cordain Loren: Das Getreide - zweischneidiges Schwert der Menschheit. 2004, Herausgeber: novagenics Verlag, Arnsberg. ISBN 3-929002-35-3
  • Schnauzert/Peroquet: Der Cerealienfresser - Insektenkunde. Lebensraum, Bestimmung und Bekämpfung von Cerealienschädlingen. 2005, Herausgeber: Saarländische Getreidegenossenschaft, Saarbrücken.

Weblinks

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