Lexikon: Hainbuche

 

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Hainbuche
Bild: Illustration Carpinus betulus0.jpg
A Zweig mit Blütenständen,
B Zweig mit Laubblättern und Fruchtständen,
'
: Zweikeimblättrige (Magnoliopsida)
: Kätzchenblüher (Hamamelididae)
: Buchenartige (Fagales)
: Birkengewächse (Betulaceae)
: Coryloideae
: Hainbuchen (Carpinus)
: Hainbuche (Carpinus betulus)

Die Hainbuche (Carpinus betulus) wird auch Weißbuche oder Hagebuche genannt. Sie gehört zu der Familie (Biologie)|Familie der Birkengewächse|Birkengewächse (Betulaceae) und ist mit der aus der Familie (Biologie)|Familie der Buchengewächse (Fagaceae) nicht näher verwandt. Ähnliche Arten sind:

  • Amerikanische Hainbuche (Carpinus caroliniana)
  • Japanische Hainbuche (Carpinus japonica)

Name

Der Name Hainbuche stammt von Hain, kleines Gehölz, ab. Der zweite Namensteil Buche rührt von der äußerlichen Ähnlichkeit der Blätter und des Stamms mit der . Hagebuche leitet sich vom althochdeutschen "haganbuoche" ab, wobei "Hag|hag" Einzäunung (=Hecke) bedeutet. Daher kommt auch das Adjektiv "hanebüchen" für derb, grob (hartes, zähes ). Der Name Weißbuche beruht auf der im Gegensatz zur Rotbuche hellen Holzfarbe der Hainbuche.

Beschreibung

Die Hainbuche wird bis 25 Meter hoch und erreicht Durchmesser bis 1 Meter. Ihr Höchstalter beträgt 150 Jahre. Ihr Stamm ist oft spannrückig und besitzt eine glatte, graue Rinde, im Alter mit senkrechten dunklen Streifen. Sie bildet ein Herzwurzelsystem aus. Die wechselständigen, gestielten Blätter der Hainbuche sind 5 - 10 Zentimeter lang und 3 - 6 Zentimeter breit. Die eiförmigen, dunkelgrünen Blätter sind am Rand doppelt gesägt und die Blattnerven treten deutlich (gefaltet) hervor. Die Streu zersetzt sich gut. Blütezeit ist im Juni, die Samen reifen von September bis Oktober. Die bis 1 Zentimeter große Nussfrucht ist von einem dreilappigen Flugorgan umgeben. Die Samen liegen in der Regel über zwei Winter und keimen erst im übernächsten Frühjahr.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Hainbuche erstreckt sich von Frankreich bis Westrussland, von Südengland und Südschweden bis nach Italien, den Balkan, Kleinasien und den Kaukasus. Die Hainbuche steigt im Gebirge bis auf 1100 Meter Höhe. Sie kommt häufig in Eichen-Hainbuchen-Wald|Eichen-Hainbuchen-Wäldern und in der Auwald|Hartholzaue vor. Die Hainbuche ist durch ihr hohes Stockauschlagvermögen auch typische Baumart von Mittelwald|Mittel- und Niederwald|Niederwälder. Daneben ist sie Bestandteil von Waldrand|Waldrändern, Feldgehölzen und Hecken. Als Standort bevorzugt die Hainbuche nährstoffreiche, frische, tiefgründige Böden im sommerwarmen Klimabereich.

Nutzung

Die Hainbuche ist ein Splintholzbaum mit heller, grauweißer Holzfarbe. Mit einer mittleren Rohdichte von 0,83 g/cm³ besitzt sie das schwerste Holz aller Baumarten s. Das harte, sehr dichte Holz zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit, Elastizität und Zähigkeit aus. Es wird für Werkzeugstiele, Werkzeuge, Hackblöcke und im Klavierbau verwendet. Die früheren Einsatzbereiche waren weit umfangreicher: Webstühle, Zahnräder, Schuhleisten, Stellmacherei, landwirtschaftliche Geräte und vieles mehr. Die Hainbuche liefert auch ein hervorragendes Brennholz. Hainbuchen wurden früher oft regelmässig schneiteln|geschneitelt, um Futter für das Vieh zu gewinnen. Es entstanden dadurch bizarre, knorrige und oft hohle Baumgestalten, die man in manchen Wäldern heute noch vorfindet.

In der Gartengestaltung wird die Hainbuche für robuste Schnitthecken verwendet.

Die Hainbuche war 1996 Baum des Jahres.

 Bild:Hainbuche.jpg|Früchte und Laubblätter der Hainbuche
 Bild:Hainbuche02.jpg|Hainbuche
 Bild:HainbucheRinde.jpg|Rinde der Hainbuche


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Kategorie:Birkengewächse Kategorie:Baum

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