Lexikon: Homer

 

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Bild: Homer.png Homer (Griechische Sprache|griech. Όμηρος Homeros „Geisel“) ist der älteste, namentlich bekannte Griechenland|griechische Dichter. Bild: Odyssee.png Er lebte vermutlich im 8. Jahrhundert v. Chr. (oder auch später) in Kleinasien und soll der Legende (Erzählung)|Legende nach blind gewesen sein. Schon in der Antike wurde über Homers Person diskutiert: Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos (Stadt)|Argos und Chios stritten darum, sein Geburtsort zu sein. Eine der Legenden sagt, er sei am Fluss Meles als uneheliches Kind geboren worden und sein ursprünglicher Name habe Melesigenes gelautet. Gestorben ist er vermutlich auf der Insel Ios|Íos. Anders als über seinen Vater sind sich mehrere Quellen einig, dass seine Mutter Kreitheïs hieß. In der Antike wurde er oft als blinder Greis dargestellt.

Werke

Bild: Ilias.png Berühmt geworden ist er als Dichter zweier der frühesten Epos|Epen der Weltliteratur, der Ilias und der Odyssee. Image:William-Adolphe Bouguereau (1825-1905) - Homer and his Guide (1874).jpg|thumb|Der blinde Homer wird geführt (Gemälde von [[William-Adolphe Bouguereau)]]

Diese literaturwissenschaftliche Frage nach der Urheberschaft Homers wird die Homerische Frage genannt.

Gesichert scheint aber die Herkunft der Epen aus dem griechischen Kleinasien, diese wurde durch sprachliche Analyse der Werke, die beide im ionischen Dialekt des Griechischen geschrieben sind, bestätigt.

Fortwirkung

Homers Fortwirkung kann gar nicht überschätzt werden.

Bereits im antiken Griechenland dienten seine Epen den politisch stark zersplitterten griechischen Stämmen und Polis|Poleis zur Gewinnung eines gemeingriechischen Selbstverständnisses (vgl. Nationaldichter).

Auch für den "Volks"- und """-Begriff der deutschen literarischen Klassik und Romantik spielt Homers Dichtung die größte Rolle, weil man in ihm einen Beweis dafür sah, dass "das Volk" eine eigene authentische Stimme habe (vgl. Volkslied), ja, dass aus ihm "die Natur" selber spreche. Dieser Überzeugung in der antifürstlichen und antiklerikalen Intelligenz seit dem "Sturm und Drang" ist es zu verdanken, dass durch Wilhelm von Humboldt (neben dem Lateinischen) die griechische Sprache ein Kernstoff der Bildung des Humanistischen s wurde.

Homerische Stoffe und Themen sind dementsprechend sowohl in der klassischen griechischen, als auch in den europäischen Literaturen und Bildenden Künsten allgegenwärtig. In der gehobenen Umgangssprache finden sich dadurch heute noch (2005) aus seinem Werk viele Redewendungen und "Geflügeltes Wort|geflügelte Worte" (auch dieser Begriff selbst stammt von ihm).

Literatur

  • Robert Fowler (Hrsg.): The Cambridge Companion to Homer, Cambridge 2004.

Weblinks

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