Lexikon: Österreich

 

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Bild: austria_flag_medium.png

Bild: Austria coat of arms.png

(Flagge Österreichs|Details) (Österreichisches Wappen|Details)
Amtssprache Deutsch; Regionalsprachen: Burgenlandkroatische Sprache|Kroatisch, Slowenische Sprache|Slowenisch, Ungarische Sprache|Ungarisch
Hauptstadt Wien
Staatsform Bundesrepublik
Bundespräsident Heinz Fischer
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
Gliederung Bundesländer
Fläche km²
Einwohnerzahl 8,22 Mio. (2005)
Bevölkerungsdichte km²
Staatsgründung Republik: 1918; 2. Republik: 1945 (souverän ab 1955)
Nationalfeiertag 26. Oktober
Währung Euro
Zeitzone UTC+1 Mitteleuropäische Zeit|MEZ
UTC+2 Sommerzeit|MESZ (März - Oktober)
Nationalhymne Land der Berge, Land am Strome
Kfz-Kennzeichen A
Internet-TLD .at
Vorwahl +43
Bundesländer österreich(pimped!).jpg|300px|Bundesländer

Die österreichischen Bundesländer: 1 Burgenland, 2 Kärnten, 3 Niederösterreich, 4 Oberösterreich, 5 Salzburg (Bundesland)|Salzburg, 6 Steiermark, 7 Tirol (Bundesland)|Tirol, 8 Vorarlberg, 9 Wien

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Bild: LocationAustria.png

Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der Vereinte Nationen|UNO und seit 1995 in der Europäische Union|Europäischen Union. Es grenzt im Norden an und Tschechien, die Slowakei und Ungarn im Osten, Slowenien und im Süden und die und Liechtenstein im Westen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Österreichs

Kurzfassung

Franken- und Ostfrankenreich

Weite Gebiete des heutigen Österreich gehörten im späten 8. Jahrhundert zum bairischen Stammesherzogtum im Franken (Volk)|fränkischen Reich Karl der Große|Karl des Großen. Im folgenden Ostfrankenreich, in der Region des heutigen Niederösterreich, war seit 856 eine Marchia Orientalis den Karolingern unterstellt. Diese Grenzmark im Südosten des Reiches wurde zur Keimzelle des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (bayerischer) Siedlungstätigkeit.

Heiliges Römisches Reich (HRR) (962 - 1806)

Im Jahr 976 wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. (HRR)|Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. In einer Urkunde von 996 wurde diese Mark im Osten erstmals Ostarrichi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) bzw. Osterland bekannt und 1156 von Kaiser Friedrich I. (HRR)|Friedrich I. (Barbarossa) zu einem Herzogtum erhoben.

Den Babenbergern folgten die Habsburger, die (ab 1278) bis 1526 ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnten und ein Erzherzogtum schufen, das ein bedeutender Faktor im Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation|Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden können, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß das Fürstenhaus fast durchgehend die Römischer König|römisch-deutsche Königs- bzw. die damit verbundene Römisch-Deutscher Kaiser|Kaiserwürde.

Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die Habsburger Länder von ständigen militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanisches Reich|Osmanischen Reich geprägt. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt. 1713 wurde mit der Pragmatische Sanktion|Pragmatischen Sanktion erstmals ein für alle Länder gleichermaßen gültiges Grundgesetz in Kraft gesetzt. Im Österreichischer Erbfolgekrieg|Österreichischen Erbfolgekrieg konnte das neue Haus Habsburg-Lothringen die Erbländer größtenteils für sich behaupten.

Die Kriege gegen Napoléon Bonaparte|Napoleon und seine Kaiserkrönung führten 1804 dazu, dass Kaiser Franz II. Joseph Karl (HRR)|Franz II. den Titel als Kaiser von Österreich|Kaiser Franz I. von Österreich für seine Erbländer annahm und 1806 unter dem Druck Napoleons auf die Kaiserkrone des Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation|Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verzichtete.

Kaisertum Österreich (1804 – 1867); Österreich-Ungarn (1867 - 1918)

Das neue Kaiserreich Österreich war ein Vielvölkerstaat und reichte von Böhmen und Mähren über die heutige Republik hinweg weiter über Ungarn bis tief in den Balkan hinein. 1815 erhielt Österreich den Vorsitz im Deutscher Bund|Deutschen Bund.

Mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sicherte sich das Kaiserreich sein Überleben. Auch der ungarische Aufstand gegen die österreichische Vorherrschaft wurde niedergerungen. Der Krieg des Deutscher Bund|Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs gegen Preußen (Deutscher Krieg) führte 1866 nach dem Sieg Bismarcks bei Königgrätz zur Auflösung des Bundes der deutschen Staaten.

1867 wurde im Zuge des Österreichisch-Ungarischer Ausgleich|Ausgleiches eine Österreich-Ungarn|österreich-ungarische Doppelmonarchie geformt. Da hierbei die Forderungen der „K & K” -Völker nach mehr Selbständigkeit außer Acht gelassen wurden, spitzten sich die Nationalitätenprobleme zu und trieben das Reich an den Rand der Unregierbarkeit. Ausgelöst vom Attentat von Sarajewo und weitergetrieben von den europäischen Beistandspakten begann 1914 der Erster Weltkrieg|erste Weltkrieg, der 1918 zum Ende der „kaiserlich-königlichen Monarchie” führte.

I. Republik (1918 – 1938) und Drittes Reich (1938 – 1945)

Österreich-Ungarn wurde aufgelöst und auf seinem Gebiet entstanden neue Nationalstaaten und Deutschösterreich. Im Vertrag von Saint-Germain wurde dieser Staatsname und der gewünschte Zusammenschluss mit der neuen Deutsche Republik|deutschen Republik untersagt. Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert; 1920 wurde die neue Verfassung beschlossen. Die schlechte Wirtschaftslage ließ das Land immer tiefer in einen latenten Bürgerkrieg (1934) abrutschen. Der dagegen gestellte Versuch einer Zollunion 1931 mit wurde von den Vertragsstaaten verboten.

Die folgenden Zeiten brachten den Menschen ab 1933 die Diktatur in Form eines autoritären Ständestaates und 1938 den Anschluss (Österreich)|Anschluss an das Deutsche Reich, aber keine Freiheit und Demokratie, sondern die nationalsozialistische Willkürherrschaft Hitlers. Der Diktator ließ seine Heimat zuerst in „Ostmark” und bald danach in „Donau- und Alpengaue” umbenennen. Der 1939 von ihm entfesselte Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Untergang des Drittes Reich | Dritten Reiches und damit zum Ende des totalitären Nazi-Regimes.

II. Republik (ab 1945)

Mit dem Kriegsende 1945 wurde Österreich von den Siegermächten als Staat wiederhergestellt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Bereits am 27. April trat die provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Unabhängigkeitserklärung. Zehn Jahre später, nach der Unterzeichnung des Österreichischer Staatsvertrag|Staatsvertrages am 15. Mai 1955 – in dem sich die Republik zur Neutralität und zu keinem erneuten Anschlussversuch verpflichtete – verließen die alliierten Besatzungstruppen das Land. Am 26. Oktober 1955 wurde die „Österreichische Neutralität|immerwährende Neutralität” als Verfassungsgesetz beschlossen. Dieser „Tag der Freiheit” wurde 1967 zum Nationalfeiertag erklärt.

1960 war die Republik Mitbegründer der European Free Trade Association|EFTA, die einen Wirtschaftszusammenhalt anstrebte. Bedingt durch die Neutralität konnten mit den westlichen Ländern und mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. Nach dem Ende des Kalter Krieg|Kalten Krieges 1991 wurde die strikte Neutralitätspolitik zwar gelockert, aber die angemessene Interpretation der Neutralität in der geänderten Weltordnung ist seitdem ein umstrittenes innenpolitisches Thema. 1995 trat Österreich der Europäische Union|Europäischen Union (EU) bei. 1999 schaffte es seine bisherige Währung, den Österreichischer Schilling|Schilling ab und führte im Jahr 2001, zusammen mit anderen EU-Staaten, den Euro ein. Seit dem Jahr 2000 wurde das Land von einer Koalition aus ÖVP und FPÖ regiert. Seit dem 4. April 2005 und einer Spaltung der FPÖ besteht die Koalition aus ÖVP und FPÖ /BZÖ.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Österreichs

Österreich ist nach der Bundesverfassung (Österreich)|Bundesverfassung von 1920, die 1945 wieder eingeführt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesland (Österreich)|Bundesländern. Staatsoberhaupt ist ein Bundespräsident (Österreich)|Bundespräsident, der für 6 Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird. "Regierungschef" bzw. Vorsitzender der Bundesregierung (Österreich)|Bundesregierung ist ein Bundeskanzler (Österreich)|Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten de facto entsprechend den Mehrheitsverhältnissen im Nationalrat (Österreich)|Nationalrat ernannt wird. Die Bundesregierung kann durch ein Misstrauensvotum des Nationalrates abberufen werden.

Das österreichische Parlament besteht aus zwei Kammern. Die Zusammensetzung des Nationalrates mit seinen 183 Mitgliedern wird alle 4 Jahre durch freie und allgemeine Bürgerwahlen bestimmt. Eine Sperrklausel|4-Prozent-Hürde verhindert eine zu große Zersplitterung der Parteienlandschaft im Nationalrat. Der Bundesrat (Österreich)|Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (Parlamente der Bundesländer) beschickt. Der Nationalrat ist die dominierende Kammer in der österreichischen Gesetzgebung. Der Bundesrat besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates außer Kraft gesetzt werden kann. Von 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent ("Österreich-Konvent") unter Franz Fiedler, der Vorschläge für eine Reform der österreichische Bundesverfassung erarbeitete. Dabei kam man aber nicht zu einer einheitlichen Meinung über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. Diese muss in Verhandlungen der verschiedenen politischen Ebenen ausgearbeitet werden.

Siehe auch: Politische Parteien in Österreich, Endogene Regionalentwicklung, Bundesverfassung (Österreich)

Bundesländer und Städte

Bild: Pfänder.jpg (vom Pfänder gesehen)

Bild: SalzburgerAltstadt02.JPG

Bild: Wien040531w.jpg

Die neun österreichischen Bundesland (Österreich)|Bundesländer sind in Bezirke in Österreich|Bezirke aufgeteilt.

Die größten Städte in Österreich sind...

   Name  Bundesland  Einwohner       Name  Bundesland  Einwohner
1 Wien Wien 1.550.123 11 Steyr Oberösterreich 39.340
2 Graz Steiermark 226.244 12 Wr. Neustadt Niederösterreich 37.627
3 Linz Oberösterreich 183.504 13 Feldkirch Vorarlberg 28.607
4 Salzburg Salzburg 142.662 14 Bregenz Vorarlberg 26.752
5 Innsbruck Tirol 113.392 15 Leoben Steiermark 25.804
6 Klagenfurt Kärnten 90.141 16 Wolfsberg Kärnten 25.301
7 Villach Kärnten 57.497 17 Klosterneuburg Niederösterreich 24.797
8 Wels Oberösterreich 56.478 18 Baden bei Wien Niederösterreich 24.502
9 Sankt Pölten Niederösterreich 49.121 19 Krems Niederösterreich 23.713
10 Dornbirn Vorarlberg 42.301 20 Traun Oberösterreich 23.470

Quelle für Einwohnerzahlen: Statistik Austria - Volkszählung 2001

Siehe auch: Städte in Österreich

Geographie

Hauptartikel: Geographie Österreichs

Etwa 60 Prozent von Österreich sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten.

Bild: oesterreich_topo.png Die 5 Großlandschaften Österreichs

  1. Österreichisches Granit- und Gneisplateau, Anteil Österreichs am Mittelgebirgsland der Böhmische Masse|Böhmischen Masse (8.500 Quadratkilometer|km², 10,1% der Staatsfläche)
  2. Österreichs Anteil am Alpenvorland|Alpen- und Karpatenvorland (9.500 Quadratkilometer|km², 12,3%)
  3. Österreichs Anteil an den Ostalpen (52.600 Quadratkilometer|km², 62,8%)
  4. Österreichs Anteil am Wiener Becken (3.700 Quadratkilometer|km², 4,4%)
  5. Vorland im Osten, österreichischer Anteil an Randgebieten des Pannonische Tiefland|Pannonischen Tieflands (9.500 Quadratkilometer|km², 12,3%)


Von der Gesamtfläche Österreichs (84.000 Quadratkilometer|km²) entfällt nur etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32% liegen tiefer als 500 m.

Die sechs höchsten Berge Österreichs sind:

   Name  Höhe  Gebirge
   1 Großglockner    3.797 m Hohe Tauern
   2 Wildspitze    3.768 m Ötztaler Alpen
   3 Weißkugel    3.739 m Ötztaler Alpen
   4 Großvenediger    3.674 m Hohe Tauern
   5 Hintere Schwärze    3.628 m Ötztaler Alpen
   6 Similaun    3.606 m Ötztaler Alpen


Die großen Ebene (Geografie)|Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken, sowie in der südlichen Steiermark.

tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland|Burgenland) 114 m

Große Nebenfluss|Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):

  • Lech und Inn (entwässern Tirol (Bundesland)|Tirol).
  • die Ager, Traun (Fluss)|Traun, Enns (Fluss)|Enns, Ybbs (Fluss)|Ybbs, Erlauf (Fluss)|Erlauf, Traisen (Fluss)|Traisen, Wien (Fluss)|Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
  • die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp (Fluss)|Kamp, Göllersbach und Rußbach (Fluss)|Rußbach, sowie die March (Fluss)|March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich.

Erst außerhalb Österreichs münden folgende Flüsse in die Donau:

  • die Leitha (südöstliches Niederösterreich)
  • die Drau - mit Gail durch Osttirol und Kärnten und
    • ihr Nebenfluss Mur (Fluss)|Mur (mit Mürz usw.) durch Salzburg (Bundesland)|Salzburg und die Steiermark
  • die Raab (Fluss)|Raab und ihre Nebenflüsse in Steiermark und Burgenland.

Der äußerste Westen (Vorarlberg) entwässert zum Rhein, und das nördlichste Niederösterreich (Waldviertel) über die Lainsitz zur Elbe.

Das wird vom Westen nach Osten immer trockener (Niederschlag ca. 100 bis 50 cm) und erreicht in den östlichen bzw. südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima. Die schneereichen Winter bringen dem Fremdenverkehr|Tourismus eine zweite Saison. Die Sonnenscheindauer ist etwa um 10 bis 20 Prozent länger als beispielsweise in Norddeutschland.

Wirtschaft

Hauptartikel: Österreichische Wirtschaft

Alle Angaben beziehen sich - sofern nicht anders angegeben - auf das Jahr 2001.

Bruttonationaleinkommen|Bruttosozialprodukt (2004)
231,8 Mrd. Euro|EUR
Bruttosozialprodukt pro Einwohner (2004)
28.880 Euro|EUR
Bruttoinlandsprodukt (2004)
235,1 Mrd. Euro|EUR
Anteil
Industrie 33 %
2 %
Dienstleistungen 65 %
Erwerbstätigkeit (2004)
Industrie 27 %
Landwirtschaft 1 %
Dienstleistungen 68 %
Arbeitslosigkeit (März 2005)
4,6% (6,5 % nach Österreich-Berechnungsschema)
Wintersport
5 % des BIP hängen direkt oder indirekt mit dem Wintersport zusammen
Lebenserwartung (2003, bei der Geburt)
82 (Frauen) / 76 (Männer)
Kindersterblichkeit
0,45 %

Siehe auch: Tourismus in Österreich, Liste österreichischer Eisenbahngesellschaften,

Rechtswesen

Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch|Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch 1811 (ABGB), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914-1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des "Anschluss (Österreich)|Anschlusses" 1938 aus in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls Entnazifizierung|entnazifierter Fassung in Österreich beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Aktiengesetz (AktG).

Auch das Verfassung|Verfassungsrecht ist zersplittert, da es - im Gegensatz etwa zum Deutschland|deutschen Grundgesetz - kein Inkorporationsgebot gibt, wonach Verfassungsbestimmungen nur in den Text der Verfassungsurkunde aufgenommen werden dürfen. Als solche kann das Bundesverfassung (Österreich)|Bundes-Verfassungsgesetz vom 1. 10. 1920 angesehen werden; daneben bestehen jedoch mehr als 1300 (!) Verfassungsgesetze und Verfassungsbestimmungen in einfachen Gesetzen sowie Staatsverträge im Verfassungsrang. Als die wichtigsten sind das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. 12. 1867, das Finanz-Verfassungsgesetz vom 21. 1. 1948, das Neutralitätsgesetz vom 26. 10. 1955 sowie die Europäische Menschenrechskonvention vom 4. 11. 1950 zu nennen.

Das Strafrecht ist in einer modernen Kodifikation, dem Strafgesetzbuch vom 23. 1. 1974, geregelt. Es kennt außer Strafen auch "vorbeugende Maßnahmen"; beide dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft.

Die Gerichtsbarkeit wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Oberster Gerichtshof|Obersten Gerichtshof als höchste Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des öffentlichen Rechts wird vom Verfassungsgerichtshof und vom Verwaltungsgerichtshof wahrgenommen.

siehe auch: Gerichtsorganisation in Österreich

Bevölkerung und Sprache

Bild: Austria-demography.png

Deutsch ist die Amtssprache und Muttersprache von etwa 95% der Bevölkerung. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des

  • Alemannen|Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und
  • Bairische Sprache|Bairischen (gesprochen in allen anderen Bundesländern – siehe Sprachgebrauch in Österreich) gehören. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt.

Daneben werden slawische und andere Sprachen von autochthonen Minderheiten gesprochen. Die alteingesessene Kroaten|kroatische, Slowenische Sprache|slowenische und Ungarische Sprache|ungarische Bevölkerung in Österreich haben einen Anspruch auf muttersprachlichen Schule|Schulunterricht und Verkehr mit Behörden. Kroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in jenen Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer, slowenischer oder gemischter Bevölkerung. Auch die alteingesessene Roma-Bevölkerung hat ihre eigene Sprache.

Das Land beherbergt viele Menschen aus fremden Kulturen, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ins Land gekommen sind. Diese Zuwanderung|Zuwanderer stammen vornehmlich aus dem ehemaligen Jugoslawien (Serben, Kroaten und andere), dem asiatischen Raum (Türken, Kurden, Iraner, Iraker, usw.), aber auch aus anderen Weltregionen. Deren Anteil an der einheimischen Bevölkerung beträgt etwa 8,8 % (2002).

Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich

Religion

73,6% der einheimischen Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben und 4,7% zum Protestantismus (überwiegend Augsburger Bekenntnis). Etwa 12% der Bevölkerung gehören keiner Kirche oder Glaubensgemeinschaft an, die israelitische Kultusgemeinde zählt etwa 7.300 Mitglieder. Zum Buddhismus, der in Österreich 1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, bekennen sich etwas über 10.000 Menschen. Etwa 20.000 sind aktive Mitglieder der Zeugen_Jehovas|Zeugen Jehovas. Von den zugewanderten Personen sind etwa 180.000 Mitglieder christlich-orthodoxer Kirchen, und rund 300.000 Menschen Mitglieder verschiedener muslimischer Religionsgemeinschaften.

Siehe auch: Geschichte des Christentums in Österreich, Anerkannte Religionen in Österreich, Baptisten in Österreich

Kultur

Persönlichkeiten

Siehe: Liste bedeutender Österreicher

Festspiele

  • Salzburger Festspiele
  • Bregenzer Festspiele

Volkskultur

  • Österreichischer Volkstanz

Sport

Österreich kann trotz seiner Größe im Sport viele Erfolge aufweisen. Besonders in den Disziplinen des Ski alpin|alpinen Ski-Sports beweisen österreichische Sportler immer wieder ihr Können. z.B.:

  • Hermann Maier
  • Renate Götschl
  • Benjamin Raich
  • historisch: Toni Sailer, Karl Schranz, Franz Klammer, Annemarie Moser-Pröll etc.

Aktuelle Sieger bei den Olympische Sommerspiele 2004|Olympischen Sommerspielen (2004):

  • Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher (Tornado-Segeln)
  • Kate Allen (Triathlon)


Erfolgreiche Teams in Österreich:

  • Austria Wien, Rapid Wien, SK Puntigamer Sturm Graz (alle ), EC KAC, EC VSV (beide Eishockey), Danube Dragons, Chrysler Vikings, Tyrolean Raiders (alle drei American Football)


Siehe: Liste bedeutender Österreicher#Sportler|Liste bedeutender Sportler

Gesetzliche Feiertage

Siehe: Österreichische Feiertage

Verkehr

Siehe: Straßensystem in Österreich, Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen, Liste von Eisenbahnstrecken in Österreich

Höchste Bauwerke

  • Sendemast des Mittelwellensenders Bisamberg (265 Meter)
  • Donauturm (252 Meter)
  • Millennium Tower Wien (202 Meter)
  • Funkturm Wien-Arsenal (155 Meter)
  • Hochhaus Neue Donau (150 Meter)
  • Vienna_Twin_Towers|Vienna Twin Towers (138 Meter)
  • Stephansdom (Wien) (137 Meter)
  • Wiener Rathaus (105 Meter)
  • Andromeda-Tower|Andromeda-Tower Wien (103,5 Meter)

Schule und Ausbildung

Siehe: Schulsystem in Österreich, Liste bedeutender Österreicher, Österreichische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, Schülerzeitung


Gleichheit der Geschlechter

In der Verfassung ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen geregelt. Die praktische Umsetzung lässt allerdings noch zu wünschen übrig. So nutzen nur 2 von 100 Männern in Österreich die Möglichkeit der Karenzzeit|Karenz mit Kinderbetreuung. Auch in leitenden Positionen sind zumeist Männer und nur wenige Frauen vertreten. Frauen verdienen insgesamt weniger, dies ist auf den Grund zurückzuführen, dass viele Frauen einer Teilzeitarbeit nachgehen und sehr oft das Wohl der Familie vor den eigenen Karrierewünschen stellen.

Von staatlicher Seite ist zur Zeit ein Hang zur Diskriminierung#Positive Diskriminierung|positive Diskriminierung (dh. Privilegierung) für Frauen erkennbar. Es wurden zahlreiche Förderungsmaßnahmen für Frauen ins Leben gerufen, welche für Männer vollends fehlen. Weiterbildungsambitionen der Frauen werden finanziell unterstützt. Frauen erhalten ebenso Vergünstigungen in vielen Bereichen des Lebens. Auch bei der Besetzung von öffentlichen Arbeitsstellen werden Frauen, bei gleicher Qualifikation, Männern vorgezogen. Die offiziell gemeldeten Arbeitslosen in Österreich setzten sich 2004 aus 2/3 Männern und nur 1/3 Frauen zusammen. Was auch damit zusammenhängen kann, dass Hausfrauen meistens nicht als arbeitslos gemeldet sind.

Siehe auch

  • Portal Österreich

Weblinks



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