Lexikon: Allgemeinmedizin

 

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Der Arbeitsbereich der Allgemeinmedizin beinhaltet die Grundversorgung aller Patienten mit körperlichen und seelischen Gesundheitsstörungen in der Notfall-, Akut- und Langzeitversorgung sowie wesentliche Bereiche der Prävention und Rehabilitation. Allgemeinärztinnen und Allgemeinärzte sind darauf spezialisiert, als erste ärztliche Ansprechpartner bei allen Gesundheitsproblemen zu helfen.

Im englischsprachigen Ausland werden Allgemeinmediziner als General Practioners ( GP) bezeichnet. Siehe http://en.wikipedia.org/wiki/General_practitioner. Die Ausbildungswege und -zeiten unterscheiden sich dabei von Land zu Land.

Zum 31.12.2004 gab es circa 40000 Fachärzte für Allgemeinmedizin in der Bundesrepublik Deutschland. Daneben werden auch von den hausärztlich tätigen Internisten und den Notfallambulanzen der Krankenhäuser allgemeinmedizinische Aufgaben wahrgenommen.

Der Übergang von der Allgemeinmedizin zur fachspezifischen Medizin des Spezialisten ist fließend und oft nicht klar definiert. Abrechnungstechnisch versuchen die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen dies durch Leistungskataloge zu trennen, die nur die eine oder die andere Arztgruppe abrechnen darf. Viele andere andere Fachgruppen der Medizin dürfen bei Kassenpatienten nur auf Überweisung des Allgemeinmediziners tätig werden.

Die Arbeitsweise der Allgemeinmedizin berücksichtigt körperliche, psychische, soziokulturelle und ökologische Aspekte. Bei der Interpretation von Symptomen und Befunden ist es von besonderer Bedeutung, den en, seine Krankheitsvorstellung, sein Umfeld und seine Vorgeschichte zu berücksichtigen (hermeneutisches Fallverständnis).

Die Arbeitsgrundlagen der Allgemeinmedizin sind eine auf Dauer angelegte Arzt-Patienten-Beziehung und die aus dem sozialen Umfeld bereits erkennbare Vorgeschichte des Patienten. Zu den Arbeitsgrundlagen gehört auch der Umgang mit der von Ort zu Ort verschiedenen Epidemiologie|epidemiologischen Zusammensetzung der Patienten einer Praxis. Der Allgemeinarzt muß all dies bei seinen medizinischen Entscheidungen mit berücksichtigen, Stichwörter dazu sind das abwartende Offenhalten eines Falles und die Berücksichtigung abwendbar gefährlicher Verläufe.

Das Arbeitsziel der Allgemeinmedizin ist eine qualitativ hochstehende medizinische Versorgung, die den Schutz des Patienten, aber auch der Gesellschaft vor Fehl-, Unter- oder Überversorgung einschließt.

Der Arbeitsauftrag der Allgemeinmedizin beinhaltet:

  • die hausärztliche Filter- und Steuerfunktion, insbesondere die angemessene und gegenüber Patient und Gesellschaft verantwortliche Stufendiagnostik und Therapie unter Einbeziehung von Fachspezialisten;
  • die haus- und familienärztliche Funktion, insbesondere die Betreuung des Patienten im Kontext seiner Familie oder sozialen Gemeinschaft, auch im häuslichen Umfeld (Hausbesuch);
  • die Gesundheitsbildungsfunktion, insbesondere Gesundheitsberatung und -förderung für den Einzelnen wie auch in der Gemeinde;
  • die Koordinations- u. Integrationsfunktion, insbesondere die gezielte Zuweisung zu Spezialisten, die federführende Koordinierung zwischen den Versorgungsebenen, das Zusammenführen und Bewerten aller Ergebnisse und deren kontinuierliche Dokumentation, sowie die Vermittlung von Hilfe und Pflege des Patienten in seinem Umfeld.

Beschluss der Jahreshauptversammlung der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) vom 21. September 2002; http://www.degam.de

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