Lexikon: Diagnostik

 

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In der Medizin werden mit dem Begriff der Diagnostik (griechische Sprache|griechisches Adjektiv von : διαγνωστική τέχνη, diagnostikí téchni - wörtlich in etwa die Technik der Durchforschung, von δια~, dia~ - durch~ und gnosein - kennen lernen) all jene Methoden oder Maßnahmen bezeichnet, die der Erkennung und Benennung einer Krankheit oder Verletzung dienen. Ziel der Diagnostik ist die Stellung einer , die als Grundlage für Therapie|therapeutische Entscheidungen dienen kann.

siehe auch: Pflegerische Diagnostik, psychologische Diagnostik.

Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:

  • Anamnese = Krankengeschichte, Befragung des Patienten
  • Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinn (Wahrnehmung)|Sinne und einfacher Hilfsmittel, vor allem durch
    • Inspektion (Medizin)|Inspektion
    • Perkussion (Medizin)|Perkussion
  • Labordiagnostik = Untersuchung von , etc.
  • Gewebs- und Zelldiagnostik = ,
  • Bildgebendes Verfahren|Bildgebende Verfahren ohne und mit
    • ische Bildgebung
  • Elektrokardiogramm|EKG, Elektroenzephalografie|EEG, Elektromyografie|EMG, Elektroneurografie|ENG = Messung von elektrischen Feldern des Körpers
  • Funktionsuntersuchungen
    • Lungenfunktion
    • Druckmessungen in Gefäßen, Schließmuskeln etc.
    • Reflexuntersuchung
    • Provokations- und Belastungstests
      • Leistungstests
      • -Toleranztest

Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend, um Krankheiten genau zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Dies gilt vor allem für Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.

Trotzdem stellen sich in der medizinischen Diagnostik Herausforderungen: Viele Diagnosen müssen in Eile gestellt werden. Die Sinnhaftigkeit einer diagnostischen Maßnahme muss dennoch sorgfältig abgewogen werden: Der erwartete Nutzen muss dem Risiko, den Kosten und der Beeinträchtigung des Patienten gegenüber gestellt werden. Grundsätzlich ist Diagnostik nur nützlich, wenn die Diagnose Konsequenzen für die Behandlung des Patienten hat. Nur in seltenen Fällen ist eine diagnostische Maßnahme "um der Gewissheit Willen" berechtigt. Die Maßnahme muss in diesen Fällen als Therapie gesehen werden.

Ob die Diagnostik ihr Ziel erreicht, hängt auch von der Qualität der Definition der zugrundeliegenden Kategorien ab. Einer wohldefinierten Kategorie (zum Beispiel Knochenbruch am Unterarm) lässt sich ein Krankheitsbild anhand weniger Kriterien (Sturz in der Anamnese, Schmerzen, Funktionsausfall des betroffenen Arms, Diskontinuität des Knochens im Röntgenbild) zuordnen und damit einer adäquaten Therapie zuführen (Gipsschiene). Bei Krankheiten, deren Kategorien weniger scharf definiert, umstritten oder komplex sind, ist das Risiko einer Fehldiagnose und damit einer Fehlbehandlung größer. Dieses Problem betrifft vor allem die . Insbesondere die en sind hier problematische Kategorien.

Gewöhnlich muss die Aussagekraft eines Diagnoseverfahrens einer Überprüfung nach licher Methode standhalten können, um von der Hochschulmedizin als anerkannt zu gelten (siehe auch: Evidenzbasierte Medizin). Dennoch werden, vor allem außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen, oft Methoden eingesetzt, die diese Forderung nicht erfüllen. Siehe hierzu: , .

Siehe auch:

Kategorie:Medizin