Lexikon: Melatonin

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Image:Melatonin.png|right|Melatonin Melatonin (N-acetyl-5-methoxytryptamin) ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse (Epiphyse), einem Teil des Zwischenhirns aus produziert wird und den Biorhythmus|Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert. Chemisch gesehen handelt es sich um ein Alkaloid, das vom Tryptamin abgeleitet ist. Die lautet C13H16N2O2. Die Molmasse beträgt 232,28 Gramm pro Mol.

Der Metabolismus des Melatonins findet in der Leber statt, die Ausscheidung erfolgt schließlich über den Urin. Bei Einfall von in das Auge wird die Ausschüttung von Melatonin eingestellt, in der Nacht wird Melatonin abgegeben und wirkt schlaffördernd. Mit zunehmendem Alter produziert der Körper weniger Melatonin, dies ist einer der Gründe für Schlafstörungen bei alten Menschen. Auch bei Fernreisen kann der Melatoninhaushalt durch die Zeitumstellung (Jet-Lag) gestört werden, gleiches gilt bei Schichtarbeit.

Erholsamer Schlaf ist wichtig für ein funktionierendes Gedächtnis. Einer der Gründe dafür könnte der Einfluss von Melatonin auf den Hippokampus sein. Diese Region im ist wichtig für das Lernen und Erinnern. Durch die Wirkung von Melatonin ist die Neurophysiologie|neurophysiologische Grundlage von Lernen und Gedächtnis, die synaptische Plastizität, einem deutlichen Tag-Nacht-Rhythmus unterworfen.

Melatonin wird vor allem in den USA als "Wunderdroge" verkauft und soll angeblich bei folgenden Krankheiten helfen bzw. diesen vorbeugen:

  • Alterung stoppen, verlangsamen
  • freie Radikale fangen
  • Krebs (Medizin)|Krebs bekämpfen
  • , Verkalkung (Arteriosklerose) und vorbeugen
  • Migräne vorbeugend

Diese Effekte sind nichts anderes als das Ergebnis eines natürlichen Schlafrhythmus und Melatonin kann nicht mehr als diesen zu unterstützen. Die Einnahme von Melatoninpräparaten sollte nur bei dauerhafter Schlaflosigkeit und unter Anleitung eines Facharztes (Neurologe) eingenommen werden. Die Dosis liegt bei circa 1 bis 2 Milligramm pro Tag. Melatonin darf nicht zusammen mit MAO-Hemmern eingesetzt werden.

Gerade bei Schlafproblemen kann man die Wirkung des Melatonins nutzen: 1. Zum Einschlafen den Raum abdunkeln 2. Wenn man nicht aus dem Bett kommt, das Licht anmachen. Man kann auch eine Lampe an eine Zeitschaltuhr hängen und so einen "Melatonin-Wecker" bauen.

Siehe auch: Es gibt einen ausführlichen Artikel zu Melatonin bei Wikibooks.


Literatur

  • Susan M Webb, Manuel Puig-Domingo: Role of melatonin in health and disease. Clinical Endocrinology (1995) 42, 221-234.


Kategorie:Hormon Kategorie:Alkaloid

en:Melatonin es:Melatonina fr:Mélatonine he:×ž×œ×˜×•× ×™×Ÿ ja:メラトニン nl:Melatonine pl:Melatonina sv:Melatonin