Lexikon: Milben

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Milben
Milbe.jpg|none|230px|MilbeMilbe
'
: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
: (Arthropoda)
: Kieferklauenträger (Chelicerata)
: (Arachnida)
: Milben (Acari)
en
  • Actinedida
  • Astigmata
  • Raubmilden (Gamasida)
  • Holothyrida
  • Zecken (Ixodida)
  • Opilioacarida
  • Hornmilben (Oribatida)

Bild: Trombidium holosericeum (aka).jpg Milben (Acari) sind mit den Webspinnen (Araneae) verwandte . Wie Spinnen haben sie auch acht Beine, obwohl sie im Larvenstadium oft nur 6 Beine besitzen. Milben gehören zu den kleinsten n (Arthropoda). Die kleinsten unter ihnen sind nur etwa 0,1 Millimeter groß, die größten sind die Zecken, bei denen die Weibchen im vollgesogenen Zustand bis zu 3 Zentimeter|cm erreichen können.

Milben stellen eine eigene Ordnung (Biologie)|Ordnung dar und gehören zur Klasse (Biologie)|Klasse der (Arachnida) im Stamm (Biologie)|Stamm der Gliederfüßer. Mit über 20.000 Arten sind sie möglicherweise die größte Gruppe der Spinnentiere. Aufgrund ihrer geringen Größe ist davon auszugehen, dass viele Arten noch gar nicht entdeckt wurden.

Während Spinnen ausschließlich räuberisch leben und alle im Großen und Ganzen einen ähnlichen Körperbau haben, unterscheiden sich Milben untereinander viel stärker. Es gibt räuberische Milben, solche, die sich von Pflanzen oder Pilzen ernähren und andere die von Aas oder abgestorbenem Gewebe leben. Außerdem gibt es auch viele Parasitismus|Parasiten unter den Milben. Wegen ihrer verschiedenen Lebensweise unterscheiden sie sich auch beträchtlich im Aussehen. Da Milben nicht besonders schnell sind, benutzen etliche von ihnen andere Tiere wie Insekten zum Transport, wobei einige während des Ritts auch noch Körpersäfte ihres Wirts saugen.

Milben haben viele Lebensräume besiedelt, darunter auch ungewöhnliche wie Affenlungen, Nasenlöcher von Vögeln und Tracheenöffnungen von . Auch die meisten Menschen beherbergen Milben, beispielsweise an den Haar|Haarwurzeln der Augenwimpern. Rund die Hälfte der bekannten Arten lebt im Boden, wobei bei guten Bedingungen einige hunderttausend Milben pro Quadratmeter Platz und Nahrung finden.

Bedeutung für Menschen und Tiere

Milben werden im Allgemeinen als Problem betrachtet, so zum Beispiel die , die sich besonders gern in Betten aufhält und dort von Hautschuppen lebt. Ihre Ausscheidungen können eine auslösen. Die Krätzmilbe dagegen bohrt Gänge in die Haut und legt dort ihre Eier. Sie verursacht starken Juckreiz, die Krätze. Die Sarkoptesmilbe verursacht bei Tieren eine Krankheit, die man Räude nennt, Demodex canis lebt in der Haut vieler Hunde, nur bei Hunden mit einer Schwächung des kommt es durch sie zu einer typischen Hauterkrankung. "Demodex follicularum", die sogenannte Haarbalgmilbe kommt bei allen Menschen vor. Es liegt die Assoziation zu der Krankheit "Rosazea" vor. Andere Milbenarten können durch ihren Biss Fleckfieber, Rickettsipocken und die Saint-Louis-Enzephalitis übertragen. Die Vertreter der Unterordnung Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten wie virale (), Krim-Konga-Fieber, Fleckfieber oder Borreliose übertragen.

Viele Raubmilben werden auch als Nützling eingestuft, da sie Schädlinge in der Landwirtschaft bekämpfen. Zu diesem Zweck werden sie im Labor gezüchtet. Eine Verwendung von Milben (Tyroglyphus casei) als findet bei der Herstellung von Milbenkäse statt.

Siehe auch:

  • Akarizid, , Runenmilbe, Teichmilben, Muschelkrebsmilbe, Varroa, Rote Vogelmilbe

Kategorie:Kieferklauenträger

en:Mite eo:Akaro es:Ácaro fr:Acarien nl:Mijt