Lexikon: Schwangerschaft

 

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Bild: Schwangere-frau.jpg

Als eine Schwangerschaft oder eine Gravidität (von isch graviditas) bezeichnet man den Zeitraum, in dem eine befruchtete im Körper einer Frau zu einem heranreift. In der bezeichnet man Ereignisse, die während der Schwangerschaft eintreten, als pränatal (vor der Geburt), Ereignisse während der Geburt als perinatal und nach der Geburt als postnatal.

Im Folgenden wird nur die Schwangerschaft bei behandelt. Bei anderen lebend gebärenden en spricht man auch von Trächtigkeit und die Dauer der Schwangerschaft wird als Tragzeit bezeichnet.

Bedeutung der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist für die Schwangere immer ein bedeutender Einschnitt im Leben. Mit dem Aufkommen des Verdachts, dass sie schwanger ist, und dem folgenden positiven Schwangerschaftstest verändern sich viele ihrer Lebensumstände in erheblichem Maße.

Das gilt nicht nur für die Schwangere, sondern auch für ihr Umfeld, wenn es davon erfährt. Meistens betrifft das vor allem den des Kindes.

Wenn die Schwangerschaft ungeplant eintritt, überlegen viele Schwangere zunächst grundsätzlich, ob sie überhaupt ein Kind wollen. Für manche ist zwar auch von vornherein klar, dass sie es nicht wollen. Die Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft ist für die Schwangeren jedoch oft sehr schwer und wird sorgfältig überlegt. Ist das Kind unerwünscht, so kann der Schwangerschaftsabbruch|abgetrieben werden, wodurch die Schwangerschaft beendet wird. Für manche Eltern ist die nachgeburtliche sfreigabe des Kindes eine Alternative zum Schwangerschaftsabbruch.

Eine gewollte Schwangerschaft bedeutet für die Schwangere meist großes Glück und die Vorfreude auf das Kind ist dann sehr groß. Zu diesen Gefühlen mischen sich aber, besonders bei der ersten Schwangerschaft, auch Angst und Unsicherheit, denn ein Kind zu bekommen, gehört wohl zu den größten Risiken, denen ein Mensch sich aussetzen kann: Wird die Schwangerschaft normal verlaufen? Wird die gut verlaufen? Und, vor allem: Wird das Kind gesund sein?

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist das Risiko, eine zu haben, relativ groß - nicht nur bei der ersten Schwangerschaft. Mit einer Fehlgeburt endet die Schwangerschaft, bevor sie "richtig", begonnen hat, und die Enttäuschung in so einem Fall kann sehr groß sein. Eine solche frühe Fehlgeburt ist jedoch meistens ein Erlebnis, das relativ schnell bewältigt werden kann, wenn nichts dagegen spricht, es noch einmal zu versuchen. Im Falle starker en oder genetischer Besonderheiten (zum Beispiel bestimmten Formen von ) beim Embryo ist eine Fehlgeburt als Schutzmechanismus der Natur zu sehen, da das entstehende Kind nicht lebensfähig wäre. Auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, vor allem , kann zu einer Fehlgeburt führen.

Nach dem dritten Monat kann die Schwangere davon ausgehen, dass sich der Embryo festgesetzt (eingenistet) hat und sich weiter entwickeln wird. meist wird spätestens jetzt die Nachricht über die Schwangerschaft in der Verwandtschaft und im Bekanntenkreis verbreitet. Die eigenen Eltern, die - eventuell zum ersten Mal - Großeltern werden, freuen sich oftmals sehr, und das Überbringen der Nachricht an sie macht besonders viel Spaß.

Gleichzeitig beginnt eine Reihe von Vorbereitungen. Fragen sind zu klären, die zunächst die Schwangerschaft selbst betreffen. So muss eine Entscheidung für oder gegen bestimmte Untersuchungen im Rahmen von getroffen werden, namentlich die und bestimmte erweiterte Ultraschalluntersuchungen wie der Feinultraschall, mit denen sich bestimmte mögliche en des Kindes feststellen lassen - wobei auch schon vorher die Frage geklärt werden muss, was denn im Falle eines positiven Befundes, also einer wahrscheinlichen oder zu befürchtenden Behinderung, passieren soll. Eine Abtreibung aus medizinischen Gründen ("medizinische Indikation") ist bis zur Geburt möglich, wenngleich ein Abbruch nach der etwa 16. Schwangerschaftswoche nicht mehr vergleichbar ist mit Abbrüchen zu früheren Zeitpunkten: Das Kind muss in aller Regel Totgeburt|tot geboren werden. Viele Eltern entscheiden sich gegen und akzeptieren es, das Kind so zu nehmen, wie es ist.

Untersuchungen und Beratung während der Schwangerschaft übernimmt in erster Linie entweder eine Hebamme oder Gynäkologie|Frauenärztin beziehungsweise ein Frauenarzt. Auch bei vorwiegender Betreuung durch eine Hebamme oder einen Entbindungspfleger ist die Ärztin oder der Arzt notwendig für bestimmte Untersuchungen, vor allem untersuchungen, die von der Hebamme oder dem Entbindungspfleger nicht durchgeführt werden können.

Die erste Ultraschalluntersuchung ist oft ein besonderes Erlebnis. Die Ärztin oder der Arzt kann mit Hilfe der Apparate das bereits sehr früh schlagende des Embryos sichtbar machen. Dieser Anblick ist für viele werdende Eltern der erste sichtbare Beweis, dass da etwas heranwächst mit einem eigenen Leben, und der Moment kann sehr bewegend sein. Das erste Ultraschallbild wird meist ausgedruckt und im Bekanntenkreis herumgezeigt. Wer jedoch noch nie das bewegte Bild auf dem Monitor während der Untersuchung gesehen hat, wird darauf nicht viel erkennen und die euphorischen zukünftigen Eltern ernten zuweilen Erstaunen über ihre Begeisterung über das Bild mit den unbestimmten, verschwommenen schwarz-weißen Wölkchen-Formationen.

Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper ist für die Schwangere während der gesamten Schwangerschaft ein herausragendes Thema. In der Regel wird die erstmalig Schwangere Informationen sammeln aus Büchern, von erfahrenen Freundinnen und Verwandten und aus anderen Quellen, die ihr zu Verfügung stehen.

Besonders beim ersten Kind müssen Fragen des zukünftigen täglichen Lebens mit Kind beantwortet werden. Bietet die Wohnung genügend Platz? Falls die Schwangere nicht mit dem Partner oder der Partnerin zusammen wohnt, wollen sie zusammen ziehen? Wird das künftige finanzielle Einkommen für die Familie reichen?

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto mehr tritt die Frage nach Ablauf der und die Geburtsvorbereitung ins Blickfeld. Viele Schwangere besuchen, oft zusammen mit dem Partner, einen Geburtsvorbereitungskurs, der als regelmäßiger wöchentlicher Termin oder auch als Wochenendkurs von Hebammenpraxen und Krankenhäusern angeboten wird. Inhalte dieser Kurse sind unter anderem Training für die Vorbereitung auf die Geburt, Entspannungsübungen und Säuglingspflege. Obwohl die meisten Geburten in Krankenhäusern stattfinden, planen viele Schwangere auch eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus.

Ein weiterer besonderer Moment während der Schwangerschaft ist es, wenn die Schwangere zum ersten Mal Kindsbewegungen spürt. Im Bauch wird plötzlich ein sanfter Stoß spürbar. Die Kindsbewegungen nehmen an Frequenz und Stärke zu. Gegen Ende der Schwangerschaft sind die Kindsbewegungen auf Grund des Raummangels hauptsächlich Drehungen, die relativ stark spür- und sichtbar sind.

Schwangerschaftsdauer

Die Schwangerschaft dauert von der Befruchtung bis zur Geburt durchschnittlich 267 e. Die letzte vor der Befruchtung liegt durchschnittlich 14 Tage vor der Befruchtung, von diesem Zeitpunkt wird jedoch die Schwangerschaft aus medizinischer Sicht gerechnet und dauert dann 40 Wochen (280 Tage, 9,2 Monate). (1 Monat = 30,4167 Tage bei einem 365-Tage-Jahr)

Der Menstruations-Zyklus kann tatsächlich zwischen 21 und 35 Tagen betragen. Dadurch ergeben sich je nach Dauer des Zyklus', während dessen die Befruchtung statt fand, Abweichungen zwischen dem gerechneten und dem tatsächlichen Fortschritt der Schwangerschaft von bis zu sieben Tagen. Diese Abweichung wird bei der medizinischen Begleitung der Schwangerschaft durch Ärzte und etwa bei Entscheidungen über den Geburtsmodus (natürliche Geburt, eventuell medikamentös eingeleitet, oder ) in der Regel nicht beachtet.

Der Geburtstermin wird von Ärztin oder Arzt anhand der bestimmt; er lässt sich aber auch über die Naegelesche Regel errechnen. Zum berechneten Termin kommen jedoch nur vier Prozent der Kinder zur Welt, innerhalb von einer Woche um den errechneten Geburtstermin herum 26 Prozent und innerhalb von drei Wochen um den errechneten Geburtstermin 66 Prozent.

Bei einer Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche, spricht man von einer .

Schwangerschaftszeichen

Man unterscheidet zwischen unsicheren, wahrscheinlichen und sicheren Schwangerschaftszeichen. Mehr dazu siehe Schwangerschaftszeichen bzw. Scheinschwangerschaft.

Verlauf einer Schwangerschaft

Bild: PregnancyAnatomicalModel.jpg

  • 6 Tage nach der Befruchtung sucht sich der einen Platz in der .
  • Ab ca. dem 10. Tag nach der Befruchtung können einfache Schwangerschaftstest|Urintests die Schwangerschaft anzeigen.
  • Etwa ab der 5. Woche beginnt das zu schlagen.
  • Ab der 7. Woche reagiert der Embryo auf Reize von außen.
  • Im 4. Monat ist die Organ (Anatomie)|Organausbildung beendet und der beginnt zu wachsen.
  • Im 5. Monat sind erste Bewegungen für die Mutter spürbar. Der Fötus kann schmecken, reagiert auf Kälte, Schmerz, Druck und Schall.
  • Im 6. Monat ist die schon ausgebildet.
  • Im 7. Monat verdoppelt der Fötus sein Gewicht und wiegt dann ca 1 kg und misst 34 cm. Das Kind wiegt mit und 3 bis 6 kg.
  • Im 10. Monat wird das Baby Geburt|geboren. Es wiegt dann durchschnittlich ca. 3,4 kg.

Befruchtung und Einnistung

Die beim in die ausgestoßenen wandern durch die (Uterus) bis in die Ampulle des s. Dort treffen sie auf die nach der vom Fimbrientrichter aufgenommene . Nach dem Eindringen (Imprägnation) kommt es zur zweiten mit Verlust eines Polkörperchens. Die beiden ensätze von Eizelle und verschmelzen miteinander () und bilden nun eine entwicklungsfähige Zelle (), die nun innerhalb von drei Tagen unter eller Steuerung in die Gebärmutter wandert. In dieser Zeit erfolgen die Zellteilungen über die Morula zur Blastozyste, die sich am 6. Tag nach dem Eisprung in der Gebärmutterwand einnistet. Die Blastozyste teilt sich in einen Trophoblastenanteil aus dem sich die und einem Embryoblastanteil aus dem sich der entwickelt. Das die beiden Anteile verbindende Gewebe wird zur .

1. Trimenon (1.-13. Woche)

Nach Feststellung der Schwangerschaft und Bestätigung durch Ultraschallkontrolle erfolgt in Deutschland zunächst die Ausstellung eines Mutterpasses sowie die Abnahme einer Blutprobe für diverse Routineuntersuchungen. Dazu gehören die Feststellung der , Serologie|serologische Untersuchungen auf und die Bestimmung des Röteln-Titers. Der berechnete Entbindungstermin wird in den Mutterpass eingetragen und in der Regel wird ein präparat verschrieben.

Viele Schwangerschaften verlaufen komplikationsfrei.

Schon im ersten Monat können aber auch , Brechreiz und auftreten. Ab der dritten Woche kann die Empfindlichkeit der Mamma|Brust zunehmen, meist einhergehend mit einem Spannungsgefühl. Auch über wechselnde Heißhungerattacken und Launen wird berichtet. Das erste Fruchtwasser beginnt sich zu bilden.

Im zweiten Monat kann die Morgenübelkeit noch mehr zunehmen, die für die Schwangere wird schwierig. Darüberhinaus können sbeschwerden auftreten, die sich in Blähungen, und vermehrtem Harndrang einhergeht. Die Brüste fühlen sich schwerer und voll an. Das Auftreten von blauen Äderchen um die Brüste oder n ist möglich. Nach der achten Woche ist die Anlagenbildung der Organe während der abgeschlossen; der Herzschlag und die kann im Ultraschall beobachtet werden. Die Embryonalperiode wird nun von der Fetogenese abgelöst. Finger und Zehen sind beim Feten deutlich zu sehen.

Der dritte Monat ist von einem zunehmenden Appetit mit erhöhtem fluss gekennzeichnet. Anhaltende Verstopfungen und gelegentlich auftretende mit Schwindelgefühl stellen manchmal eine Belastung für die Schwangere dar. Zur Freude der Eltern lassen sich in der ersten routinemäßigen Ultraschallkontrolle Bewegungen des nun etwa 5 cm großen Feten beobachten. Augen und Lider sind ausgebildet.

2. Trimenon (14.-26. Woche)

Mit dem zweiten Trimenon lässt die Übelkeit, sofern sie da war, in der Regel nach. Das Wachstum der Brüste nimmt weiter zu, auch kommt es zu einer leichten Schwellung der Arme und Beine. Zum Ende des vierten Monats hin können manche Frauen die ersten Kindsbewegungen spüren. Die Finger und Zehen sind jetzt deutlich voneinander zu unterscheiden, in der Regel sind jetzt alle Organe entwickelt, die n produzieren den ersten . Ab diesem Zeitpunkt ist das im Ultraschallbild erkennbar. Der Fötus ist jetzt knapp 6cm groß und wiegt um die 100g.

Mit zunehmender Rundung des Bauches können rötliche oder bräunliche Schwangerschaftsstreifen aufgrund der Dehnung des s auftreten. Häufig tritt auch eine dunkle Linie Linea Nigra auf, die vom zum läuft. Diese hormonbedingte Farbveränderung bildet sich in der Regel nach der Schwangerschaft zurück.

Gelegentlich wird über eine verstopfte Nase (Organ)|Nase, verstopfte , Nasenbluten oder Zahnfleischbluten berichtet. Dies ist damit zu erklären, dass der Körper der Schwangeren nun verstärkt Durchblutung|durchblutet wird, um die Versorgung des Fötus' zu gewährleisten.

Ab dem fünften Monat macht sich ein verstärkter weißer, vaginaler Ausfluss (Leukokorese) bemerkbar. Schwindel und selten Ohnmachtsanfälle, einhergehend mit gesteigerter Müdigkeit und Veränderungen der können auftreten. Die Dehnung der Mutterbänder um den Uterus, sowie und selten auftretende Krämpfe in den Beinen sind Zeichen eines zunehmenden Größenwachstums der . Der Spaß am nimmt wieder zu.

Bild: Baby_sonic_23_week.jpgBeim Feten beginnt sich das Unterhautfettgewebe zu vermehren. Die Haut selbst wird von einer schützenden Wachsschicht (Vernix) überzogen. Die Haare beginnen zu wachsen und die ersten Verknöcherungen des s zeigen sich. Er reagiert nun auf akustische und optische Reize von außen.

Im sechsten Monat sind die Kindesbewegungen am deutlichsten spürbar. Schläft der Fetus zunächst noch 15 bis 20 Stunden am Tag, bilden sich langsam Wach- und Schlafperioden heraus. Das Wachstum der Brüste hält unvermindert an. Der Appetit der Mutter normalisiert sich wieder. Die Stimmungsschwankungen neutralisieren sich, leichte Vergesslichkeit kann auftreten. Beim etwa 700g schweren Fetus entwickelt sich das weiter.

3. Trimenon (27.-40. Woche)

Das zunehmende Gewicht kann im letzten Trimenon Rücken- und Fußschmerzen verursachen. Die Wassereinlagerungen in Armen und Beinen nimmt aufgrund des hohen Austauschbedarfes an frischem zu. Der sich ausbreitende Uterus drückt auf die Verdauungsorgane und die , die Folge ist Kurzatmigkeit der Schwangeren und die Gefahr von Hämorrhoiden. Der Ausfluss aus den Brüsten (Kolostrum) kann einsetzen. Eine weitere Ultraschallkontrolle schließt sich an. Der Fötus hat sein Gewicht verdoppelt und wiegt dann um 1kg und misst 34cm. Mit etwa 28 Wochen ist er als Frühgeburt lebensfähig, da die Lungen und das Zentralnervensystem genügend ausgebildet sind.

Spätestens im achten Monat beginnt die Geburtsvorbereitung. In speziellen Kursen informieren sich Schwangere und ihre Partner über die Möglichkeiten der und techniken und stellen einen Geburtsplan auf. Die zunehmende Blasenschwäche kann durchaus lästig werden und erfordert ein gewisses Training des s. Die verstärkte Kurzatmigkeit wird erst nach dem Auftreten der Senkwehen (2-4 Wochen vor der Geburt) besser. Auf dem juckenden Bauch steht der deutlich hervor. Es können schmerzlose en des Bauches auftreten. Dieser wird für eine Minute hart und entspannt sich dann wieder.

Im neunten Monat verändern sich die Kindsbewegungen, welches sich aufgrund des geringen Platzes nun mehr dreht als tritt. Einige Tage vor der Geburt tritt das so genannte "Zeichnen" als Folge des sich lösenden Muttermundes auf, der Ausfluss ist leicht blutig. Der , also das Platzen der Fruchtblase, ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Geburt innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden wird. Spätestens jetzt wird es Zeit, die Klinik aufzusuchen oder die Hebamme anzurufen. Mit Einsetzen der richtigen (rhythmische Kontraktionen der Gebärmutter) wird der svorgang eingeleitet. Liegt die vor dem Muttermund, muss ein durchgeführt werden.

Risikoschwangerschaft

Wesentliches Ziel der ärztlichen Betreuung ist die Erkennung von möglichen oder bereits vohandenen Risiken für Schwangere und ihr Kind. Solche Beobachtungen oder Verdachtshinweise werden in den Mutterpass eingetragen. Im Jahre 1990 wurden in Deutschland 34% aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft klassifiziert. Die Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Qualitätskontrolle spricht für das Jahr 2002 von 65% und in Niedersachsen von etwa 73%. Fakt ist aber: 95% der in Deutschland geborenen Kinder kommen gesund zur Welt. Die hohe Anzahl von sogenannten "Risikoschwangerschaften" lässt sich allerdings unter anderem dadurch erklären, dass viele Paare heutzutage Kinder erst recht spät Familienplanung|einplanen. Zu fragen bleibt, warum viele Ärzte einen normalen biologischen Zustand bei mehr als der Hälfte der Fälle als Risikoschwangerschaft bezeichnen und dies nicht als normale Risiken innerhalb einer Schwangerschaft sehen. Zu fragen bleiben natürlich auch, warum die Meinung von Ärzten für so viele Eltern wichtig ist, obwohl es scheinbar ein natürlicher Vorgang ist.

Risikoschwangere erhalten als Konsequenz durch die Krankenkassen über die Standardleistungen hinaus weitere ärztliche Leistungen, wie häufigere Kontrollen, Überweisungen an entsprechende Spezialisten, den Einsatz weiterer diagnostischer Mittel wie zum Beispiel , Hormonanalysen oder gegebenenfalls die Einweisung in ein Geburtshilfliches Zentrum mit intensivmedizinischer Betreuung.

Folgende Faktoren führen zur Einstufung einer Riskoschwangerschaft (Liste ist unvollständig):

  • Alter unter 18 Jahre oder über 35 Jahre (Erstgebärende) beziehungsweise über 40 Jahre (Mehrgebärende)
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Vielgebärende, die schon mehr als vier Kinder geboren haben
  • Sterilitätsbehandlungen
  • zwei oder mehr der Schwangerschaft vorausgehende en
  • Komplikationen bei früheren Geburten
  • Rhesusfaktor|Rhesus-Inkompatibilität
  • Lageanomalien des Kindes
  • Schwangerschaftsdiabetes, Schwangerschaftshochdruck
  • Anhaltender Medikamenten-, Alkohol- oder Nikotinkonsum, Drogenkonsum
  • Verzögertes Wachstum oder abnorm großes Kind
  • Veränderungen des Fruchtwassergehaltes
  • Akute Allgemeinerkrankungen oder Infektionen

Störungen der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft kann es zu Störungen bzw. Beeinträchtigungen kommen, die im schlimmsten Fall das Leben des ungeborenen Kindes und/oder der Mutter gefährden. Dazu gehören zum Beispiel Präeklampsie und HELLP-Syndrom.

Auch -Konsum und Tabakrauchen|Rauchen sind schädlich. Laut würden zwei Drittel aller Plötzlicher Kindstod|plötzlichen Kindstode nicht auftreten, wenn beide Eltern nicht rauchten . Das Risiko, dass das Kind ein (ADHS) aufweist, ist bei in der Schwangerschaft rauchender Mutter 16,5 Prozent (sonst 4,6 Prozent). Über die Auswirkungen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Während man bis vor kurzem davon ausging, dass "ein Gläschen oder ab und zu" nicht schädlich seien, besagen neuere Studien, dass jeglicher Alkoholgenuss sich negativ auf das entstehende Kind, insbesondere auf und , auswirke. In der letzten Zeit (2004) sind allerdings auch diese Befürchtungen wieder relativiert bzw. zurückgenommen worden.

Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise , haben teratogene Wirkung, d.h. ihre Einnahme kann zu en führen.

Infektionen mit Listerien oder Toxoplasma gondii, Röteln während der Schwangerschaft können auf das ungeborene Kind übertragen werden und dieses schädigen.

Postpartum (postnatale) Depression

Viele Mütter verspüren nach der Geburt allerdings gar nichts vom vermeintlichen Glück - im Gegenteil: Sie weinen, sind erschöpft und können sich nicht richtig über den Familienzuwachs freuen. Das allein ist aber noch nicht schlimm, wie betonen: Dieses Phänomen wurde früher "Heultage" genannt, ist heute eher als Baby Blues bekannt und tritt sehr häufig nach einer Geburt auf.

Davon zu trennen ist die eigentliche postpartale Depression (PPD). Der Baby-Blues ist sehr häufig, etwa 80 Prozent der Frauen leiden daran. Die Symptome des Blues gehen rasch vorüber und verschwinden gewöhnlich von selbst, so schnell, wie sie gekommen sind. Bei manchen Müttern läuft es allerdings nicht so gut. Sie leiden nicht am Baby-Blues, sondern an einer postpartalen (PPD).

Eine solche postpartale Depression liegt dann vor, wenn Symptome wie Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Müdigkeit, Schuldgefühle, Angst|Ängste und länger als 14 Tage andauern. Bisher wurde diese Krankheit viel zu selten erkannt und adäquat behandelt. Gerade die richtige Behandlung kann aber die Depression heilen und die Depressionsdauer entscheidend verkürzen.

Schwangerschaftstests

Bis in die Jahre wurden Schwangerschaftstests mit Hilfe von afrikanischen Krallenfrosch|Krallenfröschen durchgeführt. Dieser Test mit dem "" ging als Froschtest in die Medizingeschichte ein. Heute gibt es einfache und günstige Schwangerschaftstests, die das Vorkommen von Humanes Choriongonadotropin|HCG-Hormonen im Blut oder Urin messen. Dieses Hormon kommt nur in Trophoblastengewebe vor, das vom Fetus|Feten oder der gebildet wird.

Insbesondere in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft kann die Hormonkonzentration im Urin unter der Nachweisgrenze des Test liegen, sodass hier ein falsch negatives Testergebnis vorliegt. Aber auch falsch positive Ergebnisse können durch Chorionzellkarzinome und andere Keimzelltumore, die dieses Hormon ebenfalls ausbilden können, verursacht werden.

Moderne Tests mit höherer Genauigkeit (5 mIE/ml) können eine Schwangerschaft schon beim Ausbleiben der , also 14 Tage nach Befruchtung, nachweisen.

Unfruchtbarkeit

Ist bei einem Paar nach einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehrs ohne keine Schwangerschaft eingetreten, besteht die Möglichkeit, durch verschiedene Arten der künstliche Befruchtung|künstlichen Befruchtung eine Schwangerschaft einzuleiten. Viele Paare mit denken auch über eine nach.

Siehe auch: Befruchtung, , Mutterschutz, , Schwangerschaftsabbruch, Down-Syndrom

Literatur

  • Regina Hilsberg: Schwangerschaft, Geburt und erstes Lebensjahr, Reinbeck bei Hamburg, 2000, ISBN 3499608294
  • Ingeborg Stadelmann - Die Hebammensprechstunde, Stadelmann-Verlag, 1994 ISBN 3-9803760-0-1

Weblinks


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