Lexikon: Thyroxin

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Thyroxin, kurz T4 genannt, (gr. thyriodes - schildartig) ist eines von drei sehr wichtigen en im Körper von Menschen und Säugetieren, die in der gebildet werden.

Bildung und Freisetzung

Das Thyroxin-Molekül ist an vier Stellen mit besetzt. Die Schilddrüse setzt etwa 90-95% T4 und nur eine geringe Menge T3 () frei. Davon befinden sich etwa 80% in der Blutbahn und Leber. Gebildet werden die Hormone in der Drüse durch Anlagerung von Jod an die zuerst synthetisierten und mit einem Kohlenhydratanteil versehenen Aminosäuren.

Thyroxin hat eine Halbwertzeit im Körper von ca. 8 Tagen.

Das Jod wird von der Schilddrüse aus dem Blut abgefangen und konzentriert. Die "Jodierung" erfolgt stufenweise und stets am Rest der Aminosäure Tyrosin. Die vorletzte Stufe ist T3 und die letzte T4. Zur Speicherung werden die Hormone an Globuline (Transporteiweiße), auch Thyreoglobuline genannt, gebunden.

Im Normalfall wird das Jod durch den Abbau der Hormone durch Darm und Niere wieder ausgeschieden. Deswegen ist der gesunde Körper auf ständige, ausreichende Jodzufuhr angewiesen.

Die Ausschüttung von Thyroxin wird verstärkt, wenn der Thyroxinspiegel im Blutplasma zu stark absinkt und umgekehrt. Die Aufrechterhaltung des Schilddrüsenhormonspiegels wird dadurch geregelt.

Der hormonelle Regelkreis der Schilddrüse

Der Hypothalamus schüttet das Thyrotropin Releasing Hormon|TRH (Thyreorelin oder Thyreotropin-Releasinghormon) aus. TRH regt die Hypophyse zur Ausschüttung von Thyreotropin|TSH (Thyreotropin oder Thyroidea stimulierendes Hormon) an.

Das TSH der bewirkt eine verstärkte Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Die Schilddrüsenhormone gelangen über die Blutbahn an die Zielzellen und entfalten dort ihre Wirkung. Über die Blutbahn gelangen die Hormone auch in den Bereich von und Hypophyse. Diese können mit speziellen Rezeptoren den T3 und T4 Blutspiegel wahrnehmen. Je nach Lage wird dann die Bildung von TRH und TSH gehemmt oder angeregt.

Wirkungsweise

Beim Gesunden dienen die Schilddrüsenhormone der Aufrechterhaltung einer ausgeglichenen Energiebilanz des Organismus. Sie ermöglichen, dass der Stoffwechsel dem jeweiligen Bedarf angepasst wird. Im Kindesalter regen die Hormone die Tätigkeit der Körperzellen aller Organe an. Sie fördern in diesem Lebensabschnitt das Wachstum.

Im Erwachsenenalter haben sie auf die Gewebe des Gehirns, der Hoden und der Milz keinen Einfluss, in allen anderen Geweben steigern sie den Stoffwechsel. Die biochemische Wirkung in der einzelnen Körperzelle ist noch nicht ganz genau geklärt.

Wichtig ist aber, dass die Schilddrüsenhormone auf die Tätigkeit anderer endokrinen Drüsen einwirken. So fördern sie die Abgabe des Wachstumshormons STH durch die Hypophyse, greifen in den stoffwechsel über Steigerung der freisetzung aus der ein und regen die Tätigkeit der , besonders der an. Eine Wechselwirkung mit den Sexualhormonen ist ebenfalls bekannt.

Die Wirkungsweise lässt sich gut anhand der Symptome der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) erkennen.

Normwerte im Blutserum

T4: 5,5-11,0 µg/dl oder 77-142 nmol/l

freies T4: 0,8-1,8 ng/dl oder 10-23 pmol/l

Kategorie:Hormon

cs:Thyroxin en:Thyroid hormone fr:Thyroxine ja:甲状腺ホルモン nl:Thyroxine