Lexikon: USA

 

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United States of America
Vereinigte Staaten von Amerika
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Flagge der USA
(Flagge der USA|Details)
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Wappen der USA
(Wappen der USA|Details)
Wahlspruch E pluribus unum
(Aus vielen Eines, ab 1776)
In God we trust
(Wir vertrauen auf Gott, ab 1956)
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Lage der USA in der Welt
Amtssprache keine
Verkehrssprache Amerikanisches Englisch, vereinzelt Spanische Sprache|Spanisch
Hauptstadt Washington D.C.
Staatsform Präsidiale Bundesrepublik
Präsident George W. Bush
Vizepräsident Richard B. Cheney
Größte Stadt New York (8.108.000 Einwohner)
Fläche 9.372.610 km²
Einwohnerzahl 295.267.686 (Stand Januar 2005)
Einwohnerzahl 2015 321.225.000 (geschätzt)
Bevölkerungsdichte 29 Einwohner pro km²
Nationalfeiertag 4. Juli
Währung Cents
Zeitzone UTC -5 bis -10
Nationalhymne The Star-Spangled Banner
Kfz-Kennzeichen USA
Internet-TLDs .us (auch: .gov Behörden, .edu Bildungseinrichtungen und .mil )
Vorwahl +1
Stromnetz 60 Hertz mit 110 / 120 Volt
höchster Berg Mount McKinley, Alaska
>6.194 m / 20320 ft,
Bild: USA_karte.png
Karte der USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Föderalismus|föderale Republik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an , im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik.

Die wichtigste Verkehrssprache ist Englische Sprache|(Amerikanisches) Englisch, regionale Umgangssprachen sind Spanisch in den Weststaaten (insbesondere Kalifornien), Französisch in Louisiana und Deutsch in Pennsylvania. Die USA haben keine offiziell festgelegte Amtssprache, doch alle amtlichen Schriftstücke und Gesetzestexte werden auf Englisch verfasst.

Geographie

Hauptartikel: Geografie der USA|Geographie der USA

Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten sowie dem District of Columbia (D.C.), welche innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Die beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii liegen außerhalb dieses Kernlandes.

Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains oder die Appalachen, trockene Wüsten im Südwesten, Vulkanlandschaften auf Hawaii, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.

Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 48. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii, sowie die politisch an die USA angeschlossen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.

Im Norden grenzen die 48 zusammenhängenden Staaten an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifik. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifischem Ozean liegen rund 4.500 km.

Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.

  • Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
  • Grenze zu Mexiko: 3.326 km
  • Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig viertgrößte Staat der Erde. Das Land ist ein wenig kleiner als Kanada und die Volksrepublik China, etwas mehr als halb so groß wie Russland, und 2½ mal so groß wie Westeuropa.

  • Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
  • Landmasse: 9.158.453 km²
  • Wasserfläche: 47.356 km²

Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianer | Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer, englischer, deutsche Sprache in den USA|deutscher und irischer Herkunft. Später folgten Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäisch-stämmigen US-Amerikaner bilden heute 74% der Bevölkerung der USA.

Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z.B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea und den Philippinen, zog es seit dem 19. Jahrhundert vor allem an die Westküste der USA. Sie bilden jedoch insgesamt eine relativ kleine Gruppe (ca. 4%). Die Einwanderungspolitik war gegenüber Asiaten besonders restriktiv.

Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt weniger Geld, leben kürzer, haben eine schlechtere Ausbildung und landen öfter im Gefängnis. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. In den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen oft noch nach Rassen getrennt.

Vor allem im Süd-Westen der USA gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13%), da viele Lateinamerika | Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.

Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch indigene Völker Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

siehe auch:

  • Gesellschaft der USA
  • Deutsche Sprache in den USA
  • Deutsche in den USA
  • Das amerikanische Spanisch der USA
  • Französisch in Louisiana
  • Französisch in Neuengland
  • Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54% der Bevölkerung als Protestantismus|protestantisch, 25% als Römisch-Katholische Kirche|römisch-katholisch, 10% gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5% waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3% waren Mitglied einer Orthodoxe Kirche|orthodoxen Kirche, 2% waren Mormonen, 2 bis 3% Judentum|Juden und weniger als 2% Islam|moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5%, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die römisch-katholische Kirche, gefolgt von der Baptisten|Southern Baptist Convention, der Methodisten|United Methodist Church und den Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage|Mormonen.

Die Zahl der Christen ist für ein westliches Industrieland sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2%) bis 2004 (81%) abgenommen.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA

Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika|Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn George H. W. Bush|George Bushs, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.

Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller :Kategorie:US-Bundesstaat|50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung der USA|Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budget|Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen, Kriegserklärungen auszusprechen und Verträge mit fremden Ländern zu unterzeichnen.

Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem US-Senat|Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.

Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.

Um Gesetz werden zu können, muss eine Gesetzesvorlage sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt.

An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung der USA|Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat.

In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokratische Partei|Demokraten und die Republikaner (USA)|Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).

Kleinere Parteien wie die Grüne Partei der USA|Grünen oder die Libertarian Party|Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.

Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New York City|New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.

Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.

Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle.

Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Zentralbank|Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolatem Zustand. Es werden jährlich circa 1800 Milliarden US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Selbst diejenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen .

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des Politischer Realismus|politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.

Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegs-Ordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem ischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potential der USA die Entscheidung. Die Atomwaffe|Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombombenabwürfe zur Erzwingung der japanischen Kapitulation tatsächlich notwendig waren. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können.

Die USA waren maßgeblich an der Gründung der Vereinte Nationen|UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalter Krieg|Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 60er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalter Krieg|Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.

Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 60er und 70er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatur|Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Anastasio Somoza Debayle|Somoza in Nicaragua, Augusto Pinochet|Pinochet in Chile, Ferdinand Marcos|Marcos auf den Philippinen oder Mobutu Sese Seko|Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren, nach dem Motto: „Ja, er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund“ (Noam Chomsky).

Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion | sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des Erster Golfkrieg|ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt.

Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (Strategic Defense Initiative|SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.

Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001

Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen bzw. multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Seit den Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA|Terror-Anschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, sehen sich die USA in einem weltweiten Der Krieg der USA gegen den Terrorismus|Krieg gegen den Terrorismus. George W. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.

Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei.

Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.

Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.

George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US- amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d.h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-$, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.

Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland

Literatur:

  • Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
  • Michael R. Beschloss / Strobe Talbott: Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA, siehe auch Liste der US-amerikanischen Hauptstädte

Seit dem 16. Jahrhundert siedelten immer mehr Europäer in Nordamerika und verdrängten die indigene Bevölkerung. Französische Siedler befuhren die Ströme Mississippi und St. Lorenz Strom. Und schnitten so den britischen Siedlern zunächst den Weg nach Westen ab. Die kolonisierten Teile an der Ostküste standen unter britischer Staatshoheit. 1773 kulminierten die Spannungen zwischen den Kolonien und Großbritannien und Nordirland|Großbritannien in der Boston Tea Party. Mit der US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung|Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 von Thomas Jefferson lösten sich die dreizehn britischen Kolonien schließlich von Großbritannien und Nordirland|Großbritannien. Nach dem Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg|Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt.

Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbunds zu gewährleisten, wurde 1787 die Philadelphia Convention verabschiedet, die den USA damit die modernste Verfassung der damaligen Zeit gab. Heute ist es die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt.

Zur Zeit des Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg|Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 Sklave|versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich ein Gebiet von kontinentalen Ausmaßen, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Aus dieser Konstellation ergaben sich seit Anbeginn zwei wesentliche Aspekte US-amerikanischer Innenpolitik: Die Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie der Kampf der schwarzen Sklaven um die Bürgerrechte.

Indianerpolitik

Die Indianerpolitik der USA|US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Kolonisierung geprägt, die im wesentlichen den Imperialismus der europäischen Mächte in den USA, Großbritannien und Nordirland|Großbritannien, Spanien und fortsetzte. Erst mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine offensivere Politik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin, und 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt. Bis auch die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

Die Zahl der Sklaven hatte sich bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwolle|Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionismus|Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Die bis dahin die Politik dominierende Demokratische Partei spaltete sich an der Frage der Sklaverei. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionskrieg|Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.

Jedoch standen den Afro-Amerikanern noch 100 Jahre Bürgerrechtsbewegung|Bürgerrechtskampf bevor, bis die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben wurden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), womit die Bürgerrechte allerdings noch nicht de facto durchgesetzt waren.

Der Schulbesuch von Schwarzen in "Weißen Schulen" musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, im öffentlichen Leben insbesondere im Süden herrschte weiterhin faktische Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku Klux Klan|Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs seine berühmte „I have a Dream...“-Rede. 1968 wurde er ermordet. In den folgenden Jahrzehnten kam es wiederholt zu starken Rassenunruhen.

Industrialisierung

1890 wurde die Grenzland|frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts, die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil Company|Standard Oil von John D. Rockefeller.

Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börse|Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee Valley Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Nachkriegszeit

Eine innenpolitische Folge des Kalter Krieg|Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für Komitee für unamerikanische Aktivitäten|unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunismus|Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 60er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten.

Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Impeachment|Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunktur|Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetz|Gesetzen wie dem kalifornischen Three strikes|„Three strikes and you are out“ geantwortet, das für drei Bagatelldelikte 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen Todesstrafe in den USA|Todesstrafe, die in manchen Bundesstaaten häufig verhängt wird, ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten oder Sheriffs, die alle direkt gewählt werden. Die Verhängung der Todesstrafe hat also auch Populismus|populistische Gründe, weil in den betreffenden Bundesstaaten die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung diese befürwortet.

Kunst und Kultur

Die US-amerikanische Kultur ist geprägt von der Vielfalt der ethnischen Einflüsse und Traditionen, die diverse Einwandergruppen mitbrachten. Diese führten auf allen Gebieten zu künstlerischen Höchstleistungen. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche US-amerikanische Populärkultur heraus. Bis heute werden in den ethnischen Gruppen traditionelle kulturelle Eigenarten intensiv gepflegt.

Die frühe Kulturproduktion in den USA war vor allem durch die englische "Leitkultur" geprägt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen Verhältnisse schnell an Eigenständigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausübung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so das sie sich stark an europäischen Mustern orientieren mussten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrecht erhalten werden. Auch die anderen Einwandererkulturen brachten Eigenes mit. Elemente der indianischen Kulturen hinterließen Spuren in der US-amerikanischen Kulturproduktion. Die nicht-europäischen Elemente der US-Kultur erfuhren jedoch erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gebührende Anerkennung.

Im 20. Jahrhundert lösten sich US-amerikanische Künstler von den Vorbildern der Alten Welt. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert – mit eindrucksvollen und innovativen Ergebnissen. Ein wesentlicher Beitrag der USA zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz, der als erste eigenständige Musikform der USA gilt, des Blues und des Country, aus deren Zusammenführung in den 1950er Jahren der Rock 'n' Roll entstand. Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afro-amerikanischer mit europäischer Folklore. Er bildet heute eine zentrale Grundlage der populären Kultur der Westlichen Welt.

Literatur der USA|Literatur, Musik (Liste bekannter Rockmusiker|Rock, Liste bekannter Bluesmusiker|Blues und Country-Musik|Country) Filmkunst, Theater, Tanz und , ebenso wie andere Arten künstlerischen Ausdrucks wurden angereichert und verändert. Zur zeitgenössischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den USA gehörten die Verjüngung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Künste.

Es gibt in den Vereinigten Staaten - ähnlich wie in , aber ganz anders als in - kein zentrales Kultusministerium, das eine landesweite Kulturpolitik steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Überzeugung wider, dass es wichtige Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, bei denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen für Kunst und Geisteswissenschaften – 'National Endowment for the Arts' (NEA) und 'National Endowment for the Humanities' (NEH) – unterstützen mit Zuschüssen sowohl einzelne Künstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tätig sind. Während das Budget der NEA, das sich 2003 auf $115 Millionen Dollar beläuft, verhältnismäßig bescheiden ist, verglichen mit der Kulturförderung anderer Länder, so machen seit jeher private Spenden den Großteil der Kulturförderung aus. Diese privaten Spenden wurden für das Jahr 2002 auf ungefähr $12.1 Milliarden Dollar geschätzt. Während ihres 40-jährigen Bestehens hat die NEA ihre Gelder dazu benutzt, um private Schenkungen zu ermutigen, und dadurch allen US-Amerikanern einen Zugang zu den Künsten und Geisteswissenschaften zu ermöglichen.

Siehe auch: Medien in den USA – Kunst in den USA – Liste amerikanischer Schriftsteller – Feiertage der USA

Wirtschaft und Verkehr

Die USA sind mit einem BIP von (2003) 10,383 Billionen $ die größte Volkswirtschaft der Welt sowie das Land mit dem weltweit vierthöchsten Pro-Kopf- Bruttosozialprodukt (nach Luxemburg, Norwegen und der Schweiz) mit (2003: 37.800 Dollar (31.250 Euro)), (zum Vergleich: Deutschland: 22.740 $). Die Arbeitslosenquote betrug (2003: 6%), zum Vergleich: Deutschland: 12,6%). Die USA zählen zu den am stärksten Deregulierung|deregulierten und Privatisierung|privatisierten Volkswirtschaften der Welt.

Die Armutsschwelle wird bei einem Jahreseinkommen von 18.810 Dollar (15.550 Euro) für eine vierköpfige Familie und von 9.393 Dollar (7.760 Euro) für eine alleinstehende Personen angesetzt. Jeder achte Einwohner der USA lebt demnach laut Angaben der US-Zensusbehörde in Armut. So stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, im Jahr 2003 um 1,3 Millionen auf 35,9 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um 0,4 Punkte auf 12,5 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge, dass die Armut in den USA zunahm und die höchste Armut seit 1998, als die Quote bei 12,7 Prozent lag. (zum Vergleich: Deutschland: 13,5 %)

Außenhandel: Der Import belief sich 2003 auf Güter im Wert von 1263 Mrd. $, der Export auf 714 Mrd. $, womit ein hohes Handelsbilanzdefizit ausgewiesen ist. Die Inflationsrate lag (1990-2001) bei 2,0%.

Siehe auch: Wirtschaft der USA; Transport und Verkehr in den USA

Gliederung

Image:Map_of_USA_showing_state_names.png|350px|thumb|Karte der USA mit Namen der US-Bundesstaaten Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- beziehungsweise Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA).

Bild: Map_of_USA_with_county_outlines.png Das County#USA|County ist eine Untereinheit des US-Bundesstaat|Bundesstaates, meistens – aber nicht immer – bestehend aus zwei oder mehreren Gemeinden und einigen Dörfern. Ein Verwaltungsrat erlässt Steuern, verleiht Geld und treibt es ein, bestimmt die Gehälter der Angestellten des Kreises, beaufsichtigt Wahlen, baut und unterhält Straßen und Brücken und verwaltet Sozialhilfeprogramme auf nationaler, bundesstaatlicher und Kreisebene.

Ein besonderer Aspekt bei den Städteregierungen, überwiegend in den Neuenglandstaaten, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versammlung und wählen Beamte, diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze für das Funktionieren der Regierung. Als Gruppe beschließen sie Straßenbau und -ausbesserung, Errichtung von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen, Steuern und den Stadthaushalt. Das "town meeting", das schon seit zwei Jahrhunderten existiert, ist oft die reinste Form der Demokratie, in der Regierungsgewalt nicht delegiert, sondern direkt und regelmäßig von allen Bürgern ausgeübt wird.

Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Hauptstädte

Außengebiete

Neben diesen Staaten und dem District of Columbia gibt es auch noch folgende Gebiete mit unterschiedlich geregelter Autonomie:

  • In der Karibik die Amerikanische Jungferninseln|US-Amerikanischen Jungferninseln, Bahía de Guantánamo, Navassa und Puerto Rico
  • Im Pazifik Amerikanisch-Samoa, die Bakerinsel, Guam, die Howlandinsel, die Jarvisinsel, das Johnstonatoll, das Kingmanriff, die Midwayinseln, die Nördliche Marianen|Nördlichen Marianen, das Palmyra (Inselgruppe)|Palmyra-Atoll und Wake

Militär

Die US-Streitkräfte|Streitkräfte der USA sind unterteilt in Luftwaffe (United States Air Force|Air Force; ca. 370.000 Soldaten), Heer (United States Army|Army; ca. 500.000 Soldaten), Marine (United States Navy|Navy; ca. 370.000 Soldaten), Marineinfanterie (United States Marine Corps|Marine Corps; ca. 172.000 Soldaten) und Küstenwache (United States Coast Guard|Coast Guard; ca. 39.000 Mann), wobei letztere im Kriegsfall der Marine unterstellt wird. Darüber hinaus unterhält jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde (United States National Guard|National Guard), welche normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auch bei internationalen Konflikten eingesetzt werden.

In den USA existiert die Wehrpflicht. Sie wurde allerdings nach dem Vietnamkrieg "ausgesetzt". Im Kriegs- und Verteidigungsfall setzt die USA seither ihre starke Berufsarmee ein. Eine Wiederaufnahme der Wehrpflicht gilt im Allgemeinen als eher unwahrscheinlich, auch wenn während des II. Irakkrieges in den USA Vermutungen formuliert wurden, dass die Wehrpflicht wieder angewandt werden könnte.

Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die erste Atommacht der Welt, und sind der einzige Staat, der – in Hiroshima und Nagasaki – jemals Atombomben gegen Menschen eingesetzt hat. Auch auf dem Gebiet der konventionellen Rüstung sind sie jedem anderen Staat deutlich überlegen.

Das US-Militär betreibt außerhalb der Vereinigten Staaten mehr als 700 Stützpunkte in mehr als 130 Ländern, in allen Kontinenten der Erde. Auf dem Territorium der USA gibt es hingegen keine einzige militärische Basis eines anderen Landes.

Siehe auch: Atomstreitkräfte US-Interventionen im Ausland, Liste verdeckter US-Operationen im Ausland,

Wissenschaft

Hauptartikel: Wissenschaft in den USA

Seit den Anfängen als unabhängige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermöglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt und Erfindungen gefördert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivität wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, "den Fortschritt der Wissenschaft und nützlicher Künste zu fördern, indem Urhebern und Erfindern für eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird". Diese Bestimmung ist Grundlage für das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten.

Zwei der Gründerväter der USA waren selbst namhafte Wissenschaftler. Benjamin Franklin führte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von Elektrizität ist, und erfand den Blitzableiter. Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und führte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die Neue Welt ein.

Im 19. Jahrhundert stammten die führenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus Großbritannien und Nordirland|Großbritannien, und . Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Rückstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Ursprungsländern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. Große amerikanische Erfinder sind Robert Fulton (Dampfschiff); Samuel F.B. Morse (Telegraf); Eli Whitney (die Baumwollentkörnungsmaschine Cotton Gin); Cyrus McCormick (Mäher); die Brüder Wright (Motorflugzeug) und Thomas Alva Edison, der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden US-amerikanische Wissenschaftler zunehmend für ihre Beiträge zur reinen Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese Veränderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Hälfte des Jahrhunderts – 1901 bis 1950 – stellten US-Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit 1950 haben US-Amerikaner etwa die Hälfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten.

Sport

Die Amerikaner besitzen typische Nationalsportarten. Die beliebteste Sportart ist American Football gefolgt von Baseball und Basketball. Eishockey ist auch eine der beliebtesten Sportarten. , die beliebteste Sportart der Welt, kommt nur auf Platz 5, wobei sich besonders Frauen für diesen Sport interessieren.

Siehe auch: Sport in den USA

Siehe auch

  • Antiamerikanismus
  • American Way of Life
  • Portal USA
  • Organisation Amerikanischer Staaten
  • Anglozentrismus
  • Liste der US-amerikanischen Hauptstädte

Literatur

  • Claus Kleber: Amerikas Kreuzzüge - Was die Weltmacht treibt, Bertelsmann Verlag 2005, ISBN 3570008347

Weblinks



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